Zivilcourage in Friedenszeiten

  • Courage ist völlig unabhängig von der Körpergröße - stimmt - dennoch ist die Umsetzung einer entsprechenden Maßnahme doch auch sehr wohl davon abhängig.


    Ich mit meiner Statur hab keinerlei Probleme jemanden einfach so anzusprechen - wenn es jedoch, wie oben angesprochen, eine zierliche Frau betrifft, verstehe ich sie sehr gut, wenn sie genau das nicht macht.


    Und auch beim "du kannst die Welt nicht retten" sind wird vollkommen einer Meinung - Es hat keinen Sinn, neben dem ersten Opfer zu liegen. IRL gibt es kein "Replay - insert one coin".

    viribus unitis - acta non verba

  • Vor Gericht ist ein Handyvideo bei freier Beweiswürdigung durch den Richter je nach Qualität mit Sicherheit als Beweismittel geeignet.

    Herzlichen Dank, das muß ich meinem Stiefsohn nochmal ausdrücklich sagen. Der ist Türsteher und meinte es hat keinen Sinn Randalierer zu filmen, denn das wird auch bei schwerer Körperverletzung nicht verwendet. Sein Handy ist da meine letzte Sorge ;-)

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Ich glaube nicht, dass die meisten Menschen nicht helfen wollen, sondern mit der Situation einfach in dem Moment überfordert sind.

    Wird sicher auch eine große Rolle spielen. Wie auch weiter oben schon mehrfach gesagt wurde, jeder Mensch reagiert anders, es passiert viel im Kopf usw.

    Ich finde es einfach couragiert, wenn Menschen schon in einem ihnen zumutbaren Maß helfen. Wo da die Latte liegt ist wahrscheinlich von Mensch zu Mensch verschieden. Ich bin ein halbwegs kräftiger, erwachsener Mann und öfters mit gefährlicheren Situationen konfrontiert. Mir wäre es sicher eher zumutbar, einzugreifen wenn jemand attackiert wird als jetzt zum Beispiel einem 18 jährigen schmächtigen Schüler der vielleicht selber Angst hat und wahrscheinlich eh nichts oder nicht viel machen könnte. Er könnte aber etwa vor Ort bleiben und bezeugen, dass ich nur Nothilfe leisten wollte bzw. wie bereits angesprochen die Polizei verständigen und dann filmen.

  • So aus Neugier. Und? Sind irgendwelche zusätzliche Hintergrundsinformationen von diesem "Angriff" noch aufgetaucht? Privatzeitungen oder so was..

    Diese Nachricht hat es leider nicht bis in die Schweiz geschafft..

  • Nope - war aber auch nicht zu erwarten.

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Ich wüßte jetzt ehrlichgesagt auch nicht was ich in dem Moment tun würde/könnte. Nachdem es ja leider immer noch keine "Taferlpflicht" für Radfahrer auf der Straße gibt, wäre der Mann wohl nur zu identifizieren wenn ihn jemand mal schnell eins über die Rübe zieht.


    Was hättest du denn gemacht?

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Ich denke ich hätte ihn angehalten. Da es sich wenigstens um eine versuchte Körperverletzung handelt, kann das verhältnismäßige Anhalten auch etwas nachdrücklicher ausfallen. Ich hasse solche Typen...


    Jedenfalls einfach weitergehen und den Mann am Boden buchstäblich links liegen lassen geht gar nicht.

  • Weils gerade zum Thema passt:



    Beobachtet mal die Reaktion mancher Passanten.

    Leider ein ganz normaler Nachmittag in London. Passiert täglich mehrmals, besonders in Großstädten.

    To be on the safe side of life !

  • Die Reaktionen wären wohl überall im DACH Raum ziemlich gleich. Immerhin haben sich 2 um den Verletzten gekümmert - das ist eh schon mehr, als ich erwartet hätte.


    Und ganz ehrlich: Warum sollte ich auch noch Streit mit jemanden suchen, der gerade klar gemacht hat, dass er wegen Nichtigkeiten körperlich tätlich wird? Glaubt ihr, er wird seinen Fehler einsehen, absteigen und sich entschuldigen, nur weil ihr ihn jetzt "anhaltet"? Ihr werdet das Fahrrad an den Kopf geworfen bekommen - Wegen so einer Nichtigkeit werde ich meine körperliche Unversehrtheit nicht aufs Spiel setzen, sondern lieber dem Opfer helfen.

    Damit es nicht zu Missverständnissen kommt: Nothilfe ist hier nicht gegeben - der Angriff wurde bereits beendet. Etwas anderes wäre, wenn er weiter auf den am Boden liegenden eintritt/schlägt/whatever.

    viribus unitis - acta non verba

  • Ich weiss nicht wie das in Österreich ist, aber in Deutschland ist das Äquivalent zum Anhalterrecht sehr mit Vorsicht zu geniessen.

  • Ist es bei uns eigentlich eh auch. Ist halt immer eine Frage der Beweisfähigkeit, beziehungsweise wie man als Laie feststellt hat, dass es sich um eine gerichtlich strafbare Tat gehandelt hat, und man deshalb reagiert hat. Wenn man das nicht brauchbar beweisen kann, hat man ein Problem (wie im Link von Scavenger beschrieben: Tatbestand der Freiheitsentziehung nach § 99 Abs 1 StGB).


  • "Ich halte Sie, die Sie gerade wegen einer Nichtigkeit eine Körperverletzung begangen haben, gemäß §xy fest! Beugen Sie sich dieser Maßnahme bis die Polizei eintrifft und wenden Sie keine Gewalt an!" - Nie, in keinem Universum, jemals ;)


    Also läuft es im Endeffekt erst wieder auf eine Gewaltanwendung hinaus - und, dafür bin ich mir ehrlicherweise selbst zu schade. Ich warte gern auf einen Verlierer, dem ich dann helfen kann - aber meine eigene körperliche Unversehrtheit in der heutigen Zeit wegen nichts zu riskieren? No Way - da muss in der Tat eine Nothilfesituation vorliegen.

    viribus unitis - acta non verba

  • Vor allem, wenn der wegen so einer Nichtigkeit handgreiflich wird, was macht der erst mir jemanden der ihn ernsthaft dabehalten möchte? Ich vermute sowas wird in einer Keilerei enden.