COVID-19: Impfung - News & Informationen

  • Vorweg: Hier wird nicht darüber diskutiert warum sich jemand gegen Covid-19 impfen oder nicht impfen lassen möchte. Hier werden keine Verschwörungstheorien oder Falschnachrichten verbreitet!


    Hier eine sachliche Information eines deutschen Intensivmediziners was ein Impfstoff generell ist, wie der Covid-19 Impfstoff aussehen kann bzw. wird und häufige Fragen zum Thema:


    1. Das ging ja viel schneller, ist das denn sicher?

    Zitat

    Ja, das ging zum Glück sehr schnell. Es ist viel Erfahrung von früheren Forschungen eingeflossen. Und natürlich viel Geld und Forschungsleistung darauf verwendet worden. Auch bürokratische Prozesse sind priorisiert worden, zB ein Zulassungsverfahren. Das heisst aber NICHT, das Standards missachtet wurden. Die europäischen Arzneimittelstandards sind NICHT aufgeweicht worden.


    Die Impfstoffe mussten alle ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit und Sicherheit beweisen. Sonst hätten sie keine Chance auf Zulassung.

    2. Was ist das "mit den Genen"?

    Zitat

    mRNA-Impfstoffe sind noch relativ neu. Das Wirkprinzip ist so einfach wie genial. Es hat Nichts mit Genveränderung zu tun. Im Gegensatz übrigens zu jedem Virus, welches sich direkt oder indirekt in das Erbgut "einschleicht", um sich im Körper zu vermehren. Alleine kann das ein Virus nämlich nicht.

    3. Was ist mit Langzeitfolgen?

    Zitat

    Bisher sind keine bekannt. Zugegebenermaßen haben wir aber auch noch nicht "Langzeit" in der Erprobung der Impfstoffe. Wir haben aber viel Erfahrung mit früheren Impfstoffen. Der Nutzen überwiegt die Risiken bei Weitem.

    4. Bin ich nicht besser geschützt, wenn ich die Krankheit durchmache?

    Zitat

    Nein. Für das Immunsystem macht es keinen Unterschied, auf welches Agens es reagiert. Der Impfstoff hat aber nicht die krankmachenden Eigenschaften des Virus. Selbst wenn ich nicht einen schweren Verlauf habe oder Long-Covid - das durchmachen nutzt meinem Körper nichts im Sinne von "Abhärtung" oder "Ertüchtigung". Und im Gegensatz zum Impfstoff kann ich andere anstecken, die dann ggfs. schwer erkranken.


    Impfungen nutzen immer auch anderen !

  • Frage zu Punkt 2:

    Bei Wikipedia steht, dass es bisher noch keine zugelassenen RNA-Impfstoffe gibt.


    Das widerspricht dem o. a. Zitat bei Punkt 2.


    Was stimmt jetzt?

    Think positive, stay negative! :)

  • Was stimmt jetzt?

    Das widerspricht sich nicht. mRNA Impfstoffe sind "neu" weil sie gerade erst untersucht werden, besonders in der Krebsforschung. Da ein normales Zulassungsverfahren normalerweise viele Jahre dauert, verwundert es nicht, dass es noch keinen zugelassenen mRNA Impfstoff gibt. Nur weil ein Impfstoff nicht zugelassen ist, heißt es nicht, dass nicht mit ihm geforscht wird.

  • Wenn es bisher noch keine zugelassenen mRNA Impfstoffe gibt, dann wird COVID 19 der erste sein?

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Von einer Expertin namens Emma Hodcroft habe ich gehört, dass die Forschung an mRNA-Impfstoffen schon einige Zeit vor Covid-19 (und unabhängig von der Pandemie) im Gange war, und sich jetzt mit Covid-19 quasi eine "dringende gute Gelegenheit" ergibt, diese neue Technologie einzusetzen. Es gibt also tatsächlich noch keine zugelassenen mRNA-Impfstoffe, aber durchaus schon einiges an Knowhow dazu.

  • Es gibt derzeit neun(!) verschiedene Technologien, die für die Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen verwendet werden; vier von diesen Technologien (mRNA; virale Vektoren; Subunit/Untereinheiten; deaktivierte Viren) sind in aktuell 13 verschiedenen Impfstoff-Kandidaten in Verwendung, die derzeit in Phase-3-Tests (also in Massentests, dem letzten Schritt vor der Zulassung) stehen. Insgesamt wird an über 100 verschiedenen Impfstoff-Kandidaten gearbeitet.


    https://www.nytimes.com/intera…irus-vaccine-tracker.html hat viele Details zu jedem Kandidaten (man braucht aber einen Account zum Lesen)


    mRNA ist davon die mW einzige Technologie, die bisher noch nie in einem zugelassenen Impfstoff verwendet wurde (aber halt auch diejenige, mit der man besonders schnell zu einem neuen Impfstoff kommt... deshalb sind die ersten beiden Kandidaten in Phase-3-Tests mRNA-Impfstoffe). Es ist also damit zu rechnen, dass in den nächsten Monaten auch Covid-Impfstoffe mit anderen, bereits besser erprobten Technologien als mRNA verfügbar werden.

  • Hier der Link zu einem kürzlichen Post von mir, ev. sollte der hierher verschoben werden.


    3. Was ist mit Langzeitfolgen?


    Bisher sind keine bekannt. Zugegebenermaßen haben wir aber auch noch nicht "Langzeit" in der Erprobung der Impfstoffe. Wir haben aber viel Erfahrung mit früheren Impfstoffen. Der Nutzen überwiegt die Risiken bei Weitem.

    Natürlich sind keine Langzeitfolgen bekannt, aufgrund der verkürzten Zulassung entfällt ja genau diese Testphase. Der einzige Weg, Langzeitfolgen zu finden, ist Abwarten. Die Hoffnung ist einfach, dass die Impfschäden, sollten sie auftreten, weniger schlimm sind als die Covid-Folgen, die ohne Impfung auftreten.


    Das mag argumentierbar sein (vorausgesetzt, die Impfung wirkt), es muss aber jedem klar sein, dass man sich mit der Impfung zum Teilnehmer an einer Langzeitstudie macht.


    Es gibt - laut Wikipedia u.a. - noch keine zugelassene mRNA-Impfung (überhaupt keine!), und die Pharmaindustrie ist höchst interessiert daran, einen Präzedenzfall zu setzten (die Signalworte sind hier wohl "schnell produzierbar" und "kostengünstig"). Durchaus möglich, dass das die Technologie der Zukunft ist - das Problem ist, dass man mit einer ad hoc-Einführung die ganze Welt zum Labor macht.

  • wenn es schief geht, geht es demnach sehr schief, weil durch die hohe Anzahl der "Tests" natürlich auch bei einer geringen Wahrscheinlichkeit einige Leute betroffen sind. (1 von 10.000 sind bei 3 Millionen geimpften immer noch 300 Leute in Österreich)


    Alternativ ist natürlich auch nicht super, Covid zu bekommen, da gibt es ja auch Langzeitschäden, wie wir schon wissen.

  • Hier ein interessanter Artikel zum Impfstofftest von AstraZeneca - wenig vertrauenerweckend, gibt aber ein schönes Stimmungsbild, wie da gearbeitet wird.


    Zum Kontrast könnt Ihr hier lesen, wie die Kronenzeitung nur vier Tage vorher berichtet hat.


    Wie weiter oben erwähnt, gibt es ja mehrere Impfstoffkandidaten. Da sind noch einige Überraschungen möglich.


    P.S.: Nur so zum Nachdenken... Bei den beiden aussichtsreichsten Kandidaten von Biontech und Moderna sind zwei Impfdosen zum kolportierten Preis von je 20 bis 25 USD erforderlich. Da kommt ganz schön was zusammen.

    Einmal editiert, zuletzt von capraibex ()

  • ich hab da mal ne Frage :-)

    Bzw. Die Info ist mir noch nicht unters Auge gekommen.


    Wisst Ihr wie Impfgruppen bestimmt und die entsprechenden Menschen gefunden und informiert werden sollen?


    Ich habe heute den Gesundheitsminister von NRW im Fernsehen gesehen und seine Naive Meinung zur "Impf-Menschenfindung" fand ich sehr an der Realität vorbei. So hatte er z.B. die Idee das alle Lehrer beim Staat angestellt seien... es gibt aber auch Privatschulen... bei der Aufzählung der Gesundheitsberufe wurden die "Niedergelassenen Ärzte" vergessen. Bei den Älteren Personen sollte die Pflegeversicherung die Personen benennen, nicht alle beantragen aber eine Pflegeversicherung. Es gibt nicht nur Pflegeheimbewohner sondern auch Häusliche Betreuung....


    Weitere Beispiele die mir ohne lange drüber nachzudenken noch einfallen:

    Nicht jeder Bürger hat eine Krankenversicherung, oder geht nicht (regelmäßig) zum Arzt, es gibt oft mehrere Ärztemeinungen gleichzeitig, manche verzichten auf Krankengeld, Pflegegeld, manche haben mehrere Krankheiten gleichzeitig, die Krankenakten sind wahrscheinlich sehr oft nicht "vollständig" - und bis jetzt ging ich immernoch davon aus das es ein Ärztegeheimnis in DE gibt...

    Einmal editiert, zuletzt von Coffee2Go ()

  • Also wie das Chaos tatsächlich ablaufen wird, kann man kaum vorhersehen.

    Grundsätzlich, wer beim Staat angestellt ist, Beamte sowieso, sind ja irgendwie erfasst. Da läuft die Kommunikation wahrscheinlich recht schnell.

    Man kennt sicherlich nicht jeden Lehrer an privaten Schulen, man kennt aber die Schulen - läuft die Info halt darüber. Notfalls über das Melderegister, dann halt nach Altersgruppen. Da kann man jetzt viel rum stricken, insgesamt wird man 99% abdecken können.

    Es wird mit Sicherheit nicht zu Aufforderung an Ärzte kommen, potentiell gefährdete zu melden. Es soll ja nicht nur bis zu einer bestimmten gefährdungsklasse herunter geimpft werden sondern - also der ideale Traum - alle. Natürlich erstmal die mit hoher Gefährdung, da versucht man zu kriegen was geht, aber letztendlich wird die Impfung jedem offen stehen - und wenn am Ende der Postwurf steht.

    Natürlich kann sich einer aus allen möglichen Systemen ausklinken, dann hat derjenige halt auch eine Holschuld für seine Gesundheit.

  • P.S.: Nur so zum Nachdenken... Bei den beiden aussichtsreichsten Kandidaten von Biontech und Moderna sind zwei Impfdosen zum kolportierten Preis von je 20 bis 25 USD erforderlich. Da kommt ganz schön was zusammen.

    Dann überleg mal, wieviel Geld die Firmen investiert haben in den letzten 8 bis 9 Monate.
    Alles was normalerweise in ein Researchzeitraum von 8 bis 15 Jahre investiert wird, wurde nun - unter großem Risiko (wenn der Konkurrent schneller besser ist, bleibst auf alles sitzen) - in nur sehr wenig Zeit erforscht, erprobt und (so gut wie) eingereicht - falls man soweit gekommen ist. Bei den meisten lief aber nicht nur 1 Studie, sondern Dutzende, welche mal im ersten, mal im späteren Stadium und manche sogar kurz vor der Zulassung in den Shredder landeten. Daneben auch noch Co-Ops zwischen Partnerfirmen und gar Konkurrenten. Alleine schon die Forschungen, die nichts geworden sind, haben schon Kosten im hohen zweistelligen Millionenbereich gekostet. Und dies muss man auch irgendwie wieder reinholen und zugleich Finanzen für neue Projekte bereitstellen.

    Und... Das kommt jetzt vielleicht als eine Überraschung: Pharmakonzerne sind ganz normale, gewinn-orientierte Firmen - keine Mutter Theresa Organisation.

    Aber genau solche Aussagen wie "schau mal was die sich verlangen trauen" (sinngemäß) ist der Grund warum die Produktion immer mehr in Richtung Asien geht - mit allen finanziellen und gesundheitlichen Risiken. Wären wir in Europa nicht der letzte Penicillin- und Cephalosporinhersteller, wäre die Todesrate in der ersten Welle deutlich höher gewesen, da aus dem asiatischen Raum NICHTS mehr nach Europa geliefert wurde (Ausfälle Produktion, Zurückhalten für eigenes Land trotz Liefervertrag, Diebstal am Flughafen - da war alles dabei).

    Man soll nicht immer nur auf den Preis schauen, sondern auch auf die Qualität und Verfügbarkeit.

    Hard times create strong men, strong men create good times.

    Good times create weak men, weak men create hard times.

    2 Mal editiert, zuletzt von Roekkr3 ()

  • Roekkr3 du hast schon recht, aber ich hätt jetzt die unterstellte Intention beim Posting von capraibex so nicht rausgelesen.

    Die unsichtbare Hand des Marktes wirds schon richten. ?(X/


    GxP'ige Grüße

  • Moderna beantragt Impfstoffzulassung in EU (EMA) und USA (FDA)

    Der US-Pharmakonzern Moderna hat wie angekündigt als erstes Unternehmen die Zulassung für einen CoV-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung sei gestern bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eingereicht worden, sagte eine Moderna-Sprecherin der dpa in New York.


    Parallel dazu wurde auch eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt. Die entsprechenden Daten seien der FDA übermittelt worden, teilte Moderna per Twitter mit. Die FDA setzte daraufhin für den 17. Dezember ein Treffen eines Beratungskomitees an, bei dem der Antrag diskutiert werden solle.


    Wenn das jemand wirklich interressiert, es gibt dazu ein Public Stakeholder Meeting.

    Es ist public, es ist öffentlich auf der Page, da kann man das schonmal verlinken.



    https://www.ema.europa.eu/en/n…meeting-covid-19-vaccines


    Date: 11/12/2020 - Live broadcast - 13:00 - 16:30 (CET)


    Zitat

    EMA is organising this virtual meeting to explain the processes for the development, evaluation, approval and safety monitoring of COVID-19 vaccines in the EU, including EMA’s specific role, to all interested parties.

    It will also give the opportunity to the public and stakeholder groups to speak and share their needs, expectations and any concerns, that will be considered by EMA and the European medicines regulatory network in the decision-making process.

    Please note that some issues of high public interest, such as patient access to COVID-19 vaccines and national vaccination campaigns, lie outside EMA's remit and will not be covered at this event.


    Erwartet aber euch nicht zuviel. Könnt trocken werden.

  • Roekkr3 du hast schon recht, aber ich hätt jetzt die unterstellte Intention beim Posting von capraibex so nicht rausgelesen.

    Die unsichtbare Hand des Marktes wirds schon richten. ?(X/


    GxP'ige Grüße

    Vielleicht reagiere ich da auch allergisch drauf...

    Was auch so gut wie keiner weiß - die Einreichung bei der FDA, also nur damit du deine Daten zur Begutachtung übermitteln DARFST, kostet pro Einreichung zur Zeit über 90.000$. Vergisst du ein Datensatz - kannst die Pauschale nochmal voll und ganz zahlen.

    Und damit ist es nicht fertig - die FDA beurteilt dann die ganzen Sachen (wennst glück hast auch mal zeitnah) und dann kommt (9,9 von 10 mal) eine Deficiency Letter mit Fragen und Bemerkungen, die du dann in sehr kurzen Zeitraum (90 Tage) belegen, widerlegen, verteidigen, attestieren und beantworten musst. Ist das nicht in ihrem Sinne erfolgt (oder bist bei der Midnight Deadline auch nur um 1 Minute zu spät) - Ü-90.000$ und das Spiel fängt von vorne an.

    Wir können nur hoffen, dass die Impfstoffe in US-/EU-Hand bleiben und nicht wieder für allerkleinstes Geld nach China oder Indien ausgelagert werden.

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  • Roekkr3 Hallo, ich wollte natürlich nicht Deine Arbeit irgendwie klein reden. Mir ist schon klar, dass das etwas kostet.


    Ich habe das - vielleicht naiv - so überschlagen:

    • Angenommen, 1/3 der Weltbevölkerung wird nicht geimpft, 1/3 wird von China/Russland/anderen versorgt, Moderna und Biontech teilen sich den Rest, und es braucht nur einen Impfdurchgang
    • Das macht dann 7,8 Mrd / 6 x 40 USD = 52 Mrd USD für jeden, verteilt auf vielleicht drei Jahre
    • Davon geht ein Teil für F&E, Produktion und Steuern weg.
    • Ein schneller Blick in die Bilanz offenbart jeweils Umsatzerlöse um 100 Mio. und negative Jahresergebnisse; Pfizer, die mit Biontech kooperieren, bleiben ca. 16 Mrd nach Steuern (nur zum Größenvergleich).
    • Dazu kommt das Folgegeschäft mit anderen mRNA-Impfstoffen.

    Ich habe einfach ein ungutes Gefühl, wenn bei der Impfstoffentwicklung für eine Pandemie Investoren, Bilanzen und Börsenkurse etc. vielleicht wichtiger sind als die Lösung.

    • Angenommen, 1/3 der Weltbevölkerung wird nicht geimpft, 1/3 wird von China/Russland/anderen versorgt, Moderna und Biontech teilen sich den Rest, und es braucht nur einen Impfdurchgang

    Nur dazu kurz ein paar Datenpunkte: Derzeit sind (abgesehen von China und Russland) 13 Impfstoffkandidaten in Phase-3-Tests, und insgesamt ca. 100 Kandidaten in Entwicklung. Es ist daher anzunehmen, dass der Weltmarkt für Covid-19-Impfungen sich mittelfristig unter mindestens 20-30 Anbietern aufteilen wird, die wegen ihrer jeweils unterschiedlichen Produkte auch durchaus voneinander unterscheiden. (Unter anderem vermute ich das, weil gerade durch diese Pandemie wieder ein gewisses "Regionaldenken" eingesetzt hat und man sich daher eher nicht von ganz wenigen global playern abhängig machen möchte... gut so!)


    Es ist extrem unwahrscheinlich, dass irgendeine Covid-19-Impfung mit nur einem Durchgang dauerhaft Schutz vor Infektion bieten wird; aktueller Stand der Dinge ist, dass man 2 Impfungen in kurzem Abstand für ausreichenden Schutz braucht und dann vermutlich alle 1-2 Jahre wieder auffrischen muss.

  • Ist in unser Beruf auch nicht anders.

    Da meine Kollegen und ich über die ganze Welt reisen und auch in den verschiedensten Produktionsstätten verweilen (Audits) - sind wir vor Covid-19 schon gegen so gut wie alles geimpft.


    So wird das dann auch bei der Covid-Impfung ablaufen, wo ich aber nur reserviert erfreut bin.


    Aber für gewisse Erkrankungen soll es einfach eine Impfpflicht geben. Nicht nur um die Einzelperson vor der (wohlmöglich tödlichen) Krankheit zu schützen, aber auch um die Gesellschaft in Schutz zu nehmen.

    Hard times create strong men, strong men create good times.

    Good times create weak men, weak men create hard times.

  • Aber für gewisse Erkrankungen soll es einfach eine Impfpflicht geben. Nicht nur um die Einzelperson vor der (wohlmöglich tödlichen) Krankheit zu schützen, aber auch um die Gesellschaft in Schutz zu nehmen.

    Da stimme ich zu.


    Diese Situation wirft eine grundlegende Frage auf. Ab wann dürfen oder sollen "der Staat" (= Politiker, Beamte, "Experten"gremien) bzw. Unternehmen in die körperliche Unversehrtheit ihrer Untertanen eingreifen?


    Aktuell vereinfacht der Staat (bzw. die EU) Zulassungsvorschriften, übernimmt Haftungen der Pharmakonzerne und überlegt, zumindest gewisse Bevölkerungsgruppen zur Impfung mit einem neuartigen Impfstoff zu nötigen. Dass das nicht ganz harmlos ist, kommt manchen schon zu Bewußtsein, siehe dieser Artikel zur Impfpflicht in Salzburger Spitälern, besonders der letzte Satz.


    Wäre das Risiko für den Einzelnen und die Gesellschaft groß (Pest, Ebola oder irgendeine andere Krankheit mit hoher Todeswahrscheinlichkeit), gäbe es kaum Diskussionen, jeder würde das Impfrisiko freiwillig in Kauf nehmen. Dafür ist Covid aber für die Masse nicht schlimm genug.


    Dazu kommt, dass Regierungen, Konzerne und ihre "Experten" nur mäßig Vertrauen genießen. Zu viele Manipulationen und Malversationen wurden schon bekannt. Das Wohl von Staatsbürgern und Kunden steht bei Entscheidungen selten an erster Stelle. Laut diesem Artikel (letzter Absatz) ist derzeit nur die Hälfte der Österreicher impfwillig, und Vertrauen (oder dessen Mangel) spielt dabei eine wichtige Rolle.


    Das führt mich zum nächsten Punkt. Im Kleingedruckten haben wir mit der Staatsbürgerschaft auch akzeptiert, dass der Staat (bzw. seine Repräsentanten) auch Kriege führen darf, einschließlich aller Folgen. Indirekt erfahren wir z.B. auch die Folgen der Gesundheits- und Sicherheitspolitik sowie des Zivilschutzes. Und während wir erleichtert sind, dass Tschernobyl und Fukushima nicht weiter eskalierten, denken wir nicht an die Soldaten, Feuerwehrleute und Techniker, die dort staatlicherseits in den sicheren Tod geschickt wurden. Wo also die Grenze ziehen? Was soll der Staat verordnen dürfen? Wieviele Tote oder zerstörte Leben sind Gemeinwohl und Fortschritt wert?


    Ich habe darauf leider auch keine Antwort. Ich wünsche mir aber eine Gesellschaft, in der eigenverantwortliche Bürger freiwillig und aus Überzeugung handeln, statt zu "ihrem Besten" manipuliert oder gezwungen zu werden. Und ich wünsche mir, dass Führungspositionen in Politik und WIrtschaft nicht mit Menschen besetzt werden, die primär von Egoismus, Macht- und Besitzstreben motiviert sind - weil diese dann nicht führen können, da keiner ihnen vertraut.

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