COVID-19: Wirtschaftliche Auswirkungen

  • Bisher hatten wir mehr als nur Glück. Mein AG hat durch Corona einen imensen Auftragseingang (IT Infrastruktur), meine Frau hat tatsächlich in der aktuellen Krise einen Job bekommen (sie gehört eher zu den Gesuchten). Hätte ich gewusst was sie studiert hat, hätte ich mich mit der anerkennung ihres Diploms schon vor Jahren auseinandergesetzt. Aber woher soll ein normaler Mensch wissen was ein Defektologe ist. Dachte das gibts nur bei den Russen.

  • Naja, es gibt natürlich auch Branchen die von der Lage profitieren, eh klar.

    Das Problem ist nur das dies nicht die Masse an Beschäftigten ist, da wird noch einiges auf uns zu kommen.

    Nachdem in unserer Wirtschaft der Gewinn der Aktionäre Vorrang hat vor sozialer Kompetenz lässt sich das auch nicht aufhalten.


    Ich persönlich glaube das wir die tatsächlichen wirtschaftlichen Schäden dieser Pandemie noch gar nicht abschätzen können, wird aber wahrscheinlich richtig grausam werden.

    Und wenn ich an die "kleinen" Selbstständigen denke, kommt mir richtig die Galle hoch, und wenn ich die Pressekonferenzen sehe und was da alles versprochen wurde <X:thumbdown:

    "Die Demokratie ist nicht die beste Regierungsform, sie ist nur als einziges übriggeblieben!"

  • Habe ich mir auch letztens gedacht - zuerst das riesengroße Finanzpaket für Österreich (lies: Schuldenpaket für die Steuerzahler) geschnürt, welches uns und die kommende Generationen belasten wird. Und im gleichen Zuge werden Hilfspakete hier, Hilfspakete da quer durch Europa geschickt.

    Meine Eltern und Großeltern haben immer gesagt "Geld, dass man nicht hat - kann man nicht ausgeben".

    Hard times create strong men, strong men create good times.

    Good times create weak men, weak men create hard times.

  • Nachdem global eh nur noch mit Fiatgeld gehandelt wird, könnte sich das durchaus ausgehen. Also im Sinn von: es muss nicht der totale Crash werden.

    Abschätzen lässt sich das natürlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht, aber alleine dass uns bisher noch nicht alles um die Ohren geflogen ist, ist ein Zeichen, dass die Weltwirtschaft doch mehr aushält, als ich angenommen hatte.

    Ich will jetzt nicht behaupten, dass das aus meiner Sicht nicht so schlimm werden wird, aber immerhin hat die Weltwirtschaft bis jetzt durchgehalten, die meisten Lieferketten sind noch intakt.

    Im Kleinen wird es aber massiv schlechter werden, alleine der Tourismussektor und die Veranstaltungsbranche werden es sehr schwer haben, mit allen Folgen fertig zu werden.

  • Gibt schon genug Restaurants, Lokale, Hotels und andere Nächtigungsmöglichkeiten, aber auch Zulieferer derer, die bei Bezirks-Gastro-Meetings schon gemeldet haben, eine (vorübergehende) Schließung im Winter nicht überleben zu werden. Und da sind auch große und renomierte Häuser dabei.

    Und solche Situationen starten als Einzelfälle, da aber heutzutage alles mit einander vernetzt is, werden solche Schließungen andere auch in einer Abwärts- bzw. Schließungsspirale mitziehen - wenn man nicht rechtzeitig eingreift.

    Dies ist natürlich nicht nur der Gastronomie/Hotelwirtschaft vorbehalten - da gibt es ausreichend andere Berufszweige die da ein ähnliches Schicksal erwarten kann.

    Hard times create strong men, strong men create good times.

    Good times create weak men, weak men create hard times.

  • Die Frage die ich mir stelle: "Wo ist denn das Geld hingekommen?" Es ist ja keine Blase oder so, sondern einfach nur ein Kreislauf der ins stocken geraten ist.


    Ich gehe auch davon aus, das viele Betriebe schließen werden, wobei ich mir nicht sicher bin ob das nicht ohnehin gekommen wäre und Corona nur beschleunigt hat. Viele Branchen haben aus meiner Sicht vieles verschlafen. Als Beispiel die Automobilindustrie, wo Corona eine Beschleunigung ist (wobei man wieder hört das den Händlern die Autos ausgehen) aber wo klar war das die Automobilindustrie massiv im Wandel ist. Die Elektromobilität wird sich nicht aufhalten lassen, ob sinn-haft oder nicht sei dahin gestellt, aber Fakt ist ein Elektroauto braucht gewisse Komponenten nicht, da fallen eine Reihe an Lieferketten, Dienstleistungsketten (weniger Servicierung) etc. weg. Zudem haben andere in der Elektromobilität die Nase vorne.

    Wenn man merkt man ist am Holzweg, sollte man dazu stehen, sonst ist man ein Holzkopf...

  • Die Frage die ich mir stelle: "Wo ist denn das Geld hingekommen?" Es ist ja keine Blase oder so, sondern einfach nur ein Kreislauf der ins stocken geraten ist.

    Aus Sicht vom Gastgewerbe, kann man da ein Faktor hervorheben der da für einige - wenn nicht schon viele - Betreiber wie das Schwert des Damokles über den Köpf pendelt: Wettrennen...

    Um wettbewerbsfähig zu bleiben (oder gar werden) haben Betriebe in den letzten Jahren immer wieder tief in der Tasche gegriffen, die sich erst nach 5 oder 10 Jahre bezahlt machen. Grundlage für solche Investitionen sind natürlich auf einer Kontinuität und Erfahrungszahlen aus den vergangenen Jahren basiert. So etwas wie C-19 und die daraus resultierenden Einbußen (durch Lockdown und geringere Besucherzahlen), damit hat keiner gerechnet und wurden diese Lasten im (gut)laufenden Betrieb gedeckt. Einige haben da wohl so knapp kalkuliert - dass diese Lasten bei niedrigeren Einnahmen fast sofort weh tun anfangen. Und wenn man einmal in der Abwärtsspirale drin ist - ohne Besserung am Horizont - dann steht das Wasser Unterkante Oberlippe...

    Manche haben aber auch nur sehr gut gelebt vom eingenommenen Geld, ohne was auf der hohen Kante gelegt zu haben - für die hat man nur ein s.S.k.M. übrig.

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  • Einige haben da wohl so knapp kalkuliert - dass diese Lasten bei niedrigeren Einnahmen fast sofort weh tun anfangen. Und wenn man einmal in der Abwärtsspirale drin ist - ohne Besserung am Horizont - dann steht das Wasser Unterkante Oberlippe...

    Da hast du Recht, das ist wohl der Knackpunkt. Einfach zu knapp kalkuliert. Klar mit Corona hat keiner gerechnet, aber mit einem gewissen Risiko muss man doch immer rechnen oder tun das nur wir Prepper? :)

    Wenn man merkt man ist am Holzweg, sollte man dazu stehen, sonst ist man ein Holzkopf...

  • Die Frage die ich mir stelle: "Wo ist denn das Geld hingekommen?" Es ist ja keine Blase oder so, sondern einfach nur ein Kreislauf der ins stocken geraten ist.

    Ich habe bis Ende letztes Jahr in der Casinobranche gearbeitet, 25 laaaange Jahre, und WO das Geld hingekommen ist kann ich dir beantworten, wir haben das schon vor Corona evaluiert.


    Das Grundproblem ist das "frei verfügbares" Geld weniger geworden ist, will heissen Nettolohn-Fixkosten = frei verfügbar

    Dafür gibts mehrere Gründe: Die Löhne sind nicht gleich schnell mit den Teuerungsraten mitgestiegen, ausserdem haben viele von uns heute Fixkosten die es vor zwanzig Jahren nicht gab. (Handy,Internet usw)


    Das hat sich in den letzten Jahrzehnten beschleunigt, die wenigsten können heute noch gleich viel ausgeben nebenher wie vor 10 oder 20 Jahren (prozentuell vom Einkommen)


    Jetzt kommt dazu das viele Arbeitslos wurden oder in Kurzarbeit sind und über weniger Einkommen verfügen.


    Das schlägt dann natürlich am ehesten in der Gastronomie oder beim shoppen durch, überdurchschnittlich.


    Weil wenn man sparen muss dann am ehesten beim essen gehen oder z.B. shoppen, eh klar.


    Das ist ein Teufelskreis, schmeisst man oben weniger rein (Einkommen), kommt unten natürlich auch weniger raus, sprich Konsum.



    Und wie ein weiser Mann einmal sagte: "Das Geld ist nicht weg, es hat es nur ein anderer"

    Die oberen 10% werden reicher, die unteren 90% ärmer

    "Die Demokratie ist nicht die beste Regierungsform, sie ist nur als einziges übriggeblieben!"

  • Klar es ist ein Teufelskreis, jene die Geld haben halten es zurück. Genau das meinte ich mit: " Es ist ja keine Blase oder so, sondern einfach nur ein Kreislauf der ins stocken geraten ist."


    Natürlich gibt es mehr Arbeitslose oder Kurzarbeiter die weniger Geld haben, aber das Geld wurde ja nicht vernichtet, sondern es hat nur jemand anderer.

    Das ist auch meine Hoffnung an der ganzen Sache, das der Kreislauf wieder in Schwung kommt, wenn jeder wieder seine Mittel locker macht. Wenn es aber weg wäre, also vernichtet, dann kann der Kreislauf nicht in Schwung kommen. Das in manchen Bereichen eine Blase entstanden sein könnte, das glaube ich nach dem Beitrag von Roekkr3 schon, durch diverse Kredite wo einfach zu viel investiert wurde.


    Aber der Kreislauf oder nehmen wir einen Motor wird definitiv stottern und es wird dauern bis er wieder rund läuft. Ich hoffe aber das daraus gelernt wird. Wie viel Bereiche halten an ihrem Modell fest, egal was kommt. Beispiel Winter-Tourismus: Die Schneelage wird immer schlechter, anstatt sich neue Modelle zu überlegen versucht man mit Megainvestitionen in Beschneiungsanlagen das ganze künstlich (im wahrsten Sinne des Wortes) am Laufen zu halten. Wenn jetzt dann plötzlich was anderes wie Corona kommt dann krachts gewaltig, so wie jetzt.


    Man sollte in Optionen denken. Hab ich viele Optionen kann ich wählen, hab ich nur eine Option hab ich keine Wahl.

    Wenn man merkt man ist am Holzweg, sollte man dazu stehen, sonst ist man ein Holzkopf...

  • Die Frage die ich mir stelle: "Wo ist denn das Geld hingekommen?" Es ist ja keine Blase oder so, sondern einfach nur ein Kreislauf der ins stocken geraten ist.

    für D habe ich gelesen das die Leute sehr viel sparen. Also mehr sparen und auch mehr Bargeld gehortet wird.

    Laut Umfrage soll jeder 5. Euro gespart werden.


    Das ganze Mwst. Gedöns verfehlt seinen Sinn - die Leute geben trotzdem weniger Geld aus.

  • Der Schalungstechniker Doka GmbH mit Sitz in Amstetten (Niederösterreich) plant laut einem Bericht der „NÖN“ den Abbau von bis zu 300 Mitarbeitern. Das Unternehmen beende die Kurzarbeit, werde dafür aber auch Restrukturierungsmaßnahmen durchführen.

    Schön langsam sehen die Firmen die mittel- und langfristigen Auswirkungen von COVID und reagieren mit massivem Stellenabbau.


    Ich halte 700.000 bis 800.000 Arbeitslose bis Ende 2021 für realistisch.

  • Schön langsam sehen die Firmen die mittel- und langfristigen Auswirkungen von COVID und reagieren mit massivem Stellenabbau.


    Ich halte 700.000 bis 800.000 Arbeitslose bis Ende 2021 für realistisch.

    Hab das jetzt mal schnell überflogen.

    Gemäß dieser Seite (keine Recherchen gemacht bezüglich glaubhaftigkeit) gibt es in AT ca. 4,2 Millionen Erwerbstätigen (Selbständig + Lohndienst)
    https://de.statista.com/statis…sterreich-nach-quartalen/

    Gemäß WKO sind ca. 2,5 Millionen unselbständig beschäftigt.
    http://wko.at/statistik/extran…3465-918084885.1600323465

    Egal ob nun die meisten Selbständigen oder Unselbständigen Arbeitslos werden.
    Fast 1 Million Arbeitslose auf ein Gesamt von 4 Millionen ist schwer zu stemmen, die Erwerbstätigen müssen ja nicht nur die Arbeitslosen unter den Armen greifen, sondern auch die Wirtschaftsmaschine am Laufen halten UND die bereits bestehenden und neu dazu gekommenen nationalen und internationalen Verschuldungen stemmen. Noch wer das Gefühl, dass dies eine recht fragile Situation werden könne?

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  • Dazu kommt noch das viele Erwerbstätige keine Einkommenssteuern zahlen da sie unter der Mindestgrenze liegen ...


    Zitat

    Doch mehr als ein Viertel der unselbstständig Beschäftigten in Österreich verdienten laut Statistik Austria zuletzt so wenig, dass sie gar keine Einkommensteuer bezahlten. Denn die Steuer wird erst ab 11.000 Euro Jahreseinkommen fällig.


    Quelle: https://www.derstandard.at/sto…then-ueber-das-steuerland


    Insgesamt zahlen 25% der Arbeitnehmer 75% der Lohnsteuer ...


    Quelle: https://www.agenda-austria.at/…5-prozent-der-lohnsteuer/

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Und eine Aussage die ich auch immer wieder von Leuten höre die noch "normal" verdienen ist, das sie absichtlich weniger ausgeben, teilweise aus Angst um ihre Jobs, teils aus "macht keinen Spass mit Maske"

    Die Menschen sind ja nicht dumm, die lesen jeden Tag soundsoviel Kündigungen da, soviel dort.....

    "Die Demokratie ist nicht die beste Regierungsform, sie ist nur als einziges übriggeblieben!"

  • Nun, in wirtschaftlich schlechten Zeiten mehr zu sparen ist sicher nicht falsch - aus der Sicht des einzelnen, denn dann hat er etwas mehr Polster falls es ihn auch erwischt.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Aus EPU-Sicht denke ich, dass es noch ganz, ganz dick kommen wird. Stundungen verschieben das Problem nur in die Zukunft, die Hilfspakete (die hauptsächlich große Unternehmen begünstigen) kommen tlw. nicht oder nicht ausreichend an (mal abgesehen davon dass man nicht einen Teil der Wirtschaft jahrelang auf Pump am Leben halten kann) und die EPUs scheinen auch in der Statistik nicht auf, weil sie sich nicht arbeitslos melden können. Da leben jetzt viele vom Sparbuch, und die Sparorgie bei Geschäfts- und Privatkunden läuft erst an.


    Natürlich gibt es auch begünstigte Sektoren (Gesundheit, Soziales, Grundversorgung), aber darüber hinaus ...

    Do today what others won't, do tomorrow what others can't