COVID-19: Wirtschaftliche Auswirkungen

  • Nach Anfangs immensen Zahlen im Bezug auf Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, gehen diese Zahlen langsam zurück.


    Zeitgleich verkünden riesige Firmen wie Booking.com, Accor und Uber Stellenabbau von Tausenden bis Zehntausenden Mitarbeitern.


    Auch in Österreich gibt es immer mehr Konzerne die sich auf die "neue Realität" einstellen und massiv Kosten sparen müssen. In Form von Stellenabbau versteht sich. Voestalpine mit 550 Mitarbeitern, Swarovski mit 1.000 und ATB mit knapp 400. Und das sind nur die headlines der letzten Tage.


    Meiner Meinung nach wird das bis Jahresende noch schlimmer werden. Besonders lokal in Österreich wenn der Wintertourismus einen ziemlichen Totalausfall haben wird.


    Je mehr Leute arbeitslos sind, desto weniger wird konsumiert, und desto mehr Stellen werden abgebaut. Ein Teufelskreis.


    Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat Corona auf euer Leben und welche Veränderungen erwartet ihr in der "neuen Realität"?

  • Die nächste Schlagzeile

    MediaMarkt-Mutterkonzern prüft Abbau von bis zu 3.500 Stellen


    Bei den deutschen Elektronikketten MediaMarkt und Saturn droht ein extremer Stellenabbau. Der Mutterkonzern Ceconomy prüft das Streichen von bis zu 3.500 Vollzeitstellen bei den beiden Handelsketten. Betroffen von dem Abbau wären Ceconomy zufolge vorwiegend Arbeitsplätze außerhalb Deutschlands. Ob und wie viele Stellen bei der Österreich-Tochter gestrichen werden könnten, ist derzeit noch offen

  • Dazu kann ich nur sagen, dass mein Arbeitsplatz sicher ist und ich noch selten davor so froh darüber war zum systemrelevanten Teil der Bevölkerung zu gehören.

    Meine Frau arbeitet auch in einem systemrelevanten Betrieb und hat somit auch keine Jobsorgen. Sie war zwar in Kurzarbeit und hat etwas weniger verdient, aber bei 15 Stunden pro Woche in "Normalzeiten" ist das auch nicht die Welt.

    Da können wir uns zumindest glücklich schätzen, dass wir keine großen Nachteile hatten.

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)

  • Es ist sicher von Vorteil in Krisenzeiten beim Staat beschäftigt zu sein.


    Ein Jobgarant ist das aber auch nicht. Es gab immer wieder Abbauwellen in der Vergangenheit, wenn der Staat sparen musste. Eine Krise wie die aktuelle hat niemand in der heutigen Generation je gesehen.


    Wer weiß wie die Wirtschaftskrise sich die kommenden Jahre entwickelt? Irgendwann muss der Staat beginnen die Neuverschuldung zu bremsen bzw. abzubauen. Steuererhöhungen kommen nicht gut, deshalb wird gespart.

  • Ich habe in den letzten drei Wochen mit zwei Brauereien Verhandlungen wegen Lieferverträgen geführt, beide Brauereien gehen von 25% Insolvenzen in der Gastronomie aus, heuer !!


    Wir werden massiv ansteigende Arbeitslosigkeit bekommen die nächsten 12 Monate, denn ALLE sind von den Auswirkungen von covid betroffen.

    Die guten,überlebensfähigen Firmen werden Personal abbauen um zu überleben.


    Ich sehe das wie Ben , ist ein Teufelskreis, weniger Leute in Arbeit, ergo weniger Geld im Umlauf, ergo weniger Konsum.

    Und der ausbleibende Tourismus ist natürlich eine Mega-Katastrophe.#


    Wird nicht lustig die kommende Zeit, und da reden wir noch gar nicht von einer möglichen massiven zweiten Welle im Herbst/Winter....

    "Die Demokratie ist nicht die beste Regierungsform, sie ist nur als einziges übriggeblieben!"

  • Ja die Gastro ist schwer anfällig für solche Krisen.


    Meist gibt es kaum finanzielle Reserven, es wird gerne mal am Fiskus vorbei gearbeitet und pro Einwohner gibt es eigentlich eh zu viele Restaurants.


    Ich habe damals nach der Finanzkrise während des Studiums als Kellner gearbeitet. Da hat man schon massive Auswirkungen gespürt. Und das war gegen die jetzige Krise ein Lercherlschas.

  • Gastronomie und Fremdenverkehr sind wohl die größten Verlierer in dieser Krise.

    Autobahnen an Wochenenden sind derzeit fast ein Vergnügen. Es sind kaum LKW und, ist es euch schon aufgefallen, fast keine Busse unterwegs. Keine Buselefantenrennen mehr!

  • Sicher und fix ist nur, dass nix sicher und fix ist wenn es um eine Arbeitsstelle geht.

    Selbst bin ich in ein systemrelevanten Job tätig, der jetzt sogar nochmal in der vergangenen Woche durch Investitionen durch Land und Konzern, für die kommenden 10 Jahre etwas mehr gesichert wurde - aber auch da kann und will ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

    Meine Frau ist im Gastgewerbe tätig - glaube dazu muss ich nicht viel mehr sagen. Eine Welle im Winter, die unter Umständen ein Lockdown verursachen wird - wird den Todeshieb für mehr als 60% der Betriebe in der Region bedeuten. Wir können noch 1 Winter ausharren, auch das Personal behalten - dann wird die Luft aber dünn.

    Da spielen auch keine Banken mehr mit, da nicht wenige sich schon bei der ersten Welle tief verschuldet haben. Von der Regierung durfte man bis zum heutigen Tag nichts erwarten - alle Hilfen die angesucht wurden, liegen noch immer irgendwo auf ein Schreibtisch und fangen Staub. Soviel zu unbureaukratisch...

    Hard times create strong men, strong men create good times.

    Good times create weak men, weak men create hard times.

  • Der Tourismus und die Gastro werden bestimmt durch Corona leiden, aber meines Erachtens ist dafür nicht Corona alleine schuld, sondern Corona nur der Beschleuniger. Wie viel Gastrobetriebe waren schon vorher am Rande des Abgrunds? Die Dichte an Gaststätten bei uns ist enorm. Investitionen wurden verschlafen oder übertrieben.


    Gleiches im Tourismus, es ist absehbar das die Winter nicht mehr so schneesicher sind wie bisher, anstatt sich etwas nachhaltiges zu überlegen hat man Unsummen in die Beschneiung investiert, aber wenn die Winter wärmer werden hilft auch das nichts mehr. Der Sommertourismus in den Schigebieten kommt nur langsam in Schwung. Bei uns in der Gegend gibt es Hotels die haben über 30 Mio investiert, ich habe mich damals schon gefragt wie sich das jemals rechnen soll.

    Ich glaube das man im Tourismus davon ausgegangen ist, das es schon funktionieren wird und man nie einkalkuliert hat das ein unerwarteter Dämpfer kommen könnte.

    Außerdem hat man es teilweise verabsäumt auf Qualitätstourismus zu setzen. Viele Städte werden von Bustouristen gestürmt, die aber kaum Geld hier lassen. Man hat dagegen nichts unternommen, weil man immer nur das Geld gesehen hat, egal wie viel oder wenig.


    Vieles was im Tourismus verabsäumt wurde rächt sich nun.


    In anderen Branchen hört man dafür, das sie nicht wissen was sie zuerst machen sollen weil sie so viele Aufträge haben. Vor allem Handwerker können sich meiner Info nach über extrem gute Auslastung freuen. Es ist also nicht die ganze Wirtschaft tot, nur Teile davon und da sollte man mal überlegen wie es sein kann, das alles zusammenbricht nur weil Teile von der Wirtschaft betroffen sind. Auf welch wackeligen Beinen stand unsere Wirtschaft bisher?


    Ich glaube auch das die rasch versprochene Hilfe des Staates mit Kurzarbeit etc. die Kreativität der Betriebe gestoppt hat. Ich kann mich erinnern, beim Lockdown als es draußen warm wurde und alle im Garten etwas machen wollten, war es schwierig Erde etc. zu bekommen. Kaum ein Betrieb hat einen Lieferservice eingerichtet. Bei uns in der Gegend wäre ein Lieferservice allein nur für Gartenerde die Idee gewesen, hat aber ewig keiner gemacht.


    Die Arbeitslosigkeit wird gegen Jahresende sicher nochmals massiv ansteigen.

    Was ich nicht ganz verstehe, das Geld ist ja nicht verschwunden, es wurde vorerst nur nicht ausgegeben.

    Hat nicht ein großes Möbelhaus von einer Klage gegen den Staat abgesehen weil die vorerst ausgebliebenen Einnahmen wieder kompensiert wurden durch die starke Nachfrage?

    Wenn man merkt man ist am Holzweg, sollte man dazu stehen, sonst ist man ein Holzkopf...

  • ich persönlich bin wenig betroffen. Mein Mann war 3 Monate Kurzarbeit, aber das war finanziell erträglich. Derzeit scheinen unsere beiden Jobs nicht zu wackeln.


    Sicher ist aber natürlich gar nichts.


    Ich habe aber ganz viele Bekannte, die derzeit heftig kämpfen müssen. Und von unbürokratischer Hilfe hab ich nur aus den Medien gehört, aber von niemandem, der sie erfahren hätte

  • Das Geld ist nicht verschwunden derLuki , es ist bei sehr vielen einfach nicht da zur Zeit, arbeitslos oder Kurzarbeit....


    Gastrobetriebe gibts zuviel, das stimmt allerdings, tödlich ist die Kombination Rauchverbot+Corona kurz darauf.


    Ich habe leider auch immer wieder gehört das die Banken, trotz 100%-Haftung vom Staat, Kredite nicht bewilligen, und das ist schon heftig.

    "Die Demokratie ist nicht die beste Regierungsform, sie ist nur als einziges übriggeblieben!"

  • naja die Banken werden trotzdem laut alten Vorschriften geratet. Es hätte hier eine Änderung der Vorschriften geben müssen. So durften sie die Kredite nicht vergeben trotz Haftung durch den Staat.

  • Kein direkter Staatsbetrieb, aber bei der Post geht's mir auch soweit gut und bin halbwegs krisensicher aufgestellt. Sollte doch die Post Leute einsparen und mich triffts, dann kann ichs auch nicht ändern, aber ich überleb sicher :)

  • Ich habe im Jänner 2020 bei einer neuen Firma angefangen. Mein derzeitiger Vertrag ist auf ein Jahr befristet, also läuft mit Jänner 2021 aus. Der Umsatz ist um einiges Schlechter als im Vorjahr, aber im Vergleich zu Deutschland bzw. Schweiz steht Österreich noch recht gut da, also natürlich in der Relation zur Größe bzw. Mitarbeitern.


    Ob mein Vertrag nun verlängert wird oder nicht, kann ich nicht beeinflussen. Ich kann nur mein Bestes geben und alles andere wird sich zeigen.

  • ich selbst bin zur Zeit Familienmanagerin, heißt auf gut deutsch - nur Hausfrau.

    Mein Einkommen bleibt gleich - ich rechne Kindergeld und Pflegegeld für meine Behinderte Tochter jetzt mal als mein Einkommen.


    Mein Mann arbeitet im Handwerk als Elektromeister. Der Nachteil ist das Einkommen war noch nie sooooo gut wie in der Industrie,

    dafür es ist halt so, wenn er mal keine Arbeit mehr hat, braucht sich wohl niemand noch Sorgen machen........ dann ists ganz vorbei.

    Momentan wissen sie vor lauter Arbeit nicht wohin zuerst, es ist soweit das sie sogar Aufträge ablehnen müssen.

    Er war auch nur mal in der Hauptcoronazeit für 2x je ne Woche zuhause (zwangsurlaub) - in der Zeit haben sie so quasi das Personal abgewechselt,

    das im Fall der Fälle (wenn jemand positiv wäre) noch die andere Mannschaft zur Verfügung steht.


    Mein Großer arbeitet in einer großen Mittelstandsfirma (SPS Automatisierungstechnik Support - irgendwie so), dort wurden alle Prämien und Gehaltserhöhungen für dieses Jahr auf Eis gelegt. Er hatte mal 2 oder 3 Tage Kurzarbeit.

    Eine sehr Auslandsabhängige Firma. Also vorallem Aufträge aus der ganzen Welt. Momentan muß jede Dienstreise vom Vorstand genehmigt werden

    und in Risikogebiete fahren sie sowieso nicht. Nur in Spanien war er vor ein paar Wochen mal.


    Der andere Sohn ist in der gleichen Firma (Industriemechaniker) sie hatten 5 Tage Kurzarbeit.

    Es sind aber für Herbst nochmals Kurzarbeitszeit angekündigt.


    Tja - Sohn 3 soll im kommenden Schuljahr Abi machen. Er geht ja in die FOS und dort war Unterrichtschaos ohne Ende.

    Das 2. Halbjahr ist so quasi bis auf 8 Tage Unterricht komplett entfallen.

    Wie es bei ihn dann Ausbildungstechnisch ausschaut, das läuft ja nun auch schon an......... mal sehen.

    Er möchte Finanzwirt werden. Also Beamtenlaufbahn. Bisher sind dort Leute gefragt. Außerdem gehts da je eh gleich mit Studium weiter.

    Wenn er den das Abi gut schafft.


    Finanziell gabs hier keine großen Einbußen. Nur spüre ich das alles teuriger wird.

    Das wird erst lustig wenn ihre paar % Mwst Ersparnis wieder wegfällt.

  • Die Auswirkungen der Coronavirus-Krise machen sich auch finanziell bei den Österreichern und Österreicherinnen bemerkbar. Wie eine Umfrage im Auftrag der Erste Bank ergab, müssen vier von zehn Berufstätigen momentan bei Haushaltsausgaben zurückstecken.

    40% ist schon eine Hausnummer.

  • Ich rechne mit einer Reduktion der Wirtschaftsleistung in der EU von Größenordnung 25% (also massive Wirtschaftskrise) und einer Dauer von 2-3 Jahren, bis es wieder stabil aufwärts oder zumindest seitwärts geht. Das trifft nahezu alle, aber die unteren Einkommensschichten meistens deutlich stärker als die Besserverdiener. Kaufkraftverlust (bzw. Preiserhöhungen und Inflation) in vielen Bereichen, besonders aber bei Dingen des täglichen Bedarfs.


    Ich selbst hab in den letzten Monaten wegen sehr defensiver Investments (es war ja schon vor Corona eine massive Schieflage in der Weltwirtschaft vorhanden) sogar mehr "verdient" als vorher, und das ist gut so, denn jetzt sind Hilfsorganisationen noch mehr als vorher auf Spenden angewiesen, und dafür hatte ich jetzt reichlich Gelegenheit. Wann und wie stark ich selbst vom Abschwung (Bereich internationales Technologie-Training und Consulting) betroffen sein werde, kann ich noch kaum abschätzen, aber ich vermute, nächstes Jahr (also 2021) werde ich schon eine gewisse Reduktion beim Einkommen spüren. Das hoffe ich aber mit Investments in Edelmetalle und ähnliche Instrumente abfedern zu können...

  • Leider ja, ich hatte deshalb einen sehr ruhigen Sommer, muss aber glücklicherweise nicht davon leben.

    Sind kaum Reisebusse unterwegs auf den Autobahnen...

    Lange hält die Branche das wohl nicht mehr durch und das tut mir für die betroffenen Kollegen sehr leid!

  • Die Lage der Salzburger Fremdenführer bleibt coronavirusbedingt weiter angespannt. Laut der Sprecherin der Salzburger Fremdenführer, Inez Reichl-de Hoogh, gibt es nach wie vor kaum Aufträge. Für viele Kollegen sei die Situation mittlerweile existenzbedrohend

    Mittlerweile häufen sich ja die Meldungen von Randbranchen wie Tanzschulen, Yogastudios und Co, dass sie vor dem Ruin stehen.