Heizung mittels Ofen

  • Passend zur Jahreszeit das Thema Heizen.


    Ich habe es ja an anderer Stelle bereits geschrieben: der Einbau eines Holzofens (bzw. Allesbrenners) ist Prepperpflicht. Insbesondere wenn ein Kamin vorhanden ist!
    Meiner Meinung nach sollte ein Ofen einsatzbereit an Ort und Stelle stehen und nicht erst aus dem Keller geholt werden müssen...

    Im Folgenden werde ich unsere Heizsituation beschreiben und unsere Öfen vorstellen; Vielleicht schließt sich die eine oder der andere an und stellt ihren/seinen Ofen auch vor - da kommt dann schon ein kleines Kompendium zusammen für all jene, die sich überlegen, einen Ofen anzuschaffen.


    Wir haben zwei Häuser zu beheizen: unser Wohnhaus (ca. 200m²) und unser Gästehaus (150m² mit 3 Wohneinheiten zu je ca. 50m²). Beide Häuser werden von einer Zentralheizung versorgt - ein Öl-Brennwertkessel. Eine Ölheizung ist sehr komfortabel und sehr klimaschädlich - ist nicht nachhaltig und wird mittelfristig ersetzt. Aber darum geht es mir hier nicht, denn JEDE Zentralheizung ist anfällig und stromabhängig. Daher haben wir zusätzlich:

    • einen Holzzentralheizungskessel in der Küche
    • einen Kaminofen (im Wohnzimmer)
    • einen Holzofen im Flur
    • einen Tischherd im Esszimmer
    • drei Tischherde im Gästehaus ( je WE einer in der Wohnküche)

    Für alle unserer Öfen gilt: es kann mit eigenem Scheitholz geheizt werden. Dazu muß die Brennraumgröße ausreichen, um 30 bis 40cm lange Scheite aufnehmen zu können. Am besten liegend. Das ist bei der Ofenauswahl extrem wichtig, da sehr viele Öfen einen zu kleinen Brennraum haben um Scheitholz zu verbrennen. In einer Krise kommen ja eventuell auch das Nachtkastl und die Terrassensessel in den Ofen, da ist es umso wichtiger, dass der Ofen Platz für sperriges Brennmaterial hat.


    Holzzentralheizungskessel

    Standort: in der Küche

    Marke: Windhager

    Typ: KS-L (gibt es nur noch gebraucht)

    Leistung: 10kW (Holz), 15kW (Koks)
    Brennstoff: Holz, Kohle, Briketts, Koks
    Besonderheit: wasserführend, ist in die Zentralheizung eingebunden und kann das ganze Wohnhaus alleine heizen.

    Anmerkung: wir heizen hier nur Holz, daher geht der Ofen über Nacht meistens aus. Für diesen Ofen gibt es eine eigene Umwälzpumpe. Der Ofen ist in die Küchenzeile integriert, man kann darauf auch kochen (allerdings nur im Vollheizbetrieb sinnvoll, da die meiste Wärme in den Wasserkreislauf geht).


    Kaminofen

    Standort: im Wohnzimmer

    Marke: HAAS + SOHN

    Typ: Arezzo (gibt es nicht mehr)

    Leistung: 8kW (Holz)

    Brennstoff: Holz

    Besonderheit: keine - hab ich mir nur aus zwei Gründen gekauft: erstens weil er mir gefallen hat, zweitens weil er ein hohes Sichtfenster hat (50cm) - die Flamme brennt ja hoch und nicht breit ;)

    Anmerkung: wir heizen Scheitholz, der Ofenraum ist für 35cm lange Scheite (liegend) geeignet, längere stelle ich schräg hinein. Diesen Ofen beheizen wir regelmäßig (zusätzlich zur Zentralheizung) - wir mögen es sehr, wenn es knistert und die Wärme in den Raum strahlt ;)


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    Holzofen

    Standort: zentral im Flur

    Marke: Wamsler

    Typ: KS 109-8

    Leistung: 8kW (Holz)

    Brennstoff: Holz, Briketts

    Besonderheit: Sehr geringe Bautiefe - ist daher kaum im Weg (siehe Foto). Sehr großer Brennraum. Theoretisch kann man oben drauf auch kochen (haben wir nicht ausprobiert).

    Anmerkung: wir heizen hier normal nie, im Probebetrieb war die Heizwirkung aber sehr gut (auch die Wärmeverteilung).


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    Tischherd

    Standort: einer im Esszimmer des Wohnhauses und drei im Gästehaus (einer pro Wohneinheit, jeweils in der Wohnküche)

    Marke: La Nordica

    Typ: Rosetta

    Leistung: 7,3kW (Holz)

    Brennstoff: Holz

    Besonderheit: Kochplatte mit herausnehmbaren Ringen um direkt auf der Flamme kochen zu können. Backrohr mit Thermometer (erreicht im Normalbetrieb 250°). Dörrfach unter dem Backrohr. Ofenlade. Gibt es mit Kaminanschluss links oder rechts. Brennraum aus Gusseisen.

    Anmerkung: wir heizen Scheitholz, der Ofenraum ist für 35-37cm lange Scheite geeignet. Es gibt sicher bessere (und teurere) Tischherde, aber dieser hat uns auch als "Möbel" gut gefallen. Ab und zu heizen wir den Tischherd ein und wärmen damit locker Esszimmer und angrenzende Küche. Kochen funktioniert wunderbar, wir haben im Backrohr auch schon Pizza und Brathendl gemacht.


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  • Nachtrag zum Tischherd:


    Damit man sich vorstellen kann, wie man auf einem Tischherd kocht, zeige ich euch noch ein paar Bilder.


    Im Backrohr befinden sich zwei Kitzrücken und im Topf Kartoffeln, die später "Kanarische Bratkartoffeln" wurden (kleine Kartoffeln in Schale gekocht und dann in der Pfanne in ein wenig Salzlake geschwenkt bis das Wasser verdunstet ist, Kartoffeln bekommen dann eine Salzpatina, dann weiterbraten bis angebrutzelt, fertig)


    Damit der Topf mehr Hitze bekommt, kann man die Ringe über der Flamme entfernen und so den Topfboden direkt heizen - funktioniert super!
    Es ist aber die gesamte obere Fläche Kochzone, mit unterschiedlicher Hitzeverteilung. Man kann also durchaus etwas (über dem Feuer) scharf anbraten und gleichzeitig daneben eine Suppe simmern lassen.


    Das Backrohr läßt sich bei gleichzeitig normaler Kochleistung zwischen 150° und 250° regeln. Weniger geht nur bei geringerer Kochleistung und mehr brauchts nicht (wäre wohl bei extremer Befeuerung auch möglich).


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  • ...den roten La Nordica haben wir auch! Super Ofen und ein Schmuckstück. Bei uns steht er in der Küche und wird ab un zu zum Kochen (Schweinsbraten, Ribs, etc. ) benutzt.

  • Mik der La Nordica Tischherd ist ja auch wirklich schön anzusehen ;)
    Wie macht ihr die Temperaturregelung des Backrohrs? Ich mache es teils mittels Backrohrschieber (der oberhalb des Backrohrs) und - wenns trotzdem noch zu heiß ist, dann das Backrohr ein paar Millimeter aufmachen (geht grade noch mit der Verriegelung). Weniger Holz und weniger Luft im Brennraum geht natürlich auch, aber wenn ich gleichzeitig oben kochen will, brauche ich eben eine gewisse Hitze...

  • ja, da sind auch immer noch am tüfteln...wenn nur Backrohr in Betrieb, ist es einfacher, die Temp. übers Holz zu steuern....kleine Scheite und weniger nachlegen.
    Ansonst machen wir es wie du.....Backrohr öffnen und Schieber einstellen.

  • Kann ich dieses Thema für Fragen nutzen?

    Ich wohne in einer Wohnung mit zwei Stockwerken. Scheinbar für Kamineinbau vorbereitet. Ein Anschluss wäre in der Küche, vollverbaut und nicht Nutzbar, der zweite im ersten Stock im Gästezimmer welches kaum genutzt wird.

    Habt ihr Erfahrungen mit dem nachträglichen Anschließens eines Kamins in meiner Wohnsituation?
    Kennt ihr Lösungen einen Anschluss vorzubereiten und nur im Krisenfall zu nutzen, also eine Art Kaminkupplung?

  • Ich würde den zuständigen Rauchfangkehrer fragen. Der weiß sicherlich Bescheid, wie die rechtliche Situation aussieht.

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)

  • Wie Scout schon bemerkte, red mit dem Rauchfangkehrer.

    Bei uns war nach einem kurzen Gespräch alles klar, und wir haben im Wohnzimmer ein neues Loch mit Zugang in den Hauskamin gemacht, verputzt, das Ofenrohr hinein geschoben, und fertig.

    Ist alles viel weniger Aufwand als man denkt, und speziell in älteren Häusern hat man im Normalfall in jedem Zimmer Zugang zu einem Kamin.

    Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience.

  • Das sollte unkompliziert möglich sein. Wie schon beschrieben, Rauchfangkehrer befragen, den Anschluss kannst du selbst schlagen, für ein Ofenrohr des für den Rauchfang passenden Durchmessers vorbereiten und mit einer Verschlusskappe schließen. Der Ofen, den du planst, muss zum Ofenrohrdurchmesser passen!

  • Das sollte unkompliziert möglich sein. Wie schon beschrieben, Rauchfangkehrer befragen, den Anschluss kannst du selbst schlagen, für ein Ofenrohr des für den Rauchfang passenden Durchmessers vorbereiten und mit einer Verschlusskappe schließen. Der Ofen, den du planst, muss zum Ofenrohrdurchmesser passen!

    Ich würde das den Rauchfangkehrer machen lassen.


    Wir haben unseren Schwedenofen auch nachträglich vom Rauchfangkehrer anschließen lassen. Da wir einen verkleideten Fertigkamin haben, hätte ein außermittiges Anbohren Schaden anrichten können. So hat der Rauchfangkehrer die Verantwortung und Gewährleistungspflicht.

    Think positive, stay negative! :)

  • georgum  Makoto - aber Achtung: meines Wissens muss dann der Kamin regelmäßig vom Rauchfangkehrer gewartet werden, auch wenn noch kein Ofen dranhängt. Macht auch Sinn, denn im Katastrophenfall, wenn du eilends den Notofen anschließen willst, solltest Du sicher sein, dass der Kamin frei von abgebröckelten Ziegeln, Wespen- oder Vogelnestern ist und die Wahrscheinlichkeit bei Blackout einen Rauchfangkehrer zu bekommen, scheint gering.


    In NÖ habe ich in meiner Genossenschaftwohnung zwar einen Notkamin, darf ihn aber ohne Einwilligung der Genossenschaft nicht vorsorglich in Betrieb nehmen - erst im Notfall ..... haha :rolleyes:

    Ich plane eine andere Lösung (selbst erdacht, obwohl eine ähnliche Idee habe ich kürzlich irgendwo hier im Forum erspäht)

    Im Falle von Texas-ähnlichen Zuständen definiere ich als Panic-Room mein Badezimmer, welches mit 2,1 x 3,1 fast 7 m2 bringt. Das schmale Fenster öffne ich (Fensterflügel bleibt offen).

    Ein vorgefertigtes passendes Holzbrett (b) (evtl. + Isolierung) wird in der Laibung fixiert.

    Das Holzbrett hat unten ein kippbares Kellerfenster 40x40 cm (a) (Hornbach, € 29) für Frischluft und Tageslicht, und oben ein rundes Loch für das Rauchrohr des Ofens (c) - etwa in der Art der Zeltöfen oder Miniöfen für Campingvans.

    Das Öfchen (Werkstatt oder ähnlich) (d), Rauch geht über dem kleinen Fensterchen ins Freie.

    Ein Notbett hat in meinem Bad unter der ebenen walk-in- Dusche locker Platz, desgleichen Ablagetischchen, Sessel, Wasser-Kanister, Vorräte und gleichfalls Not-Toilette.

    Verbesserungsvorschläge werden gerne entgegengenommen


    panic.jpg


    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • Ich hoffe über dir wohnt keiner mehr :/

    Über mir ist ebenfalls ein Badezimmer, das bei (SHTF-) Minusgraden bei Blackout wohl nicht oft geöffnet werden wird, (und wenn - kann man sich abreden) Wie gesagt - das wäre eine Bug-In Variante im äußersten Notfall.

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • In NÖ habe ich in meiner Genossenschaftwohnung zwar einen Notkamin, darf ihn aber ohne Einwilligung der Genossenschaft nicht vorsorglich in Betrieb nehmen

    Ein Notkamin ist IMMER die bessere Lösung als irgendwelche Ofenrohr-durchs-Fenster-stecken-Lösungen.
    Lass dir den Ofenanschluss an den Notkamin fix machen - am besten gleich mit einem passenden Ofen dazu (der stehen bleibt, falls du genug Platz hast - da gibt es sehr platzsparende Modelle). Nicht lange fragen - heizt ja eh nur im Notfall damit!!! Und die Probe machst in der Nacht, wenn keiner sieht, dass es bei dir ausm Notkamin raucht ;)
    Und ob der Kamin dann im Notfall zieht, kannst du ganz leicht feststellen: einfach ein paar Seiten Zeitungspapier im Ofen verbrennen. Wenn der Kamin zu ist, rauchts ein bisserl in die Wohnung. Wenn er frei ist, zieht der Rauch problemlos ab. Falls der Kamin zu ist, versuchen frei zu machen (Kanalreinigungsspirale? Kaminkehrer?).

  • prepperfamily das funktioniert vielleicht bei einem Eigenheim, aber nicht bei einer Genossenschafts-Mietwohnung. Heimlich würde ich schon gar nichts machen, da im Brandfall die Versicherung nicht mitspielt, abgesehen davon, dass mir die Wohnung gekündigt wird, wenn ich sie missbräuchlich verwende.

    Ich weiß, die Fenster-Lösung ist nicht elegant und wahrscheinlich rechtlich auch nicht 100 % gedeckt, aber die Brandgefahr in meinem Fall (Badezimmer) ist gering und es geht ja um eine Ausnahme- Situation wie jetzt in Texas.

    Ich denke, so mancher Texaner wäre froh, wenn er sich irgendwie auf diese Art vorbereitet hätte.

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  • prepperfamily =O - Frischluft gibt es doch durch das kippbare Fenster ? Ein CO / CO2-Melder wäre außerdem auch noch im Raum.

    Aber - danke, dass ihr besorgt um mich seid. Ich werde die Option mit dem Kamin nochmals genau prüfen.

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    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • Bei uns (Sachsen) montiert der Schornsteinfeger keinen Kaminofen. Da muss man einen Fachmann kommen lassen, wenn man es nicht selber kann.

    Der Schornsteinfeger nimmt die Sache nur ab.


    Da wir unsere Kachelöfen und den Kaminofen nur im Winter als zusätzliche Wärmequelle nutzen (neben der Zentralheizung), reicht es, wenn der Schornsteinfeger 1x im Jahr zum Fegen kommt.


    2x innerhalb von sieben Jahren gibt es eine "Feuerstättenschau", da werden sämtliche Öfen vom Schornsteinfeger in Augenschein genommen und auf ihre Funktion überprüft, ebenso wie der Schornstein selbst.

    Kostet halt alles zusätzlich zur jährlichen Wartung der Zentralheizung.

    Aber es dient der eigenen Sicherheit und ist es uns wert.

  • In NÖ habe ich in meiner Genossenschaftwohnung zwar einen Notkamin, darf ihn aber ohne Einwilligung der Genossenschaft nicht vorsorglich in Betrieb nehmen - erst im Notfall ..... haha

    Das ist eine typische Behördenreaktion. Die haben vermutlich Sorge, dass sonst jemand dauerhaft dort heizt oder seinen Müll verbrennt. "Da könnt ja jeder kommen".
    Wenn dort ein Notkamin ist, und der über deinen Genossenschaftsvertrag zu deiner Wohnung gehört, dann hast du das Recht, die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen. Evtl. wären 100 Euro in einen Anwalt, der dich dazu beräte, wie du ein Schreiben formulierst, gut investiert.