Übungs Szenario

  • Im Westen Österreichs kam es heute zu Stromausfällen, ca. 4000 Haushalte sind betroffen.

    https://www.krone.at/2041353


    Die habens gut, können ihre Resilienz testen...…. 8o

    Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience.

  • Hat halt mit "Übung" nicht viel zu tun. Das ist für viele ein Ernstfall. Was halt oft nicht bedacht wird: Es gibt Menschen, die sind gesundheitlich davon abhängig, Strom zu haben

    viribus unitis - acta non verba

  • Was halt oft nicht bedacht wird: Es gibt Menschen, die sind gesundheitlich davon abhängig, Strom zu haben

    Dann sollte gerade in diesen Haushalten die Motivation groß sein, für ein solches Ereignis vorzusorgen. Möglichkeiten gibt es heutzutage genug.


    Meine Mutter benötigt z.B. ein CPAP-Gerät zum Schlafen. Wenn der Strom ausfällt, bekommt sie von uns einen Yeti hingestellt und weiter gehts.

    Einmal editiert, zuletzt von PreppiPeppi ()

  • Gerade wenn man gesundheitlich davon abhängig ist Strom zu haben, müsste man sich doch umso mehr auf eine stromlose Zeit vorbereiten, oder sehe ich das falsch?


    Wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen von gewisser Infrastruktur oder Materialien abhängig ist, sollte doch gerade da vorgesorgt sein.


    Ich bin Brillenträger und wandle mit ca. 10 Dioptrien durch die Welt, ohne Sehhilfe bin ich aufgeschmissen.

    Deswegen habe ich auch 3 komplette Brillen, Monatslinsen für 1 Jahr und passende Tageslinsen für weitere 12 Monate daheim.

    Gerade im Bereich der Gesundheit und des notwendigen für das "Überleben", sollte doch jeder der mit ein wenig Hausverstand gesegnet ist, für sich selbst und seine Familie alles Nötige bevorratet haben.

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  • Alles gut und schön. So denkt ihr, so denke ich und mit Sicherheit auch viele der Betroffenen.


    Ich wollte eigentlich nur auf den Satz "die habens gut, die können Ihre Resilienz testen" antworten - die können nicht - die MÜSSEN. Und das ist für eben diese Menschen mitunter ein Unterschied, ob der Fernseher mal für ein paar Stunden nicht geht, oder die Heimdialyse nach 4 Tagen (trotz Vorkehrungen) nicht mehr...


    Weil auch der angesprochene Yeti braucht irgendwann wieder seine Ladung - mit Solarstrom wäre dies derzeit in den Gebieten definitiv nicht möglich.

    viribus unitis - acta non verba

  • Wie viele Leute leben in diesen 4000 Haushalten die auf so spezielle Maschienen angewiesen sind? 5-10-20 Stk. ?

    Wenn man auf eine durchschnittliche Belegung von ca. 3 Personen pro Haushalt rechnet:

    4000 x 3 = 12000 Personen. 20 Davon sind gerade mal ca. 0.17 % die wirklich akut gefährdet wären. Da gibt es Lösungen. Wenn man will.

    Wenn man zu dieser Risikogruppe gehört und selber nichts dagegen unternimmt, kann man da auf Fremdhilfe lange warten.

    Wenn ich keinen Notstrom egal was hätte, würde ich mich da frühzeitig im Spital überweisen lassen. Ich.

    Auch wenn ich mal 1-2 Nächte selber berappen müsste falls es sich am Schluss herausstellen würde, dass es unnötig gewesen wäre.

    Man weiss heutzutags (Medien!) wenn ein grosses Unwetter aufzieht.

    Man lebt nicht mehr im 18-Jahrhundert.

  • Einspruch: Es gibt auch in der heutigen Zeit Extremwetterlagen, mit denen der Wetterdienst nicht mal ansatzweise in deren Dimension rechnet.

    Dezember 2017 (noch nicht lange her): https://kaernten.orf.at/v2/news/stories/2883403/

    Klar kann man sich auf alles vorbereiten. Bei deiner Statistik lässt du aber aus, dass ein sehr hoher Prozentsatz derer, die darauf angewiesen sind, in einer Pflegestufe jenseits der Stufe 4 lebt, meistens bettlägerig und im hohen Alter ist. Die sind auf jegliche Hilfe in jeder Art angewiesen und deren Medienbeobachtung beschränkt sich zumeist, dass sie mit einem Radio berieselt werden.

    Wenn es eine zu erwartende Wetterlage gibt, wird auch zumeist in entlegenen, gefährdeten Gegenden genau das gemacht: ins KH verlegt.


    Nur um wieder auf den Ausgang der Diskussion zurück zu kommen: Das ist keine Übung die man machen "kann", sondern für diese Menschen ein Ernstfall. Das und nichts anderes habe ich am Ausgangsposting bekritelt.


    Außerdem habe ich etwas gegen eine Art "elitäre" Lebenseinstellung wie "Schauts euch die Trottel an, die nix Zhaus haben - wir sind so super weil wir daran gedacht haben" - ja: ist super, toll und ich freu mich für diejenigen, die es behirnt haben, für sich vorzusorgen.


    Ich, als Einsatzkraft, die in solchen Situationen nicht nur "auf sich" schaut, sehe jedoch auch das viele Leid, welches durch diese "ach so lustigen Übungen" entstehen kann. Und wenn man halt zu den 0.17% gehört, ist es demjenigen auch ziemlich egal ein statistischer Ausreißer zu sein, wenn das dringend benötigte Medikament oder die dringend benötigte Behandlung (auch im Jahr 2019) auf Grund widriger Umstände nicht durchführbar/erhältlich ist. Das ist ein menschliches Schicksal und wir sollten vielleicht soweit menschlich sein, hier nicht Achselzuckend "Selber Schuld ätschibätsch" zu gifteln.


    ich habe fertig.

    viribus unitis - acta non verba

  • Scavenger

    Ich verstehe dein Standpunkt. Jetzt kommt das Aber. Verstehen heisst bei mir nicht bejahen.

    Es gibt Menschen auf dieser Kugel die nicht so mitfühlend sind wie du. Da gehöre ich sicherlich dazu.

    Wenn jemand der so krank ist und ich ihn vor allem nicht kenne.. Wie soll ich es geblümelt rüberbringen. Probier es mal so:

    Wenn er am nächsten Tag fehlen tut, dann fehlt er halt. Die Welt dreht sich weiter.

    Es sterben soviel Leute täglich auf dieser Welt, mal einer mehr, mal einer weniger. Das ist ganz natürlich. Jeder muss früh oder später gehen.


    Das Ganze hat nichts aber gar nichts mit "Elitär" zu tun.

    Ich lach zum Beispiel nicht jemand aus, weil er dies oder das nicht Zuhause hat.

    Ich mach mir da nur meine Gedanken.

    Hier im Forum, mit meinem Schatz oder gleichdenkende Kollegen sieht es anderst aus. Da ist man unter Gleichgesinnten.

    Hier kann man über so Sachen ja "Offen" reden und sich austauschen.

    Verschiedene Menschen, verschiedene Meinungen die man nicht unbedingt zusammen Teilen muss.

    Oder?


    Bei etwas gebe ich dir aber Recht.

    Wir (hier in diesem Forum) sind von mir aus gesehen "super" und "toll" wie du es beschrieben hast. Wir sorgen wenigstens vor. Jeder wie weit er kann.

    Darum bin ich hier in diesem Fachforum und nicht im Samariterforum (falls es eins gibt).. Dort wäre ich sicherlich total fehl am Platz.

    Tönt vielleicht für einige eingebildet. Das weiss ich. Ist mir aber..

    Wie heisst es so schön.. Einbildung ist auch eine Bildung..;)

  • Du musst mir gar nichts "bejahen" - niemand muss das. Jeder hat seinen Standpunkt und seine Lebensweise. Trotzdem behalte ich mir vor, ein "guter Samariter" zu sein und definitiv auch an andere Menschen zu denken ;)

    viribus unitis - acta non verba

  • solange ein Stromausfall relativ überschaubar von der Dauer ist und sich ja eigentlich auch angekündigt hat... somit solange nicht wirklich was schlimmes, das über Unbehagen hinausgeht, finde ich stromausfälle gut, weil sie endlich ein Bewusstsein schaffen.


    Aber ich würde mir schon wünschen und ganz stark davon ausgehen, dass jeder, der mit seinem Leben auf Strom angewiesen ist, auch versorgt.


    Problem dabei ist, dass sich das nicht immer alle so gut leisten können bzw wer auf Strom angewiesen ist, meist auch auf mehr angewiesen ist, also erwa auf andere Personen, die ihn unterstützen... und die vorsorgen.

  • Ich denke sehr wohl auch an andere Menschen, und ich helfe auch wo ich kann.

    Trotzdem differenziere ich.

    Ich helfe und kümmere mich in dieser, für mich persönlich relevanten, Reihenfolge.

    1. Meine Familie

    2. Meine Freunde

    3. Meine Bekannten

    4. Meine Nachbarn, sofern sie nicht unter 2 oder 3 fallen, und ich noch Ressourcen, oder was auch immer, frei habe.

    Man kann sich nicht um die ganze Welt kümmern, aber wenn jeder das ungefähr so halten würde, wäre die Welt ein besserer Ort.


    Wenn man beginnt in der Familie und seinem Umfeld für stabile Verhältnisse zu sorgen, hat man dann auch die Möglichkeit weiteren zu helfen, usw. usw., aber wenn man sich um ein zu großes Umfeld kümmern will verzettelt man sich leicht und dann hat niemand etwas davon.

    Das ist meine Meinung.

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  • solange ein Stromausfall relativ überschaubar von der Dauer ist und sich ja eigentlich auch angekündigt hat... somit solange nicht wirklich was schlimmes, das über Unbehagen hinausgeht, finde ich stromausfälle gut, weil sie endlich ein Bewusstsein schaffen.


    Aber ich würde mir schon wünschen und ganz stark davon ausgehen, dass jeder, der mit seinem Leben auf Strom angewiesen ist, auch versorgt.


    Problem dabei ist, dass sich das nicht immer alle so gut leisten können bzw wer auf Strom angewiesen ist, meist auch auf mehr angewiesen ist, also erwa auf andere Personen, die ihn unterstützen... und die vorsorgen.

    Man kann (wenn man ihn überhaupt kennt) mit Vorsorgen falls man übrige Resourcen hat. Wenn man ihn aber nicht kennt.. Hat er aber bei mir Pech gehabt.

    Da bin ich knallhart.

    Es gibt aber viele, die das schamlos ausnützen. Von so "Leuten" kenne ich leider mittlerweile viel zu viele. Sie verlassen oder besser gesagt verlangen fast, dass man selbstverständlich auch sie in einer Notlage mit berücksichtigen tut.

    Nach dem Motto: .. Ich bin ja krank oder hilflos, der schaut schon auf mich ..

    Falls es nicht klappt, wird und wenn man es noch kann, auf die Tränendrüse gedrückt. Genau das macht mich dann RASEND.


    Wenn man gesundheitsbedingt auf mehr angewiesen sein sollte, müsste man doch erst recht ein bisschen selber schauen das man nicht in so einer misslichen Lage hineinrutschen tut und nicht einfach blauäugig im Tag hineinleben. Man sollte sich da mal ein paar Gedanken drüber machen, dass wenn eine Notlage da ist oder wäre, die Personen die einem pflegen tun einfach nicht aufkreuzen weil auch sie für sich selber schauen müssen.

    Sehe ich das falsch?

  • vera birkenbihl hat einmal in einem Vortrag erzählt von Freude teilen auch an unbekannte und dass alles irgendwie irgendwann zurück kommt.


    Sie hat erzählt von einem Mann, der beim Joggen ein paar Münzen mitnimmt und über die Schulter wirft, weil irgendwer sie dann findet und sich freut.


    Und sie hat erzählt von einer Firma, die die Maut (war nur ein ganz kleiner betrag) immer für den Mitarbeiter und das Auto nach ihm bezahlt hat. Der freut sich den ganzen Tag, wenn die Dame ihm erklärt, es sei schon bezahlt.


    Mich hat das beeindruckt und ich denke, Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn mehr in diese Richtung denken könnten.


    Ich glaube ein Stück weit hat uns unser Wohlstand (und ich zähle mich definitiv dazu) dazu gebracht, uns mehr auf nur uns selbst zu konzentrieren. Schade eigentlich.


    Und ich bin mir völlig bewusst, dass man nicht alle retten kann. Aber ich würde es mir zumindest nicht vornehmen, ja niemandem zu helfen.


    Die Situation ist schwierig. Man weiß ja nicht wie lange eine Krise dauern wird. Aber ich denke nur, ich schicke jemanden weg, der stirbt daran und ich hab noch genug, wenn das System wieder funktioniert...


    Andersrum kann natürlich auch sein, dass ich helfe und dann reicht es für mich und meine Familie nicht mehr. Schwierige Entscheidung!!!


    Ist aber nur meine persönliche Meinung und ich kann nachvollziehen, wenn andere anders denken. Und ich weiß nicht, wie ich wirklich handeln würde. Ich hoffe, es kommt nie so weit.

  • Weil auch der angesprochene Yeti braucht irgendwann wieder seine Ladung - mit Solarstrom wäre dies derzeit in den Gebieten definitiv nicht möglich.

    Deshalb haben wir auch zwei Yetis, eine feste Solar-Inselanlage und mittlerweile zwei Stromerzeuger mit je 2,0 kW incl. Kraftstoff. Damit lassen sich die Yetis bei ungünstiger Witterung in ca. 5 Stunden vollladen.


    Zum Thema vorsorgen auch für andere: In guten Zeiten bietet mir auch keiner seine Mercedes-G-Klasse für die Urlaubsfahrt an, keiner lässt uns mit seinem Cabrio fahren, obwohl wir nur alte Skodas haben. Warum soll ich denen dann, wenn die Kacke am dampfen ist, helfen? Die haben ihr Geld in Luxus investiert, wir in Vorsorge. Ich glaube nicht, dass uns das zum Teilen verpflichtet.


    Nichts desto Trotz werden wir Menschen helfen, die aus eigener Kraft dazu nicht in der Lage sind. Aber die luxusorientierten Lebeschön- Mitbürger müssen schon woanders nach Mitgefühl suchen.

  • Das ist wohl auch eine Frage der Situation. Eine wetterbedingte Krisensituation ist in unseren Breiten normalerweise nach wenigen Tagen bereinigt. Die könnten aber für manche in eurem Beispiel lebensbedrohlich sein. Da werde ich selbstverständlich helfen so gut ich kann, ich bringe mich ja nicht in ernsthafte Gefahr dadurch.

    Bei langfristigen Katastrophen deren Ende nicht abzusehen ist, muss ich meine Ressourcen sorgfältig einteilen um mich und meinen "inneren Kreis" nicht zu gefährden und auch um "da ist etwas zu holen"-Täter abzuhalten. Jene, die mir in friedlichen Zeiten z.B. einen Teil ihrer Parasolpilzbeute unaufgefordert vor die Türe gelegt haben, werde ich auch dann nicht vergessen...

  • Ich frage mich (auch bezogen auf den Thread mit dem Schnee-Chaos in Österreich und Frankreich): warum ist die Infrastruktur eigentlich so schlecht, dass es zu Stromausfällen kommt...?! Nur oberirdische Stromleitunfeb bauen, schon klar.


    Aber in meinen ganzen 38 Jahren habe ich noch NIE einen Stromausfall miterlebt... ganz ehrlich: über mal 4-10 Stunden Stromausfall habe ich nix einzuwenden... :) wirklich ein guter Test. Und ich weis das alle Nachbarn im Umkreis den gut überstehen würden...


    Also statt einen Stronausfall als Übung zu verwenden, sollte in diesen Gebieten eher über eine bessere Infrastruktur nachgedacht u umgesetzt werden.

    Das man sich trotzdem auf das Schlimmste vorbereiten sollte ist klar... ;)

    Haben ist besser als brauchen.

  • Eine eingegrabene stromleitung in ein tal wo 1000 leute bis zum hintersten zipfel verteilt leben ist halt wesentlich teurer als ein schnürdl spannen, ist nachvollziehbar. Aber ich denke, dass grundsätzlich in solchen gebieten die vorsorge für solche fälle eher „normal“ ist und da nicht in einer -relativ- hochstilisierten art wie hier drüber philosophiert wird... im tiroler hintertupfing werdens schon ihre hackln, feidln, sagln und aggregate, sowie festmeter weise holz und sprit liegen haben... und man wird sich auch helfen, sofern ned irgendwelche generationsübergreifenden hof-streitereien noch aktiv sind weil da uropa mal dem damaligen designierten vizebürgermeister die oide beim maibaumaufstellen ausgspannt hat oder so... 😑