Vor- und Nachteile: Haus in Alleinlage

  • Ich stehe vor einem Umzug und habe ein Haus in Alleinlage im Blick. In jede Richtung wohnt sonst 2km niemand, es führt nur eine Straße zum Objekt welches auf mehr als 1 ha Grund steht und komplett umzäunt ist.


    Mir würde das durchaus gefallen abgelegen zu wohnen und meine Ruhe zu haben, möchte aber nicht etwas wesentliches übersehen.


    Was sind für euch die Vor- und Nachteile im Vergleich zum Wohnen im Ortsverbund?


    Freue mich auf euren Input.


    Danke!

  • Der klare Vorteil ist, dass du großräumig eine Videoüberwachung installieren kannst, da alles Privatgrundstück ist. Das müsste Datenschutzrechtlich dann gedeckt sein.


    Die hellhörigen Nachbarn fehlen natürlich, die im Falle deines Urlaubes ein Auge & Ohr auf‘s Nachbarhaus haben.


    Das sind jetzt mal die ersten Vor- & Nachteile, die mir einfallen.

    Zusätzlich würde ich noch Eigentum bevorzugen, ist aber hier nicht gefragt.

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)

  • Was sagt der Flächenwidmungsplan über die nähere Umgebung?

    Kann man dir dort etwas Unangenehmes vor die Nase bauen, zB Problemstoffsammelcenter,...?

    Prinzipiell halte ich die abgelegene Wohnform für durchaus erstrebenswert, besonders für junge Leute mit immer größer werdender Familie ;)

    Nachteilig ist der fehlende Schutz aufmerksamer Nachbarn, für ältere, alleinlebende Menschen vielleicht Thema bei Verletzung,...

    Bei ca 2km zum Ort sehe ich den Bedarf eines Fahrzeuges noch nicht so sehr als Nachteil, das schafft man auch in höherem Alter notfalls zu Fuß, hält fit.

  • Die hellhörigen Nachbarn fehlen natürlich, die im Falle deines Urlaubes ein Auge & Ohr auf‘s Nachbarhaus haben.

    Die Video Überwachung mit Bewegungserkennung ersetzt die Nachbarn und die Polizei kann ich auch vom Ausland aus verständigen. Die Frage ist eher wie die Polizei aufs Grundstück kommt? :/

    Was sagt der Flächenwidmungsplan über die nähere Umgebung?

    Kann man dir dort etwas Unangenehmes vor die Nase bauen, zB Problemstoffsammelcenter,...?

    Guter Einwand, danke! Das muss ich noch abklären.

  • Als erstes würde ich mich fragen warum dieses (Preppertraum)Objekt vermietet/verkauft wird.

    Dann abklären ob die Straße zum Grundstück gehört, auf Servitut basiert oder öffentlich ist, wegen Instandhaltung, Schneeräumung und Baumfall oä. Desweiteren, wieviel Sonne scheint dorthin im Dezember, steht ein Berg oder Wald dort der dann alles verschattet und wie sind die Windverhältnisse, steht dort feuchte Luft (Moos am Dach) oder kühlt ständiger Winterwind zusätzlich (höhere Heizkosten).

    Gibt es einen Vermessungsplan und sind im Grundbuchauszug keine Lasten eingetragen? Falls nur ein Lageplan existiert, unbedingt im Miet/Kaufvertrag bestätigen lassen, daß keinerlei Servitut besteht und Grenzsteine/Pflöcke bestätigen lassen.


    Ruhe in Alleinlage ist relativ. Ich wohne leicht erhöht, und höre die Nachbarn in ca. 3km Entfernung beim Häuslbauen, aber nur wenn der Wind aus deren Richtung kommt. Auch Spaziergänger die in ca 0,5km "vorbeischwätzen" sind dann gut zu hören.


    Auf manche Menschen wirkt Ruhe auch beängstigend und es dauert etwas bis zur Gewöhnung.

    Es sind die Möglichkeiten die das Leben interressant machen, und nur eins is fix, nix is fix.

  • Der klare Vorteil ist, dass du großräumig eine Videoüberwachung installieren kannst, da alles Privatgrundstück ist. Das müsste Datenschutzrechtlich dann gedeckt sein.

    Aber bitte nicht vergessen darauf hinzuweisen, das ist auch auf Privatgrund verpflichtend.


    Die Video Überwachung mit Bewegungserkennung ersetzt die Nachbarn und die Polizei kann ich auch vom Ausland aus verständigen. Die Frage ist eher wie die Polizei aufs Grundstück kommt? :/

    Wenn du es schaffst die Videoüberwachung vom Ausland zu steuern, dann sollte es mit diversen SmartHome Produkten nicht so schwierig sein, ein Tor aus der Ferne zu öffnen (vorausgesetzt das Tor ist elektrisch). Dafür gibt es bereits Lösungen.


    Ich würde mir ansehen ob irgendwelche Altlasten dort sind, außerdem würde ich abklären ob z.B. Waldgebiet darauf ist wo du Leute durch lassen musst bzw. Wald den du Pflegen musst, das kann teuer bzw. aufwändig werden.


    Alleinlage hat den Vorteil du musst auf niemanden Rücksicht nehmen, hast keine lästigen Nachbarn. Der aufmerksame Nachbar ist aber auch durch teure Videoanlage nicht immer ersetzbar. Bei einem Heimwerkerunfall kann es gut sein das du dann halt wo liegst und niemand bemerkt es, alles schon vorgekommen.


    Ich würde mir auch ansehen wie es bei einem Brand aussieht, ist dort Löschwasser verfügbar oder müssen die erst zig Kilometer Leitung legen?


    Und ich würde mir die Frage stellen ob du dort für immer wohnen kannst (im Alter kommen dann diverse Dinge dazu)


    Wie siehts mit den Leitungen dort aus, hast du schnelles Internet (Stichwort: Videoüberwachung aus der Ferne)?

    Wenn man merkt man ist am Holzweg, sollte man dazu stehen, sonst ist man ein Holzkopf...

  • Den einen Nachteil sehe ich darin, dass man eher weniger leicht an Leute kommt und man relativ leicht als „Eigenbrötler“ abgestempelt werden könnte. Zum anderen ist der typische „Preppertraum“ auch für einen Einbrecher interessant, dieser hat bei abgelegenen Häusern natürlich alle zeit der Welt..

    Ansonsten könnte ich mir nichts besseres vorstellen.

  • Zum Thema:


    Ich kann die Situation zwar nicht 1:1 aus eigener Erfahrung nachvollziehen (wir hatten in meiner Kindheit immerhin mehrere Nachbarn in "nur" 1km Entfernung), aber da ich schon ein wenig "am A.... der Welt" aufgewachsen bin, hier meine subjektive Meinung:

    Wohnen in Alleinlage bringt auf jeden Fall eines: Freiheit! Man kann Dinge tun und lassen, die in einer Siedlung - geschweige denn Stadt - nicht machen kann.

    Selbstversorgung und Kinderparadies fallen mir spontan ein. Aber auch: Arbeit (viel Arbeit!).


    Man muss sich halt um Sachen kümmern, die "in der Zivilisation" wer anderer übernimmt. Bzw. die Infrastruktur nicht wie gewohnt zur Verfügung steht.

    Das kann (hängt jetzt von der konkreten Situation ab) eine ganze Menge oder gar nichts sein.

    Schneeräumung und Wegerhaltung sind ja schon gesagt worden.

    Kann sein, dass der Postler am 2km entfernten Postkasten seine Sendungen einwirft. Oder nur 2x pro Woche kommt. Dass generell Paketboten (und auch andere Personen) die Adresse schwer finden.

    Dass die Müllabfuhr nicht bis zur Haustüre fährt.

    Man sich um die Entleerung der Senkgrube kümmern muss.

    Das Stromnetz nicht so stabil ist (Ende der Leitung = Anfälligkeit für Störungen)

    Kein Telefon/Internet vorhanden ist, oder nur langsam.

    ...


    Je nachdem, wie die o.a. Fragen beantwortet werden, ist von einem "no way" bis zu einem "go, go go" alles drin! Wobei ich bei so einem Plan zumindest vorsichtig positiv bin!


    Aber bitte nicht vergessen darauf hinzuweisen, das ist auch auf Privatgrund verpflichtend.

    Jein. Zumindest in Österreich ist die Sache ein wenig entspannter: Sobald das Grundstück eingefriedet ist, entfällt diese Pflicht. Dazu gibt es ein OGH-Urteil. Im Haus sowieso.

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer)

  • Zumindest in Österreich ist die Sache ein wenig entspannter: Sobald das Grundstück eingefriedet ist, entfällt diese Pflicht. Dazu gibt es ein OGH-Urteil. Im Haus sowieso.

    Danke für die Info, wieder etwas dazugelernt ;)!

  • Was du auch bedenken solltest, da du ja Nachwuchs bekommst wird er/sie gerne Spielkameraden haben wollen die selber erreichbar sind. Das du generell der persönliche Chauffeur deines Kindes/Kinder bist sollte dir auch klar sein ^^


    Schau dir auch die Zufahrtsstraße an, kann die blockiert werden z.B. durch Vermurung, Wildbach etc.?



    Jein. Zumindest in Österreich ist die Sache ein wenig entspannter: Sobald das Grundstück eingefriedet ist, entfällt diese Pflicht. Dazu gibt es ein OGH-Urteil. Im Haus sowieso.

    Das klingt interessant. Laut Datenschutzbehörde muss der Hinweis auch auf Privatgrund angebracht werden, habe gerade selber den Fall. Private Videoüberwachung - dsb

    Hast du Infos zu dem OGH Urteil? Konnte da nichts dazu finden. Dann könnte ich mir die Schilder sparen, gefallen mir eh nicht :)

    Wenn man merkt man ist am Holzweg, sollte man dazu stehen, sonst ist man ein Holzkopf...

    Einmal editiert, zuletzt von derLuki ()

  • Wir leben seit 1981 an so einem Ort (Ben kennt ihn).

    Ja, es kostet einiges an Zeit, Geld, Mühen und sonstiges (Trinkwasser, Entsorgung, Instandhaltung, ....)

    Aber wir haben es nie wirklich bereut - es gab nur kurzfristig Situationen, an denen wir "die Schnauze voll" hatten / haben.

    Es lohnte sich auch in der jetzigen Situation - da ich schon in Pension bin, hat sich unser Leben durch Corona kaum verändert.

    Zum Avatar wäre nur zu sagen - lang ist's her

  • Die Video Überwachung mit Bewegungserkennung ersetzt die Nachbarn und die Polizei kann ich auch vom Ausland aus verständigen. Die Frage ist eher wie die Polizei aufs Grundstück kommt? :/

    Guter Einwand, danke! Das muss ich noch abklären.

    Eine Möglichkeit wäre, eine Alarmanlage mit Wählgerät die auf die Polizei läuft. Du könntest auch einen Schlüssel bei der örtlich zuständigen PI deponieren bzw. einen an einem gesicherten Ort ums Haus auflegen und gegebenenfalls die anrückende Streife dann telefonisch davon in Kenntnis setzen.

  • Eine Möglichkeit wäre, eine Alarmanlage mit Wählgerät die auf die Polizei läuft. Du könntest auch einen Schlüssel bei der örtlich zuständigen PI deponieren bzw. einen an einem gesicherten Ort ums Haus auflegen und gegebenenfalls die anrückende Streife dann telefonisch davon in Kenntnis setzen.

    Vorsicht bei Fehlalarmen, da zahlst du dann jedesmal. Das kann teuer werden :)

    Wenn man merkt man ist am Holzweg, sollte man dazu stehen, sonst ist man ein Holzkopf...

  • Vorsicht bei Fehlalarmen, da zahlst du dann jedesmal. Das kann teuer werden :)

    Kommt auf den Auslösegrund an. Bei Fehlfunktion nicht, bei unbeabsichtigtem Auslösen schon 😊


    Abzuklären wäre aber sicher, wie weit die nächste Polizeiinspektion weg ist und wie die Bereichsabdeckung in der Nacht ausschaut.

    Eine Beratung diesbezüglich erhälst du bei der zuständigen PI bzw. beim Bezirks- oder Stadtpolizeikommando. Dort könntest du auch ein kriminalpolizeiliches Beratungsgespräch über Sicherheitsvorkehrungen machen.

    Einmal editiert, zuletzt von Redneck ()

  • Wenn es ein altes Gebäude ist, Keller auf Radonbelastung testen


    Dass es die Kinder weit zu den Spielgefährten haben, wurde ja schon gesagt :)


    Besteht ein Naturschutzgebiet rund um Dein Grundstück?

    gehen Wanderwege dran vorbei?

    darfst du einen Brunnen schlagen / Löschteich anlegen?

    hast Du ein Gefälle (ev. Hangrutsch oder Wasserschaden bei Unwetter - und mußt du für den Garten Flächen begradigen)?

    Ist der komplette Grund als Baugrund ausgewiesen oder teilweise als Forst/Nutzfläche? Da könnte eventuell der Förster/Jäger Betretungsrecht für letztere haben

    liebe Grüße, Betula


    falls die Welt untergeht, muß noch lange nicht die Welt untergehen.

  • Was mir noch eingefallen ist: liegt das Grundstück in einer der Flugschneisen aus dem 2.WK? Falls ja, könnten Blindgänger im Boden sein (und Schadstoffbelastung)

    liebe Grüße, Betula


    falls die Welt untergeht, muß noch lange nicht die Welt untergehen.

  • Wenn es ein altes Gebäude ist, Keller auf Radonbelastung testen

    Danke für den Hinweis. Sowas war mir gar nicht bekannt. Muss ich mich mal damit beschäftigen, warum das so ist.

    Wenn man merkt man ist am Holzweg, sollte man dazu stehen, sonst ist man ein Holzkopf...

  • Der größte Nachteil ist meiner Meinung der überteuerte Preis. Bei Alleinlage zahlt man leider länge mal breite für die Lage. ;(

    Weitere Nachteile sind falls man Kinder hat, dass sie komplett isoliert von den anderen Kindern sind.

    Noch ein Nachteil ist Verbrecher Häuser in Alleinlage lieben. Ein Bekannter von uns hat so ein Haus und da wird regelmäßig eingebrochen bzw probiert einzubrechen. :( D. h. Du brauchst zumindest 2 große Hunde und einen eingezäunten Garten für die Hunde.

    Und sollte euch mal etwas passieren bzw. eurem Kind dauert es normalerweise länger bis Hilfe kommt und es wird nicht einmal wer bemerken bzw verdacht schöpfen, dass etwas passiert ist.

    Bei einem shtf-szenario habt ihr als alleinstehende Haus ohne Nachbarn bzw Dorfgemeinschaft überhaupt keinen Schutz vor Plünderern oder Randalierern. Für die seid ihr ein ideales Ziel!


    Vorteil von Alleinlage ist wenn man keine Leute mag, dass man natürlich keine sieht.


    Ich würde zumindest ein Haus suchen, wo man wenigstens in Sichtweite eines anderen Hofes / Hauses ist. Damit zumindest ein minimum an Sicherheit da ist.

  • Nur ein wenig Brainstorming ergänzend zum bereits geschriebenen:


    Strom-, Wasserversorgung sowie AbwasserENTsorgung sind wohl exklusiv für das eine Grundstück gemacht worden - Bei Fehlern habt ihr unterste Priorität, da der Versorgungskreis klein ist und andere Objekte mit mehreren Menschen bevorzugt werden.


    Straßenbeschaffenheit - Winterdienst - Gefährdung durch Bäume und Muren?


    Altlasten - Evtl. Wasserquelle am Grund, mit Bezugsrecht für Fremde?


    Abgelegenheit hat jedoch durchaus auch seine sehr positiven Aspekte: Thema Eigensicherung:

    Das sehr abgelegene Haus eines guten Freundes kann das gesamte Tal inkl. der einzigen Straße die sich dort reinschlängelt, in dem es liegt auf mehrere hundert Meter gut einsehen - hier kommt niemand ungesehen an, wenn man entsprechende "Wache" einteilt.

    viribus unitis - acta non verba