Stromkoffer als Notfallhilfe bei Blackout

  • Sowas gibt es von GoalZero und anderen Herstellern schon seit Jahren, ich sehe da nichts neues. Vor allem ohne technische Daten, mit Aussagen wie "Haushalt für zehn bis zwölf Stunden mit dem Notwendigsten zu versorgen" oder "Bei Sonnenschein dauert es drei Stunden ...(aufladen)".

    Da kann nicht viel dahinter sein ... Wenn nach 1 Jahr immer noch genug Energie drinnen ist, dann ist ein Lithium-Ionen Akku verbaut. Nach 3 Stunden ist er voll, wenn wir mal von einem tollen Solarpanel mit 150 Watt ausgehen, dann sind nach 3 Stunden 450 Wh gespeichert, das ist für LED Beleuchtung ausreichend, aber mehr würde ich da nicht dranhängen.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Nun, das gibt es sicherlich auch günstiger. GoalZero wurde ja bereits angesprochen. An das Yeti 400 können noch weitere (Blei) Akkus drangehängt werden im stationären Betrieb, also die Kapazität günstig mit alten Autobatterien erweitert werden. Für meine Notstromversorgung steht das GoalZero auf dem Plan zusammen mit einem Boulder 100 Solarpanel für den stationären und einem Nomad 28 für den Mobilen Betrieb. Der Benzingenerator um das Yeti (+Batterien) im Winter aufladen zu können geht natürlich auch zum Plan.

  • Ich finde diese Idee interessant. 1 Solarpaneel, 1 Koffer, das alles von einer Österreichischen Firma (Unterstützung), 1 Jahr lagerfähig ohne ihn aufzuladen.. Wäre für mich wie geschaffen! Da zahle ich gerne 8-900 Euro. Die "Tischplatte" müsste da aber schon 1 mal klappbar sein. Wer weiss..
    Ben. Falls er im Umlauf kommt, könnten wir doch eine Sammelbestellung machen. Vielleicht kriegen wir dann mehr %. Da würde ich gerne nach Österreich kommen um es abzuholen falls die nicht nach CH schicken!
    Jedenfalls würde ich von diesem Kontingent sofort 2 Stk. abkaufen. Gruss!

  • Für dieses Geld würde ICH mir lieber einen benzinbetriebenen Generator der 2 kW-Klasse kaufen. Wenn man die Ausbeute von Photovoltaikanlagen in den sonnenarmen Monaten (November, Dezember, Januar) betrachtet, wo teilweise keine 10% der Leistung erreicht werden, habe ich Bedenken. In der Zeit, wo z.B. die Heizung am dringendsten benötigt wird, lässt sich dieser Notfallkoffer nicht genügend aufladen.

    Gut, es ist besser als nichts. Vielleicht bringt es einige Mitmenschen zum Nachdenken über Vorbereitung. Ich kaufe das Teil definitiv nicht.

  • Ich finde die Idee sehr gut. Ist eine Alternative zum Stromaggregat, das Benzin benötigt und außer Strom noch Lärm & Abgase erzeugt.
    Ich bin schon auf die technischen Details gespannt, wenn das Teil auf den Markt kommt und den Preis.

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)

  • Ist jetzt vielleicht ein wenig oT, aber wir sollten hier mal ein Brainstorming machen, wie man im Ernstfall Solarparks und andere Kleinkraftwerke inselfähig bekommt. In meiner direkten Umgebung gibt es einige Anlagen im MW-Bereich. Wenn da jemand Ideen hat, wie man diese Teile inselfähig macht, könnte damit ein viel größerer Effekt erzielt werden, als mit solchen Kleinst-Experimentallösungen.

  • Ich persönlich glaube nicht, dass das jemals auf den Markt kommt.

    Der Markt ist einfach viel zu klein als, dass sich ein Hersteller das antun würde. Wenn nicht gerade der Zivilschutzverband 10.000 Stück fix abnimmt ist das unwirtschaftlich.

  • Für solche Stromkoffer gibt es einige Anleitungen in YT teilweise bauen die solche Koffer mit 18650er Akkus, zu finden unter Solar Generator.

    MFG

  • Ich selber nutze seit einiger Zeit 2x Suaoki mit jeweils einem faltbaren 100 Watt Solarpanel. Diese sind mit einigen Adaptersteckern in einer großen Munitionsbox untergebracht. 1 davon hab ich bei mir in der Wohnung und eine am sicheren Ort. Es können damit Sämtliche Geräte mit USB aber auch via DC Stecker (deswegen die ganzen Adapterstecker) angesteckt werden. Es gibt auch einen 230v Anschluss der bis zu 400 Watt liefert.

    Das ist meine "kleine" Insellösung, die ausserdem gut transportabel ist und in etwa die hälfte des hier kolportierten Preises gekostet hat.

    viribus unitis - acta non verba

  • Bei mir geht es darum, dass es eine Komplettlösung wäre.. Solarpaneel, 1 Koffer und fertig. Kein Gebastel. Schon alles aufeinander abgestimmt. Stecker rein und los geht`s. Da bin ich gerne bereit etwas mehr auszugeben. Sicher gibt es auf dem Markt günstigeres, aber da muss man alles mühsam zusammensuchen und alles aufeinander abstimmen. Ich brauch nicht 5 oder 12 Volt. Ich brauche 220 Volt.
    PreppiPeppi. Ich hab sogar 2 Stromerzeuger.. Aber irgendwann ist auch das Benzin mal fertig.. Bis dann, sind meine Tiefkühler sicher leer, aber die Heizung und das bisschen Licht den ich noch bräuchte, wäre so eine Anlage genau richtig. Ich kann unmöglich für 6 Monate Benzin Bunkern. Da bräuchte ich einen Tanklaster. Hätte ich gerne, hab aber keins. ;-)

  • Für mich macht gerade das Herumprobieren den Reiz aus - damit weiss ich wenigstens genau, was "mein Teil" kann.

    Während man bei der "fixfertigen" Lösung (was der Suaoki auch ist - es geht hier nur um sinnvolle Erweiterungen) dann z.B. den Laptop energiehungrig am 230V Wechselrichter ansteckt, um dann durch das Laptop eigene Netzteil erst wieder 12V zu erzeugen und damit einen nicht unwesentlichen Teil der Energie als Wärmeenergie verliert, steck ich den Lappi direkt mit dem passenden Adapter am 12V Stecker an und komm dreimal so weit damit ;-)

    Aber solange man die Leistungsdaten des "Stromkoffers" nicht kennt, kann man eh nichts konkretes dazu sagen.

    viribus unitis - acta non verba

  • @Fluid , ich habe unter Einbeziehung der Autotanks Benzin für ca. 100 Tage Betrieb der Stromerzeuger (5 Stunden täglich). In dieser Zeit muss mit der Stromversorgung generell etwas geschehen, sonst haben wir weit größere Probleme.

    Ich würde mich in derartigen Langzeitszenarien schamlos an irgendwelchen Freiflächenanlagen bedienen, da liegen dann tausende Solarmodule ungenutzt herum, da keine der Anlagen inselfähig ist. Natürlich gebe ich die Module nach dem Ende des Blackouts wieder zurück ;-)

  • Also ich halte recht wenig von solcher Werbung !
    Da wird der Masse suggeriert, dass man mit so einem Koffer bei einem Blackout seinen Strombedarf (für einen halben Tag) decken kann.

    Man kauft sich also so ein Ding, stellt es in den Keller und wenn Stromausfall ist hat man dann Strom.
    Mit dem Solarpanel ist dann der Solarkoffer selbst bei bewölktem Himmel in 6 Stunden aufgeladen -> 2x6 Stunden laden und man hat einen ganzen Tag Strom. Wird´s zwar nicht spielen, beruhigt aber ungemein :-(

    Mit einem transportablen "Stromkoffer" (in meinem Fall ein Yeti 400 mit 400Wh) kann ich meine Heizung ungefähr einen halben Tag versorgen. Bedingung ist aber, dass der Wechselrichter den Anlaufstrom der Pumpe bringt (geht sich bei mir gerade einmal aus).
    Kühl- bzw. Gefrierschrank laufen mit dem 300W Wechselrichter des Yeti aber definitiv nicht an, auch die Kaffeemaschine funktioniert nicht :-(

    Aufladung mittels Solarzellen geht lt. Hersteller des Yeti mit einem 200W Panel in 4-8 Stunden.
    Daraus könnte man folgern, dass der Solarkoffer des Zivilschutzverbands eine vergleichbare Speicherleistung (300-500Wh) bzw. das Solarpanel ~200-250W hat. Speziell im Winter (geringere Sonneneinstrahlung) wird man aber eine grössere Solarfläche brauchen, um den Akku voll aufzuladen.

    Ohne Vorbereitung (Solarpanele auf dem Dach oder im Garten) wird man sich also nur sehr eingeschränkt versorgen können.
    Man braucht also auch ein Benzin-/Diesel-Notstromaggregat, mit dem man tagsüber die Akkus aufladen und die Verbraucher versorgen kann, Nachts laufen diese dann vom Akku.

    Meine Lösung für einen längerfristigen Blackout sieht so aus:

    1.) Stromkoffer (Yeti 400) mit zwei Zusatzakkus (je 38Ah Optima YT, gesamt also ~100Ah) für die Heizung und Aufladung der Akkus für die Taschenlampen. Sowohl der Yeti als auch die beiden Akkus sind transportabel, können also bei einer Flucht im BOV mitgenommen werden. Geladen werden sie normalerweise über ein 10A Batterieladegerät (dauernd versorgt, was auch den Bleiakkus gut tut).

    2.) Zwei 100Ah Akkus mit 1500W Wechselrichter für die Versorgung von Kühl- und Gefrierschrank (und der Kaffeemaschine). Beide Akkus hängen ebenfalls dauernd an einem 10A Batterieladegerät, ein Zweites für schnellere Ladung in Reserve.

    3.) Ein faltbares 100W und zwei faltbare 28W Solarpanele für die Aufladung des Yeti und kleiner Akkus, welche ebenfalls mitgenommen werden können.

    4.) 1000W transportables Notstromaggregat (Honda EU10i) mit dem im Ernstfall alle Akkus geladen und die Verbraucher versorgt werden können. Ausreichend Treibstoff für 2-3 Wochen (bei ~8h Betrieb pro Tag)

    5.) Versorgung für Kommunikation (Radio/Funk/Telefon) und Beleuchtung mit Mignon-, Micro- und Lithiumakkus, welche über den Yeti bzw. die 28W Panels (USB-Ladegeräte) geladen werden können.

    Die gesamte Lösung ist zwar nicht gerade billig, bis auf den Anschluss der Batterien (Batterieklemmen) und des Wechselrichters (Schraubklemmen) aber nur zusammengesteckt und auch aufeinander abgestimmt.

    Damit sollte sich ein Blackout von ~2 Wochen überbrücken lassen. Haben wir dann immer noch keinen Strom, haben wir wohl ganz andere Probleme...

  • Hört sich alles sehr kompliziert an. Da is es ja fast gescheiter einen Generator und Sprit zu haben - oder seh ich das falsch? Weil mitnehmen (ohne riesiges Fahrzeug), kann ich das eine und das andere nicht.

  • Mit einem Generator alleine ist man halt vom Sprit abhängig und man hat nur Strom wenn das Ding läuft.
    Speziell in der Nacht ist das unangenehm und kann im Ernstfall ungebetene "Gäste" anlocken.

    Die Idee mit dem Stromkoffer ist, dass man sich mit Solarenergie längerfristig versorgen kann.
    Dass man damit keine grossen Verbraucher betreiben kann ist klar, aber man hat zumindest Strom für die Heizung oder eine Kühlbox.

    Ein Stromkoffer lässt sich problemlos transportieren (mein Yeti hat 26x20x20cm und 13kg) und faltbare Solarpanels kann man auch mitnehmen.
    Mein 100W Panel hat zusammengefaltet ca. 50x40x5cm und 4,5 kg, die 28W Panels überhaupt nur 31x20x3cm bei 1,4 kg.
    Die zwei Kleinen passen samt Powerbank, USB-Ladegerät und Kabel in eine Notebooktasche oder den Rucksack.
    Damit kann ich normale Akkus (AA bzw. AAA) und jedes USB-Gerät (Handy, Lampe mit USB-Anschluss, etc.) aufladen

    Mit dem Stromkoffer hat man noch zusätzlich 12V (Zigarettenanzünderbuchse) und 220V Steckdose verfügbar.
    Das reicht um bei Outdooraktivitäten z.B. eine Kühlbox zu betreiben, ohne dass die Autobatterie leer wird.
    Und mit dem Solarpanel am Autodach (einfach entfalten und d´rauflegen) bleibt das Bier auch das ganze Wochenende kühl ;-)

    Stationär stecke ich bei Stromausfall einfach ein Anschlusskabel für meine Heizung in die 220V Steckdose des Stromkoffers (vorher aber den Heizungsstromkreis vom Netz trennen).

    Die anderen Erweiterungen (Akkus, Wechselrichter, Netzgeräte) habe ich mir angeschafft, um auch Kühl-/Gefrierschrank weiter betreiben zu können.
    Diese werden dann einfach mit ihren Netzkabeln in die Steckdosen des Wechselrichters gesteckt.
    Zwischendurch kann ich die Akkus mit dem Generator (bzw. falls temporär vorhanden mit Netzstrom) wieder aufladen.

  • Die Lösung von @Mike mit dem Yeti stellt so annähernd auch meine Planung dar. Besonders reizvoll daran finde ich halt das ich den Yeti einfach mitnehmen kann.

    Und danke für die Info das der Yeti ggf. fähig ist die Heizung zu betreiben. Darüber war ich mir noch nicht sicher, bzw. hatte mich damit noch nicht befasst

  • @Smeti
    Für Wohnungen sind solche Systeme sicher nicht schlecht. Da geht nix mit Generator

    Müsste man mal gucken wie weit man mit Solarzellen kommt.

    Ernsthaft, keine Ahnung wie weit man da mit Solarpanelen kommt, wenn man kein Fenster hat, das mindestens den halben Tag in der Sonne ist. Aufs Dach legen kommt mir da jetzt nicht so "sicher" vor, von der Erreichbarkeit red ich gar nicht.