Beiträge von Wolfzeit

    Die gleichen Argumente wurden benutzt als die Öffnungszeiten das letzte Mal erweitert wurden (96 Wochenstunden wenn ich mich nicht irre). Und was ist passiert? Zig Tausende neue Arbeitsplätze ... Und nichts wirklich Negatives. Und Löhne können in Österreich nicht sinken :)

    Ich hab das leider in meinem Bekanntenkreis öfter gesehen. Statt einer Vollzeitstelle gibt es zwei Teilzeitbeschäftigte. Die machen am Papier ihre 20 Std. und wenn sie mehr eingeteilt werden müssen, braucht man bis zur Vollzeit keine Überstunden zahlen. Mit einem Angsetellten werden ab 40 Std. Überstunden fällig, mit den zwei Teilzeitkräften erst ab 80 Std. Am Papier ist das dann ein zusätzlicher Arbeitsplatz (Juhu, die Statistik freut sich), in Summe wird es für die Firmen billiger und leichter, die Mitarbeiter auszubeuten, da meist Frauen mit betreuungspflichtigen Kindern solche Jobs machen die ja auf das Geld angewiesen sind. Oft genug wurde mir erzählt, dass auf Betreuungszeiten keine Rücksicht genommen wird und die Dienstpläne für die Folgewoche nicht vor Donnerstag oder Freitag der letzen Woche (also ein paar Tage vorher) verfügbar waren, und so ein Betreuungsersatz oft nicht zu finden war. Wenn man sich aufregte hieß es nur, man könne sich ja einen anderen Job suchen, es gäbe genug Bewerber, die flexibler wären. Wenn man da Alleinerzieherin mit Kindern ist, welche Wahl hat man denn da.

    Bei einer Verlängerung der Öffnungszeiten ist zumindest mit einer Zunahme der Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigten zu rechnen (wie beim letzten Mal), also wieder eine Zunahme an Arbeitsplätzen. Für alle Betroffenen ist's halt nicht so super.

    Versteht mich nicht falsch, ich seh das nicht nur negativ, aber man sollte halt auch daran denken, dass es nicht nur Gewinner gibt und Großkonzerne noch mehr Macht anhäufen können. Zu verhindern wird das ohnehin nicht sein, aber ich wäre noch gerne etwas länger auf der Insel der Seligen, die wenigstens einen Tag in der Woche haben, an denen alle mal runterkommen und Zeit haben, was miteinander zu machen. In meiner Familie sind zwei Ärzte, ein Polizist, ein Selbständiger. Was glaubt ihr wie leicht es da ist, alle zu einer Geburtstagsfeier einzuladen? Wir brauchen mindestens zwei Monate Vorlaufzeit, sonst wird das nichts und meistens kommt dann eh irgendwas dazwischen und jemand kann nicht kommen, weil er einspringen muss oder ein Termin dazwischengekommen ist. So schaffen wir es alle ein bis eineinhalb Jahre, dass mal alle gemeinsam feiern können.

    Ich halte nicht viel von einer Liberalisierung der Öffnungszeiten. Da die Firmen anfangs nicht mehr Umsatz machen werden, werden sie auch nicht mehr Geld für Personal haben. Defakto werden die Löhne sinken, durch die längeren Öffnungszeiten wird mehr Energie verbraucht, was Mehrkosten bedeutet und unterm Strich sind die einzigen Gewinner die Firmenbosse, weil wieder viele kleine Betriebe da nicht mithalten können und schließen werden und sie dadurch ein kleines Umsatzplus machen werden, dann haben sich aber die niedrigen Löhen bereits etabliert.

    Es würde sich aber auch in anderen Bereichen (Wochenendgastronimie, Tourismus usw,) auswirken, denn wenn an den Wochenenden nicht mehr alle zuhause herumsitzen, werden auch weniger Menschen Ausflüge, Feiern usw. machen.

    Wenn ich daran denke, dass früher (80er) viele Geschäfte von 9-12 und von 15-18 offen hatten (Samstag und Sonntag war zu) und es viele kleine Läden gab, die überlebt haben, sieht man jetzt nach der Verlängerung der Öffnungszeiten überall leerstehende Verkaufslokale in den Städten. Die großen Ketten haben alles aufgesaugt, die Kunden haben Vielfalt verloren und nehmen weitere Wege in Kauf. Und genau diese Ketten jammern jetzt, dass ihnen der Onlinehandel das wegnimmt, was sie den kleinen in den 90er abgenommen haben, vergessen aber, dass sie den Kampf nicht gewinnen können. Klar bestelle ich viele Dinge übers Internet, aber nicht nur, weil es billiger ist, sondern auch, weil es viel Zeit spart. Wenn ich wegen einem Spezialwerkzeug nach Graz fahren muss, verfahre ich 10€ Sprit und bin 2 Std. aus, wenn ich das im Internet bestelle hab ich es meist in zwei Tagen und bin auch noch billiger weggekommen. Da ist es mir egal, ob das Geschäft in Graz nun am Sonntag offen hat oder nicht und da werde ich nicht der Einzige sein.

    über 300m sind mal ne Hausnummer. Könnte eine Art Treibsegel eine Möglichkeit sein? Grundaufbau: Plastikplatte, etwas versteift, vielleicht Rucksackabmessungen. Links und rechts, oben und unten Paracord anbringen, die linken auf einen Griff und ebenso die rechten. Je nach Schrägstellung sollte man auf die andere Seite gezogen werden.

    unterwassersegel.png

    keine Ahnung ob das funktioniert, ist mir nur so als Idee gekommen. Freiwillige?

    Das bringt nur was, wenn du mit der Strömung schwimmen willst, ohne Möglichkeit zu steuern. Das Steuern funktioniert nur solange du am Boden stehen kannst, sobald du schwimmst, kannst du nicht mehr steuern. Ein schräg treibender Baumstamm bewegt sich auch nicht in eine Richtung. Vielleicht könnte man ein bisschen was bewirken, wenn man beständig gegen die Strömung schwimmt, aber das kostet vermutlich mehr Kraft, als wenn du einfach ans andere Ufer schwimmst.

    Du hast mich aberauf eine Idee gebracht, als Kitesurfer hätte mir das auch früher einfallen können. Man könnte sich einfach mit einem Trainerkite ziehen lassen (wie beim body dragging), der ist nicht sonderlich groß (man kann sich auch auf einem Longboard auf der Straße ziehen lassen) und man ist definitiv schneller, als wenn man schwimmt und braucht weniger Kraft. Haken an der Sache, wenn kein Wind (oder Gegenwind), bringt es nichts. Ist jetzt sicher nicht für jedermann, aber wenn man so wie ich ohnehin sowas zuhause hat, eine Überlegung wert.

    Man sollte bei den Auslastungszahlen der Intensivbetten nicht vergessen, dass die Behandlung der Covidpatienten länger dauert als die durchschnittliche Belegungsdauer ohne Covid. Dadurch wird die Situation noch verschärft, denn so wird auch auf denn Normalstationen der Platz langsam eng. Das ist halt das Problem mit exponentiellem (oder zumindest sehr starkem) Wachstum, am einen Tag sieht es noch leer aus, am nächsten ist man überlastet und wenn die Betten dann auch noch für eine Woche belegt sind, wo geht man dann mit den neuen Fällen hin, die eine Woche lang täglich eintrudeln?

    Mit den derzeitigen Zahlen ist das schon eine brenzlige Situation und ich hoffe, dass der Lockdown wirkt und wir mit einem blauen Auge davon kommen.

    Ich denke, das hängt davon ab, ob sich SARS-Cov-2 duch die kommenden Impfungen wirklich weitgehend aufhalten lässt.

    Wir werden halt noch lange darauf warten müssen und wenn sich die Hygienemaßnahmen erstmal etabliert haben, wird sicher die eine oder andere Maßnahme Bestand haben.

    Das mit der Transparenz kann man auslegen wie man will, alle Daten liegen auf dem Tisch, oder durch die Ampelfarben wird sichtbar, warum man in einer Gegend eine Maske tragen muss, ein Lockdown verhängt wird (zB. Kuchl), oder Veranstaltungen nur beschränkt oder gar nicht stattfinden.

    Soweit ich das sehe ist Transparenz also nicht gleichbedeutend mit: der Öffentlichkeit sind alle zugrundeliegenden Daten und Überlegungen bekannt, sondern das Risiko wird transparent dargestell. Zumindest verstehe ich das so, sonnst könnte man irgendwo Daten und Besprechungsprotokolle einsehen.

    Einerseits bin ich ganz froh darüber, es wird unnötige Panik vermieden, andererseits wird aber dadurch vielleicht das eine oder andere nicht so ernst genommen. Jedenfalls gibts hier kein richtig oder falsch, wird eine Entscheidung in eine Richtung unternommen, kann man nicht mehr sagen, wie es anders ausgegangen wäre.

    Ich mach für mich halt immer eine Quersicht aller zur Verfügung stehenden Informationen und bilde mir dann meine Meinung. Man muss halt viel lesen und Berichte querlesen.

    Wenn Wien bei (Hausnummer) 100 Personen auf der Isolierstation vor zwei Wochen sagt, sie sind zu 20% (ebenso eine Hausnummer, bin zu faul den tatsächlichen Bericht rauszusuchen) ausgelastet, heißt das für mich bei derzeit 296 Personen in Spitalsbehandlung, dass da noch Luft ist. In ländlicheren Gegenden sind manche LKHs aber schon voll oder an der Grenze. Das will natürlich niemand zugeben, keiner will sich in so einer Situation mit Diskussionen herumquälen, die ohnehin nicht zu ändern sind. Aber diese Daten fließen in die Farbgebung der Ampel ein, ebenso inwieweit können Infektionsketten noch nachvollzogen werden.

    Die Ampel alleine ist halt echt nicht wirklich aussagekräftig, aber es ist zumindest etwas.

    Ich würde unbedingt vermeiden, nass zu werden. Das kostet enorm viel Energie und bringt nur Probleme mit sich. Außerdem wird das mit Gepäck schon ein riskantes Unternehmen. Aber hängt halt von Breite, Fließgeschwindigkeit und Lage (zB. gibt es Unterströmungen) des Flusses ab, ob man sich da schwimmend hineintraut.

    Um Transparenz geht es bei der Ampel ja auch nicht.

    Da fließen halt viele Parameter mit ein, wie zB. die Verfügabrkeit von Betten auf der Isolierstation oder den Intensivstationsbetten. Da scheint Wien noch Kapazitäten zu haben, manche roten Bezirke wohl nicht mehr.

    Die Brücken verschwinden ja nicht einfach, auch wenn sie vielleicht nicht einfach passiert werden können, wird sich immer eine Möglichkeit ergeben. Außerdem ist eine Brücke ja keine Einbahnstraße und so werden sich bei einer eingestürzten Brücke auf beiden Seiten Menschen einfinden, die auf die andere Seite wollen. Da hilft man sich dann gegenseitig und macht eine behelfsmäßige Quermöglichkeit mit zwei Seilen (eines für die Füße und eines für die Hände, wird doch sicher noch ein Geländer vorhanden sein).

    Aber mal ehrlich, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle Brücken, Kabelführungen, Gasleitungen usw. über die Donau (oder einen anderen Fluss) unpassierbar sein werden? An der Donau gibt es genug Boote, da wird sich immer etwas finden. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass man nicht der Erste bei der unpassierbaren Brücke ist und sich schon jemand mit einem Boot eingefunden hat, der für ein Entgeld einen Fährdienst anbietet. Wenn ich mir überlege, wieviel Verkehr da täglich über die Brücken geht, wird man eh nirgends ungesehen über den Fluss kommen.

    Auch, wenn das alles machbar ist/wäre, bleibt dennoch die Kostenfrage: Wer kommt dafür auf?

    In dem Moment, wo so ein Test für den Christkindlmarkt €100 kostet, geht eh keiner mehr hin. Das aus dem Steuertopf zu bezahlen halte ich "für an der falschen Stelle zum Fenster raus geworfen". Die Standler werden nichts verdienen weil eh nicht viele kommen dürfen und für eine "nice to have"-Veranstaltung ist das dann doch etwas teuer.

    Ich denke eher an die Sterblichkeitsraten. Bei Pest und Cholera sind sie (ohne Gegenmittel das es damals nicht gab) ja deutlich höher als bei Covid 19.

    Bedingt. Es gibt in Asien immer wieder mal Pest-Ausbrüche, die sind aber aufgrund der heutigen medizinischen Möglichkeiten doch recht schnell eingedämmt. Würde sich SARS-CoV-2 ungehindert ausbreiten können, hätten wir auch Millionen Tote.

    Aber grundsätzlich gebe ich dir Recht, die Erreger an sich sind "tödlicher". Wie viele der damaligen Toten aber tatsächlich auf Konto des jeweiligen Erregers gegangen sind und nicht auf die verheerenden hygienischen Bedingungen, Mangelernährung usw. zurückzuführen sind,kann heute nicht mehr festgestellt werden. Auch waren Versuche die Kranken zu heilen (Aderlass usw.) auch nicht gerade hilfreich.

    Ich hab am Hilux Bridgestone T/A KO2 all terrain Reifen und fahre die das ganze Jahr. Ich hab jetzt 50t km runter und sie haben noch ca. 6mm Profil, vorne werden sie aber aussen langsam schuppig. Ich hatte am LandCruiser MT Reifen und bin auch mit diesen durch den Winter gefahren und war erstaunt, wie gut die auf Schnee waren. Matsch und Eis ist aber einfach nichts für MT/AT Reifen, da hilft nur ein guter Winter-Straßenreifen, zumindest ist der Unterschied merklich.

    Ich begnüge mich dennoch mit den Bridgestone ATs, weil die einfach für mich immer noch genug Grip bieten (sind auch richtige WR nicht nur M+S) und weil in Breite 265 der Unterschied zwischen wirklichen WR und ATs bei 2,4t Fahrzeuggewicht einfach nicht die Mehrkosten von einem ganzen Satz WR rechtfertigt. Wir hatten letzes Jahr nur ein paar Tage Schnee auf den Straßen und da fährt man dann halt vorsichtiger oder gar nicht.

    Für mich macht einen größeren Unterschied, ob man ein Sperrdifferenzial oder Allrad hat, als die besten WR gegen brauchbare WR. Zur Not habe ich ohnehin immer Ketten mit.

    Bei einem normalem PKW können gute WR aber einen großen Unterschied machen, vor allem, wenn sie in kleinerer Breite montiert werden dürfen (anders als am LC oder Hilux). Ausschlaggebend ist aber immer wie man mit seinem Fahrzeug umgehen kann. Mit einem gefühlvollen Gas- und Kupplungsfuß kann man oft mehr bewirken, als mit Gummimischung oder anderem Reifenprofil eines Spitzenreifens.

    Nur kann man Pocken, Cholara, Thyphus und Pest nicht mit Corona vergleichen, oder?

    Warum nicht?

    Nur weil heute die Medizin soweit ist, die Krankheitserreger zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuführen, bleibt fast jeder Ausbruch unter Kontrolle (Bsp. Ebola). Früher gab es nicht die schnellen Transportwege wie heute, ausgebreitet hat sich die Pest aber trotzdem in Eurasien, es hat halt einfach nur länger gedauert, die Handelswege waren ja schon etabliert.

    Die Spanische Grippe war sicher der erste Ausbruch einer Krankheit in einer (für damalige Verhältnisse) bereits globalisierten Welt. Wären die USA nicht in den ersten Weltkrieg eingetreten, wäre das nur ein lokaler Ausbruch in den USA gewesen. Wie wir wissen war die Medizin am Anfang des letzten Jahrhunderts aber einfach noch nicht so weit, erforderliche bzw. angemessene Gegenmaßnahmen bieten zu können und durch den Krieg wollte sich keine Seite eingestehen, dass die eigenen Soldaten krank sind.

    Heute wissen wir, dass immer wieder (Welt-)Reiche in der Antike innerhalb kürzester Zeit ohne wirklich driftigen Grund verschwunden sind, vielleicht ist damals ähnliches passiert, einfach dahingerafft von irgendeinem Erreger.

    Ich glaube, die Digitalisierung hat eine ähnliche Tragweite wie im letzten Jahrhundert die Verbreitung des Verbrennungsmotors. Das hat damals auch so ziemlich jeden Arbeitsbereich betroffen. Auch von der Dauer her hat das damals ähnlich lange gedauert wie heute mit der Digitalisierung.

    Natürlich war in jedem Fall der Profit an erster Stelle, aber auch der Sicherheitsgewinn, der durch die Umstellungen erreicht wurde, spielte in weiterer Folge eine Rolle. Man darf nicht vergessen, dass sich manche Branchen nur durch die Digitalisierung halten konnten bzw. die Gesellschaftsentwicklung nur dadurch schneller voranschritt als ohne die Modernisierungen. Man vergleiche den Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland in der Mitte der 80er. Nach der Wiedervereinigung gingen dann in Ostdeutschland schlagartig Jobs verloren, deren Abbau sich in der BRD über Jahrzehnte verteilen konnte.

    Ähnlich ist es jetzt mit den Coronaauswirkungen. Das kam schlagartig und hat daher sehr stark merkbare Auswirkungen, Aber viele der Jobs, die jetzt in der Produktion wegfallen, wären aber über kurz oder lang ohnehin weggefallen (auch in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels).

    Anders ist es in den Branchen, die unmittelbar mit Menschen zu tun haben, da bleiben jetzt wohl nur noch essenzielle Branchen übrig, für alle anderen wird das durchaus bitter, in diesen Bereichen spielt aber die Digitalisierungeine eher untergeordnete Rolle.

    Im Endeffekt können wir froh sein, dass die Digitalisierung und Automation soweit fortgeschritten ist, so ergibt sich wenigstens die Möglichkeit in vielen Branchen auf Kontakt zu verzichten.

    Stellt euch mal vor was gewesen wäre, wenn diese Pandemie so wie die Spanische Grippe in einer Zeit ohne Hochtechnisierung in Wissenschaft, Produktion und Gesellschaft passiert wäre. Das hätte wohl ähnliche Auswirkungen wie damals.

    Also die Situation mit dem Brot ist für mich schlüssig und einfach ein Zeichen unserer Zeit: Jeder will alles sofort, und Egoismus in Reinkultur oben drauf.

    Das hat aus meiner Sicht auch nicht viel mit der coronabedingten Situation zu tun, Brot ist bisher noch nicht ausgegangen, bzw. gibt es auch am Wochenende nicht immer jede Sorte Brot und da kann ich mich auch noch aus den Zeiten davor an solche Szenen erinnern.

    Die Geschichte mit dem 60-jährigen ist halt so die Vorstellung von Menschen, die sich eben noch nicht mit der Materie auseinandergesetzt haben. Wo gibts denn Schräbergärten? Da wo viele Menschen in Wohntürmen leben, und das sind nun mal sehr viele, die auf die gleiche Idee kommen würden und dann ist da nach einem Tag nichts mehr zu holen. Und was dann?

    Ich erinnere mich noch an Erzählungen meiner Ur- und Großeltern vom ersten und zweiten Weltkrieg. Da sind einige Menschen verhungert, aber die meisten sind aufgrund der schlimmen hygienischen Bedingungen erkrankt und daran gestorben, Plünderungen gab es immer wieder mal, aber deshalb hatte auch jeder Bauernhof und viele Wohnhäuser vergitterte Fenster. Aber viel gabs damals eh nicht zu holen und Selbstjustiz war auch an der Tagesordnung.

    Aus meiner Sicht ist in Österreich durch Corona bisher nicht wirklich ein Ausnahmezustand entstanden. Natürlich gibt es Einzelschicksale, weil jemand aus Angst nicht ins Krankenhaus fährt und daran verstirbt, Existenzen gehen verloren, aber auf die Gesellschaft bezogen ist alles am Laufen. Die Grundversorgung ist gesichert, Arbeitslose erhalten weiterhin ihr Geld, große Firmen werden gestützt, selbst Obdachlose müssen nicht verhungern. Bisher hat unsere "heile Welt" nur eine Delle bekommen. Immerhin hat es viele Menschen wachgerüttelt und sie fangen nun an, Vorsorge mit ganz anderen Augen zu sehen und ihre Großeltern nicht mehr zu belächeln, die Immer Vorräte zuhause hatten. Immerhin etwas. Der uneinsichtige, unbelehrbare Teil der Bevölkerung wird sich nicht ändern, egal was kommen mag. Ein Teil davon wird sicher zum Problem und der Rest wird vergehen.

    Du darfst aber nicht vergessen, dass vor der Automatisierung in der Produktion die Arbeiter so wenig verdient haben, dass sie sich selbst nicht viel leisten konnten. Damals hatte nicht jeder Fabrikarbeiter ein Auto, einen Fernseher usw.

    Nur durch die Automatisierung konnte der Lebensstandard von einem Großteil der Bevölkerung gehoben werden, und als der Konsum dann wieder stagnierte, wurde in Billiglohnländer ausgelagert.

    Also Nutznießer der Automatisierung waren trotzdem wir (Industriestaaten) und Verlierer die Schwellenländer.

    Jetzt wo um die Lieferketten, die Nachschubversorgung gebangt wird, will man wieder einiges an Produktion zurück holen. Schwierig wird es insofern, weil einfach nicht mehr genug Arbeiter willig sind hier in Europa für einen Billiglohn zu arbeiten und wenn die Lohnkosten steigen (weil dann in Europa produziert wird) werden auch die Produkte signifikant teurer und dadurch würde sich auch der Konsum reduzieren.

    Und wo reduzierter Konsum hinführt sehen wir ja eh gerade.

    Die höhere Akzeptanz von Teleworking und Homeoffice bei den Firmenleitungen ermöglicht es aber auch vielen Menschen sich um Jobs zu bewerben, die sie aufgrund der physischen Distanz zur Firma und weiten Pendelwege nicht in Erwägung gezogen hätten. Es gibt nicht mur Verlierer, auch ein paar Gewinner. Jedenfalls werden sich sehr viele Menschen verändern müssen, um nicht unterzugehen.

    Interessant, ich sehe in meinem Umfeld eher das Gegenteil, die Menschen, die noch vor Wochen gegen das Maskentragen gewettert haben, haben mittlerweile resigniert und machen jetzt auch mit. Vielleicht auch nur, weil sie gemerkt haben, dass das nicht so schnell wieder weg geht. Mein Bezirk ist mittlerweile gelb, vielleicht hat auch das was damit zu tun, aber wenn man unterwegs ist, hört man viel seltener, dass jemand wegen den Masken schimpft, sondern jeder setzt schweigend seine Maske auf und nimmt es als gegeben hin.