Erdbeben als unterschätzte Gefahr

  • Das starke Erdbeben im März in Neunkirchen sowie die Nachbeben haben viele Menschen überrascht, waren laut ZAMG aber nicht ungewöhnlich. Das Semmeringgebiet und das südliche Wiener Becken weisen im Bundesland die höchste Erdbebengefährdung auf.

    Wusste nicht, dass ein schweres Erdbeben so häufig auftritt.

    Zitat

    Erdbeben, die so stark sind, dass sie schwerere Gebäudeschäden anrichten, kommen statistisch alle 30 bis 40 Jahre vor.

    Geht wohl vielen anderen auch so.

    Zitat

    Obwohl Erdbeben in Österreich keine Seltenheit sind, werden sie von vielen Leuten nicht als konkrete Bedrohung gesehen. Eine Befragung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern zeigte, dass 98 Prozent der Befragten Erdbeben nicht für eine relevante Gefahr in ihrem Heimatland halten.

    Mit der Vorbereitung schaut es entsprechend schlecht aus. Hier auch gleich Verhaltenstipps.

    Zitat

    Laut der KFV-Erhebung fühlt sich nur etwa jeder Dritte auf ein Erdbeben vorbereitet. Die Tipps der Experten: Falsch sei es bei einem Erdbeben aus dem Haus zu laufen, denn dadurch erhöhe sich die Gefahr, von herabfallenden Gegenständen getroffen zu werden. Solange die Erde bebt, sollte man sich unter einen Türstock stellen und mit der Körpervorderseite weg von Fenstern drehen, um das Gesicht vor Glassplittern zu schützen.

    Habt ihr euch über dieses Szenario schon Gedanken gemacht und euch darauf vorbereitet?

  • Eine Kollegin hat sich beim Kroatienerdbeben unter den Türstock gestellt, weil es bei ihr im 10. Stock so arg gechwankt hat.

    Ich bin daheim im Obergeschoss im Büro gesessen und habe (starr wie ein Kaninchen vor der Schlange) fasziniert beobachtet, wie unser Haus im Vergleich zum Nachbarhaus hin und her geschwankt hat. Die Schwankungen waren aber nicht so, dass ich Panik bekommen und an den Türstock gedacht hätte.


    Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob das mit dem Türstock für Holzriegelhäuser auch gilt. Wir haben nämlich nur eine tragende Wand innen im Haus.


    Leichte Schäden hat das Erdbeben bei unserem Haus trotzdem verursacht, allerdings nur an nicht tragenden Wänden bzw. auf der Innenseite einer Außenwand.

    Think positive, stay negative! :)

  • Das Beben 1972 ist mir gut in Erinnerungen! Im 6.Stock eines wiener Gemeindebaus war es deutlich zu spüren und hat uns Kindern Angst gemacht. Danach war wohl einiges über das richtige Verhalten bei Erdbeben in den diversen Medien, denn Vati hat uns genau instruiert für das ( bisher nicht stattgefundene) nächste Mal.

  • Das Beben 1972 ist mir gut in Erinnerungen! Im 6.Stock eines wiener Gemeindebaus war es deutlich zu spüren und hat uns Kindern Angst gemacht. Danach war wohl einiges über das richtige Verhalten bei Erdbeben in den diversen Medien, denn Vati hat uns genau instruiert für das ( bisher nicht stattgefundene) nächste Mal.

    Wohnten damals in einer Altbauwohnung im 4.Stock in Wien. Im Fauteuil rollte ich durchs Wohnzimmer und der Luster wackelte ganz ordentlich ober mir.

    Dachte dabei an eine Gasexplosion in der Küche wo meine Frau gerade beim kochen war.

  • Das mit dem Türstock ist kein so guter Tipp. Heutzutags wird anderst gebaut als vor 40-50 Jahren. Die Türrahmen sind nicht mehr so stabil wie früher.

    Da würde ich mich eher unter einem Tisch oder unter dem Bett versuchen zu verkriechen. Kommt immer darauf an wo man ist.

    Rausrennen geht nur wenn man draussen "Umschwung" hat. Meistens ist da aber die Zeit viel zu knapp. Bis man da draussen ist, ist es meistens eh schon vorbei.

    Wenn man einen Hund hat ist man da klar im Vorteil. Die reagieren auf so Sachen instinktiv und meistens richtig. Einfach das Gleiche wie er tun.

  • Würde nicht unter den Tisch oder das Bett kriechen, sondern nach Möglichkeit z.B. zwischen Bett und Nachtkästchen, oder auch zwischen Küchentisch und Herd.

    Betten, Tische usw. dürften mit genügend Druck von oben wohl in die Knie gehen und Dich darunter platt machen. Hohlräume bilden sich dann eher direkt daneben.

    So hab ich das zumindest irgendwo mal aufgeschnappt.

    Wird aber wohl auch von der jeweiligen Bauweise abhängen.

  • Ich habe mich nach einem erlebten Erdbeben damit beschäftigt und folgende Tips:


    - Zuhause oder im Hotel nachts, NEBEN das Bett oder zwischen zwei Betten legen um vor herabfallender Decke Schutz zu haben.

    - Zuhause oder in einem Gebäude tagsüber, Türstöcke und unter Tischen ist erste Wahl, ansonsten neben einem stabilen Möbelstück "klein" machen, niemals rauslaufen wegen herabfallender Trümmer.


    - Outdoor zu Fuss, nie Schutz IN Gebäuden suchen, minimum 5 Meter Abstand zu Gebäuden halten

    - Outdoor im Auto, das Auto nicht verlassen, nur rechts/links ranfahren.


    Generell gilt wegdrehen von Fenstern wegen Splittergefahr, während eines Bebens nie Treppenhäuser oder Auszüge benutzen.

    Ausserdem kommt ein Beben nie alleine, nach abklingen des ersten Bebens das Gebäude verlassen und Abstand dazu halten.

    "Die Demokratie ist nicht die beste Regierungsform, sie ist nur als einziges übriggeblieben!"

  • Passend zu dem Thread hats vorhin (00:57 Uhr) wieder gerumpelt im Raum NK - diesmal vorläufig Stärke 4,3. Wieder deutlich zu spüren in Bad Vöslau, aber nicht ganz so fest wie letztes Mal.

    Ich war noch wach, meinen Lebensgefährten hats aus dem Schlaf gerissen. Die Kids schlafen wie die Murmeltiere und haben nichts mitbekommen. ;-)

  • Passend zu dem Thread hats vorhin (00:57 Uhr) wieder gerumpelt im Raum NK - diesmal vorläufig Stärke 4,3. Wieder deutlich zu spüren in Bad Vöslau, aber nicht ganz so fest wie letztes Mal.

    Ich war noch wach, meinen Lebensgefährten hats aus dem Schlaf gerissen. Die Kids schlafen wie die Murmeltiere und haben nichts mitbekommen. ;-)

    Uns hat es auch alle aus den Schlaf gerissen. Es war echt wieder heftig. =O

    "Das größte Risiko im Leben ist es darauf zu warten und sich darauf zu verlassen, dass andere für deine Sicherheit sorgen werden."


    Denis Waitley

  • Ich habe diesmal das Beben live miterlebt (nördliches Wien), aber anders als erwartet. Ein kräftiger Ruckler, mehr nicht. Kein längeres Wackeln oder so.

    Die ersten paar Minuten war ich mir nicht sicher was den einzelnen Ruckler verursacht hat, ich dachte das (wieder mal) ein Auto in das Haus gekracht ist. Ich war sogar mit Taschenlampe unterwegs um zu schauen ob irgendwo was passiert ist. Dann (ca. 01:05) habe ich im Internet geschaut, auf der ZAMG Seite war aber nix zu sehen, eine Google Suche (Erdbeben Wien heute) brachte einen Hinweis in der Übersicht über eine Meldung eines Bebens einer Android App (??), aber nix genaues.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Ich war noch auf und hab´s deutlich gespürt !


    Bin sofort in den Durchgang zwischen Arbeits- und Wohnzimmer (tragende 60cm Wand mit Stahl-Türzarge) "geflüchtet", da war es dann aber auch schon wieder vorbei. Es war wie wenn ein schwerer LKW vorbeifährt, hat etwas vibriert aber nur einige Sekunden gedauert.

    Wohnort südlich von Wien (Mödling).

  • Ich wurde davon wach. Hat ordentlich alles gewackelt im Haus. War wie ein lautes Dröhnen, das immer mehr zunahm über 4 oder 5 Sekunden, dann war es plötzlich vorbei.

    Genauso war es bei uns, sind beide aufgewacht, Sohn und Haustiere haben nichts bemerkt.
    Bis ich richtig wach war, war es vorbei. Allerdings war mir diesmal sofort klar, dass es ein Erdbeben ist.
    Am 30. März dachte ich erst, ein Bagger fängt vor dem Haus an zu arbeiten, oder ähnliches.


    Na, jetzt weiß ich wenigstens wie es sich anfühlt, und wenn mal was stärkeres (und länger dauerndes) kommen sollte, erkenne ich es und weiß auch was zu tun ist.

  • Meine Erfahrung:


    Bis Stärke 4 müsst ihr euch keine Sorgen machen. Das ist bei uns in der Schweiz gang und gäbe. Da passiert nix, ausser das die Gläser im Schrank klirren. Das können die meisten Gebäuden locker ausgleichen. Vielleicht, wenn überhaupt, sieht man in einem Zimmer zwischen Wand und Decke an der Ecke mal bei genauerem Betrachten einen feinen Riss im Abrieb/Putz. Das Gebäude muss ja mitschwingen. Da passieren halt so Sachen. Irgendwann mal ausbessern und gut ist.


    Ab Stärke 5 geht es los mit der richtigen Gefahr für das Gebäude. Ab da gibt es Mauerrisse. Die sieht man sogar an der Aussenmauer von aussen und die Dachziegel fangen an "zu Wandern" . Das passiert bei uns (BOL) jährlich 2-3 mal. Mittlerweile auch nix mehr neues für uns.


    Das Problem ist, dass wenn es "Rütteln" kommt, die Stärke nicht einschätzen kann! Darum nicht Panik sondern Obacht!

    Ich empfehle ich immer einen Kontrollgang durch`s Haus zu machen und am nächsten Tag "aussenherum". Die Risse "aussenherum" immer möglichst bald ausbessern da es sonst bei feuchtem Wetter zu Schäden kommen könnte.


    Ab Stärke 6 geht es rund! Da wird es als Hausbesitzer teuer. Wie merkt man da die Stärke?

    Ab da kann man eh nicht mehr richtig auf den Beinen stehen.. Vergesst die Hollywoodfilme. Wo die Schauspieler sogar herumspazieren können und coole Sprüche klopfen..

    Da ist nur Krabbeln und verkriechen bis es vorbei ist angesagt.


    Stärkere Beben habe ich bis jetzt nicht erlebt.

  • Ich habe in den 80er Jahren ein Erdbeben der Stärke 7,1 in einer Entfernung von 150km erlebt.

    Stehenbleiben oder sonstige Aktivitäten sind bei einem solchen Beben selbst bei der Entfernung illusorisch.

    Und das minutenlang.....


    :thumbup: In Ö sind wir da ja eher auf der sicheren Seite, aber für Auslandsaufenthalte kann es nicht schaden "etwas" Bescheid zu wissen

    "Die Demokratie ist nicht die beste Regierungsform, sie ist nur als einziges übriggeblieben!"

  • In Ostösterreich sind Beben eigentlich nicht selten, aber in den 12 Jahren, die ich hier schon lebe, waren das die ersten beiden, die ich richtig bemerkt habe. Sind ca. 10 km vom Epizentrum entfernt.
    Habe mich jetzt etwas eingelesen: Stärke 6 ist so das höchste, was hier historisch (Beben von Neulengbach, vor ca. 500 Jahren) aufgetreten ist. Stärke 5 bis 5,5 kann schon mal alle 50 bis 100 Jahre vorkommen. Wenn so ein Beben recht nahe bei Wien wäre, könnte das vor allem für die vielen Gründerzeitbauten (Baujahr vor 1920) ein Problem sein. Simulationen gehen von 1 bis 2 % eingestürzte Gebäude aus (von diesem Altbestand, der in WIen ca. 30.000 Gebäude umfasst). Wäre also schon schwerwiegend, aber natürlich nicht vergleichbar mit richtig starken Erdbeben, wie in China oder Italien.