Schlüsseltresore

  • Nächsten Mittwoch soll meine Mutter aus dem Spital entlassen werden. Sie braucht ab dann mehr Unterstützung, 2x täglich wird eine Heimhilfe nach ihr sehen und sie soll ein Notfallband tragen.

    Mein Problem dabei:

    Die vom Entlassungsteam des Spitals dafür vorgeschlagenen Schlüsseltresore bereiten mir schlaflose Nächte. Die sind ja fast eine Aufforderung: Alter, pflegebedürftiger Mensch allein und wehrlos zu Hause...

    Sowas ist doch sicher nicht schwer aufzubrechen, im 6. Stock eines Gemeindebaus, tagsüber keine Nachbarn da, Kleinigkeit für einen Profi!

    Selbst kann sie die Türe aber nicht öffnen und vertrauenswürdige Nachbarn, denen man einen Schlüssel überlassen könnte, gibt es zwar, die sind aber berufstätig.

    Natürlich gibt es in der Wohnung nichts von Wert, das lindert meine Sorgen aber keineswegs.

    Habt ihr Ideen oder beruhigende Worte, vielleicht bin ich ja gaaaanz leicht paranoid.

    Gibt es Schlüsseltresore, die lautstark explodieren, wenn man ihnen Gewalt antun will? (Ich hätte da nichts gefunden)

  • Es kommt ja leider nicht immer die gleiche Person, auch die Rettung sollte notfalls zu ihr können (Notfallarmband), daher muss es wohl ein Zahlenschloss sein.

  • Schlüsseltresore sind allesamt sehr einfach zu öffnen, ohne die Kombination zu kennen. Ein Beispiel:



    Ich habe ca 20 gängige Modelle von Bauhaus, Obi, Metro, usw. zu Hause und alle lassen sich auf diese Weise sehr schnell öffnen.


    Hier muss man klar abwägen ob die Vorteile, die Risiken eines Einbruchs überwiegen. Ich persönlich würde da eher auf ein Versteck setzen, als auf einen gut sichtbaren Schlüsseltresor. Je nach örtlicher Gegebenheit, können das eine Blende am Türrahmen, ein falscher Lichtschalter, etc. sein.

  • Es gibt offenbar auch Schlüssel- Tresore, die Alarm schlagen, wenn manipuliert wird:

    https://www.schluesselbox.at/K…Pro-P500-mit-Alarmkontakt


    Insgesamt wahrscheinlich relativ teuer, aber für das beruhigte Gefühl unbezahlbar (imho)


    Nachtrag: meine über 100-jährige Tante hatte vor einigen Jahren so einen Notfall-Piepser für den Fall eines Sturzes in der Wohnung, Bei Alarm kam der Samariter-Bund und die hatten ihren eigenen Schlüssel dabei - hat einige Male gut funktioniert. vielleicht wäre das eine Lösung ?

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

    Einmal editiert, zuletzt von zippygirl () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Vielleicht ist ein elektrisches Schloss die Lösung? Anmeldung über euch und per Videospion entscheidet ihr ob die Türe aufgemacht wird oder nicht. Deine Mutter hat natürlich auch noch einen Chip.

  • Vielleicht ist ein elektrisches Schloss die Lösung? Anmeldung über euch und per Videospion entscheidet ihr ob die Türe aufgemacht wird oder nicht. Deine Mutter hat natürlich auch noch einen Chip.

    du meinst so ein Schloss, das man mit Zugangscode öffnen kann (wie z.B. in Bürogebäuden) ? In dem Fall sollte auch eine Sperre wirksam werden, wenn jemand mehrere Codes "ausprobiert". Ein echter Schlüssel beim verlässlichen Nachbarn hilft vielleicht zusätzlich vor allem in der Nacht und an den arbeitsfreien Tagen

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • Ein echter Schlüssel beim verlässlichen Nachbarn hilft vielleicht zusätzlich vor allem in der Nacht und an den arbeitsfreien Tagen

    Diese Lösung haben wir schon immer, die Nachbarn sind aber berufstätig.

    Wir brauchen eine vernünftige Lösung für die leider wechselnden (sonst wäre es einfach;)) Heimhilfe-Betreuer, die zweimal täglich kommen werden...

  • ...

    Wir brauchen eine vernünftige Lösung für die leider wechselnden (sonst wäre es einfach;)) Heimhilfe-Betreuer, die zweimal täglich kommen werden...

    Also ist es eher der regelmäßige Zutritt durch fremde Personen, aber innerhalb eines definierten Zeitraumes ("tagsüber").

    Da fallen mir noch die Sicherungen bei Tresoren oder (Bank-) Geldladen ein, wo Zugriff nur zu "bank-üblichen" Zeiten möglich ist.

    Vielleicht gibt es eine Art Master-Schloss an der Türe mit Zeitsteuerung, die das Zahlenschloss nur tagsüber frei gibt ?

    Ich würde auch einen polizeilichen Beratungsdienst fragen, was sie empfehlen. Schließlich ist Deine Mutter ja nicht die erste/einzige betreute Seniorin.

    Viel Glück und alles Gute der Mama !

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • du meinst so ein Schloss, das man mit Zugangscode öffnen kann (wie z.B. in Bürogebäuden) ? In dem Fall sollte auch eine Sperre wirksam werden, wenn jemand mehrere Codes "ausprobiert". Ein echter Schlüssel beim verlässlichen Nachbarn hilft vielleicht zusätzlich vor allem in der Nacht und an den arbeitsfreien Tagen


    Ich meine sowas z.B. von Nuki

  • In vielen (Pflege)Fällen ist ein Schlüsseltresor mit Zahlenkombi die einzig realistische Lösung für dieses nicht ganz seltene Problem. Wenn möglich, sollte er an einer relativ gut einsehbaren Stelle montiert sein - das macht es einem allfälligen Dieb schwerer, unbeobachtet zu agieren. Wer lustig ist und die Möglichkeit hat, montiert mehrere Schlüsseltresore nebeneinander, wobei freilich nur einer tatsächlich genutzt wird. ;)


    Was ich in einer ähnlichen Situation noch überlegt (aber dann nicht realisiert habe, daher nur als Idee) war _zusätzlich_ zum Schlüsseltresor für die Haustür ein elektronisches Schloss mit Fingerabdrucksystem direkt an der Wohnungstür; bei diesem System hätte aber jede Person mit Zutrittsberechtigung separat mit ihrem Fingerabdruck eingespeichert werden müssen, und das war gerade für Notfälle nicht realistisch.


    Wichtig wäre noch, den Pflegekräften _sehr deutlich_ nahezulegen, dass sie die Zahlenkombi nach jeder Entnahme und Rückgabe des Schlüssels ordentlich verstellen und nicht nur alles um eine Ziffer weiterdrehen...

  • Schlüsseltresore sind allesamt sehr einfach zu öffnen, ohne die Kombination zu kennen. Ein Beispiel:



    Ich habe ca 20 gängige Modelle von Bauhaus, Obi, Metro, usw. zu Hause und alle lassen sich auf diese Weise sehr schnell öffnen.

    Mit der Methode habe ich schon vor 40 Jahren die Zahlen-Fahradschlösser von Freunden geknackt (ohne böse Absichten natürlich).
    Dass sich seitdem nichts getan hat, finde ich schon peinlich.

  • Bei Alarm kam der Samariter-Bund und die hatten ihren eigenen Schlüssel dabei - hat einige Male gut funktioniert. vielleicht wäre das eine Lösung ?

    Wird aktuell bei uns z.b. auch so gut wie gar nicht mehr gemacht, dass die Schlüssel zu hunderten Haushalten zentral gelagert werden. Die Neu-Kundinnen vom Hausnotruf bekommen allesamt einen Schlüsseltresor neben die Haustüre montiert.

    viribus unitis - acta non verba

  • Ich kann jetzt nur für Linz schreiben, aber hier werden die Schlüssel in der Leitstelle gelagert. Ist sicherer, es muss aber dafür von der Leitstelle weggefahren werden.
    Ist für Wien so sicher nicht machbar.
    Die Sicherheit dieser Schlüsseltresore ist wieder ein anderes Thema.

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)

  • Mal etwas um die Ecke gedacht... Was wäre wenn den Schließzylinder gegen einen elektronischen tauschst?

    ZB. Evva Airkey. Die lassen sich einfach programmieren. Zugang via Schlüsselanhänger, Karte und/ oder auch via Smartphone.

    Damit kannst zb auch jemandem nur Zeitweise Zutritt gewähren. Zb. 2.4. von 12- 14 Uhr...

    Zudem siehst wer wann Zutritt hatte

  • seance ich fürchte, das lässt sich in Wiener Gemeindebauten bewilligungs- und bautechnisch nicht so ohne weiteres durchführen, aber einen Versuch wäre es sicher wert. Wobei die "Überwachung" auf Smartphone und tägliche Zutritt-Gewährung durch den berufstätigen Sohn problematisch werden könnte (Konferenz, Dienstreise usw.)

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • Wobei die Versicherung bei einem versteckten Schlüssel definitiv aussteigt. Wie es bei so einem Schlüsseltresor ist, müsste man ggf. bei der Versicherung erfragen. Vll. haben die sogar eine Vorschlagsliste?!?

    There is no such thing as too much backup!

  • Wobei die Versicherung bei einem versteckten Schlüssel definitiv aussteigt.

    Eine sehr paradoxe Situation, wenn ich länger brauche, um den versteckten Schlüssel zu finden, als den Schlüsseltresor zu öffnen. ^^


    Einbruchspuren wirst beim Dekodieren auch nicht feststellen können, um der Versicherung zu beweisen, dass keine grobe Fahrlässigkeit vorlag.


    Ich verstehe nicht warum die Dinger überhaupt jemand verwendet. Schreit ja förmlich nach "Pflegebedürftige, alleinstehende Person wohnt hier, achja und hier ist der Schlüssel". Den Schlüssel unter die Türmatte zu legen ist kaum unsicherer.

  • Zum Thema Versicherung kurz gegoogelt:


    Im Umgang mit Schlüsselsafes raten Sicherheitsexperten zur Vorsicht, denn die kleinen Metallkästchen an Wänden, sind nicht in allen Versicherungen enthalten.


    Versicherungsexperten raten deshalb ihren Kunden, genau zu kontrollieren, ob Einrichtungen wie Schlüsselsafes in der eigenen Haushaltsversicherung inkludiert sind. „Alle seit 2014 abgeschlossenen Haushaltsversicherungen decken auch den Einbruch über einen Schlüsseltresor. Ältere Verträge können problemlos aktualisiert werden. Bei gewerblichen Versicherungen muss man genau kontrollieren, denn auch bei Autohäusern oder Hausgenossenschaften gibt es solche Schlüsselkästen - hier gibt es Versicherungsbausteine, die eine bestimmte Prämie kosten, aber auch dort gibt es die Möglichkeit diese Schlüsselkästen zu versichern“, sagte Max Holzinger, Leiter der Versicherungstechnik bei der Uniqa Salzburg.

    Für Versicherungen scheint kein zerstörungsfreies Überwinden eines Schlüsseltresors zu existieren. :/


    Auch bei der Auswahl der Schlüsselsafes ist Vorsicht geboten. Im Fachhandel sind sie bereits ab 30 Euro erhältlich, hochwertigere Modelle hingegen kosten bis zu 130 Euro. Laut Sicherheitsexperten sind teurere Produkte wesentlich stabiler und würden ein gewaltsames Aufbrechen deutlich erschweren.

    Die Grazer Wechselseitige ist überhaupt der Ansicht, dass Schlüsseltresore nicht versicherbar sind (Stand 2018):


    Klaus Scheitegel, Chef der Grazer Wechselseitigen Versicherung (Grawe) und Sprecher des Versicherungsverbandes für die Sektion Einbruch/Diebstahl, bestätigte dem STANDARD: "Außerhalb der Wohnung angebrachte Schlüssel-Kästen sind nicht versichert, sie entsprechen keinen Sicherheitsstandards, weil sie leicht auffindbar und zu öffnen sind."