Bericht im Netz zum Thema Blackout

  • Hallo Leute,


    beim Schmökern im Netz und im Youtube bin ich auf einen Bericht aus Österreich gestoßen. Sollte man sich mal an sich mal angucken.


    LG


  • Ich hab mir das vor kurzem angeschaut. Und eins ist mir jetzt eingefallen, was ich eh schon fragen wollte. Die Frage geht an diejenigen die sich mit Funk und Radio auskennen.

    Im Beitrag wird erwähnt, dass die meisten Radio und Fernsehsender digital senden und dass "normales" Radio (Kurzwellen?) nicht überall ausgestrahlt bzw. empfangen wird.

    Weiß jemand was "nicht überall" bedeutet? Sind das nur vereinzelt Orte in Ö oder ist das gar nicht so wenig?

  • Ich rede hier von Österreich. Fernsehen ist inzwischen Digital. Radio ist noch Analog. Aber selbst da beginnen sie mit dem “dab+“ also dem Digitalen Radio.

    FORTES FELIX SUNT

  • In dem Beitrag sprach der "Funkamateur" dazu von zwei Dingen:

    1- Die Techniken im Sendestudio und zum senden sind alle digital = höchst anfällig bei BO

    2- Der Empfang - hier sagte er, das auf Mittelwelle (hohe Reichweite) und unter Amplitudenmodulation es kaum Sender gibt. In Ö ist zur Zeit alles FM und in UKW (Frequenzmodulation und Ultrakurzwelle) = Bessere Qualität (?) aber kürzere Reichweite = mehr Sendemasten nötig.

    Zum Avatar wäre nur zu sagen - lang ist's her

  • Also ich verstehs noch immer nicht. Welcher Sender sendet denn heutzutage nicht mehr mit digitaler Technik? Und das die meisten wohl eher nicht mit einer Autobatterie betrieben werden (können) ist wohl auch klar.

    Und da muß ich doch naiv fragen:

    Wieso soll man dann bei einem BO an die Radios gehen, wenn sowieso kein größerer Sender senden kann weil er Strom zum senden braucht?

  • Weil es höchstwahrscheinlich auch im SHTF einen improvisierten Notbetrieb geben wird, der die Bevölkerung zwar nicht rund um die Uhr a la Ö3 "bespaßt" jedoch vielleicht stündlich ein paar Informationen unter die Bevölkerung zu bringen versucht.


    Analog via UKW ist das mit relativ einfachen Mitteln möglich - Ausserdem kann jedes Radiogerät das auch empfangen.


    Digital braucht wesentlich mehr Ressourcen und setzt auch entsprechende Empfangshardware (DAB+ Radios) voraus, ohne die man gar nix hört.


    Weiterer Vorteil von Analog: Wenn der Empfang schlecht ist, hört man (trotz der ganzen Nebengeräusche) wenigstens noch irgendwas - Funkgeübte Personen können sich da teilweise einige Infos auch auch grottenschlechten Übertragungen zusammenspinnen (ich hatte auch noch das Glück eine Analog-Sprechfunk-Benutzung inkl. "Ratespielen" bei schlechten Bedingungen). Beim Digitalfunk gibt es dann entweder 1 (=Empfang in guter Qualität) oder eben 0 (=nix).

    viribus unitis - acta non verba

  • Also ich verstehs noch immer nicht. Welcher Sender sendet denn heutzutage nicht mehr mit digitaler Technik? Und das die meisten wohl eher nicht mit einer Autobatterie betrieben werden (können) ist wohl auch klar.

    Und da muß ich doch naiv fragen:

    Wieso soll man dann bei einem BO an die Radios gehen, wenn sowieso kein größerer Sender senden kann weil er Strom zum senden braucht?

    Ja, sie senden mit digitaler Technik - aber das gesendete Signal ist Analog (UKW FM). DAB in Ö ist erst im Aufbau.

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  • Da leg ich doch gleich mal nach:


    a. Das heist, sobald es DAB in Ö gibt haben wir bei einem BO auch kein "flächendeckendes" Radio (Empfang!)?


    b. wie schnell wird das wohl umgestellt und erfährt man als Normalsterblicher auch davon?


    c. Ich nehme mal an, dass man Funk (Funker) nicht auf einem Radio empfangen kann - oder?


    d. Macht es dann eigentlich Sinn sich "nur" auf ein stromunabhängiges Radio zu verlassen, oder wäre es dann nicht gescheiter sich gleich näher mit einer kleinen (? k.A. was sowas kostet) Funkanlage anzufreunden? was zu e. führt...


    e. was ich auch nicht mitgekriegt habe ist, ob diese Nachrichten die über Funk weitergegeben werden überhaupt für Zivilpersonen gedacht sind, oder ob es da hauptsächlich um (Zivile)Einsatzkräfte geht. (Bsp.: alle die bei der FF sind sollen zu XY kommen, dort brennts)


    muss ich doch gleich ausnutzen, dass hier Leute sind die sich mit sowas auskennen. Wesentlich einfacher als sich alles mühsam anzulesen ;) - Danke im Voraus

  • a: - nicht automatisch, aber eher schon (bin kein Radiotechniker)


    b: - Geplant ist, zwischen April 2019 und September 2020 etappenweise immer mehr Sendestationen in Betrieb zu setzen, damit innerhalb der nächsten 2 Jahre bereits knapp 85% der österreichischen Bevölkerung in den Genuss von digitalem terrestrischen Radio mit vielfältigen neuen Programmangeboten kommen wird.


    c: genau es ist ein eigenes Empfangs- Senegerät nötig + die für den Betreib erforderliche Zulassung / "Amateurfunkprüfung"


    d: ja, es macht sinn so eines zu haben, denn für alle anderen Szenarien werden die Infos über Radio verbreitet.

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  • Vor einigen Jahren klang das noch ganz anders: DAB ist veraltet, darum führen wir es sicher nicht ein ...

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • c. Ich nehme mal an, dass man Funk (Funker) nicht auf einem Radio empfangen kann - oder?

    c: genau es ist ein eigenes Empfangs- Senegerät nötig + die für den Betreib erforderliche Zulassung / "Amateurfunkprüfung"



    Nöp, zum Empfangen benötigt man einfach einen Receiver der die Frequenzen kann. Und auch die passende Antenne, logo.

    Shortwave Listening und so ein Gerät wird landläufig auch als Weltempfänger tituliert. gibt aber auch noch andere reine empfänger.


    Empfang ist immer legal. Dazu benötigt man keine Prüfung oder Lizenz. Funkamateure dürfen auch nicht verschlüsseln.

  • Ben

    Verschlüsselte Kommunikation ist seit je her für militärische Zwecke(und jetzt auch BOS) vorbehalten und nicht erlaubt für zivilen Nutzen.


    Die Crypto Wars wurden damals (frühe 90er) von den Hackern gewonnen gegen "den Staat" für die Zivilbevölkerung .


    PGP durfte in seinen Anfangsjahren nicht lizenzfrei aus den USA exportiert werden, da es, ähnlich wie Waffen, unter das US-Exportgesetz fiel. Danach unterlagen Kryptosysteme mit Schlüsseln von mehr als 40 Bit Länge für die symmetrische Verschlüsselung besonderen Exportbestimmungen. Die ersten PGP-Versionen verwendeten den IDEA mit 128 Bit Schlüssellänge.


    Um die Exportbeschränkung zu umgehen, wurde der vollständige Quellcode 1995 in dem Buch „PGP Source Code and Internals“ von Phil Zimmermann veröffentlicht. Als Buch konnte die Software legal aus den USA exportiert werden. Es wurde von über 60 Freiwilligen per Hand abgetippt. Aus dem abgetippten Programmcode wurde dann eine international verfügbare Version von PGP (PGPi) kompiliert.

    Ohne diesen Aufwand gäbs heute womöglich noch immer kein WebBanking per SSL/HTTPS.


    Bei den Funkamateuren wurde die Gesetzeslage noch immer nicht liberalisiert und ist noch immer so restriktiv wie im Kalten Krieg.

  • rand00m


    Erst mal danke für die Infos, was dir gleich noch eine Frage einbringt ^^

    Kannst du mir vielleicht sagen wie groß der "Emfpangsbereich" (oder wie immer das heißt) ist?

    Also angenommen ich hab ein normales Kurbelradio / Weltempfänger und schmeiß dann noch einen Kupferdraht (?) über den Apfelbaum im Garten (ca. 3,5m), wie weit darf ein Sender weg sein, damit ich ihn noch empfangen kann? Dabei gehe ich jetzt von einem privaten Funker aus, der eine "übliche" Funkstation hat, wenn es sowas überhaupt gibt.


    Danke im Voraus

  • einen Kupferdraht (?) über den Apfelbaum im Garten (ca. 3,5m), wie weit darf ein Sender weg sein, damit ich ihn noch empfangen kann?

    Du stellst die falsche Frage. Mit einer 3,5m Lamda/2 Antenne bist du im UKW Bereich im 7m Frequenzband. Keine Ahnung was du damit hören oder nicht hören kannst.


    Je länger die Antenne, desto mehr empfangsleistung stimmt halt nicht. Mit der Antennenlänge beeinflusst du hauptsächlich halt die Frequenz die du damit gut empfangen kannst.


    Du hast meinen Beitrag nicht in der Detailtiefe gelesen! klicke bitte auf Weltempfänger denn da steht:

    Der Name ergibt sich aus der Tatsache, dass Kurzwellen sich von einem einzigen Sender aus über den gesamten Globus ausbreiten und so weltweit empfangen werden können.

  • Je länger die Antenne, desto mehr empfangsleistung stimmt halt nicht. Mit der Antennenlänge beeinflusst du hauptsächlich halt die Frequenz die du damit gut empfangen kannst.

    Wußte ich nicht, aber jetzt weiß ichs.

    Die 3,5m waren auf die höhe des Apfelbauem gemünzt. Ich dachte, da kann man am einfachsten einen Draht befestigen. Ich hab das deswegen als Beispiel genannt, weil in dem Film werfen die Funker ein Kabel über einen Baum. Ich dachte einfach, das hat mit der Reichweite zu tun. Aber deswegen hab ich ja gefragt.


    Das mit dem weltweit empfangen hab ich einfach anders verstanden, bzw. ich dachte immer das hängt auch mit der Reichweite des Senders zusammen (auch wenns anders da steht). Und da dachte ich einfach, die ist abhängig von der Stärke (?) des Senders (Höhe des Funkmastes, Stromstärke... was weiß ich). Das es NUR die Freuquenz ist die die Reichweite bestimmt, das hab ich überhaupt nicht behirnt.


    Also ist ein "Kontakt" nur abhängig von der Frequenz des Senders und kann vom Empfänger nicht beeinflußt werden?

  • Länge der Antenne hat mit Wellenlänge der Frequenz zu tun.


    Länge der Antenne hat nix mit Reichweite zu tun.


    Wichtig ist, dass die Antenne auf die zu sendende oder empfangende Frequenz eingestellt ist.


    Das mit den funkern die ein kabel über bäume spannen ist so korrekt. Aber die haben die Antenne vorher schon aus kabeln gebastelt und justiert und ausgemessen. die werfen nicht irgendein kabel pi*daumen über einen baum.


    mit dem weltenempfänger kannst du kurzwelle weltweit empfangen, weil die innerhalb der ionosphäre und dem boden reflektiert wird und so auch rund um die erde herum funkt.


    bei anderen frequenzen klappt das zum beispiel nicht immer genauso.

    mehr leistung am sender, mehr empfangsleistung. das hängt direkt miteinander zusammen.

    ist aber ein berg dazwischen, kann das womöglich auch nicht klappen. soviel sendeleistung schaffst du nicht um da durch den berg durchzufunken.

    Also ist ein "Kontakt" nur abhängig von der Frequenz des Senders und kann vom Empfänger nicht beeinflußt werden?

    da verstehe ich nicht was du da sagen willst.

  • Bei einem Radio gibt es im Prinzip 4 Bänder.

    • UKW (Ultrakurzwelle): 30 MHz - 300 MHz (Wellenlänge 1 m - 1 m)
      • Das ist der beliebteste Bereich, da hört man Ö3, Radio Wien, 88.6, Krone Hitradio, ... Das klassische Radioprogramm halt.
      • Und das spielt sich im Bereich von 87,5 MHz bis 108 MHz
      • Die UKW werden nicht an der Ionosphäre reflektiert und die Reichweite liegt (je nach Sendeleistung und Empfangsqualität) zwischen 10 km und 200 km
    • KW (Kurzwelle) 3000 kHz - 30.000 kHz (Wellenlänge 10 m - 100 m)
      • Da wurde früher das Programm für die Staatsbürger im Ausland gespielt. Deutsche Welle, Radio Österreich International.
      • Wird durch die Ionosphäre reflektiert
      • Kann (mit etwas Glück) weltweit empfangen werden
      • Wird in Europa fast nicht mehr verwendet. Ö1 sendet täglich etwas, es gibt auch kleine private Anbieter
      • Die Qualität ist enden wollend, man hört was aber sehr verrauscht.
    • MW (Mittelwelle) 300 kHz - 3000 kHz (Wellenlänge 100 m - 1000 m)
      • Wird durch die Ionosphäre reflektiert
      • Wird auch von Funkamateueren und Seefunk verwendet
      • Reichweite - je nach Form des Senders - bis zu 300 km (Bodenwelle) bzw. 1000 km - 5000 km (Raumwelle). Die Raumwelle funktioniert nachts besonders gut da das Sonnenlicht die Reflektion an der Ionosphäre stört.
      • Radio Luxemburg kennen die meisten, auf manchen alten Radios ist das sogar beschriftet.
      • Wird für Radio nicht mehr verwendet.
    • LW (Langwelle) 30 kHz - 300 kHz (Wellenlänge 1000 m - 10000 m)
      • Fast keine Reflektion durch Ionosphäre
      • Mit starken Sendern (2000 kw Leistung) über 1000 km Reichweite möglich
      • Da gibt es noch einige Sender in Europa. BBC, RtL, Radio Monte Carlo, ...


    Zusammenfassung: Mit UKW brauchst du eine ganze Menge Sender um Ö komplett abzudecken. MIt den anderen Varianten reicht einer dafür. Aber leider gibt es da fast nichts mehr an Senderinfrastruktur. Der Sender Bisamberg (MW) wurde 2010 gesprengt.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Also ist ein "Kontakt" nur abhängig von der Frequenz des Senders und kann vom Empfänger nicht beeinflußt werden?


    Damit wollte ich wissen ob die Reichweite dann also nur von der Frequenz des Senders beeinflußt wird oder ob die auch vom Empfänger (Empfangsleistung?) verstärkt werden kann. War wohl etwas unglücklich ausgedrückt.


    Aber die haben die Antenne vorher schon aus kabeln gebastelt und justiert und ausgemessen

    Daraus schließe ich jetzt mal, dass Funker nicht mit Kurzwelle senden, sonst müssten sie ja keine Antenne ausmessen, sondern würden auch mit einer kleinen Antenne (Weltenradio) auskommen.

    Wenn das richtig ist, dann ist es also eine andere Wellenlänge mit der die senden. Das heißt dann aber auch, dass sie nicht überall zu hören sind. Wie weit können die sich denn gegenseitig empfangen? Womit könnte ich das empfangen?


    Viele Fragen und sehr verwirrend für jemanden der nix damit zu tun hat. ^^

  • Zusammenfassung: Mit UKW brauchst du eine ganze Menge Sender um Ö komplett abzudecken. MIt den anderen Varianten reicht einer dafür. Aber leider gibt es da fast nichts mehr an Senderinfrastruktur. Der Sender Bisamberg (MW) wurde 2010 gesprengt.


    Erstmal danke für die ausführliche Erklärung.


    Das heißt also, dass im Notfall niemand flächendeckend in Ö senden kann?