COVID-19: Engpässe von Produkten

  • Hier bei uns sind es Dauerbackfolien, die nicht mehr oder kaum zu bekommen sind.


    Bei unserem einzigen, fußläufig erreichbaren Mini-Supermarkt sind immer noch Trockenhefe und Glasnudeln ein Problem. Seit Beginn der Pandemie. Ich bezweifle inzwischen, dass das immer noch nur an Corona liegt...

  • Ich arbeite in einem Baumarkt und kann sagen das ein Farbenhersteller seit etwa 2 Monaten Lieferschwierigkeiten hat. Auch bei Gartenhäusern gibt es Probleme. Anderes Baumaterial ist verfügbar.

  • Es gibt bei vielen Sachen Liefer- bzw. Produktionsprobleme. Dadurch das alles verteilt produziert und dann um die halbe Welt transportiert wird bzw. dadurch das vieles "Just in Time" abläuft ( = ohne Zwischenlager) ist der gesamte Prozess ziemlich empfindlich. Und was wir jetzt erleben ist eine ernsthafte Störung dieser extrem heiklen und extrem komplexen Logistikkette. Es wird mindestens bis Ende 2021 (hoffentlich nicht länger) dauern bis sich wieder alles normalisiert hat, dann werden die Preise die momentan teilweise extrem hoch sind auch wieder auf ein "normales" Niveau fallen.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Ein Bekannter arbeitet bei einem Fertighaushersteller.....

    die können die angefangen Häuser nur noch mit Mehrkosten fertig stellen.....Draufzahlen......

    und haben das Problem das Holz nicht nur sehr teuer geworden ist, sondern das der Markt scheinbar leer ist.

    Sie haben noch 1-2 Monate, dann wars das mit dem Bauholz.


    Eine Freundin hat heute berichtet das sie auch bei Stahl und Aluminium große Probleme haben.

    Die Lieferzeiten haben sich verdoppelt. Bestimmte Schrauben sind scheinbar auch nicht mehr zu bekommen.

    Dazu Tagespreise bei dem Material, so das sie inzwischen Angebote nur noch für ein paar Tage schreiben und schon

    dazu übergegangen sind so ne Art Materialpreisklausel in die Angebote/ Verträge einzubauen.

    Außerdem kommt es immer öfter vor das sie wegen Lieferschwierigkeiten ihre Verträge nicht einhalten können.

  • Ach ja, heute hab ich gelesen Klopapier und Taschentücher sollen viel teuriger werden, da auch hier

    die Rohstoffpreise unheimlich angezogen haben. Die Hersteller sehen sich gezwungen die hohen Preise weiterzureichen.


    Wer also noch Klopapier und Taschentücher oder Küchenrollen braucht, sollte bald aufstocken.

  • danke, globaler Kapitalismus...

    Vielleicht sollten wir wieder mehr Krempel zuhause produzieren.

    Ich hab mir wohl die blödeste Zeit ausgesucht, um zu bauen 😜


    Das Stahl-problem kann ich bestätigen, die Preise gehen nach oben und die Verfügbarkeit nach unten.

  • Eine Freundin von mir hat sich ein Haus gekauft, und wartet nun schon ewig auf die Fenster...Der Bauleiter ist am Verzweifeln sagt sie, der fährt sogar bis Tschechien und Ungarn, um Material aufzutreiben 🙈

    Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. (F. Nitzsche)

  • danke, globaler Kapitalismus...

    Vielleicht sollten wir wieder mehr Krempel zuhause produzieren.

    Ich hab mir wohl die blödeste Zeit ausgesucht, um zu bauen 😜

    Ohne Holz aus Osteuropa und Stahl aus Indien oder China wäre alles noch viel teurer. Es ist genau diese Globalisierung, die die Preise die letzten Jahrzehnte massiv gesenkt hat.
    Bei Stahl, Alu und anderen Rohstoffen ist es aber nicht ungewöhnlich, dass alle paar Jahre die Preise oben sind, und dann sind sie wieder im Keller. Manchnmal bekommen wir auf Baustellen gutes Geld für Schrott, alte Leuchten, Kabel. 1 Jahr später müssen wir froh sein, wenn es wenigstens jemand kostenlos abholt.
    Das mit den Holzpreisen ist mir neu. Aber vielleicht hat es das früher auch schon gegeben, ist nur in meiner Branche nicht relevant. Weiß jemand, was bei Holz der Hintergrund ist?

  • Das mit den Holzpreisen ist mir neu. Aber vielleicht hat es das früher auch schon gegeben, ist nur in meiner Branche nicht relevant. Weiß jemand, was bei Holz der Hintergrund ist?

    Laut div. Medienberichten zu dem Thema (das mir weder beruflich noch privat naheliegt, ich zitiere nur die Quellen) ist es eine Kombination aus erhöhter Nachfrage und einer gewöhnlichen Produktionsverknappung (Sägewerke waren zeitweise unterausgelastet, haben daher Produktion zurückgefahren, dadurch jetzt bei wiederanlaufender und noch dazu hoher Nachfrage zu wenig Produktionskapazität). Ob es zusätzlich auch noch ein Logistik-/Transportproblem bei Bauholz gibt, konnte ich nicht sehen. Die Preisanstiege sind jedenfalls gewaltig (teils Verdreifachung binnen weniger Wochen) und in diesem Umfang offenbar schon sehr ungewöhnlich.

  • ich habe gelesen das die USA den Holzmarkt relativ leer gekauft haben soll. :/

    Holzmarkt, Sägewerk, Platten usw ist immer noch ein lokaler Markt. Es wird bei Holz nicht Tausende Kilometer weit per LKW hinundhergefahren. Da sind die Margen zu klein und bei mehreren hundert Kilometern Entfernung ist der nächste Konkurrent der den lokalen Markt bedient im Umkreis von 300-500 km.

  • Also zum Holzpreis muss ich jetzt mal etwas Dampf ablassen.

    Ja, der Preis zieht jetzt an, aber der war schon mal viel viel besser.

    Hab ein Zeitungsinterview mit einem großen Sägewerk gelesen, da krieg ich die Krise. Da klagt der Besitzer weil für Fichte Stammholz die Preise 15 % rauf gegangen sind. Dass die davor fast 40 % gefallen sind erwähnt er irgendwie nicht. :cursing:

    Durch Sturmschäden, Borkenkäfer usw. gab es ein extremes Überangebot.

    Wir verkaufen selbst Stammholz (Fichte, Kiefer) in A B und C Qualität (Cx wandert bei uns in die Hackschnitzelanlage), den Reibach macht aber scheinbar immer jemand anders.

    Oft musst schon froh sein, dass jemand Kiefer überhaupt noch kauft. :(

    Wenn der Preis für die Waldbauern schlecht ist, braucht sich auch keiner wundern, dass die keine Schlägerungen vornehmen. Sobald sich der Preis wieder normalisiert hat (immer für die Waldbauern gerechnet) dann werden die auch wieder liefern.

    Das da an anderen Stellen fette Gewinne gemacht werden, mag sein. Bei uns kommt da leider nix davon an.

  • Das ließt sich ja wie ein Bericht über den Milchpreis 🙉

    Beim Erzeuger (Landwirtschaftlicher) Produkte scheint die Preissteigerung nie wirklich anzukommen, die kriegen immer nur die Preissenkung ab.

  • So wie Ichipan das schildert kenn ich das auch.

    Man muss schon das Sägewerk anbetteln das Käferholz zu nehmen. Dann lassen die da nochmal herumliegen, damit ja alles dann C bis Cx wird. Auch das noch gute.


    Es wird halt einfach eine Verknappung und Inflation gleichzeitig zusammenfallen beim Endprodukt.

  • Holzmarkt, Sägewerk, Platten usw ist immer noch ein lokaler Markt. Es wird bei Holz nicht Tausende Kilometer weit per LKW hinundhergefahren. Da sind die Margen zu klein und bei mehreren hundert Kilometern Entfernung ist der nächste Konkurrent der den lokalen Markt bedient im Umkreis von 300-500 km.

    Die Firma wo der Mann meiner Freundin arbeitet, hat vor 30 Jahren schon mit dem Aussenminister eines Ostblocklandes über Holz verhandelt.

    Das weiß ich, weil ich in dem Lokal damals gearbeitet habe wo die Veranstaltung stattgefunden hat.

    Das ist einer der größten Fertighausbauer. Dazu haben sie noch eine größere Gewerbeabteilung.

    Die schieben am Tag 3 fertige Häuser raus und das im Schnitt der letzten 40 Jahre. Also werden das noch mehr sein, weil sie ja vor über 40 Jahren klein angefangen haben. Da arbeiten aktuell über 1000 Leute.

    Wenn die in 1-2 Monaten kein Material mehr haben, dann ist das kein Spass mehr.

    süddeutsche Zeitung

  • So, jetzt merke ich als Elektriker auch die Materialengpässe.


    Mein Elektro-Großhändler hat KEINEN Schlauch mehr und mein Schrauben-dealer hat teilweise auch schon Probleme bei den Schrauben.


    Von einem Kollegen von mir hab ich außerdem gehört, dass sein Zimmerer ihn für ca 15 Arbeitstage warten lässt, weil er des Holz nicht kriegt.


    Und mein Tischler hat mit den "stink-normalen" Dreischichtplatten ca 8 Werktage Wartezeit für mich. Kann deshalb meinen Auto-Umbau erst verspätet starten.

    es grüßt: seppel2000


    Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist. (Henry Ford)

  • Ich glaube, jetzt kommen sogar auf eingefleischte Prepper Herausforderungen zu.

    Wer hätte gedacht, dass es auf einmal keine popligen Dachlatten oder Schrauben mehr gibt?!?


    Weiteres Beispiel: Unsere Baumärkte und Fachhändler sind ja IMMER noch zu, dabei bräuchten wir einen neuen großen Rasenmäher. Im letzten Jahr haben wir versucht, einen online zu bestellen (selbes Modell wie unser jetzger, inzwischen ausverkauft), das war ein einziges Fiasko. Jetzt kommen offenbar noch generelle Lieferprobleme hinzu. Ab morgen dürfen wir endlich wieder "klicken & meeten", aber ich kaufe mir doch keinen teuren Rasenmäher, den ich im Voraus nicht einmal richtig anschauen kann. :cursing:


    Soll ich jetzt die Sense wieder raus kramen? Wir hätten noch eine verrostete irgendwo, aber keine, mit der man gescheit arbeiten kann.


    Irgendwo hört das Preppern dann auch mal auf, man kann sich ja nicht ALLES in Vorrat nehmen.


    Man macht sich schon so seine Gedanken...

    2 Mal editiert, zuletzt von Carola ()

  • Engpässe haben sich bei mir in der Elektroindustrie auch schon bemerkbar gemacht.

    Bauteile fehlen🙄 Hat schon gehörig für Probleme gesorgt.

    Von Lieferverzögerungen zu Produktionsstillstand und nicht möglicher Reparaturservice (betrifft mich leider) alles dabei...

    Dachdecker und Zimmerer die ich kenne werden teils sogar schon heimgeschickt weil kein Material...

    Meinen Fliesenlergerspezl gehen die Flüssigkomponenten aus.

    Lustig wird das noch!

  • Und was ist das Fazit von der ganzen Engpass-Geschichte???


    Alles wird teurer, jeder wird es akzeptieren, weil jetzt wenigstens wieder alles verfügbar ist und die Industrie räumt ein Plus an, dass dir die Ohren schlackern....😡😡😡

    es grüßt: seppel2000


    Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist. (Henry Ford)