COVID-19: Erfahrungsberichte Betroffener

  • Hört sich fast so wie bei uns (Sohn) an.

    Im Endeffekt war mein Sohn 10 Tage in Quarantäne und der Rest der Familie hat nach seiner Quarantäne nochmal 10 Tage gehen müssen.


    Anscheinend kommt es drauf an wer bei 1450 abhebt. Wir haben immer inkompetente Personen erwischt.

  • So, mein Geruchssinn war jetzt doch für zwei Tage fast komplett weg. Was aber an meiner chronisch verstopften Nase liegen dürfte und nicht an Covid, denn Ameisensäure, Essigessenz und Minzöl konnte/kann ich ganz schwach wahrnehmen.

    Was ich dazu gefunden habe: Covid zerstört die Rezeptoren (oder Nervenzellen, je nachdem, welchen Artikel man liest) in den Riechzellen, Verlust des Geruchssinns bei komplett freier Nase ist normalerweise eines der ersten Symptome. Die Zellen regenerieren sich nach einer Weile wieder, anfangs riecht man aber nur Gestank (Fehlgerüche)

    liebe Grüße, Betula


    falls die Welt untergeht, muß noch lange nicht die Welt untergehen.

  • Was noch ein interessanter Aspekt ist: die psychische Belastung.


    Tag 1: ich war fix und fertig. In dem Moment, in dem man das "positiv" hört, ziehen vor dem inneren Auge die Bilder von all den Menschen auf den Intensivstationen an einem vorbei, mit denen man medial bombardiert wird. Mein Arzt hat mich beruhigt und gesagt, ich steh das durch. Habe viel Zeit am Telefon verbracht, weil Verwandte und Freunde wissen wollten, wie es mir geht. Reden hat geholfen.


    Tag 2-4: das Gefühl, nicht raus zu dürfen, keinen Nachtspaziergang machen zu dürfen, kein Sonnetanken....ist nicht schön. Ich habe mich mit drei Wärmflaschen unter der Decke eingemummelt und im TV Dokus laufen lassen, mit geschlossenen Augen zugehört (zu starker Kopfschmerz und Lichtempfindlichkeit) und viel gedöst. das Warten auf die Anrufe vom Magistrat hat zusätzlich an den Nerven gezehrt: kommt jetzt ein Testteam? Wann krieg ich den Bescheid? Wie geht's jetzt weiter? Aus dem Freundeskreis habe ich die Infoblätter vorab erhalten (die ich im ersten Posting hier hochgeladen habe) - vieles ist ja logisch, aber an manches denkt man dann doch nicht (zB alles in doppelten Müllsackerln in den Restmüll, weil der verbrannt wird)


    Tag 5-10: es wird einfacher. Lenkt euch ab, fangt eine spannende Serie an oder lest (sofern es die Kopfschmerzen zulassen). Wenn man sich immer sagt: "ich habe den ersten Tag überstanden, also schaffe ich auch den zweiten" - dann geht's. Nicht an die kompletten 10 Tage eingesperrt sein denken, immer nur in kleinen Etappen. Es fühlt sich dann weniger nach Eingesperrtsein an.


    Freunde und Nachbarn haben mich mit Einkäufen und selbstgekochtem Essen versorgt, Blumen und Technikspielzeug sind als Überraschung vor meiner Wohnungstür gestanden.

    Das ist etwas, das ich als wunderschöne Erfahrung mitnehmen kann: mein Netz mag zwar klein sein, aber es funktioniert und ist voller Wärme :)

    liebe Grüße, Betula


    falls die Welt untergeht, muß noch lange nicht die Welt untergehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Betula ()

  • Bei mir geht's scheinbar auch los. Halsweh, Nase zu, Müde, keine Kraft.


    Ab wann lässt man sich testen und bis wann kann es noch eine Erkältung sein?

  • Ich habe mich sofort testen lassen. Es kann immer auch etwas anderes sein, aber sicher ist sicher.

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)

  • Ruf am Montag Deinen Hausarzt an, ob Du zur Abklärung einen Schnelltest machen kannst.


    Die von Dir beschrieben Sympome können auch ein Grippaler Infekt sein - aber genauso Corona. Die Symptome sind leider so vielfältig. Das einzige, das eindeutig Corona zuzuordnen ist: Verlust von Geschmackssinn und Geruchssinn bei unverstopfter Nase. Das kommt in dieser Kombination bei normalen Erkältungen anscheinend nicht vor und ist eines der allerersten Sympome.

    liebe Grüße, Betula


    falls die Welt untergeht, muß noch lange nicht die Welt untergehen.

  • Nachdem Tag 3 durchwegs positiv (welch Wortwitz :P) verlief ging es mir am Tag 4 wieder sehr gut. Ich hatte sogar das Verlangen nach Kaffee. Meine Frau hat mir einen gebracht, aber geschmacklich war dieser nicht der Hit. Das lag aber sicher an mir, denn wer nun die Knöpfe am Vollautomaten drückt ist geschmacklich egal. Auch die ständige Müdigkeit hat nachgelassen. Nachdem ich am Tag 4 ein ausgiebiges Mittagsschläfchen hielt, konnte ich am Abend tatsächlich nicht einschlafen. Das war die vergangenen Tage nie ein Problem.


    Die einzige Einschränkung die ich noch spüre ist das "Eingesperrt sein".


    Heute am Tag 5 ebenso keine Veränderung. Keine Einschränkungen, normaler Appetit. Ich gehe davon aus, dass ich übern Berg bin und nun noch die Quarantäne aussitzen muss.

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)

  • Heute habe ich per Mail auch die Absonderungsbescheide für Tochter, Sohn und zu guter letzt auch für mich erhalten.


    Eine Nachfrage beim Hausarzt hinsichtlich PCR Test und dem CT-Wert verlief leider negativ. Das Labor hat lediglich festgestellt, dass der PCR-Test von mir positiv ist und keinen CT-Wert erhoben bzw. vermerkt. Mir wurde zwar angeboten, noch einmal getestet zu werden, um einen CT-Wert zu erfahren, dies habe ich aber dankend abgelehnt. Mich hätte nämlich mein CT-Wert zu Beginn der Symptome interessiert und nicht mein nun aktueller. Und andererseits werde ich in Zukunft in der Arbeit ohnehin öfter getestet.


    Fun Fact über österreichische Regeln:

    kurze Vorgeschichte:

    Schwiegervater ist krank (Symptombeginn 14.11.) > 1450 meint kein Grund zur Testung > Hausarzt zu wegen Covid > nochmals 1450 kontaktiert & "Halskratzen" zusätzlich erwähnt > Testung und Ergebnis positiv (19.11.)

    Schwiegermutter ist somit K1 Person


    Ursprünglich war die Schwiegermutter bis 24.11. abgesondert, heute bekam sie einen Anruf der BH, dass sie bis inkl. 29.11. abgesondert wird. Ich habe dann nachgerufen auf der BH, da die Schwiegermutter total fertig war und dazu nicht in der Lage. Das Ergebnis war, dass man als K1 bei der Möglichkeit zur häuslichen Trennung 10 Tage ins Absonderung ab "letztem Kontakt" kommt oder, wenn keine häusliche Trennung möglich ist 14 Tage ab Symptombeginn. Die Juristin, mit der ich gesprochen habe, gab mir hinsichtlich der absoluten Unlogik recht und zeigte Verständnis.


    Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass doch keine räumliche Trennung möglich ist und somit der 14.11. als Beginn der 14 tägigen Absonderung herangezogen wird und nicht der 19.11. als Beginn der 10 tägigen Absonderung.


    Ich hoffe, dass ich es verständlich erklärt habe - also die Situation zumindest. Denn die Regelung ist nicht zu verstehen #kopfauftischschlag

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)

  • Don Pedro ich bin schon wieder aus der Quarantäne heraussen. Unterwegs nur mehr mit FFP2.


    ....und ich ärgere mich je-des-mal wenn ich Typen mit Maske unter der Nase sehe. Ich hoffe, der Nikolaus bringt dieses Jahr statt Schoko Hirn:cursing:

    liebe Grüße, Betula


    falls die Welt untergeht, muß noch lange nicht die Welt untergehen.