Artikel zur "Blackout-Woche" 2021

  • Ich fand die Aussage des Innenministers etwas gewagt, dass der Polizei durch die Kooperation mit dem APG ein mögliches Blackout schon Stunden vorher quasi bekannt sein sollte/würde/könnte und die Polizei dann schneller handeln könnte.


    🤔

    Das ist lächerlich, das kann nur ein schlechter Marketing Gag sein.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Hier wird im vorletzten Absatz auf die private Vorsorge hingewiesen.


    Der Innenminister appellierte an die Menschen, Vorkehrungen für längere Stromausfälle zu treffen. Dabei gehe es um ausreichend Lebensmittelvorräte sowie um Kochgelegenheiten, die auch ohne Strom funktionieren – etwa Campingkocher –, aber auch um batteriebetriebene Radios, um weiter Informationen zu bekommen.

  • Die Kommentare unter dem Standardartikel zur Blackoutwoche sind gruselig. https://www.derstandard.at/sto…-wenn-der-strom-ausbleibt



    appellierte Nehammer auch an die Eigenverantwortung der Bürger. Jeder und jede sollte sich einen Vorrat an Essen, Trinkwasser und Batterien zulegen, um im Ernstfall drei Tage durchtauchen zu können.

    Der Zeitraum wird auch immer kürzer für den man bevorratet sein soll. Bald heißt es "ihr müsst euch für 6h selbst versorgen können". :rolleyes:


    Je kürzer diese Zeitspanne gewählt wird, desto weniger sehen die Menschen einen Grund aktiv was zu tun, denn für 3 Tage hat wohl absolut jeder Haushalt irgendwas zu essen daheim.

  • Ben

    Hat den Titel des Themas von „FM4 Artikel Wie ein Blackout in Österreich abgewendet wird“ zu „Artikel zur "Blackout-Woche" 2021“ geändert.
  • Obwohl die diversen Veröffentlichungen in AT und Wien zum Thema Blackout teils wirklich etwas absurd klingen ("die Polizei bekommt ein bis zwei Stunden Vorwarnung"...!?!? ganz offenbar irgendein Missverständnis), haben sie einen aus meiner Sicht echten Vorteil: Mehrere Leute in meinem Umfeld finden das Thema und die Vorbereitung darauf jetzt nicht mehr irrelevant oder völlig nebensächlich (denn "man liest jetzt so oft davon, da muss wohl was dran sein"), sondern haben mir ernsthafte Fragen gestellt (ich bin dafür bekannt, dass ich "Zeugs horte"...) und sich damit betreffend Blackout-Preparedness in eine gute Denk-Richtung entwickelt.

  • Die Woche ist fast um und ich muss sagen ich bin enttäuscht.


    Es gab kaum Artikel über das Thema. Es wurde wenig informiert und wenn informiert wurde, dann unvollständig oder falsch.


    Man merkt das an der Zahl der Registrierungen. Sie hat sich nicht verändert. Das ist nämlich immer ein guter Gradmesser ob sich plötzlich mehr Menschen mit der privaten Krisenvorsorge beschäftigen.


    Der Aspekt der eigenverantwortlichen Krisenvorsorge wurde immer nur in einem Nebensatz erwähnt.


    Vielmehr haben die Artikel im ORF (FM4) zum Thema gezeigt, dass es massive Mängel in der Blackoutvorbereitung der Behörden gibt und sich meine Ansicht bestätigt, dass alle Jahre wieder nur Überschriften angekündigt werden, aber konkrete Schritte nicht gesetzt werden.


    Trifft uns morgen ein Blackout, dann gute Nacht. :rolleyes:

  • Sonntag, 03.10,2021, 18:26 ORF 2Vorbereitunf für den Ernstfall - Blackout - Wien ohne Strom


    Es ist ein dunkles Szenario, das immer öfter ins Rampenlicht gelangt: Plötzlich bleibt der Strom weg, Kommunikation und Grundversorgung brechen zusammen. Mobilfunknetze, Fernsehen, Internet, Ampelanlagen und Wasserversorgung verabschieden sich. Expertinnen und Experten sprechen im Zusammenhang mit einem solchen Stromausfall längst nicht mehr von einem "Ob", sondern nur mehr einem "Wann". Mit seinem Bestseller "Blackout", der gerade neu aufgelegt wird, hat der Wiener Schriftsteller Marc Elsberg offenbar den Nerv der Zeit getroffen - er kommt in der von den Regisseurinnen Judith Weissenböck und Katharina Reigersberg gestalteten Dokumentation genauso zu Wort wie PsychologInnen und KrisenmanagerInnen, die verstärkt zu Eigenverantwortung und Vorbereitung aufrufen. Ein Film von Judith Weissenböck und Katharina Reigersberg für das Landesstudio Wien

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Der Absatz ist aber eine Wunschvorstellung:
    "Das Österreichische Bundesheer bietet auch in diesem Fall

    Schutz und Hilfe. Dank autarker Kasernen und einer modernen
    Ausrüstung kann es im Ernstfall die Einsatzorganisationen
    bestmöglich versorgen und unterstützen."

    Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience.

  • Der Absatz ist aber eine Wunschvorstellung:
    "Das Österreichische Bundesheer bietet auch in diesem Fall

    Schutz und Hilfe. Dank autarker Kasernen und einer modernen
    Ausrüstung kann es im Ernstfall die Einsatzorganisationen
    bestmöglich versorgen und unterstützen."

    Einiges an Treibstoff dürfte schon eingelagert sein. Es dürfte auch einige Tankstellen außerhalb geben, die dann vom BH betrieben werden.

    Außerdem der Bestand an Inzersdorfer Dosen, dürfte ebenfalls nicht unwesentlich sein für das Aufrechterhalten der Einsatzfähigkeit.

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  • Der Absatz ist aber eine Wunschvorstellung:
    "Das Österreichische Bundesheer bietet auch in diesem Fall

    Schutz und Hilfe. Dank autarker Kasernen und einer modernen
    Ausrüstung kann es im Ernstfall die Einsatzorganisationen
    bestmöglich versorgen und unterstützen."

    Da wird wohl dem Plan, die Kasernen bis 2025 autark zu machen etwas vorgegriffen.


    Ist aktuell definitiv nicht so und wird wohl auch bis 2025 nicht der Fall sein.

  • Der Absatz ist aber eine Wunschvorstellung:
    "Das Österreichische Bundesheer bietet auch in diesem Fall

    Schutz und Hilfe. Dank autarker Kasernen und einer modernen
    Ausrüstung kann es im Ernstfall die Einsatzorganisationen
    bestmöglich versorgen und unterstützen."

    Das entscheidende Wort habe ich im Text hervorgehoben, klassisches Juristen- bzw. Werberdeutsch. Die Einsatzorganisationen werden so gut wie möglich versorgt und unterstützt, wie gut das ist wird davon abhängen wieviel Druck beim Ausbau dieser Fähigkeit gemacht wird und wann es das erste Mal benötigt werden wird.


    Das Bundesheer hat allerdings, zumindest in meinen Augen, von allen Organisationen in Österreich die besten Voraussetzungen um andere Einsatzorganisationen bei einem Blackout zu versorgen. Angefangen von abertausenden Treibstoffkanistern (20 l Blech) über Tankanhänger (Einachs-LKW-Anhänger) mit eigener kleiner Motorpumpe (= völlig autarke Kleintankstelle für Diesel) bis zu Tank-LKW und Kesselwaggons (siehe https://www.bundesheer.at/pool/img/20190926_111822.jpg) ist für stromlose Treibstoffversorgung ganz gut gesorgt. Dazu ist viel Platz in den Kasernen damit sich die Einsatzkräfte auch mal ausruhen können, für Fahrzeuge, Wartung und Logistik sowieso.


    Die Tatsache, dass das österreichische Bundesheer seit Jahrzehnten ständig im Mangel lebt, könnte in so einem Szenario ausnahmsweise auch mal eine gute Seite haben: Man ist daran gewöhnt, dass man improvisieren und organisieren muss und mit ganz wenig Ressourcen auskommen. Mittlerweile bin ich seit gut 25 Jahren Milizsoldat und hab schon einiges gesehen und erlebt beim Heer. Wenn auch der Regelbetrieb oft frustrierend und für viele langweilig ist, wenn es darauf ankommt wird angepackt und nahezu Unmögliches möglich gemacht.


    Natürlich wäre es schön, wenn schon alles "bereit" wäre für den großen Knall. Die Pläne für die Sicherheitsinseln liegen seit einigen Jahren in den Schubladen und sind bisher nur am Budget bzw. der Priorisierung gescheitert. Wenigstens muss man nicht jetzt erst anfangen zu überlegen, was alles zu machen ist und jahrelang planen.


    NACHTRAG: Dass das Bundesheer jetzt intensiv Werbung für sich selbst und rund um Blackout macht unterstützt sowohl das Bewusstsein in der Bevölkerung als auch die Aufmerksamkeit seitens der Politik. Damit steigt die Chance, dass da mit mehr Nachdruck vorgegangen wird. Wie üblich wird in der Werbung alles besonders schön und toll dargestellt und eher schon das fertige Bild gezeichnet, nicht der aktuelle unfertige Stand.

    Einmal editiert, zuletzt von JoBe ()

  • Wie üblich wird in der Werbung alles besonders schön und toll dargestellt und eher schon das fertige Bild gezeichnet, nicht der aktuelle unfertige Stand.

    Das wird sich meiner Meinung nach aber als kontraproduktiv herausstellen.


    Für den durchschnittlich aufmerksamen Bürger klingt die Werbung so als hätte das Bundesheer im Falle eines Blackouts alles im Griff. Private Vorsorge daher unnötig.


    Dass dem nicht so ist, wird spätestens beim Blackout schmerzlich klar werden.

  • Ist jetzt ein kleiner Exkurs, der etwas abbiegt, sorry:

    Wer ist denn der durchschnittlich aufmerksame Bürger und wie viele sind das? Mich beschleicht seit einiger Zeit der Gedanke, dass die formal hoch und höher Gebildeten (zumindest die Nicht-Techniker) -eher- die sind, die sich genau garnix denken.

    Ist eh alles schön und bunt, der PC und das Handy funktionieren, das Auto verbindet sich mit dem Smartphone und liest einem alles vor, Strom kommt aus der Steckdose, Wasser aus der Leitung, dafür wird sich schon irgendwer die Hände schmutzig machen... <-- nichtmal das denken die sich- die denken einfach -nicht- daran.

    Das ist aber eine insgesamt kleine Gruppe und es stimmt natürlich so pauschal auch nicht.


    Wenn zB Hochwasserkatastrophen stattfinden, dann sieht man, wie aus jeder Schupfen (altes) Gerät herbeigeschafft wird, Traktoren mit Frontlader, Bagger; Bier und Dosenfutter inkl Gulaschkanone steht bereit, da und dort ein Aggregat und Pumpen... Wir sind nicht so schlecht aufgestellt. Es ginge besser, aber es wird auch besser in meiner Wahrnehmung. Dieses Gefühl, dass es nicht ewig bunt bleibt und allein aufgrund der Wahrscheinlichkeit mal wieder ein ungemütliches Ereignis eintritt, scheint langsam auf eine neutrale, vernünftige Art um sich zu greifen.

    Wie beobachtet ihr das?

  • Wer ist denn der durchschnittlich aufmerksame Bürger und wie viele sind das?

    Das ist die Definition im Verbraucherrecht für einen Menschen: durchschnittlich informierter, aufmerksamer und verständiger Durchschnittsverbraucher


    Das wird als Maßstab hergenommen, wenn Gerichte zum Beispiel AGB Klauseln prüfen.

  • Wenn zB Hochwasserkatastrophen stattfinden, dann sieht man, wie aus jeder Schupfen (altes) Gerät herbeigeschafft wird, Traktoren mit Frontlader, Bagger; Bier und Dosenfutter inkl Gulaschkanone steht bereit, da und dort ein Aggregat und Pumpen... Wir sind nicht so schlecht aufgestellt. Es ginge besser, aber es wird auch besser in meiner Wahrnehmung. Dieses Gefühl, dass es nicht ewig bunt bleibt und allein aufgrund der Wahrscheinlichkeit mal wieder ein ungemütliches Ereignis eintritt, scheint langsam auf eine neutrale, vernünftige Art um sich zu greifen.

    Wie beobachtet ihr das?

    Da ich ja schon länger auf der Suche/Info nach einem geeigneten Stromaggregat bin, schau ich an sich regelmäßig bei Obi, Hornbach&Co vorbei. Mir ist aufgefallen, das seit dem Bericht (Video) vom Bundesheer die Regale - zumindest im Vorarlberger Rheintal - beinahe leergekauft sind. Hornbach hatte diese Woche kein einziges mehr! Obi nur noch die ganz ganz großen und Baywa z.B. nur eine NoName…

    Also ich denke schon auch, das die Menschen etwas feinfühliger/hellhöriger zu dem Thema werden - ob das in sozialen Schichten unterschiedlich ist, hab ich nicht auf dem Schirm.

  • Gut aber es gibt / gab auch gewaltige Logistikprobleme in den Chinesischen Häfen, im Suezkanal. Es kommt ja nicht von ungefähr das Hofer Ende September Frühling und Sommerware wie Gartenmöbel verkauft, die lagen auf dem wegen strittiger Haftungsfragen, monatelang festgehaltenen Riesenschiff.


    Genauso ist das mit vielen anderen Baumarktwaren.


    Und ich denke dass das ÖBH natürlich nicht die komplette Infrastruktur aufrecht erhalten kann, dies auch überhaupt nicht vorgesehen ist, aber sie haben immer noch Interventionslager oder per Gesetz Zugriff auf solche, um ein Mindestmaß an Staatlichen Strukturen zu gewährleisten.


    Liest man die Notstandsgesetze, wird man schnell feststellen das zumindest Pläne Existieren wie der Tag SHTF zu bewältigen ist. Auch wenn wir dann noch Tage und Wochen teilweise in Dunkelheit und Kälte ausharren müssen.

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