Wo kommt in Zukunft unser Strom her?

  • Also ich weiß, dass das jetzt nicht direkt etwas mit Preppen zu tun hat. Ich stell das mal hier rein, damit man sich zu Ideen über "neue" Stromquellen äusser kann.

    Wenn man sich nämlich so die Kommentar zu der Klimakonferenz in USA durchliest, muß der Strom wohl in Zukunft aus der Steckdose kommen.

    Oder wird dann umweltfreundlicher Weise der Atomstrom von wo anders importiert?

    Ich verstehs nicht. Also ich versteh nicht, wie man einerseits z.B. die bösen CO2 produzierenden Autos abschaffen und gleichzeitig E-Autos pushen will, dann aber weder mit kalorischen KW oder AKW´s Strom produzieren möchte.

    Hab ich was übersehen? :/


    Zitat

    Die deutsche Kanzlerin spricht von dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein, bis 2022 aus der Kernenergie auszusteigen und spätestens bis 2038 aus der "Kohlekraftwerkswirtschaft".

    Quelle

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Die erste Stufe von diesem Plan durften wir doch jetzt schon in den News lesen: Die Preise werden einfach solange erhöht, bis sich einfach nicht mehr jeder ausreichend Strom leisten kann. Oder ein Auto. So senkt die Regierung dann den CO2 Ausstoss in Deutschland. Ganz einfach, oder?


    Sollte ich nochmals den Job wechseln, ist die Firmenwagenregelung das Killerkriterium schlechthin.

  • Aber was machen wir dann mit dem vielen Geld, wenn wir es nicht mehr für Strom oder Auto ausgeben? :/

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Es gibt genügend Alternativen zu Kohle und Atom. Nur sind sie noch nicht wirklich so rentabel. Oder Kohle und Atomstrom sind zu billig - je nach Blickweise.

    In A wurden dutzende (hunderte?) Biomasseanlagen abgeschaltet weil die Förderung ausgelaufen ist. Wenn ihr auf die Dächer der nächsten Stadt schaut, wie viele Solarzellen seht ihr dort? Auch da ist Potential.

    Die Speicherung des Stromes ist schwierig, momentan sind Pumpspeicherkraftwerke die eleganteste Möglichkeit. Aber Druckluftturbinen wären eine Variante für die Zukunft. Denn Druckluft kann man überall speichern, mit minimalen Verlusten.


    Oder Dezentralisierung. Wenn schon der Strom von jedem Dach kommt, so kann man doch auch lokal über 2 kleine Akkus etwas Strom speichern. Genug für das Haus für z.B. 30 Minuten. Wenn das jeder machen würde ...


    Möglichkeiten gibt es genug, nur die Politik - und wir als Leser der div. Medien - stehen uns auf Schlagworte. CO2 ist böse, Atom ist böse, Gretel ist toll, Urwald ist toll.


    Das ist einer der Nachteile einer Demokratie, alle Politiker wollen wiedergewählt werden und solange das im Vordergrund steht wird sich wenig ändern. Konzepte, Ideen und Möglichkeiten gibt es genug, nur wer hat "die Eier" das umzusetzen?

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Die Technik (Windräder, Photovoltaik, Biogasanlagen, Gezeitenkraftwerke, Wasserkraft, Geothermiekraftwerke) gibt es schon, da braucht kein neues Wunderding erfunden werden (in Bezug auf Stromerzeugung). Die großen Ölkonzerne mit ihrem Anhang (Raffinerien, Vertriebsnetzwerke, Transportbranche, Fahrzeugindustrie, chemische Industrie usw.) können aber nicht ohne Weiteres auf andere Industriezweige umsteigen, deshalb kämpfen sie mit allen Mitteln darum, das System am Laufen zu halten. Die Atomkraftwerke können auch nur deshalb so billigen Strom liefern, da die Atommüllentsorgung (die in die Milliarden geht) durch die Steuerzahler finanziert wird. Gut für Länder wie Österreich, die so billig zu Strom kommen, ohne für die Nebenkosten aufkommen zu müssen. Es soll halt um jeden Preis verhindert werden, dass die tatsächlichen Kosten, die im Moment der Steuerzahler oder im Fall der Treibhausgase zukünftige Generationen tragen, nicht publik werden.

    Im Moment ist ihr größtes Argument, die Abgase schaden dem Planeten nicht im prognostizierten Ausmaß, die Erhöhung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre hat ja gar nicht die Auswirkungen, die die Klimaalarmisten prognostizieren. Leider glauben das sehr viele Menschen, obwohl sich in den letzten 30 Jahren alle Klimaprognosen, die damals als alarmistisch galten, als zu konservativ herausgestellt haben und die globale Erwärmung schneller von Statten gegangen ist, als prognostiziert. Selbst heute sind die Klimamodelle auf denen das 1,5° Ziel beruht (SR 1,5) unvollständig (zB. fehlt der gesamte Bereich Methan im Permafrost). Das ist bekannt, wird aber in Ermangelung besserer/genauerer Modelle hingenommen, vor allem da genauere Berechnungen noch alarmistischer ausfallen würden und auf noch mehr Unverständnis stoßen würden.

    Aber wieder zurück zur Stromerzeugung. Das größte Problem mit erneuerbaren Energien ist die nicht ständige und vor allem planbare Verfügbarkeit. Dadurch müssen mehr und kleinere Kraftwerke synchronisiert und verwaltet werden. Das ist im Vergleich zu wenigen großen Kraftwerken ein immenser Mehraufwand. Im Moment ist aber nicht die Erzeugung des Stroms durch Erneuerbare das Problem, sondern die Verteilung, da Leitungskapazitäten fehlen und Strom oft nicht dort produziert wird, wo er benötigt wird.

    In Dänemark gibt es gute Ansätze mit kommunaler Stromerzeugung im Mix aus Windenergie, Photovoltaik und Biogasanlagen mit der Zwischenspeicherung in Elektrofahrzeugen und manche Gemeinden wurden so zu Stromerzeugern, da sie mehr ins Netz einspeisen können, als in der Gemeinde an Bedarf anfällt. Wenn sich so eine lokale Stromerzeugung durchsetzen würde, müsste viel weniger Strom transportiert und überregional verteilt werden. Die großen Energiekonzerne würden dann aber nicht mehr so viel verdienen und versuchen so weiterhin mit dem Argument der Netzstabilität zu punkten, dass das Netz durch zu viele Kleinanbieter instabil wird, womit sie insofern Recht haben, dass sich in der Verteilung des Stroms definitiv etwas ändern muss, wenn vorrangig Erneuerbare für die Stromerzeugung herangezogen werden. Dies sollte aber nicht als Argument gegen Erneuerbare gelten, sondern ein Systemwechsel angestrebt werden.

    In Anbetracht der bisher bereits eingesetzten Erwärmung (in Österreich knapp über 2°C) und den dadurch jetzt schon einsetztenden Veränderungen (Baumsterben, Artensterben, Invasive Arten, Dürren, sinkende Wassserstände für die Stromerzeugung) ist zu erwarten, dass wir alle noch erleben werden, dass das alte System, das auf fossilen Brennstoffen basiert, zerbricht. Nur dann wird es uns mehr kosten als jetzt und durch die dann radikale Umstellung (klimaneutral oder negative Emmissionen ab 2050) wird es sehr viele Verlierer geben.

  • Die Speicherung des Stromes ist schwierig, momentan sind Pumpspeicherkraftwerke die eleganteste Möglichkeit.

    Für Pumpspeicherkraftwerke braucht man Wasser. Die Anzahl ist selbstlimitierend. Schlimmer noch in Ländern wo es wenig Wasser gibt oder das Wasser starker jahreszeitlicher Schwankunge unterlegen ist.

    Gibts noch andere (effektive) Möglichkeiten der Speicherung? Mir fällt keine mehr ein, Stom um größerer Menge zu "lagern".



    In Dänemark gibt es gute Ansätze mit kommunaler Stromerzeugung im Mix aus Windenergie, Photovoltaik und Biogasanlagen mit der Zwischenspeicherung in Elektrofahrzeugen und manche Gemeinden wurden so zu Stromerzeugern, da sie mehr ins Netz einspeisen können, als in der Gemeinde an Bedarf anfällt.

    Wie groß darf eine Gemeinde sein, damit dieses System umsetzbar ist? Ich stell mir das grad für Großstädte vor :/



    In Anbetracht der bisher bereits eingesetzten Erwärmung (in Österreich knapp über 2°C) und den dadurch jetzt schon einsetztenden Veränderungen (Baumsterben, Artensterben, Invasive Arten, Dürren, sinkende Wassserstände für die Stromerzeugung) ist zu erwarten, dass wir alle noch erleben werden, dass das alte System, das auf fossilen Brennstoffen basiert, zerbricht. Nur dann wird es uns mehr kosten als jetzt und durch die dann radikale Umstellung (klimaneutral oder negative Emmissionen ab 2050) wird es sehr viele Verlierer geben.

    Bitte nicht über den Klimawandel schreiben, dafür hab ich das Thema nicht eröffnet. Es soll um Alternativen in der Stromerzeugung (Speicherung) gehen.

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Speichermöglichkeit wären definitiv Elektrofahrzeuge, und zwar eine Mengen davon. Soweit ich weiß, wird in diese Richtung geforscht, habe aber momentan keine Quelle zur Hand. Es geht dabei um ein System, das am Netz hängende Fahrzeuge als Pufferspeicher verwendet. Wären alle Fahrzeuge, die im Moment einen Verbrennungsmotor haben ein EV mit Akku, würde das einer enormen Speichergröße gleichkommen, auch wenn der verwaltete Anteil an Batterieleistung für das einzelne Fahrzeug nur gering ausfallen würde.


    Für Großstädte und die Industrie wird die reine lokale Stromerzeugung nicht funktionieren, es gibt bei uns aber genügend Lauf- und Speicherkraftwerke, die hier sicherlich auch eine Grundversorgung abdecken könnten. Wenn der ländlichere Bereich sich selbst versorgt bzw. einspeist, bleibt genug Energie für die Großstädte und Industrie übrig. Ich gehe nicht davon aus, dass man komplett auf fossile Stromerzeugung verzichten wird können, einfach weil man mit zB. Gaskraftwerken recht rasch zu geringe Kapazitäten ausgleichen kann.

  • Speichermöglichkeit wären definitiv Elektrofahrzeuge, und zwar eine Mengen davon. Soweit ich weiß, wird in diese Richtung geforscht, habe aber momentan keine Quelle zur Hand. Es geht dabei um ein System, das am Netz hängende Fahrzeuge als Pufferspeicher verwendet.

    Kannst du mir ein bisschen beim denken helfen? :)

    Ich speise also Strom in E-Fahrzeuge (Autos?) ... soweit bin ich schon. Und dann? Die fahren doch damit. Damit wäre der Strom ja weg und für nichts anderes mehr nutzbar. Hab ich irgendwo was nicht verstanden?

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Da geht's drum, dass die meisten Fahrzeuge den ganzen Tag nur herumstehen. Werden vielleicht 2-3 Stunden täglich verwendet. In der restlichen Zeit können sie, wenn ans Netz angeschlossen laden, oder auch einen kleinen Teil ihrer geladenen Leistung wieder abgeben. Wenn genügend Fahrzeuge so am Netz hängen, entspricht das einer immensen Speicherleistung.

    Beim Auto eines Pendlers, der jeden Tag 1 Stunde in die Arbeit fährt, kann das Fahrzeug sowohl in der Arbeit, als auch zuhause ans Netz angeschlossen werden und laden. Dieser Ladevorgang muss aber nicht sofort starten, es genügt, wenn zum vorher bekannten Zeitpunkt der Heimfahrt oder der Fahrt zur Arbeit zumindest 80% der Leistung geladen sind. In der Zwischenzeit wird geladen oder entladen, je nach Bedarf des Netzes.

  • Das kommt mir jetzt sehr unsicher vor im Bezug auf die Verfügbarkeit. Ausserdem müsste dann für jedes Fahrzeug ein "Steckplatz" vorhanden sein. Noch dazu müssten alle Fahrzeuge "kompartibel" sein. Bisschen viele "wenns" für ein funktionierendes Speichersystem. Man kann ja schließlich niemanden zwingen sein Auto anzuhngen, wenns nicht gefahren wird.

    Aber vielleicht funktionierts ja, ich kanns mir nur schwer vorstellen.

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Es gibt sehr viele Möglichkeiten, aber wie schon bereits geschrieben wurde sperren sich die großen Energieanbieter dagegen. Klar, geht ja auch gegen deren Profit. Deswegen haben sie auch für die neue "CO2 Einpreisung" aplaudiert. Kosten trägt der Verbraucher, Gewinne bleiben auf maximaler Höhe.


    Man könnte tatsächlich eine Menge tun. Beispiel EFHs: Verpflichtend für jedes EFH eine Solaranlage von mind. 10 KW auf das Dach, Batteriespeicher in der gleichen Größe. Großer Hauptschalter um das Haus vom öffentlichen Netz zu trennen - fertig ist der grüne Strom. Sollte das tatsächlich mal nicht mehr ausreichen: Hauptschalter umlegen, Strom wird von extern bezogen. Dadurch liessen sich eine Menge an Kraftwerken runterfahren.


    Nur wollen das weder die Konzerne noch die Regierungen. Beide aus dem gleichen Grund: Sie verdienen nichts daran. Lieber eine "CO2 Einpreisung" die ist viel besser (für die Kasse).

  • Ich spiel wieder mal PITA, aber wo kommt denn der grüne Strom für den Rest der Bevölkerung her, wenn keine fossilen Brennstoffe oder Atomkraft verwendet wird.

    Es sollte doch schon ein halbwegs stabiles System sein.

    Und wenn die EFH´s nicht wirklich unabhängig sind, dann besteht immer noch das Problem, dass viel mehr Strom zur Verfügung stehen müsste, als im Durchschnitt gebraucht wird, weil sonst das System zusammenbricht, wenn zu viele auf einmal dann doch "externen" Strom brauchen.

    Denkfehler? :/

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Ich würde sagen in erster Linie durch Wasserkraft. Wenn der Strom für die Bevölkerung dezentral erzeugt und verwaltet wird, können größere Kraftwerke den Rest übernehmen. In Österreich sehe ich da jetzt weniger Probleme, da wir keine AKWs haben und generell eher wasserkraftlastig erzeugen. Für Staaten wie Frankreich und Deutschland müsste da halt bald mal was Vergleichbares gebaut werden. Große Flüsse haben wir in Europa ja genug. Es wird ja momentan an unterschiedlichsten Speicherlösungen abseits von Batterien geforscht, da wird sich wohl in den nächsten Jahren auch was Brauchbares finden lassen. Es muss ja nicht gleich der ganz große Wurf werden, aber man muss mal anfangen etwas zu verändern, das ganze System kann man eh nicht von heute auf morgen umstellen, aber je früher begonnen wird, um so eher weiß man, in welche Richtung es gehen wird. Beispiel Wasserstoff. Sicher keine ideale Lösung, aber immerhin mal ein Schritt in die richtige RIchtung zu einer Energiespeicherform, mit der man überschüssige Energie super abfangen und lagern kann, auch wenn der Wirkungsgrad jetzt nicht berauschend ist. Aber es gibt genug Anwendungsgebiete für eine Brennstoffzelle.

  • Wenn wir Deutschland und Europa endlich wieder deindustrialisiert haben, brauchen wir uns dann keine Gedanken mehr zu machen, wo der viele Strom herkommen soll. Dann ist Strom wieder ein Luxusgut wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts und den Eliten vorbehalten.

  • Aber es gibt genug Anwendungsgebiete für eine Brennstoffzelle.

    Brennstoffzellen sind für mobile Anwendungen eine feine Sache, aber der nötige Wasserstoff muss ja auch erst erzeugt werden.

    Was ich gelesen haben wird für die Wasserstofferzeugung auch wieder relativ viel Energie benötigt, die ja auch wieder irgendwo herkommen muss.

    Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience.

  • Das ist ja eine Idee, die reichlich vorhandene Energie aus den Windparks in der Nordsee, die sie momentan aufgrund von fehlenden Leitungenskapazitäten nicht in den Süden bringen, für die Herstellung von Wasserstoff zu verwenden. So stehen die Windparks nicht unnötig still und die Energie kann, wenn auch mit erheblichem Aufwand, gespeichert werden. Der Wirkungsgrad ist nicht berauschend, aber besser als nichts.

  • Ich spiel wieder mal PITA, aber wo kommt denn der grüne Strom für den Rest der Bevölkerung her, wenn keine fossilen Brennstoffe oder Atomkraft verwendet wird.

    Es sollte doch schon ein halbwegs stabiles System sein.

    Für sowas kann man dann ja tatsächlich bedarfsweise die Gaskraftwerke anwerfen. Die sollen ja recht zügig ausgleichen können. Ich wette das System spart mehr CO2 ein, als ein Geringverdiener der nun zu Fuss gehen muss. Weil mit den (eigentlich lächerlichen) 3ct pro Liter Kraftstoff ist ja nicht nur er betroffen. Seine Lebenskosten werden sich gewaltig erhöhen. Höhere Energiekosten bei der Produktion, beim Transport - das wird alles beim Verbraucher ankommen. Plus den Zuschlägen die die Transporteure und Produzenten dann noch zusätzlich draufschlagen. Weil wenn´s schonmal teuerer wird kann man den Effekt ja gleich zur Gewinnsteigerung nutzen...