Was wäre wenn das Internet für längere Zeit ausfällt?

  • Wie siehts denn mit dem Notruf aus bei einem Internetausfall?

    Ich habe gelesen, dass man, wenn man niemanden per Telefon erreicht, zum nächsten Feuerwehrhaus gehen soll um manuell den Alarm auszulösen. Hat so einen Alarm noch jedes Feuerwehrhaus? Funktioniert dieser unabhängig vom Internet?

  • Druckknopfmelder solltem meines Wissens nach immer noch an den Feuerwehrhäusern verbaut sein. Diese lösen afaik unmittelbar den Sirenenalarm der örtlichen Feuerwehr aus. Zumindest bei uns ist das so - wie es in anderen Bundesländern aussieht, kann ich dir hier leider nicht Beantworten.

    Notruf: wenn das Internet (also sämtliche damit in Verbindung zu bringende Anwendungen) großflächig ausfällt (und damit auch VoIP) steht auch der Mobilfunk. Du wirst dir also schwer tun, mit deinem Endgerät jemand zu erreichen. Die Leitstellen haben untereinander sehr wohl direkte Standleitungen um direkt kommunizieren zu können.

    Die örtliche Feuerwehr ist insofern eine super Idee, da diese auch bei z.b. medizinischen Notfällen via Funk mit ihrer Leitstelle kontakt aufnehmen kann. Das hat also durchaus seinen Sinn und ist teilweise auch so in vielen Gemeindekonzepten fixer Bestandteil.

    Edit: Wird auch jetzt teilweise schon so Propagiert, dass die Örtliche Feuerwehr dann als eine art "Sicherheitszentrum" für die Gemeinde dient. Teilweise ist dann auch der Gemeindearzt über diese erreichbar bzw. werden in Katastrophengebieten, je nach planbarkeit, auch schon "First Responder" des Rettungsdienstes, die in dieser Gemeinde tätig sind, dorthin gezogen.
    Das ist halt in ländlichen Gebieten sehr einfach realisierbar. In großen Städten schaut es da schon anders aus.

    viribus unitis - acta non verba

  • Zitat von Scavenger im Beitrag #22

    Notruf: wenn das Internet (also sämtliche damit in Verbindung zu bringende Anwendungen) großflächig ausfällt (und damit auch VoIP) steht auch der Mobilfunk. Du wirst dir also schwer tun, mit deinem Endgerät jemand zu erreichen. Die Leitstellen haben untereinander sehr wohl direkte Standleitungen um direkt kommunizieren zu können.


    Deshalb als Tipp für die Besitzer von Satellitentelefonen: Besorgt euch die wichtigen Festnetznummern der umliegenden Leitstellen! Die Notrufnummern (112, 110...) funktionieren hier nicht.



    In unserem kleinen Dorf ist die Ausrüstung der Feuerwehr aus finanziellen Gründen in einem erbarmungswürdigen Zustand. Die Funkgeräte sind quasi PMR-Niveau, da ist nix mit Verbindung zur Leitstelle. Also ist hier Eigenhilfe angesagt.

  • Sattelefonie ist wieder ein eigenes Kapitel. Ich bin mir jetzt nicht sicher (bitte von jemandem, der es wirklich weiss ausbessern lassen), jedoch bezweifle ich bei einem ernst zunehmenden Ausfall der Netzstruktur, dass damit ein Routing auf die bekannten Notrufnummern funktioniert (das geschieht mittlerweile ja auch übers Telekom-Rechenzentrum).

    Besser wäre es, die Sattelefonnummern zu haben - die bekommt man als Normalsterblicher aber nicht ;)

    Für Österreich ist die Feuerwehr auf Gemeindeebene trotzdem DER Ansprechpartner, da diese einfach die beste Vernetzung hat - Funk ist in meinem Bundesland derzeit Analog auf 2m mit sehr guten Relaisstandorten - denen macht so schnell keiner was vor. Wenn jemand (ausser den Amateurfunkern) hier jemand erreicht, dann die Feuerwehr.

    viribus unitis - acta non verba

  • Notrufe über die üblichen Nummern 110 oder 112 funktionieren mit dem Satelittentelefon nicht. Die Anrufe an normale Festnetznummern kommen hier als Gespräche aus dem Ausland an und können nicht lokalisiert werden.

    Ich hatte heute ein sehr nettes Telefonat mit dem Chef einer Leitstelle. Die ihm bekannten Leitstellen sind nicht mit Satellitentelefonen ausgestattet. Allerdings sollen die vorhandenen Festnetzanbindungen angeblich mehrfach redundant und ausfallsicher sein. Die Leitstellen sind notstromversorgt.

    Deshalb kann ich mir vorstellen, dass im Ernstfall mittels Satellitentelefon das Festnetz der Leitstellen kontaktiert werden kann. Klar ist auch, dass die Satphones untereinander besser erreichbar sind.

    Ich habe bereits die Nummern vieler Satellitentelefone gesammelt und würde das auch gerne weiter treiben, gerade im Hinblick auf die Vernetzung Satellitenkommunikation-Amateurfunk. Aber da kam bisher leider kein Feedback aus dem Forum.

    Wen die Kosten für ein Sattel abschrecken, der sollte sich eben mal nicht das neueste iPhone kaufen, da ist das Geld schon wieder drin.

    P.S. Ruft doch einfach mal die Leitstellen in eurer Umgebung an und stellt denen ein paar qualifizierte Fragen. Die sind richtig dankbar, wenn sich aus der Bevölkerung jemand für ihre Arbeit interessiert. Ich kannte den Mann vom o.g. Telefonat auch nicht und habe 25 min mit ihm gequatscht.

  • Zitat von PreppiPeppi im Beitrag #25
    Notrufe über die üblichen Nummern 110 oder 112 funktionieren mit dem Satelittentelefon nicht. Die Anrufe an normale Festnetznummern kommen hier als Gespräche aus dem Ausland an und können nicht lokalisiert werden.



    Jein - man kann mit einer Ortsvorwahl sehr wohl die Zuständige Leitstelle erreichen - zumindest in Österreich würde man z.b. mit einem +43 1 144 den Rettungsnotruf in Wien wählen können



    Zitat von PreppiPeppi im Beitrag #25
    Ich hatte heute ein sehr nettes Telefonat mit dem Chef einer Leitstelle. Die ihm bekannten Leitstellen sind nicht mit Satellitentelefonen ausgestattet. Allerdings sollen die vorhandenen Festnetzanbindungen angeblich mehrfach redundant und ausfallsicher sein. Die Leitstellen sind notstromversorgt.

    In meinem Bundesland sind die Leitstellen, Dienststellen und Schlüsselpersonal von Einsatzorganisationen und auch die Behörde mit Satellitentelefonen ausgestattet (daher hatte ich mein SatPhone auch dienstlich und habe diese Möglichkeit nach näherer Betrachtung auch in die private Vorsorge miteingeschlossen). Ist aber durchaus nicht üblich - das stimmt. Eine Leitstelle die NICHT Notstromversorgt ist, sollte es nicht geben - es ging hier im Szenario jedoch nicht unbedingt um ein Blackout Szenario sondern um einen Totalausfall der digitalen Kommunikation. Damit sind auch die Festnetzanbindungen der Leitstelle (irgendwo gehts über in VoIP) betroffen.



    Zitat von PreppiPeppi im Beitrag #25
    Deshalb kann ich mir vorstellen, dass im Ernstfall mittels Satellitentelefon das Festnetz der Leitstellen kontaktiert werden kann. Klar ist auch, dass die Satphones untereinander besser erreichbar sind.

    Ersten Satz würde ich so nicht unterschreiben - der zweite stimmt definitiv.



    Zitat von PreppiPeppi im Beitrag #25
    Ich habe bereits die Nummern vieler Satellitentelefone gesammelt und würde das auch gerne weiter treiben, gerade im Hinblick auf die Vernetzung Satellitenkommunikation-Amateurfunk. Aber da kam bisher leider kein Feedback aus dem Forum.

    Versuchen wir es nochmal: ich tausche gern die Nummer mit dir aus - schicke aber gleich vorneweg, dass das SatPhone bei mir (ausser bei den Checkups ob alles passt) wohl nur im Ernstfall aktiviert wird.



    Zitat von PreppiPeppi im Beitrag #25
    Wen die Kosten für ein Sattel abschrecken, der sollte sich eben mal nicht das neueste iPhone kaufen, da ist das Geld schon wieder drin.

    Ja - kann ich so unterschreiben. Mit ein wenig Geduld und Sucheifer in den normalen Auktionshäusern kann man sich mit relativ wenig Budget ein passendes Satellitentelefon anschaffen.



    Zitat von PreppiPeppi im Beitrag #25
    P.S. Ruft doch einfach mal die Leitstellen in eurer Umgebung an und stellt denen ein paar qualifizierte Fragen. Die sind richtig dankbar, wenn sich aus der Bevölkerung jemand für ihre Arbeit interessiert. Ich kannte den Mann vom o.g. Telefonat auch nicht und habe 25 min mit ihm gequatscht.

    Für meinen Bereich fürchte ich, dass man damit nicht weiter kommen wird. Die Krisenkommunikation ist bei uns mehr oder weniger Verschlussache, da kritische Infrastruktur. Hier würde man wohl als Privatperson keine weiterführenden Informationen erhalten ausser denen, die eh obligat sind.

    viribus unitis - acta non verba

  • Wenn das Internet ausfällt.....

    also privat, wäre es zwar ein Verlust, aber verschmerzbar. Es gibt zum Glück noch genug Bücher bei uns oder falls der Strom funktioniert schauen wir halt fern.

    beruflich sieht die Sache anderst aus. Meine Firma arbeitet im und mit dem Internet, also ohne Internet keine Arbeit.

  • Also Internetausfall ist gleich Stromausfall, wie ich unten gelesen haben, stimmt nicht. In Österreich und in vielen anderen Ländern ist eine Netzführung ohne Internet möglich. Alle Netzbetreiber haben eigene Kommunikationswege bzw. Leitungen (Kupfer, Licht,..) hier kommen auch eigene Protokolle zum einsatz. Also Strom ist GsD nicht vom Internet abhängig, natürlich würden einige Sachen nicht so komfortabel wie mit Internet sein z.B. online Stromverbrauch, ... Bitte zu eriner Strom hat es vor dem Internet gegeben und die pyhsikalischen Regelgrößen haben sich nicht geàndert.

    Dieselben Naturkräfte, die uns ermöglichen, zu den Sternen zu fliegen, versetzen uns auch in die Lage, unseren Stern zu vernichten.
    (Wernher Magnus Maximilian Freiherr von Braun, 1912-1977)

  • Es geht nicht um den tatsächlichen Stromausfall sondern eher darum, dass sämtliche Geräte dann von mir aus blinken, in einem sehr großen Prozentanteil wird es jedoch auf "Keine Verbindung" hinauslaufen. Dann hat der Bankomat von mir aus Strom - ausgeben wird er deshalb trotzdem nichts.
    Die Läden haben Strom, werden aber nach dem zweiten Tag keine Ware mehr haben Mangels Bestellmöglichkeit.

    Das mit der eigenen Leittechnik glaube ich für einen gewissen Prozentsatz gern. Wie das jedoch im EU Verbund weitergegeben wird ohne "Internet" würde mich tatsächlich interessieren.

    In Zeiten in denen Autos ohne online-update die Weiterfahrt verweigern, würde ich einen netzausfall (auch wenn es "nur" das Datennetz ist) nicht unbedingt auf die leichte Schulter nehmen.

    viribus unitis - acta non verba

  • Auto ist ein gutes Beispiel. Ich weiß nicht ob sich die Karre noch starten lässt wenn sich der Notfallasisstent nicht verbinden kann.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Aus unserem Geschäftsalltag:
    Strom oder Internet weg: wir kassieren bar, schreiben für alle kassierten Beträge Paragons (nummerierte Barbelege mit Durchschlag), samt zugehörigem Mehrwertsteuersatz. Diese werden, sobald der Strom bzw Internet wieder da ist, in der Registrierkasse nachgebucht. Seit der Registrierkassenpflicht ist es ziemlich gleich, ob nur Internet oder der Strom komplett weg ist, da ja für jeden Kassenbon übers Internet ein Ping ans Finanzamt gesendet wird um den QR-Code zu erhalten.
    Wir haben zwei voneinander unabhängige Bankomatsysteme, eines läuft übers Internet, das andere über Handynetz. Bei kurzfristigen Stromausfällen geht zumindest das übers Handynetz. Unser längster Stromausfall betrug knapp zwei Stunden, als sie vor ein paar Jahren bei Bauarbeiten versehentlich ein Starkstromkabel gekappt haben und die halbe Stadt ohne Strom war. Ich war (und bin) die einzige bei uns im Betrieb mit Taschenlampen, mittlerweile habe ich eine kleine Handleuchte im Lager versteckt.
    Was bei uns in der Firma auch stromabhängig ist: die Abwasserpumpe für WC und Waschbecken. Ohne Strom können wir nicht aufs Klo gehen, weil der Kanal über WC-Niveau liegt und ohne Pumpe nichts in den Kanal hochgepumpt werden kann.

    liebe Grüße, Betula


    falls die Welt untergeht, muß noch lange nicht die Welt untergehen.

  • Was mir noch einfällt: viele verwenden digitalen Schließsysteme, Smart homes.
    Krankenhäuser könnten nicht mehr auf Befunde zugreifen.


    Gut, was Unterhaltung anbelangt bin ich autark. Ich hab mein Hirn, bin kreativ, hab einige Spiele, Unmengen an Büchern hier. Bei längerem Ausfall würde ich ggf. versuchen, die Nachbarn für eine Spielerunde zu gewinnen. Lenkt ab und fördert Gemeinschaft. Ist nicht lebensnotwendig, hebt aber die Stimmung und die Durchhaltemoral...

    liebe Grüße, Betula


    falls die Welt untergeht, muß noch lange nicht die Welt untergehen.

  • Ah, Stichwort Auto:
    In Wien könnten die Parksheriffs nicht mehr feststellen, ob ich das Kurzparken bezahlt habe. Dann gilt ja hoffentlich: Im Zweifel für den Angeklagten !
    Was ist eigentlich mit den neuen, smarten Stromzählern? Funktionieren die?

  • Im Bankwesen funktionieren nicht nur die Geldautomaten nicht mehr , sondern auch der ganze Zahlungsverkehr der über verschiedene Knotenpunkte läuft. Vielleicht
    geht dann noch eine manuelle Überweisung bei händisch ausgefüllten Überweisungszetteln von einem Konto auf ein anderes bei der gleichen Raiffeisenfiliale.

    Möglicherweise fallen auch eine Menge Fernüberwachungs- und Steuerungssysteme aus , die über Internet via Telefonleitungen laufen . Ich denke da an Wasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen, wo Pegelständen ständig gemessen und Pumpen reguliert werden müssen, die nicht direkt auf dem Betriebsgelände liegen.


    frieder

  • Zitat von Makoto im Beitrag #33

    In Wien könnten die Parksheriffs nicht mehr feststellen, ob ich das Kurzparken bezahlt habe. Dann gilt ja hoffentlich: Im Zweifel für den Angeklagten !


    Der Parksherriff geht davon aus, dass du keinen Schein mit dem Handy lösen konntest und deshalb natürlich bei der nächsten Trafik dir Scheine geholt hast und in die Windschutzscheibe legen würdest.

  • Es wäre nützlich eine Liste zusammen zu stellen, welche Geräte wirklich nicht mehr funktionieren bzw. welche Tätigkeiten unmöglich werden ohne Internet.

    Im Moment nehmen wir nur an, dass Bankomaten nicht mehr funktionieren, Supermärkte nichts mehr bestellen können, usw.

    Was wir nicht wissen ist, wie es wirklich ablaufen würde und, noch viel wichtiger, ob sich jemand Gedanken darüber gemacht hat und ein Plan B existiert, seitens Banken, Supermärkte und Co.

  • Die Banken haben schon Notfallpläne. Aber das würde bei uns heißen, solange Strom da ist, können Kunden einzeln in die Geschäftsstelle gelassen werden und auch Geld im kleineren Umfang abheben. Die Buchungen sind in "Strazzen" also papierbehaftet aufzuzeichnen und dann nachzubuchen. Bei Stromausfall geht nichts mehr. Die Geschäftsstelle ist zu schließen .

  • Zitat von Brenda im Beitrag #38
    Die Banken haben schon Notfallpläne. Aber das würde bei uns heißen, solange Strom da ist, können Kunden einzeln in die Geschäftsstelle gelassen werden und auch Geld im kleineren Umfang abheben. Die Buchungen sind in "Strazzen" also papierbehaftet aufzuzeichnen und dann nachzubuchen. Bei Stromausfall geht nichts mehr. Die Geschäftsstelle ist zu schließen .


    Da bin ich mir aber nicht so sicher. Die Bank weiß weder ob du Kunde bist noch wie hoch dein Rahmen ist oder ob du überhaupt zeichnungsberechtigt bist. Sie kann nichtmal die Korrektheit deiner Unterschrift überprüfen. Und auf Verdacht Geld geben halte ich für sehr unwahrscheinlich.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Unsere Kunden haben eine Kontokarte mit der Sie sich ausweisen können und zusammen mit einem Perso ist die Legitimation kein Problem. Zwecks Rahmen hast Du Recht. Wir sind aber noch eher ländlich geprägt und unsere Kassenkrafte kennen viele unserer Kunden und wissen ob sie problemlos auszahlen können oder im Zweifel den Kunden eher abweisen und auf wieder funktionierende Systeme vertrösten.Allerdings war ich mir nicht sicher, wenn Leitungsstörungen mehr als einen Tag andauern, ob dann nicht doch die Anweisung von oben käme, zuzulassen. Bisher sind solche Notfallpläne sicher nicht für einen mehrwöchigen Totalausfall ausgelegt worden, sondern eher für einen stundenweisen. In einer städtisch geprägten Filiale , in der der bezug zum einzelnen Kunden nicht mehr da ist, bzw die Größe es nicht zulässt, dass man noch viele Kunden kennt, wird das denke ich noch schwieriger.