Beiträge von Wolfzeit

    Ich bin neben dem Selbstversorgerbauernhof meiner Urgroßeltern aufgewachsen und habe dort sehr viel gelernt. Sie hatten nur wenige Maschinen und diese wurden von nur einem Elektromotor mit Riemenantrieb angetrieben, der Rest wurde manuell erledigt (Sense, Spaten, Säge usw.).
    Dadurch waren beide auch sehr lange fit. Mein Uropa hat bis er über 90 Jahre alt war das Brennholz gemacht. Als die Axt zu schwer wurde um sie genau zu platzieren hat er Metallkeile und einen Hammer genommen. Das Resultat war das gleiche, nur dauerte es länger, aber Zeit hatte er ja genug. Aus meiner Sicht wichtig ist halt, dass man weiß, wie es auch ohne Strom und übermäßiger Körperkraft geht, dann kommt man schon durch. Man braucht halt Geduld, um dann mit unserer "alles und jetzt" Mentalität nicht zu verzweifeln.

    Ein Krieg zwischen den USA und Iran hätten globale Auswirkungen. Es würden sich wieder zwei Blöcke bilden, Saudi-Arabien (und noch ein paar mehr, zB. GB) und die USA gegen Iran und zumindest Russland. Steigende Ölpreise würden aber auch die Situation in Libyen und Venezuela verändern, sind ja auch Ölproduzenten und würden einige Ausfälle kompensieren, was auch in diesen Ländern Konflikte wahrscheinlich macht. Wie die Situation zwischen China und den USA bezüglich der Zollstreitigkeiten weitergehen wird ist auch unklar und werden sich wohl nicht zum Besseren wenden, und dazu kommen noch die eklatanten Ernteausfälle in den USA heuer, deren Auswirkung noch niemand abschätzen kann. Also ob sich die USA da nicht mit einem Krieg übernehmen würden, vor allem, da der Iran nicht mit dem letzten erfolgreich "eroberten" Kriegsgegner Irak zu verwechseln ist, der Iran ist ein Volk, mit einer Religion und kein Vielvölkerstaat mit unterschiedlichsten Religionen wie der Irak. Der Iran will sich öffnen, sonst hätten sie den Atomvertrag nicht unterschrieben und empfindet die USA als Aggressor, da diese den Vertrag trotz Erfüllung aller Auflagen durch den Iran einseitig aufgekündigt haben. Ein schneller Sieg ist wohl nicht zu erwarten (wenn überhaupt).

    Ich hab beide gesehen und sie haben halt einen wahren Kern, verpackt mit jeder Menge Pathos und Polemik.
    Michael Moore zeigt Fehler der Politik auf. Damit endet das unmittelbare Engagement aber. Er könnte durch seine Bekanntheit mehr erreichen, arbeitet aber nur in Kleinstaktivistengruppen, siehe sein Engagement für das Wasser in Flint.
    Seine Dokus bestätigen Menschen, die ohnehin schon davon überzeugt waren, was er aufzeigt. Um Gegner zu überzeugen, dafür sind seine Methoden nicht geeignet.
    Ich würde sie empfehlen, wenn man sich mit der Art, wie Michael Moore Filme macht auseinandersetzt und danach unter Berücksichtigung dessen nochmals über das Gesehene reflektiert.

    Ich sehe auch, dass die Bezeichnung "sicherer Ort" nicht per se Sicherheit in jeder nur denkbaren Weise bedeutet, aber es sagt dennoch für denjenigen der davon spricht aus, dass man den Umständen entsprechend nicht unmittelbar in einer Gefahrensituation ist. Und das kann, wie arbito angemerkt hat, so ziemlich alles sein. Das selbe trifft für eine BOL zu. Der Begriff "bug out location" sagt nichts über die Beschaffenheit dieses Ortes aus. Auch der Sammelpunkt auf dem Evakuierungsplan für einen Feueralarm kann man sich als BOL vorstellen, also nur ein Ort, der von dem momentanen Standort entfernt ist und an dem es situationsbedingt sicherer ist als hier. Für die Prepper also Schutz vor den Elementen, Nahrungsmittel und Wasser (und in den USA natürlich Selbstverteidigung).
    Ich gehe nicht davon aus, dass es zu Plünderungen von bewohnten Häusern kommen wird, dafür ist das Risiko einfach zu hoch und es werden viele Menschen aushelfen, weil man das einfach macht (siehe Katastrophen und Kriege) als Mensch und nicht wie in Hollywood-Fiktion mordend, vergewaltigend und brandschatzend durch die Lande zu ziehen. Sicher wird es Plünderungen geben, das wird sich aber auf unbewachte Geschäfte beschränken und auch Gangs werden schnell merken, dass wenn der Anführer weg ist (und jeder vernünftige Mensch würde versuchen den Anführer von seinem Vorhaben abzubringen und sich nicht in Hollywood-Manier zuerst durch dutzende Lakaien zu kämpfen) und sie keine neuen Mitglieder mehr anwerben können, weil einfach keiner mehr da ist, es schnell vorbei ist mit einer Gang. Heute können sich diese Menschen gut innerhalb des Systems verstecken, interessiert doch eh Keinen, was in den sozialen Randgruppen abgeht, wenn aber nicht viel los ist, und die eigene Sicherheit davon abhängt, wird man sich schon wehren, und zwar als Gruppe. Außerdem sollte man nicht außer Acht lassen, dass in so einem Szenario ohnehin die Sterberaten nach oben schnellen werden (keine Antibiotika, keine anderen Medikamente, Tod durch Unterkühlung, Unterernährung, Verbluten usw.) und so genug Probleme auf die meisten Menschen zukommen, dass alleine die Vorstellung, einen "sicheren" Ort aka. BOL bereit zu wissen, die Überlebenschancen erhöht. Alles ist Besser als Nichts. Wenn man Pech hat, kommt man ohnehin nicht weit, aber damit kann man genausowenig rechnen wie mit Glück.
    Daher würde ich jedem, der sich das finanziell bzw. familiär leisten kann dazu raten, es sich zumindest mal zu überlegen. Keiner wird dir versprechen können, dass du deine BOL verwenden wirst können, aber ohne Bol stehst du schon von vorn herein ohne da, im besten Fall verschafft eine BOL dir einen Vorteil. Ist eine recht nüchterne Kosten-Nutzen Rechnung ohne Garantien.

    Naja, Italien weiß schon, dass sie nicht nur mehrere aktive Vulkane haben, sondern auch einen Supervulkan!
    Auch bei uns in der Thremenregion ist einiges aktiv, sonst gäbe es kein Thermalwasser.

    Ich befürchte, dass uns die Klimaveränderung und in weiterer Folge das Wetter, dass dadurch auf uns zukommt in den nächsten Jahren große Probleme machen wird und zwar auf vielen Ebenen (Wasser- und Nahrungsmittelknappheiten, Klimaflüchtlinge, Dürren, Hochwasser, Kälteeinbrüche, Wirtschaftskrisen, regionale Konflikte).

    Wozu preppen?
    Für mich in erster Linie um die kleine Probleme des Alltages besser abfangen zu können. Ich war in meiner Zeit bis ca. 25 nicht gerade als verantwortungsbewusst bekannt, dadurch haben sich einige blöde Situationen ergeben, zB. Tank und Konto leer und erst am nächsten Tag kam das Gehalt aufs Konto, ich musste aber 40km in die Arbeit fahren und das wäre sich mit dem Tank nicht ausgegangen. Glücklicherweise noch einen Freund erreicht, der mir ein paar hundert Schilling geliehen hat, damit ich in die Arbeit fahren konnte. Ich war auch mal ordentlich krank und hatte nichts daheim (Kühlschrank leer und auch keine sonstigen Vorräte), ich habe mich dann krank in ein Geschäft gequält und hatte auf dem Heimweg fast einen Unfall.
    Seit damals habe ich angefangen, mich auf solche Situationen vorzubereiten, einen Spritkanister in der Garage, haltbare Lebensmittel zuhause und das ist dann immer mehr geworden. Ich habe aber nie mehr als ich in ca. 1-2 Monaten verbrauchen kann, da ich denke, das ist der Zeitraum, für man noch erahnen kann, was passieren dürfte. Alles was danach kommt, hängt von so vielen Faktoren ab, dass man sich aus meiner Sicht nur durch Können und Wissen vorbereiten kann. Wenn wieder mal eine Wirtschftskriese ausbricht und man dadurch seinen Job verliert ist es auch ganz gut, wenn man zumindest mal kein Geld für Nahrungsmittel ausgeben muss, oder wenn man eingeschneit wird oder von der Aussenwelt abgeschnitten ist (Murenabgang/Lawine/Hochwasser usw.). Ein weiterer Punkt, der uns vermutlich früher treffen wird als andere Regionen, sind die Auswirkungen des Klimawandels, die man schon zu spüren beginnt (langanhaltende Dürren in Österreich), weil die Nahrungsmittelproduktion darunter leidet. Ich wohne in einer Gegend, in der ich mir deswegen im Moment weniger Sorgen machen muss, aber wir sind ja erst am Anfang und was weiß man, was sich in den nächsten Jahren alles so tun wird. Besser wirds halt nicht mehr werden.

    Ich glaube, dass dem Thema "Unauffälligkeit auf der Flucht" viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das Thema sollte eigentlich nebensächlich sein, und zwar aus folgenden Gründen:

    Wenn ihr euch auf der Flucht befindet, werdet ihr nicht die Einzigen sein.

    Wenn euch jemand an der Weiterfahrt hindern (weil zB. ausrauben) will, wartet er mit einer Straßensperre nicht erst bis er euch hört oder sieht, die steht schon lange da.

    Wenn ihr in einer fremden Gegend seid, ihr sowieso auffällt, weil euch keiner kennt.

    Also ich würde da eher den Fokus auf ein gut beherrschbares Fahrzeug, das wartungsarm oder einfach zu reparieren ist und mit dem ihr gut umgehen könnt, legen. Besser noch ist, sich mit allen möglichen Fahrzeugen auszukennen, man weiß ja nie, was sich in einem Krisenfall alles ergibt und dann ist es auch gut, wenn man einen Bus oder LKW fahren kann. Wenn man das Fahrzeug auch im Alltag verwenden will, würde ich einfach darauf Wert legen, dass es gut gewartet ist und auch im Notfall verwendet werden kann. Es gibt so viele Dinge die schief gehen können, dass man auch mit einem Pinzgauer nicht überall hinkommt, oder vier/sechs Patschen hat, weil jemand unbedingt wissen wollte, was ihr sonst noch so mithabt. Ich hab selbst gesehen, wie frontgetriebene Fahrzeuge durch die mauretanische Wüste gefahren sind, ohne nennenswerte Probleme zu haben, nur weil die Fahrer wussten, was sie tun. Ein Allrad macht vieles leichter, ist aber nicht unbedingt erforderlich, wichtiger ist, dass man sein Fahrzeug auch in schwierigen Situationen beherrscht.

    Das mit der Kanalisation ist so eine Sache, da spielen mehrere Faktoren zusammen. Durch den zu erwartenden verminderten Wassserfluss kann es zu Verstopfungen in der Kanalisation kommen, diese werden aber nur lokal vorkommen, auch wenn es im Laufe der Zeit immer mehr werden dürften. Kläranlagen haben soweit ich weiß keine eigene Notstromversorgung sondern nur die Pumpanlagen der Kanalisation, wo diese eingesetzt werden. Ich kenne mich damit nicht aus, aber wenn eine Kläranlage nicht mehr arbeitet, wird es wohl zu Problemen in der gesamten Kanalisation kommen, bzw. wenn die Fäkalien einfach in die Flüsse geleitet werden gibt's ein Seuchenproblem flussabwärts.

    Kleinere Gebinde sind sicher von Vorteil, egal ob man im 3. Stock wohnt oder nicht. Ich habe mal unser Auto in der mauretanischen Wüste mit 25l Kanistern bei 45° Aussentemperatur betankt und möchte gerne auf eine Wiederholung verzichten. Ich war danach fix und fertig. Neben den bereits erwähnten Vorteilen fällt mir noch ein, dass man mit kleineren Gebinden eine Zweitagesration von allem auch auf einmal holen kann und nicht mehrfach unterwegs sein muss, weil man das aufgrund der großen Mengen nicht mit einem Gang schafft.

    Als Stauraum in der Wohnung bietet sich immer der Platz unter dem Bett an. Als ich nach einem Bandscheibenvorfall nicht mehr aus dem Bett kam, wünschte ich mir ein höheres Bett. Auch im Alter kann ein höheres Bett von Vorteil sein, um in der Früh leichter aufstehen zu können, der sich dadurch ergebende Stauraum ist erheblich. Wenn man ein Bastler ist, kann man das auch mit einem vorhandenen Bett machen, ohne gleich ein neues anschaffen zu müssen. Ausserdem gibt es in den Einrichtungshäusern recht gute Lösungen für den Platz unter dem Bett auch für höhere Betten, dann muss man sich auch nichts selber basteln.

    Ich glaube, auf Variante 2 kann man sich nicht wirklich brauchbar vorbereiten, da in so einem Szenario einfach zu viele unbekannte Faktoren eine Rolle spielen.
    Geht jetzt vielleicht ins Philosophische, aber jeder hat seine eigenen Wertvorstellungen und sein Bild von einem menschlichen Miteinander. Ich finde, das gilt es zu respektieren. Wenn man auf Waffen (ist ja nicht gleichzusetzen mit Selbstverteidigung) verzichten will, weil das nicht den eigenen Werten und dem eigenen Weltbild entspricht, ist das doch ok. Genauso wie jemand, der meint, er müsse sich bis an die Zähne bewaffnen. Was der bessere Weg sein wird, ob in einer friedlichen Gemeinschaft oder als Lone-Wolf-Rambo, werden wir hier ja eh nicht ergründen können. Jedenfalls wird es in einem solchen Krisenszenario Menschen aus beiden Gruppen brauchen, um da durchzukommen, die die alles zusammenhalten und die, die bereit sind dafür zu kämpfen. Und mal ehrlich, wenn es mal so schlimm kommt, werden wir mehr brauchen, als unsere Vorräte und Ausrüstungsgegenstände, die wir jetzt anhäufen.

    Ich verstehe nicht, warum von manchen Menschen immer angenommen wird, dass nur weil eine Kriese eintritt (zB. ein einwöchiger Stromausfall) jeder Mensch seine Menschlichkeit verliert. Wird Chaos herrschen, in manchen Bereichen ja, wird es Plünderungen geben, sicher auch, weil es das jetzt auch schon gibt. Aber es werden auch weiterhin Leute für die freiwillige Feuerwehr im Einsatz sein, die Krankenhausärzte werden trotzdem in die Klinik fahren, die Polizisten werden auch weiterhin auf ihre Posten kommen und Lehrer werden in die Schulen fahren. Auch ich werde versuchen in die Arbeit zu kommen, einfach weil ich das als meine Pflicht erachte. Was soll ich auch zuhause herumsitzen, vor allem, wenn eh noch keiner weiß, was passiert ist und wie lange es dauern wird. Die Vorstellung etwas passiert und auf einmal drehen alle durch ist aus meiner Sicht Fiktion à la Hollywood. Es gäbe heute kein Berlin, Dresden, Wien, wenn sich die Menschen in Kriesenzeiten so verhalten würden. Man überlege sich, wieviele Menschen täglich auf der Welt verhungern, ohne zu Rauben, Morden und Brandschatzen!
    Wenn man an die Tumulte und aus dem Ruder gelaufenen Demonstrationen heutzutage denkt, muss man fairerweise sagen, dass es sich da um aufgeladene Themen mit unmittelbarem zeitlichen und örtlichen Bezug handelt und die Beteiligten sich monatelang daraf vorbereiten und aus ganz Europa zu diesen Veranstaltungen kommen. Wenn überall der Strom ausfällt und eh jeder betroffen ist, vom Arbeitslosen bis zum Präsidenten, gegen wen und wo will man denn dann auf die Straße gehen, wie will man sich verabreden, wie will man wohinkommmen und vor allem, von wem will man gehört werden? Jeder wird zuhause sitzen oder mit den Nachbarn reden und hoffen, dass sich alles bald wieder normalisiert. Die meisten Menschen werden sich von großen Menschenansammlungen fern halten und nicht hinausgehen, was soll es denn helfen? Es wird Megaphonansagen geben und alle werden versuchen das gemeinsam durchzustehen.
    Es wird nicht einen genauen Zeitpunkt geben, an dem alles aus dem Ruder läuft, in manchen Gegenden wird alles relativ normal ablaufen, in anderen wird es mehr Probleme geben; und so wie man nicht genau sagen kann wann alles anfängt, wird man auch nicht sagen können, wann es endet.

    Wegen der mangelnden Verteidigung braucht ihr euch keine Sorgen machen. Wenn ihr in der ersten Zeit nicht raus müsst, werdet ihr auch unangenehme Situationen vermeiden können. Vor allem in Graz werden viele Menschen zu ihren Verwandten fahren. Wenn erst mal alle Studenten und Wochenpendler weg sind und auch die, die Familie am Land oder im Ausland haben dort hingefahren sind wird es in Graz ganz ruhig werden. Wegen Plünderungen in Privathäusern und -wohnungen braucht ihr euch sicher auch erst nach frühestens ein paar Wochen Sorgen machen und wenn man dann überlegt, wieviele Wohnungen dann leer stehen, wird niemand das Risiko eingehen, bei einem Einbruch auf jemanden zu stoßen. Überlege mal, was das für ein Risiko für den Einbrecher ist. Der weiß ja nicht was da auf ihn zukommt und die kleinste Verletzung kann in so einer Situation lebensbedrohlich werden (zB. Beinbruch auf der Flucht). Wenn du jetzt bedenkst, dass ihr ja nicht die einzigen Grazer seid, die Vorräte zuhause haben, wird das weniger zu einem Problem, vor allem, da sich der Staat ja nicht innerhalb von zwei Wochen in Luft auflöst.
    Vergleiche mit den USA finde ich eher unbrauchbar, da der kulturelle Unterschied zwischen den USA und Europa einfach zu groß ist. Man braucht sich nur unsere "Katastrophen" (Meterhoher Schnee, Überschwemmungen, Vermurungen usw.) ansehen, da gibt es keinen Tumult, keine Plünderungen usw. In den USA sieht es da eben anders aus, dort ist sowas vorprogrammiert.

    Es ist bekannt, dass viele Objekte erst sehr spät oder gar nicht entdeckt werden, wenn sie aus Richtung der Sonne kommen. Im Nachhinein, also wenn sie an der Erde erst mal vorbei sind, werden sie dann entdeckt und man liest immer wieder mal davon in der Zeitung. Wenn es uns dann mal tatsächlich trifft, und es wurde vorher keine Warnung ausgegeben, kann man davon ausgehen, dass keiner davon wusste. Wenn selbst bei Weltraumschrott gewarnt wird, würde auch bei anderen bekannten Ereignissen gewarnt werden.

    Also ich sehe die ganze Sache mit dem Standard-Bericht nicht so eng. Die Prepper-Szene wird nur ein Mal (und das am Rande) erwähnt. Der Rest des Beitrages scheint aber ordentlich recherchiert worden zu sein, vor allem, da das Meiste davon eh schon bekannt war.
    Für mich ist klar, dass es in der "Prepper-Szene" jede Menge fragwürdige Ansichten gibt, man überlege sich nur, was hier alles schon in Posts von mittlerweile gelöschten Postern angedeutet wurde. Durch Netflix und Youtube hat sich halt das Bild des Doomsday-Preppers duchgesetzt, ich glaube, das muss man einfach mit einem Zwinkern hinnehmen. Schwachsinn und Fremdschämen verkauft sich halt besser als Vernunft.
    Problematischer als die Spieleindustrie, die ja durchaus die Möglichkeit hätte Altersfreigaben zu überprüfen und zu verhindern, dass ein Großteil der Minderjährigen einen Zugang zu brutalen Spielen erhält, finde ich die Pornoindustrie und Fake- und Gewaltvideos auf Videoportalen. Kinder können recht gut zwischen Fiktion und Realität unterscheiden, bei Filmen mit Schauspielern, vor allem wenn sie vorgeben "echt" zu sein, ist das aber oft nicht möglich. Es gibt schon ein paar Studien, die belegen, dass dies mitlerweile zu einem echten Problem wird.

    Es ist im Bericht nicht erläutert, welche Maßnahmen gemeint sind. Dass sich die meisten Firmen nicht darauf vorbereiten werden, dass bei einem 30 stündigen Stromausfall normal weitergearbeitet werden kann, sollte eigentlich klar sein. Wenn aber in einem Kaufhaus niemand da ist, der weiß wie man die Schiebetür ohne Strom aufbekommt, ist das ein Problem.
    Solange nicht darauf Bezug genommen wird, um welche Vorbereitungsmaßnahmen es geht, ist der Bericht recht wertlos.

    Ich kenne VICE schon seit Jahren, wusste aber vor dem Interview nicht, dass sie auch einen deutschsprachigen Ableger haben. Ich habe viele englischsprachige Videos von VICE gut gefunden, weil sie oft Themen ansprechen, die in den großen Medien nicht vorkommen. Wenn man die Fragen im Interview mit dem entgültigen Bericht vergleicht, fragt man sich aber schon, warum man überhaupt so ein Interview führt. Die Beiträge im Forum sind ja öffentluch zugänglich und somit sollte ja vorher schon klar sein, wie das hier läuft.
    Ich finde es immer schade, dass nicht versucht wird objektiv zu berichten sondern die erhaltenen Informationen so zu selektieren, dass das eigene Bild bestätigt wird. Sätze wie "Vermutlich will er keinen von ihnen vergraulen." haben da einfach nichts zu suchen, das ist reine Vermutung ohne belegte Grundlage. Wenn ich wissen wollte, welche Leute zu solchen Trainings kommen, würde ich einfach einen Kurs buchen und es mir selbst anschauen, machen andere Medien ja auch.
    Für die Sache selbst finde ich es aber nicht so schlecht, dass solche Beiträge erscheinen, auch wenn sie nicht meine Sicht der Dinge widerspiegeln. Da manche Leser ja auch hier vorbeischauen werden und dann sehen können, dass das nicht zwangsweise etwas mit Angst und Weltuntergang zu tun hat, wenn man sich vorbereitet.

    Ich hab noch einen DÜDO (Merzedes Bus) von 1975 zuhause, der als Wohnmobil umgebaut wurde. Der funktioniert noch mit Zugstarter und sollte auch nach einem EMP noch normal laufen. Ich verkaufe den jetzt aber wegen scheidungsbedingtem Platz- und Zeitmangel. Aber der würde definitiv noch laufen, hat ja erst 120.000km runter.

    Zitat von Makoto im Beitrag #49
    Und dann kommt vielleicht alles ganz anders und man muss improvisieren


    Das ist genau mein Zugang! Ich bereite mich mit Ausrüstung und Vorräten auf ein paar spezielle Szenarien vor, für alle anderen Eventualitäten bereite ich mich auch vor, aber mit Wissen und dem Erlernen von Fähigkeiten. Das ist meiner Meinung nach der wichtigere aber aufwändigere Teil. Autoreparatur, Tierhaltung, Nahrungsmittelherstellung/-anbau, Holzwirtschaft, Wissen über Chemie, Mechanik, Elektrik, Medizin sind für mich wichtiger als ein Auto oder Stromaggregat. Beides kann einen unreparablen Defekt haben und ich stehe ohne was da. Wenn ich dann weiß, wie ich mir anderweitig helfen kann, hab ich mehr gewonnen als verloren.


    Ähnlich ist das für mich mit dem Ziel einer Flucht. Ich habe ein Ziel, sollte aber immer auch wissen, wohin, wenn ich mein Ziel nicht erreiche. Damit meine ich nichts Konkretes, aber dass man sich mit dem näheren und weiteren Umfeld auseinandersetzt. Wo liegen Gebirge, wo gibt es Pässe, wo verlaufen Flüsse und wo gibt es Brücken usw.


    Daraus ergeben sich dann schon mal viele nicht gemachte Fehler, indem man nicht einfach kopflos wohin fährt, wo man sich eigentlich nicht auskennt oder keine Ahnung hat, ob man da weiter kommt. Ich hab mit Google-Maps viele Routen durchgespielt und dabei viele Strecken entdeckt, die ich im Notfall nicht befahren würde, entweder weil ich sie grundsätzlich als nicht sicher erachte, oder weil sie so abgelegen liegen, dass ich mir nicht sicher bin, dass ich da jemals wieder rauskommen würde, wenn was schief geht. Daraus ergeben sich einige Umwege, die aber sicherlich leichter und sicherer zu bewältigen sind, als der offensichtlich kürzere Weg. Richtung Süden würde ich definitiv über Slowenien fahren, auch wenn ich nach Italien will, weil ich mir eine Überquerung der Soboth, Weinebene oder Pack ersparen kann um über Kärnten dahinzugelangen. Da braucht nur eine Strecke gesperrt sein und ich verliere viele Stunden um einen anderen Weg zu fahren. Da reichen am Berg einige umgestürzte Bäume und man ist schneller, wenn man umkehrt und einen anderen Weg sucht. Im Flachland ist das weniger ein Problem.


    Für mich ist der Weg nach Norden eher das Problem, weil man da einfach durch die Berge muss und wenigstens eine Ahnung haben sollte, wo es Wege gibt, die einen nach Norden bringen. Wenn man keine Ahnung hat, wo es Pässe gibt wird man es schwer haben einen Weg zu finden, vor allem ohne Navi und Kommunikation. Da ist es dann gut, wenn man wenigstens weiß, welche Orte auf dem Weg liegen um sich nicht ständig zu verfahren. Ich meine damit nicht, dass man keine Karten braucht, sondern nur, dass man auch ohne Karten eine grobe Ahnung der näheren und weiteren Umgebung haben sollte.