Usa - Iran - Österreich

  • Wieweit betrifft uns ein Konflikt zwischen USA und Iran?
    Damit meine ich jetzt nicht unbedingt eine Bombe im Vorgarten *hoff*, sondern welche Auswirkungen das sonst noch auf Europa hat.
    Für manche mag die Frage vielleicht dumm sein, aber ich hab keine Ahnung was das wirtschaftlich oder energietechnisch usw auf uns hat.
    Es wäre nett, wenn das jemand so einfach wie möglich erklären könnte.

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Das Problem ist, dass durch die Strasse von Hormus etwa 20% des weltweiten Ölbedarfs laufen.
    Der Iran hat bereits (mehrfach) angekündigt, im Falle eines US-Angriffs diese Strasse zu sperren.

    Wird diese Lebensader nun durch kriegerische oder terroristische Aktionen gesperrt, hätte das massive Auswirkungen auf den Ölpreis.
    Experten rechnen damit, dass sich der Ölpreis leicht auf 100-150$/Barrel verdoppeln könnte.
    Das hätte verheerende Wirkungen auf die Wirtschaft !

    Ein Ölpreisschock wie in den 70ern würde generell zu steigenden Preisen (Energiebedarf für Produktion und Transport) führen.
    Die Inflationsrate würde steigen und mit ihr Mittel- bis Langfristig auch die Zinsen.

    In unserer heutigen, hochverschuldeten Gesellschaft (Staaten, Firmen, Private) hätte das fatale Folgen.
    Viele Private und Firmen würden ihre Zahlungen nicht mehr leisten können und auch die Staaten müssten den Gürtel bei Investitionen und Sozialleistungen enger schnallen.

    Die Folgen wären eine stark steigende Arbeitslosigkeit (fehlende Aufträge, Firmenpleiten) und massive Kreditausfälle bei den Banken.
    Speziell angeschlagene Banken könnten dadurch ins Trudeln kommen.
    Die Folgen für die Bevölkerung kann man sich leicht am Beispiel von Zypern oder Griechenland in der Vergangenheit ausmalen.

    Im Schlimmsten Fall kippt das gesamte Währungssystem und damit der Euro :-(

    Ist jetzt natürlich sehr pessimistisch gesehen, aber leider durchaus möglich...

  • Als eher prepperuntypischer Optimist sehe ich einmal die Vorteile aus den Schocks der 70er Jahre.

    Man sah die Erpressbarkeit durch den Ölbedarf und hat sich alternativen überlegt.
    Es kam recht bald zu Entwicklungen und Fortschritten in der energiesparenden Gebäude und Bautechnik.
    Fahrzeugmotoren wurden sparsamer konstruiert.
    Industrielle Prozesse wurden optimiert und energiesparender ausgelegt, damit wurde einige Ereignisse des Waldsterbens hintangehalten.
    Die thermischen Solaranlagen fanden eine schnelle Verbreitung.
    Die Photovoltaik, bis dahin ein Produkt für den Weltraum wurde für den Einsatz auf der Erde weiterentwickelt.
    Alle diese Ereignisse führten zu Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen und unser schönes Leben in den 80er und neunziger Jahren. Na gut die Schulterpolster brauch ich nicht zurück.

    Was jetzt immer noch anstünde:

    Es gibt immer noch sehr viele Wohnbauten die gründlich thermisch saniert gehören. Photovoltaik könnten flächendeckend als Beschattungselemente (Stichwort super heiße Sommer) verbaut werden und gleichzeitig die gewonnene Energie zu Kühl und Heizzwecken direkt im Gebäude gespeichert werden.

    Der anstehende Technologiesprung bei Verkehr und Transport könnte rascher erfolgen.
    Entwicklungen der Industrie 4.0, ich glaube da werden Teile der Produktion näher an den Verbraucher gerückt, könnten vorgezogen werden.

    Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion wird etwas entglobalisiert und damit auch resilienter.

    Alles Dinge die zur Entschärfung der co2 Problematik beitragen und unser Leben lebenswerter gestalten könnten.

    LG
    PP

  • Zitat von JuGeWie im Beitrag #1
    Wieweit betrifft uns ein Konflikt zwischen USA und Iran?
    (...) welche Auswirkungen das sonst noch auf Europa hat.
    Für manche mag die Frage vielleicht dumm sein, aber ich hab keine Ahnung was das wirtschaftlich oder energietechnisch usw auf uns hat.
    Es wäre nett, wenn das jemand so einfach wie möglich erklären könnte.



    Kurzfristig steigt nur der Ölpreis.



    Mittelfristig, falls die USA im Iran einmarschieren, würden die USA in 2 bis 3 Jahren indirekt 51% der Welterdölforderung kontrollieren und zwar:


    - USA


    - Saudi Arabien


    - Irak


    - Iran


    - Kanada


    - Arabische Emirate


    - Kuwait


    zusammen 51,2% der Welterdölförderung.


    (Quelle:

    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_co..._oil_production

    Das bedeutet, die USA könnten (im Konjunktiv) die ganze Welt erpressen. Entweder der REst derWelt macht das, was die USA wollen, oder er bekommt kein Erdöl mehr.



    Aus meiner persönlichen Sicht würde die beste Abwehrmaßnahme Euorpas darin bestehen, schrittweise erhöhte Steuern auf die Einfuhr von Erdöl zu erheben, sodass sich die europäscieh Wirtschaft schon jetzt an knappes Erdöl und die damit verbundenen hohen Preise gewöhnt. Durch den höheren Erdölpreis werden alternative Ersatzprodukte wirtschaftlich, wie z.B.

    Biokunststoffe

    .



    Außerdem hätte man durch eine Erdölsteuer einen Preispuffer. Wenn es zu massiven Erdölpreissteigerungen käme, könnte man die Steuer teilweise aussetzen, sodass effektiv der gleiche Erdölpreis anliegt.

  • Deinen Gedanken in Ehren, aber glaubst du wirklich, dass die Herren sich "für" das Volk zu so einer Entscheidung hinreisen lassen? Unterm Strich sehen die nur das Geld was an der Gewinnausschüttung rauskommt. Und je höher die Steuereinnahmen sind desto mehr können sie wieder veruntreuen und verschleudern. Und damit meine ich jede Partei in ganz Europa. Dies Herrschaften sind in der Regierung und was macht eine Regierung. Richtig. Sie regiert das Volk, sie schreiben uns vor wie wir tun sollen und nicht umgekehrt. Wir haben als Volk auch nur eine Chance wenn wir zusammen eine Linie verfolgen und nicht so wie es momentan in Österreich abläuft. Deshalb schön brav zuhause sich vorbereiten und auf die Gegebenheiten einstellen und sich vorbereiten.

  • Entschuldigung hab mich hinreisen lassen. Mir geht momentan nur die Menschheit im allgemeinen am Arsch. Der Grund ist einfach. Dreck im Wald, Dreck auf der Alm, Dreck auf der Wiese und Dreck im Meer. Aber alle reden Sie groß vom Umwelt- und Klimaschutz. Die einen sprechen sich dafür die andern dagegen aus und unterm Strich trägt jeder ohne Ausnahme dazu bei. Und ich selbst nehme mich da jetzt nicht raus aus dieser Aussage. Sorry das musste jetzt mal raus. Ich versuche wenigstens den Müll den ich finde mitzunehmen aber einkaufen tuh ich dann wieder Lebensmittel die doppelt und dreifach verpackt sind.

  • Ich glaube nicht, dass der Konflikt in einem Krieg Iran - USA endet. Daran hätten die USA kein Interesse. Krieg kostet Geld und das wollen die USA nicht ausgeben.
    Zündeln (wie sie es jetzt machen) erhöht den Ölpreis und das hilft den USA ihre eignen Schieferölproduktion wieder Preisgünstiger zu gestalten. Nichts anderes haben sie im Sinn.
    Das ist nur meine Sicht der Dinge.

    bG
    Norbert

    Gut vorbereitet läuft alles besser

  • Ein Krieg zwischen den USA und Iran hätten globale Auswirkungen. Es würden sich wieder zwei Blöcke bilden, Saudi-Arabien (und noch ein paar mehr, zB. GB) und die USA gegen Iran und zumindest Russland. Steigende Ölpreise würden aber auch die Situation in Libyen und Venezuela verändern, sind ja auch Ölproduzenten und würden einige Ausfälle kompensieren, was auch in diesen Ländern Konflikte wahrscheinlich macht. Wie die Situation zwischen China und den USA bezüglich der Zollstreitigkeiten weitergehen wird ist auch unklar und werden sich wohl nicht zum Besseren wenden, und dazu kommen noch die eklatanten Ernteausfälle in den USA heuer, deren Auswirkung noch niemand abschätzen kann. Also ob sich die USA da nicht mit einem Krieg übernehmen würden, vor allem, da der Iran nicht mit dem letzten erfolgreich "eroberten" Kriegsgegner Irak zu verwechseln ist, der Iran ist ein Volk, mit einer Religion und kein Vielvölkerstaat mit unterschiedlichsten Religionen wie der Irak. Der Iran will sich öffnen, sonst hätten sie den Atomvertrag nicht unterschrieben und empfindet die USA als Aggressor, da diese den Vertrag trotz Erfüllung aller Auflagen durch den Iran einseitig aufgekündigt haben. Ein schneller Sieg ist wohl nicht zu erwarten (wenn überhaupt).

  • Dass der Iran so schnell zu besiegen ist, halte ich auch für eine US-Tagträumerei! Die Amis sind sehr gut in der Luft und am Wasser; an Land haben sie weder ausreichend Personal noch Material noch die Rückendeckung aus der Bevölkerung für einen verlustreichen Krieg.

    Wenn die Amis den Iran abschließen, wird der Iran wiederum die Straße von Hormus dicht machen. Und damit auch den angrenzenden Staaten den Ölhahn zudrehen, was sich wiederum auf die Einkünfte der Saudis auswirk, was sich wiederum auf die politische Stabilität in Saudi Arabien auswirkt (und das zu einer Zeit, wo MSB sowieso schon mit Gegenwind zu kämpfen hat und seine Bevölkerung mit Zugeständnissen "kaufen" muss).
    Außerdem ist der Iran ziemlich groß (fast 5x so groß wie Deutschland), hat über 80 Mio Einwohner und diese werden bei einem äußeren Aggressor eher dazu neigen, letzteren zu bekämpfen als sich gegen die eigene (religiös wie sprachlich wie ethisch weitgehend homogene) Bevölkerung zu stellen.

    Sofern die Amis also Hiroshima und Nagasaki nicht wiederholen oder gar übertreffen wollen (weiß man ja nie bei dem Mongo, der gerade das Kommando über den "Fußball" hat) wird das schwer werden.
    Klar können sie die Infrastruktur in Grund und Boden bomben. Aber damit werden sie den Krieg nicht gewinnen, sondern lediglich (wie überall seit 1945 wo die Amis Krieg geführt haben) einfach nur leidende Menschen und eine auf Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte zerstörte Landschaft und Bevölkerung zurücklassen. Und damit einen weiteren Krisenherd schaffen...

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer)