Kühlschrank ohne Strom

  • Hallo!


    Ich habe in den Foren danach gesucht aber nichts gefunden, somit habe ich dieses Thema erstellt.


    Falls es schon vorhanden ist, einfach löschen.


    Habe bei meiner Suche diesen Beitrag gefunden LINK

    Erst war ich ein wenig skeptisch aber durch ein Video auf Youtube und die Kommentare darunter scheint es wirklich zu funktionieren. Youtube


    Und die Luxusvariante habe ich auch gefunden, leider Ausverkauft :D Link


    Was haltet ihr davon? Wäre das eine Alternative?


    LG

  • Das scheint zu stimmten und wird auch anderswo ohne Video genauer erklärt:

    https://www.lekker.de/energiel…rank-selbst-bauen-kannst/

    Ob sich der Aufwand zur Kühlung eines Apfels oder zwei lohnt, bleibt dahingestellt

    zu Mitticool:

    https://www.energieleben.at/kuehlschrank-ohne-strom/


    Kühlen ohne Kühlschrank - da gibt es einige Ansätze im Internet, z.B.

    https://nur-positive-nachricht…-funktionieren-ohne-strom

    https://utopia.de/ratgeber/leb…%BChlt%20dessen%20Inneres.

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • Hm, zu dem Bastelansatz frage ich mich natürlich, welches Volumen / Masse kann ich da kühlen, und welches Delta T zur Umgebungstemperatur erreiche ich. auch auf Dauer ...
    Im Youtubevideo fehlt ja die Angabe der Umgebungstemperatur ...
    Und der Kommentar mit 40l-Volumen in der Wohnung nach diesem Prinzip, nicht sehr glaubhaft

    Habe bei meiner Suche diesen Beitrag gefunden LINK

    Erst war ich ein wenig skeptisch aber durch ein Video auf Youtube und die Kommentare darunter scheint es wirklich zu funktionieren. Youtube


    Und die Luxusvariante habe ich auch gefunden, leider Ausverkauft :D Link

    Die Luxusvariante für umgerechnet 100 € wäre ja "cool" im wahrsten Sinne des Wortes.

    Aber vielleicht mag das ja mal jemand ausprobieren

  • Wir haben sowas mal ausprobiert, diese Art der Verdunstungskühler nennt man Zeer Pot und meines Wissens stammen die ursprünglich aus Afrika und sollen bereits im alten Ägypten benutzt worden sein. Wie vieles andere Nützliche, wurden auch diese Zeer Pots wiederentdeckt bzw. 'neu' erfunden und sind nun erfolgreich z.B. in Nordafrika teils sogar auf Märkten in Verwendung wo es keine oder nur unzureichende Stromversorgung gibt. Die Kühlung funktionioniert ohne Elektrzität, ist also tauglich für Off Grid Refrigeration ;-) Das Teil lässt sich mit wenig Vormaterial und ohne besondere Vorkenntnisse oder handwerkliche Fertigkeiten bauen.


    Mein Vorbild war ein etwas größeres Exemplar, welches mal bei einer Grillparty in Gebrauch war. Da ziemlich schwer und nicht besonders komfortabel zu transportieren, eignet sich diese Art von Kühler wohl eher für den Blackoutfall, die Bug-Out-Location oder den fixen Lagerplatz und kaum für den mobilen Einsatz. Ausgangsmaterialen: 2 Terracotta Tontöpfe (unglasiert, unbeschichtet, ...), welche ineinander passen müssen, so daß ein Abstand von mehreren Zentimetern zwischen kleinem und großen Topf besteht. Weiters möglichst feiner Sand und Material zum verschließen event. vorhandener Bodenlöcher sowie Wasser und ein saugfähiges Tuch zum Abdecken des Kühlers. Material gibts für wenige Euro in jedem Baumarkt oder Gartenfachgeschäft, die afrikanische Original-Monsterausführung mit mehr als einem Meter im Durchmesser kostet dann wohl doch ein paar Euro mehr ...


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    Der Bau ist denkbar einfach: Zuerst werden die Bodenlöcher verschlossen, falls wie bei meinen Töpfen doch welche vorhanden sind. Hab diese einseitig mit Klebeband verklebt und mit Silikon zugeschmiert (war zufällig von einer Reparatur übrig) und danach die zweite Seite zusätzlich wiederum mit Klebeband abgeklebt. Man kann aber auch einen passenden Kork oder Fensterkitt, Autokitt etc. benutzen. Anschließend wird der Boden des größeren Topfes mit feinem Sand befüllt und zwar so hoch, dass die oberen Ränder beider Töpfe in etwa die gleiche Höhe haben. Etwas probieren schadet nicht, aber die exakte Höhe ist schnell gefunden. Nachdem der kleine Topf im großen platziert und mittig ausgerichtet ist, wird der entstandene Raum zwischen den Töpfen ebenfalls mit Sand gefüllt. Das Befüllen soll möglichst gleichmäßig erfolgen, damit sich der kleine Topf nicht verschiebt und auch schön mittig ausgerichtet bleibt. Die Füllhöhe des Sandes kann bis ca. 1-2 cm unterhalb der Topfränder reichen. Hab noch zusätzlich versucht mit leichten Stockschlägen auf den äußeren Topf den Sand zu rütteln und damit etwas besser zu verdichten. Hat leider nicht viel gebracht, es ist kaum Sand nachgerutscht. Da Silikon verwendet wurde, habe ich mit der Wasserfüllung etwas zugewartet, damit dieses aushärten kann und auch einigermaßen abdichtet.


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    Nun wird Wasser in die Sandfüllung gegossen und zwar möglichst ohne Hektik und mit Bedacht! Es soll nichts überschwappen oder gar der Sand rausgespült werden. Wasser ist dann in ausreichendem Maße vorhanden, wenn der Sand nichts mehr aufnimmt. Keinesfalls reinschütten, bis der kleinere Topf aufschwimmt und auf diese Weise weiterer Sand unter den kleinen Topf wandert und dieser dann im wahrsten Sinne des Wortes nach und nach aus dem Kühler rauswächst. Gibt die Füllhöhe des Sandes plötzlich nach, sollte man erst mal prüfen ob nicht der innere Topf bereits rausgewandert ist, bevor man neuerlich Sand nachfüllt! Im Prinzip kann der Zeer Pot nun schon mit Lebensmitteln (auch z.B. Getränke, Bierflaschen etc.) bestückt werden. Abgedeckt wird das ganze mit einem feuchten Tuch oder stilecht mit einem tönernen Deckel. Die volle Kühlleistung wird erreicht, wenn die Tontöpfe das Wasser aufsaugen und die Wände schön befeuchtet sind, was vielleicht 10-15 Minuten benötigt. Als Aufgestellungsort für diesen Kühler eignet sich besonders ein schattiger Ort mit ausreichend Luftzug, was besonders wichtig ist, z.B. am Balkon, hinter einem geöffneten Fenster, ... natürlich auch draussen am Lagerplatz z.B. auf einem Baumstumpf. Sind die Töpfe sehr porös so dass sich darunter ein Wasserlache bildet, schadet ein dichter Untersetzter, wie bei Blumentöpfen üblich sicherlich nicht.


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    Als Verdunstungskühler ist die Effizienz in erster Linie vom vorhandenen (oder nicht vorhandenen) Luftzug abhängig und natürlich auch von der Luftfeuchtigkeit. Die Kühlwirkung wird an einen elektrischen Kühlschrank sicherlich nicht heranreichen. Trotzdem ist eine Temperaturdifferenz von ein paar wenigen Graden erzielbar (Umgebung / innerhalb Zeer Pot), was bereits eine Verlängerung der Genießbarkeit bei zahlreichen Lebensmitteln um mehreren Tage erlaubt. Oft genügt es ja schon dass z.B. Gemüse und Obst im Schatten sind um nicht gleich auszudörren. Wenn man den Angaben im Netz glauben schenken darf ist im Idealfall ein Temparaturdifferenz von mehr als 10°C realisierbar. Nachgemessen hab ich das zwar nie, die Rahmenbedingungen müssen hierfür aber passen, z.B. bei guter Wässerung der Töpfe, schattigem Aufstellort, ausreichend Wind, niedrige Luftfeuchtigkeit. Seit wir vor 2-3 Jahren eine Engel Kompressorkühlbox angeschafft haben ist dieses Teil nichmal mehr als Gag bei Grillevents in Verwendung ...

    ------- Fragt mich nicht welches Gear ich besitze sondern was man damit machen kann! -------