Was tun bei Isolation?

  • Nabend an alle.


    Es gibt da ein Thema, das mir derzeit durch den Kopf geht, bzw. an welchem ich schon mal des Öfteren herumdoktore.


    Folgende Situation:

    man ist in einem Haus, alleine, aufgrund des Wetters (egal ob extremer Regen oder extremer Schneefall) kann man das Haus nicht verlassen. Verlassen theoretisch schon, aber man kann nicht weiter weg, weil alle Zufahrtsstraßen usw. nicht passierbar ist.

    Man ist also auf sich alleine gestellt.

    Strom und Wasser wären aber immernoch vorhanden, weshalb die Situation ja nicht ganz so extrem wäre.


    Man muss aber mehrere Tage oder sogar im extremsten Fall Wochen warten, bis die Zufahrtswege wieder frei sind.


    Jetzt meine Frage:

    was würdet ihr während dieser "Wartezeit" machen, wenn ihr da in euren Haus alleine wärt.


    Der Grund wieso ich die Frage stelle ist, weil ja im Grunde genommen jeder von uns wohl anders reagieren würde.

    Während die einen wohl sagen würden "Ach was solls, mehr Zeit für Netflix" werden wohl andere sagen "Nutze ich die Zeit eben mich mit Büchern und anderen Sachen weiterzubilden"


    Ich für meinem Teil wäre wohl eher wie so eine Katze auf der Lauer.

    Auf der einen Seite würde ich es mir so gemütlich wie nur möglich es machen, Bücher lesen, Fernsehen, Radio hören, vor allem aber Hauptaugenmerk darauf legen, was es an Information für meine Umgebung gibt. Auch würde ich das Wetter und die Umgebung im Blick behalten und wohl auch vor allem in der Anfangszeit gewisse Vorkehrungen in die Wege leiten.

    Nur weil man fließend Wasser und Strom hat muss es ja nicht heißen, dass es immer bzw. die ganze Zeit so bleibt. Also würde ich wohl in der Nähe meines Ofens schonmal einen gewissen Holzvorrat in sicherer Nähe einlagern, dass ich immer Brennmaterial habe, Kerzen und andere alternativen Leuchtmittel würde ich auch schon günstig verteilen, dass ich bei einen Stromausfall nicht komplett im Dunkeln wären.


    Aber ansonsten würde ich wohl die Sache versuchen auszusitzen. Es kommt aber wohl dennoch drauf an, wie lange so eine Situation andauert. Ich denke nämlich, je länger es dauert und vor allem wenn man alleine ist, kann das auch psychologische Folgen haben aufgrund der Isolation.


    Dennoch würde es mich mal interessieren wie ihr es sehen würdet, was ihr machen würdet wenn eure Bewegungsfreiheit sich NUR auf euer Gebäude beschränken würde.

  • du würdest schnell in eine art lagerkoller kommen, da du mit so einer situation in der situation an sich nicht umgehen kannst.


    da du ja noch kommunikation hast, kannst du per Heli ausgeflogen werden. alles nicht so wild.

    und du kannst immer noch das hindernis zu fuß passieren um aus deiner lage zu entkommen.


    März 2021 haben auch viele gemeint, sie machen jetzt alles mögliche im lockdown, was sie sich schon immer vorgenommen haben aber keine zeit hatten, die meisten sind halt nur dicker geworden, bildlich gesprochen.

  • Haus im Dorf?


    Geh vor die Türe in wenigen Minuten kommen auch andere Nachbarn raus, etwas Plaudern die Situation erörtern.


    Einmal die Problemzonen erkunden. Sind Einsatzkräfte zugange?

    Eine Schaufel holen helfen, Nachbarn treffen die ebenfalls helfen.

    Sich mit Nachbarn absprechen, eine vernünftige Strategie entwickeln.


    Es ist viel zu tun, einfach anfangen.


    Netflix wird womöglich sehr weit weg sein wenn man echte Probleme löst.

    Schon seit 21.692 Tagen nichts bei Amazon gekauft.

  • Da ich eher misanthropisch veranlagt bin, würde ich die Zeit wahrscheinlich eher genießen. 😊


    Beschäftigung finde ich daheim immer, da mache ich mir keine Sorgen. Es könnte höchstens passieren, dass ich anfangen würde, mit mir selbst zu reden. 😁

    Think positive, stay negative! :)

  • Neben Heiz-Holz würde ich auch sämtliche verfügbaren Behälter mit Wasser füllen - die Tatsache, dass Du "zur Zeit" Strom und Wasser hast, muss ja nicht zwangsläufig so bleiben.

    Ferner würde ich meine Prepper-Schätze (Nahrung, Licht) zugriffsbereit(er) machen und Kühlschrank/Tiefkühler vorsorglich leeren, indem ich z.B. Speisen ein-wecke (=zugleich Beschäftigung um Zeit totzuschlagen)

    Solange es Strom gibt, funktionieren wahrscheinlich auch noch Handy und PC: ich würde unbedingt alle Nachbarn kontaktieren und absprechen, was zu tun wäre, wenn die Situation ärger wird (z.B. Blackout).

    "Einsam und isoliert" - DAS haben viele Menschen während der Lockdowns schon durchgemacht. Solange die Elektronik funktioniert, sehe ich da nicht so das große Problem (für mich).

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • Es kommt auf die eigene Persönlichkeit an. Es gibt Leute die mit etwas Einsamkeit kein Problem haben, andere werden panisch wenn sie 2 Stunden lang alleine sind.

    Aber unabhängig davon, ein paar gute Bücher, Rätselhefte und vor allem ein strukturierter, durchgeplanter Tag helfen gegen Langeweile und Lagerkoller.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Boarisches_Bier1988 ja, einrexen und einwecken - in Österreich gängige Verben (System REX und WECK") = einkochen.

    Ich hab's trotz meiner 72 Jahre selbst auch noch nie gemacht, möchte es aber im Herbst probieren, da das den kostbaren Inhalt von KS und TK retten kann.

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • Ich würde (neben oben schon genannten prepperrelevanten Dingen) endlich mal Ordnung in meiner Werkstatt machen.

    Zum Avatar wäre nur zu sagen - lang ist's her

  • Ich habe letztes Jahr eine ähnliche Erfahrung gemacht:


    10 Tage durfte ich meine Wohnung nicht verlassen. Strom, Wasser und Internet vorhanden.

    Einziger Kontakt: mein Schwester, die mich fast jeden Tag mit frischen Lebensmittel versorgt hat. Allerdings mit mindestens 2m Abstand.

    Die Zeit habe ich mir vertrieben bzw. genutzt mit Home-Workouts, Bücher lesen, Internetrecherchen über interessante Themen, Munition herstellen, Funken, Kochen...

    Also alles wofür ich im normalen Alltag weniger Zeit habe wie ich gerne hätte.


    Es drohte in der Situation nie eine Gefahr, deshalb ist es vielleicht nicht ganz vergleichbar. Aber rein mit der Isolation hatte ich in diesem Zeitraum absolut keine Probleme.

    Danach fühlte ich mich so entspannt und energiegeladen wie lange nicht mehr.

    Ich wohne übrigens in einer 75m2 Wohnung. (zum Glück alleine, in dem Fall ;))


    AJa, falls noch wer darüber rätselt: Ich war K1-Person, ein Kollege hatte das böse C.

    Ich wurde am 3. Tage negativ getestet, musste/durfte aber die ganzen 10 Tage absitzen.

  • Isoliert für einige Zeit käme ich klar, das konnte ich wie viele andere in der Lockdown-Zeit feststellen. Meine Bücher, die Gitarre samt Noten für grauslichschwere, aber schöne Stücke, jetzt das Funkgerät, bisschen Training,... so schnell würde ich mich nicht langweilen. Ich fürchte eher die Situation, mit anderen Menschen längere Zeit zusammengesperrt zu sein. Von Trainingslagern in früheren Zeiten weiß ich, dass ich da zu Lagerkoller neige und nur noch weg will. Das waren wohlgemerkt sehr nette, lustige Leute, nach einer Woche werde ich aber unrund, wenn ständig Trubel um mich ist...

  • Zwei meiner Hobbies, Brettspiele und Modellbau kann man sehr gut alleine und stromlos betreiben.
    Ansonsten würde ich hier endlich mal wieder mehr Ordnung schaffen. :)

  • In meinem Fall wäre das: abgelegenes Haus mit Grundstück mit blockierten Zufahrtswegen.


    Es liegt genug Baumaterial herum das ich endlich mal dazu komme meine Obergeschoß Wohnung fertig zu stellen.

    Ytong Ziegel und Mörtel ist genug da, genauso wie Spachtel und Putz. Viel zu tun und endlich Zeit.

    Zur Abwechslung kann ich auch mein Wohnmobil Projekt vorantreiben, Holz für Innenausstattung ist da, genauso wie Dämmmaterial.

    Spachteln, schleifen und lackiert gehört auch noch. Material ist da.

    Zur Erholung an den RC Autos basteln, lesen, Internet falls vorhanden nutzen, und die Katzen füttern.


    Für den Fall eines Strom und Wasser Ausfalls ist alles bereit. Brennholz für den Ofen ( Wärme und kochen ) ist eingelagert.

    Wasser und Essen hama eingelagert und Photovoltaik und Notstromaggregate sind bereit.


    Zum psychischen: Ich bin eigentlich recht gern allein, auch mal länger wenn ich Haus hüte und alle im Urlaub sind.

    Da sehe ich keine Probleme.

    Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben.

  • Zwei meiner Hobbies, Brettspiele und Modellbau kann man sehr gut alleine und stromlos betreiben.
    Ansonsten würde ich hier endlich mal wieder mehr Ordnung schaffen. :)

    Brettspiele für eine Person - kannst Du da ein paar nennen oder meinst Du "Schach gegen Dich selbst" ;). Ich kenne nur Kartenspiele für eine Person (Patiencen).

    Hilfreich -sofern noch Strom da ist- sind auch diverse Spiele am Computer (Schach, Rummikub, Solitaire, Mahjong,....)

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • Brettspiele für eine Person - kannst Du da ein paar nennen oder meinst Du "Schach gegen Dich selbst" ;). Ich kenne nur Kartenspiele für eine Person (Patiencen).

    Hilfreich -sofern noch Strom da ist- sind auch diverse Spiele am Computer (Schach, Rummikub, Solitaire, Mahjong,....)

    Da gibts eine ganze Spate, kann man ganz gut googeln. Die Sachen die ich da habe habe ich mir nicht gekauft weil sie solitär geeignet sind, sie sind es nur zufällig auch.

    Tokio Express und Carrier zb. ...sehr speziell und alt.

    Modern: Shadows of Brimstone und alle Derivate

    Wenn ich Zeit hab gehe ich mal durch meine Sammlung und checke was noch Solo-tauglich ist.

  • Als ich Corona hatte, war ich natürlich auch 10 Tage in Quarantäne. Die ersten paar Tage war es im Kopf schon so, dass da dieses unangenehme "ich darf nicht raus"-Gefühl war. Normalerweise habe ich keinerlei Probleme damit, die Wohnung drei Tage nicht zu verlassen, einer der Vorteile, wenn man introvertiert ist. ABER: es war dieses "nicht DÜRFEN". Insofern war die Quarantäne eine sehr gute Erfahrung, jetzt weiß ich damit umzugehen.

    Wesentlich schlimmer wäre allerdings für mich - wie Makoto schon schrieb - mit mehreren Personen auf engstem Raum zusammenpicken müssen. Auch da habe ich unlängst eine Erfahrung gemacht: längerer Krankenhausaufenthalt, Vierbettzimmer. An Schlaf war daher sowieso kaum zu denken, ich habe mit jedem Tag mehr gemerkt, wie sehr mich das belastet hat. Andererseits gab es auch eine "Rudelbildung": man unterstützt sich gegenseitig. Als ich dann wieder daheim war, war ich geistig so erschöpft, dass ich ein paar Tage Konzentrationsstörungen hatte und nichtmal mehr lesen oder fernsehen konnte.


    Fazit: müsste ich zwischen Isolation oder Gruppe auf engstem Raum wählen, ich würde Isolation wählen. Weil es für mich psychisch leichter zu verarbeiten ist.

    liebe Grüße, Betula


    falls die Welt untergeht, muß noch lange nicht die Welt untergehen.

  • Ich war wegen Corona auch mal einige Tage in Isolation.

    Dabei habe ich festgestellt, weil ich auch einer bin der viel mit den Kopf arbeitet und sich einiges durch den Kopf gehen lässt:

    so eine Isolation kommt stark auch damit zusammen, wie viel Raum man zur Verfügung hat.


    Jemand der ein großes Einfamilienhaus hat hat natürlich deutlich mehr "Beinfreiheit" als jemand (als Beispiel ich), der so 42 m² als Wohnfläche hat.

    Während meiner eigenen Isolation habe ich auch versucht, ein wenig weg zu kommen vom Internet, Computer und Fernsehen.

    Dabei habe ich meine alte Liebe zu Büchern wiederentdeckt. Auch weil ich ein Rollenspiel-Fan bin (Pen&Paper) dass ich auch da mich ziemlich lange beschäftigen kann.

    Wenn ich aber könnte, würde ich natürlich die Zeit auch sinnvoller nutzen und mich soweit es geht sportlich betätigen oder auch mich am Modellbau versuchen.


    Den schlimmsten Fehler den man meiner Meinung nach machen kann ist NIX zu tun. Rumzuliegen, die Decke anstarren oder die Wände.


    Aber im großen und ganzen sehe ich es auch so wie Betula:

    Fazit: müsste ich zwischen Isolation oder Gruppe auf engstem Raum wählen, ich würde Isolation wählen. Weil es für mich psychisch leichter zu verarbeiten ist.

  • Fazit: müsste ich zwischen Isolation oder Gruppe auf engstem Raum wählen, ich würde Isolation wählen. Weil es für mich psychisch leichter zu verarbeiten ist.

    Mir würde es auch genauso gehen.

    Think positive, stay negative! :)

  • Mir würde es auch genauso gehen.

    Kann ich verstehen.

    Eine Gruppe hat zwar den Vorteil, dass man viele helfende Hände hat, viele Köpfe bei Problemlösungen usw.

    Aber dafür ist auch oft die Gefahr groß, dass es zu Streitereien kommt. Was nützt das beste Preppen, der beste Plan, der beste Bunker, wenn die Menschen sich darin gegenseitig die Birne einschlagen? :D