Deutsches Katastrophenwarnsystem wurde nie getestet

  • Deutsches Katastrophenwarnsystem wurde nie getestet

    Beim ersten und einzigen bundesweiten Systemtest 2020 war das Modulare Warnsystemstem des Bundes (MoWas) sofort abgestürzt. Bei der aktuellen Flutkatastrophe sind die Warnungen aus dem Innenministerium nie bei der betroffenen Bevölkerung angekommen.


    Von Erich Moechel

    Das IT-Warnsystem MoWas der deutschen Bundesregierung hat bei der Flutkatastrophe versagt. Die Warnungen der Bundesbehörden erreichten zwar die Länder und die Bezirke, bei den betroffenen Gemeinden und den Bewohnern kamen sie jedoch nicht an. Auch der öffentlich-rechtliche WDR war nicht live auf Sendung.


    zweiter teil der dann auf die Ö sirenen lösung mehr eingeht ist geplant.


    Zitat

    Die mit den Tonsequenzen verbundenen Handlungsanweisungen sind dabei denkbar einfach, sie laufen in Österreich alle letztlich auf dieselbe Handlungsanweisung hinaus: ORF-Radios bzw. TV einschalten. Anders als die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland ist der ORF das Katastrophenschutz-Zentralorgan zur Information der Bevölkerung auf Bundes- wie auf Landesebenen. Dazu wird es in Folge einen eigenen Artikel geben, denn diese Materie ist viel zu umfangreich, um sie so nebenbei hier vollständig darzustellen. Deshalb folgt hier nur die offizielle Grafik.

    Dazu wird es in Folge einen eigenen Artikel geben, denn diese Materie ist viel zu umfangreich, um sie so nebenbei hier vollständig darzustellen.

    bmi_sirenenwarnsytem-002.5962208.jpg

  • Was ich noch ergänzen möchte ist die Alarmierung der Feuerwehr.

    3x15sec Dauerton mit jeweils 7sec Pause dazwischen.

    Ich weiß ja das auf und ab Alarm bedeutet aber wenn man nicht auf die Uhr schaut kommt einem alles immer furchtbar lang vor....ich hab mich schon öfter Ertappt nach einem Feuerwehralarm mal sicherheitshalber trotzdem den ORF zu checken. ^^

  • Ich schau, wenn die Sirene los geht, automatisch zuerst auf die Uhr. 😁 Wenn's nicht genau "Samstag, 12 Uhr" ist, heißt das für mich dann automatisch "Feuerwehreinsatz".

    Think positive, stay negative! :)

  • Ich schau, wenn die Sirene los geht, automatisch zuerst auf die Uhr. 😁 Wenn's nicht genau "Samstag, 12 Uhr" ist, heißt das für mich dann automatisch "Feuerwehreinsatz".

    Ja oder eben dass die Wolke von Mochovce rüber zieht <X

  • Wenn's nicht genau "Samstag, 12 Uhr" ist, heißt das für mich dann automatisch "Feuerwehreinsatz".

    vs.

    Zitat

    Und genau das ist der größte Unsicherheitsfaktor des österreichischen Systems“, so Saurugg. Gemeint ist damit, dass ein unbestimmter Teil der gerade akut gefährdeten Bevölkerung die Sirenen zwar hört, sie aber als größeren Feuerwehreinsatz wahrnimmt und sich dann umdreht und weiterschläft.

  • Ich kenne sehr wohl den Unterschied zwischen 3 x 15 s durchgehendem Ton und dem 3 min. langen Dauerton.

    Außerdem hört man bei uns klar, ob es die Sirene aus dem eigenen Dorf ist, oder ob die Sirenen auch in den Nachbardörfern losgehen. Normalerweise hören wir dann auch ein paar Minuten später die Einsatzfahrzeuge.


    Wenn bei uns am Land Großeinsätze sind, kann's auch passieren, dass die Sirene mehrmals hintereinander losgeht. (Mit 3 x 15 sec.)


    Außerdem werden die Einsätze in der LFV App angezeigt und meine FF-Nachbarn rasen alle zum Rüsthaus.

    Think positive, stay negative! :)

  • Ich glaube es ist aber im Sinne einer Kosten nutzen Rechnung ein sehr gutes System. Ein fixes Datum für einen Sirenentest lässt sich bestimmt am einfachsten umsetzen.
    Unser Warnsystem wird jede Woche getestet, einmal jährlich sogar in einem noch größeren Rahmen. Wer weiß wie viele Leben das in Deutschland gerettet hätte.

    Wenn das Unglück ohne Warnung genau zu Mittag einschlägt und alle Sirenen ignoriert werden muss sich glaub ich niemand einen Vorwurf machen lassen.

  • Ich kenne sehr wohl den Unterschied

    das wollt ich auch nicht unterstellen. sry, kam sicher blöd an.


    Ich für mich würd aber jetzt nicht die Hand ins Feuer legen das aufs erste hören unterscheiden zu können.

    Ich hab im haus bei mehreren stellen die Grafiken der Warnsignale verteilt, um das gleich prüfen zu können. beim schuhkasterl, beim zählerschrank, in der werkstatt, bei den vorräten, bei meinen Funk sachen, bei den Batterieradios ...


    nichtmal wenn ich munter bin, und munter werden würd ich wohl auch nicht wenn die "feuerwehr-sirene" heult.

  • Unser Warnsystem wird jede Woche getestet, einmal jährlich sogar in einem noch größeren Rahmen.

    Sirenen haben halt leider sehr viele Nachteile. Dass man es gewohnt ist sie zu hören ist nur einer davon.


    Ich zum Beispiel wohne nur wenige hundert Meter vom Feuerwehrhaus entfernt, höre die Sirene aber kaum, weil die Topographie der umliegenden Häuser den Schall abschirmt und ich sehr dichte Schallschutzfenster habe.


    Mich warnt das also vor gar nix. Außerdem sagt es mir halt nix, was überhaupt los ist. Da müsste ich extra den Radio anwerfen, weil ich keinen Fernseher habe. So chaotisch wie bei uns der Katastrophenschutz organisiert ist (jedes Bundesland macht was es will), würdest du wohl kaum akkurate Infos in kurzer Zeit bekommen.


    Da bekomme ich lieber ortsbezogen eine SMS oder Info per Warnapp. Dann bin ich gewarnt und weiß auch was los ist bzw. zu tun ist.


    Soll heißen: Ein Mix aus Maßnahmen wie Sirene, App, SMS, Lautsprecherwagen und Co. ist sinnvoll um möglichst alle Personen zu erreichen.

  • Sowieso.


    Alle Arten der Warnung sind natürlich besser.


    Grundsätzlich ist das beste Warnsystem jenes das da ist und funktioniert.

  • Eine Kombination macht es aus. Wenn die Handymasten bereits keinen Dienst mehr tun, nutzt keine Warnapp, keine SMS und kein CellBroadcast mehr.

    Der Großteil der Bevökerung wird einen 3 minütigen Sirenendauerton wohl zumindest in die Richtung deuten, dass sie Informationen einholen müssen. Konnte man vor 2 oder 3 Jahren live bei mir beobachten, als das 3 Minuten Zivilschutzsignal durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde - da war nicht mehr viel von "normalem Alltag" zu bemerken, sondern vielmehr eben Informationsbeschaffung und das Haus aufsuchen.

    unmittelbar danach gab es in den social media Gruppen der Ortschaft auch schon zig Anfragen und Bemerkungen deswegen.


    Soll heißen: Ein Mix aus Maßnahmen wie Sirene, App, SMS, Lautsprecherwagen und Co. ist sinnvoll um möglichst alle Personen zu erreichen.

    Definitiv - nur haben wir den Vorteil, dass wir "nur" noch das Cellbroadcast "nachrüsten" müssen auf ein bestehendes und funktionierendes System - Deutschland kann quasi von vorne anfangen.

    viribus unitis - acta non verba

  • Definitiv - nur haben wir den Vorteil, dass wir "nur" noch das Cellbroadcast "nachrüsten" müssen auf ein bestehendes und funktionierendes System - Deutschland kann quasi von vorne anfangen.

    Gut, dass du das Wort "nur" unter Anführungszeichen gesetzt hast.


    Denn so wie ich Österreich kenne wird das System in frühestens 10 Jahren kommen, dann aber mit mindestens einem Skandal wegen Kostenüberschreitung inkl U-Ausschuss und im Ernstfall wirds eh ned funktionieren.


    Eine österreichische Lösung halt. :P

  • War bewusst so gewählt. Nach meiner Erfahrung wohl noch länger - Mein Bundesland liefert ja bewusst keine Daten an KATWARN, weil sie ja seit Jahren auf CellBroadcast setzen - was aber noch nicht eingeführt wurde.... Logik? Hahahahahaha

    viribus unitis - acta non verba

  • So schlecht finde ich die Alarmierung in Österreich mit den Sirenen nicht, man muss nicht immer alles schlecht machen.

    Ich habe auch schon mal eine Kurbelsirene mit Handgriff live gesehen/gehört. Die geht dann auch ohne Strom. Sind die automatischen Sirenen eigentlich batteriegepuffert???

    Wir sind ca. 75-100 Meter Luftlinie (Unser Schlafzimmer zur Sirene am Dach einer Volksschule) entfernt. D.h. auch im Winter, wenn die Fenster zu sind kriegst das auf jeden Fall mit.

    Im Sommer stehst sowieso senkrecht im Bett, wenn die Sirene los geht.


    Eine Kombination SMS usw. ist sicher nicht schlecht, aber keinesfalls sollten die Sirenen abgebaut werden wie in Deutschland.

  • Also bei uns ist Anfang Oktober eine Übung angesetzt, wo auch mittels WLAN gewarnt werden soll. Wobei dabei nicht auf das Handynetz zurückgegriffen wird, da man von einen Netz- und Stromausfall ausgeht. Bin echt schon sehr neugierig wie das funktionieren wird.

  • So schlecht finde ich die Alarmierung in Österreich mit den Sirenen nicht, man muss nicht immer alles schlecht machen.

    Im Gegenteil: das in Österreich jederzeit Einsatzbereite Sirenensystem ist vorbildhaft und mit der lächerlichen Ausfallsquote beim jährlichen Test braucht es auch weltweit keinen Vergleich zu scheuen. Wir meckern hier auf hohem Niveau (man muss da nur nach Deutschland schauen).



    Sind die automatischen Sirenen eigentlich batteriegepuffert???

    Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Kärnten sind die Sirenen durch das sog. "SISIPAK" (=Sirenen Sicherheits Paket) batteriegebuffert.

    viribus unitis - acta non verba

  • @scavenger


    Ich meinte damit vor allem die Aussage, dass es verwirrend ist (verschiedene Signale, Feuerwehr oder unmittelbare Gefahr usw) und dass die Leute, weil sie die 3x15 Sek. gewohnt sind vielleicht nicht mehr oder nicht richtig reagieren.


    Verwirrend ist alles, das ganze Leben ist verwirrend. ;)

    Trotzdem finde ich das bestehende System gut.


    Denke das da in Österreich auch eine gewisse Laissez-faire Mentalität mit rein spielt.

    Erinnere mich lebhaft an die Sirenenproben in der Ex-Firma. Da konnte man über Lautsprecher noch so oft die Durchsage machen, dass es sich nur um eine Sirenenprobe handelt und die Arbeiter bitte NICHT den Arbeitsplatz verlassen sollten.

    Trotzdem sind alle raus getigert, ist ja logisch, bezahlte Rauchpause im Freien.

    So ist die menschliche Natur. 8o

  • Das werden sie sich in Deutschland auch gedacht haben, ob das überhaupt zur Debatte steht.

    Bis die Demontage dann einfach durchgezogen wurde, jetzt haben´s den Scherben auf.