NFC-Implantat für Häuslebauer

  • Naja mMn ist es doch ein Unterschied ob ein Beach Club in Barcelona sowas anbieten oder eine Bank. Ich hab auch damals nicht verstanden was daran "cool" sein soll.

    Ab wann braucht man den Chip um überhaupt einen Kredit zu kriegen? Und wie lange brauchts bis sich das in andere Sparten ausbreitet?

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Ich muss sagen, grundsätzlich finde ich die Idee der NFC-Implantate wirklich toll, weil sie einen Hauch von SciFi versprühen.

    In unserer heutigen Welt, in der sich alles nur um Geld und die Maximierung dessen handelt, leider aber ohne moralische Schranken, finde ich das aber äußerst bedenklich. Wir leben halt nicht in der utopischen Welt von StarTrek, in der alle nur das Gute sehen.

    Ich befürchte auch, dass früher oder später solche Systeme zur Norm werden, dass man beispielsweise keine Fernreisen mehr machen kann, ohne solch einen Chip, oder dass einen eine (Zusatz-) Krankenversicherung nicht mehr nimmt, wenn man sich nicht "chippen" lässt usw.. Für die Firmen bedeutet das weniger Risiko und damit eine Gewinnmaximierung.

  • Die NFC Technologie ist ja schon älter, vor ein paar Jahren machte ich mich diesbezüglich schlau und kam davon wieder ab.

    Die damals verwendeten NFC Chips übertrugen die Daten unverschlüsselt, und konnten zum Zeitpunkt der Übertragung mit z.B. einem Türschloss, und einer Richtantenne aus über 20m Entfernung ausgelesen werden.


    Müste mich Mal wieder einlesen ob sich da schon eine vernünftige Verschlüsselung durchgesetzt hat, und die Technologie auf bei sicherheitsrelevanten Verwendungen Sinn macht.

    Das Handy mit NFC nutzt ja auch NFC für Bargeldloses zahlen, da wird ja sicher auch verschlüsselt. *verdammt, ich muss nachlesen was die verwenden*

    Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience.

  • Also ganz ehrlich weiß ich noch nicht was ich von solchen Dingen halten soll. Einerseits natürlich riesige Möglichkeiten. Auf der anderen Seite eben diese riesigen Moglichkeiten im Negativen.


    Obwohl man hat die Menschheit ja schon sehr gut verkabelt. Smartphone, Internet, Bonusclubs, online Warenhäuser und nicht zuletzt die allgegenwärtige Internetsuchmaschine. Also von dem her kann nicht mehr all zu viel an Daten neu gesammelt werden.


    Es ist halt immer das zweischneidige Schwert welches ich fürchte. Nicht die Möglichkeiten welche für den Nutzer Vorteile bringen. Sondern die Möglichkeiten welche ausgeschöpft werden, die dem Nutzer verborgen sind.

    Zumal in der heutigen Zeit meist der Gewinn im Vordergrund steht und nicht der Nutzer / Kunde.

    semper paratus
    semper fidelis in familia
    semper verus est ipse

  • Ältere LF (Low Frequency; meist 125 KHz) oder HF (High Frequency; meist 13,56 MHz) übertragen die Daten unverschlüsselt, oft wird nur die UID (Seriennummer des RFID-Tags) verwendet. Diese Systeme sind nicht nur sehr einfach auszulesen sondern auch eben so einfach zu kopieren oder klonen.

    Soft-/Hardwarekonbiationen wie z.b. der Proxmark3 oder Proxmark4, manchmal auch einfachere, noch günstigere aber nicht so flexible Geräte aus China, können oft auslesen, speichern, emulation und schreiben. In Verbindung mit einem schreibfähigem RFID-Tag klont man sich seine eigene Karte und ist auch noch ganz unauffällig gegenüber anderen Personen.


    Modernere Systeme setzen schon zumindest optional auf Verschlüsselung, da kommt dann meistens eine AES-Verschlüsselung (ähnlich der WPA2 Verschlüsselung beim WLAN) zu tragen. Doch auch diese Systeme können meist auf Grund von Installationsfehlern leicht kopiert oder umgangen werden.

    Z.B.: Wenn das Wiegant Kommunikationsprotokoll vom Lesegerät nicht abgeschaltet wurde und auch eine hoffentlich vorhandene Manipulationssicherung nicht (korrekt) installiert wurde, kann man einfache kleine Elektronikbauteile in das Kabel einflechten. Das ist dann unsichtbar für Lesegerät und alles was dran hängt, aber bei den Bauteilen (z.B. der ESPKey ) kann man sich mit seinem Smartphone per verstecktem WLAN anmelden und die gespeicherten Zugangsdaten auslesen und auch gleich abspielen.


    Meiner Meinung nach ist die beste RFID Implementation eine Korrekt installierte Anlage wo alte/unnötige Protokolle abgeschaltet wurden, Daten bidirektional, verschlüsselt übertragen werden, PIN Code eingabe erforderlich ist UND der RFID-Tag wenn man ihn nicht braucht in einer Hülle transportiert wird die Radiowellen nicht durchlässt.

    Ist natürlich unpraktisch, aber sicherer.


    Unterm Strich setz ich lieber mein Geld auf einen soliden EVVA MCS oder 3KSplusXP Zylinder und hab beim Schlüssel noch so n "Schlüsseltool" drüber wenn ich ihn nicht brauche damit keine Fotos vom Schlüssel gemacht werden können. Weil ja, auch von einem einigermaßen akzeptablen Foto kann man den Schlüssel nachmachen.

    Magnetcodesysteme sind da noch schwieriger weil man Zugang zum Schlüssel braucht, ist aber auch machbar mit einem Polaritätsprüfer und einer Fluxdetektorfolie und Krösus bin ich nun auch nicht :D


    Noch Fragen ;)

  • Fluxdetektorfolie

    Zu viel "Zurück in die Zukunft" geschaut...!? :D


    Ich hatte das auch schon gelesen, find ich aber nicht so praktisch, da ja viele Prepper von einem Blackout ausgehen... wie soll dann der RFID Chip gelesen werden?! Ergo, ich komm nicht rein, will ich aber... erst recht wenn's ernst wird.

    Diese Smart Home Kits für die Eingangstür, wo durch PIN Eingabe der Zylinder selbständig dreht, gehören für mich in die selbe Richtung. Bei Freunden hatte sich im Winter die Tür verzogen und schon ging der Spaß nicht... und Schlüssel stecken geht dann ja nicht mehr, weil der eigene Knauf drauf steckt... tja....


    Mein Fazit: für die, die in einer schönen heilen Welt leben wollen ja, für mich als Realistin eher nein

    Haben ist besser als brauchen.

  • Vielleicht gehöre ich zum alten Eisen, aber ich finde einen Kabaschlüssel mit dementsprechenden Zylinder und Türe immer noch am Besten.

    Das funktioniert auch nach nach 20 Jahren. Ohne Strom.

    Grundsätzlich: Wenn ein Dieb einbrechen will, dann kommt er auch rein. Da nützen Banktresortüren, Bewegungsmelder und weiss Gott was für Sicherheitsmechanismen auch nichts.

    Ausser ich bin Zuhaus.. Dann.. Hat er ein Riesenproblem! Ob er am nächsten Tag beim Appell fehlt?:evil::evil:

  • Zu viel "Zurück in die Zukunft" geschaut...!? :D

    Is halt so :S

    https://www.supermagnete.at/sc…/flux-detektor-klein_M-04


    Wegen Stromausfall sind die meisten elektronischen Türen ohnehin fürn Hugo. Magnetverriegelungen öffnen sich von allein, RFID Zugänge funktionieren nicht, BG-Schlüssel auch nicht. Bewohner von den Bauten in Alt Erlaa schauen da dann schon komisch wenns nicht rein können (vorausgesetzt da gibts kein Backup)...

  • "Brave new World"!

    Solche Entwicklungen gefallen mir gar nicht!

    Ich hatte schon seinerzeit mit den Stempelmarkierungen in der Disco Probleme 😁.

    Schlimm genug, wie "durchsichtig" wir über das Smartphone sind, ganz ohne Internet ist es halt heutzutage recht unbequem und ich bin ein Faulpelz!

  • Ehrlich gesagt finde ich NFC-Schlüssel sicherheitstechnisch gar nicht so verkehrt. Laut Wikipedia beträgt die Reichweite von NFC-Chips nur 10cm. Schon daraus ergibt sich eine relativ große Sicherheit, dass der NFC Chip nicht unbefugt ausgelesen werden kann. Vermutlich ist er zusätzlich auch noch kryptografisch gesichert.


    Von einem klassischen Schlüssel hingegen lässt sich ruckzuck ein Wachsabdruck nehmen ...


    Bestimmt gibt es die NFC-Schlüssel auch fürs Schlüsselbund, ohne Implantation unter die Haut.

  • Fast jede Bankomatkarte arbeitet nach dem NFC Prinzip. Mit allen Vor- und Nachteilen. Für den Schlüsselbund wären es die klassischen runden Chips.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Laut Wikipedia beträgt die Reichweite von NFC-Chips nur 10cm. Schon daraus ergibt sich eine relativ große Sicherheit, dass der NFC Chip nicht unbefugt ausgelesen werden kann. ...

    Nur steht auf Wikipedia das, was normalerweise verwendet wird bzw. wie es eingesetzt wird.

    Dort steht nicht, dass umgebaute Garagentorleser verwendet werden können um (manche) RFID/NFC Tags auszulesen:


    PS.: Wer sich dafür interessiert, dem kann ich Deviant Ollam empfehlen. Seine Vorträge und Videos finde ich sehr interessant und witzig, hat halt hauptsächlich mit Schlössern und Fahrstühlen zu tun...

    https://deviating.net/lockpicking/videos.html