Notre Dame brennt

  • Das ist insofern auch relevant,
    weil vielen Anwohnern der Zugang zu ihren Häusern verwehrt wird,
    weil Brücken gesperrt sind und selbst Rauchentwicklung nicht gerade ohne ist,
    wenn man in der Nähe wohnt.

    Ganz abgesehen vom unglaublichen kulturellen Schaden.
    Annähernd 200 Jahre Bauzeit, fast 850 Jahre alt.
    Das "Herz" von Frankreich.
    Ein ideologischer Verlust sondergleichen.

    Und der Brand ist schwer in Griff zu bekommen,
    weil die Feuerwehr, verständlicherweise, keine Risiken eingehen will.
    Es wird gerade versucht die zwei Türme zu retten.

    Schon org. 850 Jahre alt, der Raub der Flammen in knapp 3 Stunden.

    Ganz abzusehen vom "religiösen" Wert. Vom ideologischen.

  • Hab mir vor rund 15 Jahren Notre Dame mal angesehen, war schon beindruckend.
    Schade das ein großer Teil davon ein Raub der Flammen wurde, aber die Franzosen werden das schon wieder aufbauen.

    In der Situation zeigt sich wie praktikabel es ist wenn man einen guten EDC ( unterwegs ) oder Fluchtrucksack ( in der Wohnung ) hat.
    Denn es muss nicht immer eine Katastrophe eintreten, es reicht schon wenn in der Nachbarschaft ein Gebäude in Flammen aufgeht.

    Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben.

  • Ein Feuerwehrmann hat heute auf WDR2 gesagt, dass es überhaupt nicht viel Flamme braucht, um einen Jahrhunderte lang getrockneten Holzdachstuhl zu entflammen. Die Spinnweben und der Staub würden als Zunder wirken, außerdem sei das Holz nach so langer "Lagerung" auch spröde und rissig. Da bräuchte es manchmal nur einen kleinen Funken wie vom Feuerstein eines Gasfeuerzeug und das ganze fängt schneller an zu brennen wie ein aufgeschichteter Lagerfeuerstapel.

    Das Problem bestünde darin, solche Kulturdenkmäler mit eingelagerten Kulturschätzen zu schützen. Bei Wasserlöschanlage gehen die Kulturschätze kaputt, bei CO2 Löschanlage die im Gebäude befindlichen Menschen.

  • Zitat von Tinah im Beitrag #5
    Naja trotzdem wäre Wasser besser gewesen als jetzt alles abzufackeln...

    Aber hintennach ist man immer klüger


    Wasser ist nicht unbedingt immer besser. Als Außenstehender glaubt man das zwar, jedoch kann Wasser manchmal mehr Schaden anrichten als das Feuer selbst.


    Zu viel Wasser in das Gebäude zu bringen würde ersten alles Überschwemmen. Der Brand ist dann zwar aus, aber der Wasserschaden ist höher als der des Brandes.


    Zweitens kann zu viel Wasser sehr stark die Statik beeinflussen. Sprich ein Gebäude stürtzt durch zu Hohe Deckelasten durch Wasser und geschwächter Statik ein. Wäre somit auch nicht förderlich (und gefährlich).


    Du hast aber in dem einen Punkt recht, nachher ist man immer klüger und das "Hätte die doch..." fängt dann oft an.


    Wie es in diesem Fall besser gewesen wäre kann wohl keiner so genau sagen.

    Alle sagten immer das geht nicht. Dann kam einer der wusste das nicht, probierte es, und es ging nicht...

  • Wenn man selber nicht gerade eine Ausbildung und entsprechende Praxis in Brandbekämpfung hat, sollte man die Einsatztaktik der Feuerwehr hier auch nicht unbedingt bewerten oder in Frage stellen. Sämtliche Leute, die davon Ahnung haben, sagen unisono, dass der Einsatz richtig angegangen wurde. Da ein großer Teil noch steht, ist das wohl auch korrekt so ;)

    Das Einzige Manko hierbei ist, wie immer in Großstätten, die Anfahrt in der Rush Hour.

    viribus unitis - acta non verba

  • Denken wir an das "preppermässige" bei dem Thema. Wer einen BOB hat konnte problemlos aus den evakuierten Bereichen flüchten und wer einen GHB hat musste nicht zwingend nach Hause (in den gesperrten) Bereich.

    Conclusion (für mich): So schade es auch um das Gebäude ist, der Brand ist eines von vielen Beispielen das eine Flucht/Problem/Ausnahmesituation jedem passieren kann, nicht nur den anderen. Und wenn man vorbereitet ist so ist man eindeutig im Vorteil.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Was man so hört, wird der Einsatz der Pariser Feuerwehr doch sehr gelobt. Sie hatten einen Krisenplan für den Notre Dame und konnten die meisten Kunstwerke und Reliquien retten.

    Die Feuerwehr kann den Berufsverkehr nicht ändern und die engen Gassen um den Notre Dame nicht ad hoc erweitern.

    Brandschutz und Ambiente sind eben manchmal nicht deckungsgleich. Zwar ist es schön die Kunstwerke in einem historischen Gebäude zu besichtigen. Aber brandschutzmäßig ist das ein Albtraum. Für den Brandschutz wäre es viel vorteilhafter, das historische Gebäude und die Kunstwerke zu trennen. Dann kann man auch eine Sprinkleranlage einbauen.

    Ist es nicht immer so, dass die beste Lösung eines Problems immer diejenige ist, die das Problem vorgängig seines tatsächlichen Auftretens löst? Auch wenn Prepping für manche nur Einmachdosen in den Keller stellen ist. Für andere ist Prepping eine proaktive Problemlösungsstrategie!

  • Das meiste an Kunstschätzen ist eh schon bei der großen Säuberung im 18. Jahrhundert vernichtet worden.

    Seit der Zeit hat die Feuerwehr anscheinend schon die Notfallpläne, wenns mal wieder brennt in der Tasche.

    Zitat
    The fire department in Paris followed a protocol: Save the people, save the art, save the altar, save what furniture you can, then focus on the structure, in that order. They know what can be rebuilt and what can't.

    This protocol has been in place since the last time the cathedral was destroyed, sacked during the French revolution.



    Seit der Zeit sind anscheinend schon in Versailles Eichen gepflanzt worden, damit man beim nächsten Brand schon welche in der richtigen Größe vorrätig hat für die Balken im nächsten Dachstuhl. Das ist mal Preppen, die haben über 200 Jahre für die nächste Brandkatastrophe schon das Holz fürn nächsten Dachstuhl vorgezogen.
    Nach dem motto, jetzt trocknet grad erst das Blut an den Guillotinen aber die nächste Revolution kommt bestimmt noch.

    Auf Twitter gabs ein ulkiges Gemetzel. Der Pariser Zivilschutzverband hat sich genötigt gesehen, seinen ersten english verfassten Tweet abzusetzen als Antwort auf den US Präsidenten und seine Ratschläge.

    Zitat
    Hundreds of firemen of the Paris Fire Brigade are doing everything they can to bring the terrible #NotreDame fire under control. All means are being used, except for water-bombing aircrafts which, if used, could lead to the collapse of the entire structure of the cathedral.
  • Nachher ist man immer g'scheiter ...
    Es gibt z.B. eine Art Harz mit dem man uraltes Holz mehrmals "lackiert", dannach ist es schwer entflammbar. Nur billig ist es nicht ... Und ich bin mir ziemlich sicher, wenn das jemand vor Jahren vorgeschlagen hätte - er wäre gesteinigt worden wegen den unnötigen Kosten. Jetzt wird demnächst die Frage auftauchen warum das keiner gemacht hat.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Da brennt mal so a oide Hüttn ab,.. und alle reden vom Schaden...planieren und Wohnungen hin bauen,.. meine Meinung..Ich mein, die geben jetzt ne gute Milliarde Euronen fürn Wiederaufbau aus,.. mit dem Geld könntens viel sinnvolleres tun,..nüchtern betrachtet ists doch nur n altes Steingebäude,..

    Besser ich kanns und brauchs nicht, als ich brauchs und kanns nicht

  • Wenn sie Wohnungen daraus machen würden, würden an dieser Lage sicherlich keine sozial verträglichen / Sozialwohnungen entstehen.
    Für mich ist der Notre Dame, wie alle anderen Kirchen auch, ziemlich egal. Wenn die da stehen ist gut, wenn die nicht da stehen ebenfalls.
    Von mir aus, könnten da die Stadtplaner auch einen Parkhaus hinstellen.. DAS würde etwas für Paris und seine Einwohner bringen!

  • Das sehen die Besucher aber anders die viel Eintritt bezahlen um den historischen Sternhaufen sehen zu können. Hab ich auch gemacht. Wenn du so denkst haben Museen generell keine Berechtigung aber ich finde Kultur ist trotzdem wichtig. Über die Summe kann man streiten

  • Ich hab es da mit @Tinah .
    Aber ja das ist der derzeitige Zustand der Bevölkerung. Alles was alt ist udgl ist unnütz, uninteressant etc.
    Es muss nicht jeden interessieren, allerdings an Kulturgütern zu rütteln... Taten die Taliban auch mit ihren Mörsern und Artillerie. Genauso wie die Idioten in Palmyra.
    Das sind Kunstschätze, Wahrzeichen des menschlichen Schöpfer Geistes, aber ja, schei* die Wand an. Ein Parkhaus und eine Platte gehen sich schon aus.

    @Don Pedro Gibt mehrere Möglichkeiten für derartigen Holzschutz. Durften sowas in der Ausbildung Mal abfackeln. Der Holzschutz schäumt unter der Einwirkung von Feuer auf. Schützt somit das Holz eine gewisse Zeit. Geniale Sache. Aber wie du sagtest, nicht ganz billig. Und das auf die Fläche gerechnet. Vorsorgen wäre zwar besser als Nachsorge, aber wie überall spielt die Bilanz eine entscheidende Rolle

    semper paratus
    semper fidelis in familia
    semper verus est ipse

  • Natürlich bin ich auch für den Erhalt und Schutz von Kulturgütern. In der Vergangenheit wurde sehr viel mutwillig und vor allem total unnötig zerstört. Den momentane "Hype" mit den Spendengeldern um Notre Dame ist unverständlich für mich.

    Es gibt unendlich unnötige Armut auf unseren Planeten, plötzlich fängt ein Kirchlein etwas Feuer, alle überbieten sich mit Spenden dafür- komische Welt !

    To be on the safe side of life !

  • Bei diesen spenden ist es halt so dass dem spendenden nicht klar ist Betrag xy wurde oder wird von dem anderen schon gespendet. Sonst wäre es bestimmt weniger. Und es ist was akutes. Die Armut in der dritten Welt gibt es schon ewig. Da bewegen 100 Euro gefühlt nicht so viel. Ja es lebt vielleicht eine Person 1 Monat damit. Und dann? Aber die Kirche wird wieder aufgebaut und man weiss daran war man beteiligt. Und das ist schon was anderes

  • Es gibt nun mal Sachen und Objekte, die einen höheren ideellen Wert haben,
    als offenbaren Nutzen.
    Kultur.

    Tatsächlich muß man kein Christ sein um auch ein Objekt wie Notre Dame
    wertzuschätzen. Und die Inhalte, die ja größtenteils auch geborgen wurden.

    Und ich persönlich finde es sehr wohl wichtig, daß alte und ältere Objekte,
    auch welche die "nur" unter Denkmalschutz stehen, erhalten und bewahrt werden.
    Weil sie Geschichte erzählen und diese lebendig machen.

    Auch für weitere Generationen.

    Daß der Spendenboom eigenartig ist, ja.
    Daß das Geld auch woanders sicher sogar sinnvoller angebracht wäre,
    wenn man frei darüber verfügen könnte, ja, natürlich.

    Das rennt so aber nicht.

    Einen Aspekt insbesonders bei der Notre Dame will ich nur noch einbringen,
    und zwar...sie ist natürlich auch wirtschaftlich gewinnbringend für die ganze Region.

  • Ich liebe unseren Stephansdom weil er ein Wiener Wahrzeichen ist und ein jahrhunderte altes Kulturgut. Das er auch eine katholische Kirche ist stört mich dabei nicht wirklich.
    Denn manchmal steht ein Gebäude oder ein Objekt für deutlich mehr als der ursprüngliche Zweck. Und damit wird es schnell zu einem ideellen Wert/Schatz der über eine Stadt oder ein Land hinausgeht. Und damit kann man sich dann leicht identifizieren.

    Und - sorry die harte Formulierung - die Diskussion ob das Geld nicht wo anders besser eingesetzt wäre ... das ist eine klassische Neid Diskussion. Für mein Thema wollen die Leut nix geben aber für den sch... Steinbau geben sie Geld.
    Jeder soll das machen was er für richtig hält. Punkt. Eine Streiterei ob das Geld nicht wo anderes besser wäre ist vollkommen sinnlos, außer das sich einige damit profilieren wollen denn ändern wird sich genau gar nichts. Einzig und allein sollte man sich als Neidgenosse die Frage stellen warum das andere Thema den Leuten wichtiger ist als "mein" Thema.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.