GAU-Vorsorgepaket

  • Ich habe mir den Medienbericht bzgl. Wie Österreich bei einem atomaren Unfall alarmiert wird zum Anlass genommen, um ein "GAU-Vorsorgepaket" zusammenzustellen.


    Ich poste hier die Auflistung inkl. Kosten, vl. ist für manche etwas Inspiration dabei. Vielleicht hat auch jemand Vorschläge für eine sinnvolle Erweiterung?


    Dieses Vorsorgepaket enthält bislang:


    1. Geigerzähler, für zu Hause GQ GMC-300E Plus digitaler Geigerzähler - ca. 88 Euro
    2. Geigerzähler, für unterwegs SOEKS 112 tragbares Dosimeter - ca. 100 Euro
    3. Lannacher Kaliumjodidtabletten 65mg 20 Stück - ca. 16 Euro
    4. kleiner Weltempfänger batteriebetrieben - ca. 20 Euro
    5. Ersatzbatterien ;)
    6. Schutzkleidung gegen radioaktive Kontamination - ca. 10 Euro
    7. Staubschutztür (Vlies) inkl. 2-seitigem Reißverschluss, 3 Stück - ca 24 Euro
    8. Kreppband breit, 6 Rollen - ca. 30 Euro
    9. Anti-Rutsch Schuhüberzieher 50 Paar - ca. 20 Euro
    10. 12x 4x5m Folie/Abdeckfolie - ca. 18 Euro
    11. FFP2 Schutzmasken - ca. 50 Cent pro Stück
    12. Nitrilhandschuhe 100 Stück Box - ca 25 Euro

    Gesamtkosten bisher: 351 Euro, exkl. FFP2-Masken und Ersatzbatterien

  • Gratuliere, eine tolle Liste. Ich habe ähnliche Sachen vorbereitet, teilweise aber mit kleinen Unterschieden.


    Schuhüberzieher: Die habe ich nicht, dafür aber Gummistiefel. Denn die Überzieher reichen nicht bis zum Schutzanzug und die Gummistiefel schon.

    Kreppband breit: Für die Isolation der Wohnung ist es ok, aber wenn es darum geht die Stiefel und die Handschuhe dicht mit dem Anzug zu verbinden wäre ein Band das nicht aus Papier besteht deutlich besser. Ich verwende dafür Duct Tape (o.ä.)

    FFP2 Masken: Super, aber das restliche Gesicht und vor allem die Augen sind ungeschützt. Gerade die Augen können da ein Problem werden. Daher habe ich hier eine Vollgesichtsmaske (Dräger CDR3500) eingeplant. Und für unterwegs eine dichte Schutzbrille.

    Handschuhe: Nitrilhandschuhe, Latexhandschuhe, das ist schon super. Aber wenn man mit den Händen arbeitet wäre eine zusätzliche Schutzschicht hilfreich, ich verwende hier lange, schwere Gummihandschuhe. Wobei Arbeitshandschuhe aus Leder auch eine Variante wären.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Um außer Haus gehen zu können habe ich einen Regenponcho mit Kapuze vorgesehen. Dieser ist schnell übergeworfen und schnell wieder abnehmbar und kann einfach in einen Kübel wieder gewaschen werden. Mit einer Überhose (ebenfalls Regenschutz) decke ich den unteren Körperteil ab.

  • Ich würde für das Szenario eine Schleuse mit Dusche einplanen.

    Als die Nachrichten über Tschernobyl eingetrudelt sind, hab ich gerade fröhlich in der Sandkiste gespielt. Mein Vater hat den Geigerzähler aus der Arbeit mitgenommen und ich hab gestrahlt wie ein Glühwürmchen weil Sand ja ein toller Partikelfilter ist.
    Eine Dusche später, alles gut.

    Einfach möglichst wenig von draußen mitbringen.

  • Ich würde da zuerst das Wasser messen falls man einen Geigerzähler hat. Bevor ihr mit der Duscherei loslegt.

    Nicht, das ihr vom Regen in die Traufe plumpst.

    Sobald man einen Schutzanzug wirklich braucht, wird das Wasser auch nicht mehr "einwandfrei" sein.

    Sehe ich das falsch?

    Radioaktivität ist nicht mit Dreck/Schmutz zu vergleichen. Vor allem, wenn die Umgebung stark kontaminiert ist.

    Das mit dem Waschen wird schwierig werden. Wenn man nicht die richtigen Chemikalien zur Hand hat..

    Grim hat eventuell nur Glück gehabt. Das wird sich erst in den nächsten Jahren auch bei uns allen zeigen.


    .. Der ist Tot.. Der andere auch.. Alle hatten oder haben komischerweise Krebs. Ziemlich viele von meinem Jahrgang und ein bisschen älter als ich, hat es erwischt. Bei uns hat es halt "abgeregnet" und wir wurden nicht gewarnt. Erst ein paar Wochen später hat es geheissen, das man nichts aus dem Garten essen sollte :cursing:. Hat da meine Mutti alles weggeworfen? Nein. "Wäre ja schade" hat es geheissen.

  • Ich würde da zuerst das Wasser messen falls man einen Geigerzähler hat. Bevor ihr mit der Duscherei loslegt.

    Grundwasser sollte durch radioaktiven Fallout nicht betroffen sein.


    Mein bisheriger Plan ist es das Carport, unter dem die Eingangstüre ist mit Folien und Planen zu einer Schleuse umzubauen. Jeweils mit Staubschutztüren an den jeweiligen Enden. Ich habe vorgesehen den Gartenschlauch an die Solardusche anzustecken und so eine Duschkabine zu basteln. Eventuell finde ich da aber noch eine bessere Lösung.


    Praktischerweise ist unter dem Carport auch ein Regenwasserablauf, der dann als Abfluss dient.


    Draußen am Grundstück aber vor dem Carport wird die Schutzkleidung entsorgt. Dann geht es durch die erste Staubschutztür und zur Dusche. Nach der Dusche geht es durch die zweite Staubschutztür.


    Ich habe eine Skizze erstellt, um das zu veranschaulichen:

    20210918_124722_0000.png

  • Fluid das siehst du falsch. Es geht ja nicht darum, dass etwas "verstrahlt" ist, sondern mit radioaktiven Teilchen kontaminiert. Kontaminationen werden, wie andere Fremdstoffe auch, im Boden gefiltert und das Trinkwasser müsste unbedenklich sein. Zudem braucht man keine Chemikalien, um einen Schutzanzug zu reinigen. Es geht lediglich darum, die radioaktiven Teilchen abzuwaschen. Dieses nun verseuchte bzw. kontaminierte Wasser muss natürlich aufgefangen werden, damit es sich nicht unkontrolliert verteilt. Insofern kann man das schon mit normalem Dreck/Schmutz vergleichen.


    Was es aber zu beachten gilt ist, dass man nicht alleine ist. Denn einen sorgfältig angelegten Schutzanzug inkl. ABC-Maske, Stiefel, Handschuhe und alles mittels Gewebeband ordentlich verklebt, kann man alleine nicht richtig ausziehen. Und mit "richtig ausziehen" meine ich nicht, dass man rauskommt, sondern das alles kontaminationsfrei passiert.


    Die Gefahr ist ja nicht, dass man radioaktiver Strahlung ausgesetzt ist. Dieser Strahlung ist man ja auch im Schutzanzug ausgesetzt, da die Alphastrahlen bereits von Papier abgehalten werden und die Betastrahlen durch etwas mehr Papier. Zudem sind sowohl Alpha-, wie auch Betastrahlen relativ energielos unterwegs und haben somit keine hohe Reichweite. Und die Gammastrahlen kann man auch mit einem Schutzanzug nicht abhalten. Da helfen nur "Abstand, Abschirmung & Aufenthaltszeit", um die Belastung möglichst gering zu halten.


    Das Gefährliche ist, die sogenannte "Inkorporation", also das Verbringen eines radioaktiven Teilchens IN den Körper. Dies kann über Schleimhäute, Wunden, Atemluft erfolgen und davor muss man sich schützen. Denn so "harmlos" Alpha- & Betastrahlen außerhalb des Körpers sind, so gefährlich sind sie im Körper. Zudem sind sie im Körper nicht messbar, da sie von der Haut abgeschirmt werden. Sie lassen sich lediglich über bzw. in Ausscheidungen messen und dazu muss man einmal auf die Idee kommen, dies zu tun.


    Vom eigentlichen Thema dieses Threads bin ich zwar jetzt etwas abgeschweift, aber ich hoffe, mit meiner Erklärung etwas geholfen und Angst genommen zu haben.

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)