Bogen aus Holz selbst bauen

  • Holzbögen sind wunderschön, ich hätte große Lust, selbst einen zu bauen. Im Netz gibt es verschiedene Angebote dazu, meist 2-3 tägige Seminare. Hat jemand Erfahrung und kann etwas empfehlen?

  • Ich habe es selber ohne Bogenkurs gemacht man findet viele und gute Anlitungen im Netz und was du für den Kurs ausgibst kannst du dir das Werkzeug besorgen (brauchts nicht viel) und denn Kurs kannst dann noch immer machen.

    Dieselben Naturkräfte, die uns ermöglichen, zu den Sternen zu fliegen, versetzen uns auch in die Lage, unseren Stern zu vernichten.
    (Wernher Magnus Maximilian Freiherr von Braun, 1912-1977)

  • Hallo @Makoto , ich selbst kann dir keine eigenen Erfahrungen weiter geben.
    Aber dennoch 2 Dinge.

    - Mein Arbeitskollege ist in einem Bogensportverein aktiv und hat mal so einen Kurs gemacht. Das war von einem Bogensportgeschäft in Wien aus organisiert. Allerdings war das scheinbar eine Geschichte nur für den Verein. Möglicherweise spazier doch einfach mal in so ein Geschäft rein und frag dort. Mehr als ein nein kann dir nicht passieren.
    - Ein Freund von mir ist gerade voll auf diesem "Trip". Er hat sich mittlerweile einen unglaublichen Wissenspool angeeignet. (Youtube-Videos, generell Internetforen etc,) und so weit ich weiß auch jetzt ein Buch gekauft. Wenn du also eine Spezialfrage hast, schreib mir einfach. Eventuell kann er weiter helfen. Er hat schon seine ersten Bögen aus Haselnuss selber gebaut. Hat sich auch schon eine Esche besorgt. Soll scheinbar eines der geeignetsten Hölzer (unserer Breitengrade) dafür sein.

  • @Makoto Ich würde einen Kurs nur machen, wenn ich mir sicher bin, dass derjenige, der ihn veranstaltet auch wirklich viel Ahnung hat. Sonst würde ich es einfach selber anhand der vielen Anleitungen, die es im Internet gibt, versuchen. Dein erster Bogen wird ja eh nicht ein Traumexemplar werden sondern nur der erste von vielen.
    Ich hab mich auch einige Zeit damit beschäftigt, es dann aber aufgrund folgender Überlegungen wieder verworfen:
    Ich wollte ursprünglich zu Preppingzwecken Bogenschießen lernen, man weiß ja nie ob man es mal brauchen kann. Bei der Suche nach einem Bogen habe ich viel im Internet gelesen und für mich die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Arten abgewägt. Herausgekommen ist dabei ein Jagd-Compundbogen. Das ist weiter am andere Ende der Palette der Bögen, angefangen beim selbst gebauten/geschnitzten Vollholzbogen bis zu den Wettbewerbs-Compounds. Für mich war das Entscheidende, in einer Kriesensituation notfalls jagen gehen oder Raubtiere von meinen Tieren fernhalten zu können, ohne Lärm und damit auf mich aufmerksam zu machen. Wenn es um Jagderfolg geht, sehe ich jedes Mal im Bogenparcours in welch anderer Liga ich mit dem Jagd-Compound unterwegs bin, wenn ich mich mit Recurveschützen vergleiche und die sind noch Welten von selbstgebauten Vollholzbögen entfernt. Dabei ist die Jagdausrüstung noch die ungenaueste Compoundvariante (mal abgesehen von Compoundbögen ohne Visier, die ergeben für mich aber keinen Sinn, ähnlich einem Ferarri mit Holzrädern), damit schießt man aber auch nicht auf Zielscheiben. Klar ist mir, dass ich in einem Kriesenfall keine eigenen Carbonpfeile herstellen kann und auch keine Sehnen wickeln werde können, dafür kann ich aber vorsorgen und bin dann aber bei der Jagd erfolgreicher als mit einem selbstgebauten Bogen. Ehrlich gesagt macht es mir im Bogenparcours auch mehr Spaß zu wissen, dass der erste Pfeil ein guter Treffer ist als mit dem dritten Pfeil endlich mal was zu treffen. Da es mir eben nicht nur um den Spaß an der Sache geht, sondern ich das als Training verstehe um mit dem geringsten Aufwand mein Ziel zu erreichen, will ich nicht jahrelang trainieren müssen um auf den Level zu kommen, an dem ich nach 3 Monaten sein kann.
    Ich hab auch mal überlegt, ob nicht eine Armbrust auch was wäre, damit darf man bei uns aber auf keinen Parcours und daher macht das aus meiner Sicht keinen Sinn. Ich hab im Umkreis von 20km drei Bogenparcours und hab dadurch auch viel Abwechslung.
    Ich wünsche dir aber viel Spaß und Erfolg mit deinem Vorhaben!

  • Mit einem selbst gebauten Bogen ist es wie mit einem selbst geschmiedeten Messer.
    Man hat etwas geschaffen. Wie unsere Vorvorvorfahren.
    Es ist ein unheimlich gutes Gefühl Dinge zu "erschaffen".

    Die Verbindung zum selbst hergestellten ist weit inniger als zum selbst gekauften.
    Natürlich wird der Erste selbst gekaufte den Ersten selbst gebauten bei weitem Übertreffen.
    Aller Anfang ist schwer und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

    Als Holz würde ich gut getrocknetes Eibenholz verwenden. Sollte Kern- und Splintholzanteil haben.
    Eiben stehen aber unter Schutz und eine Eibe die Lange genug und gerade genug gewachsen ist, ist schwer zu finden.
    Dann noch eine Trockenzeit (gespalten) von ca. 2 - 3 Jahren bevor man mit dem Bau beginnen kann.
    Interessant wäre auch einen alten Reiterbogen aus verschiedenen Materialien (sogenannter Kurzbogen) zu bauen. Ist aber wahrscheinlich noch schwieriger als ein Langbogen.
    Am Keltenfest in Schwarzenbach war bis jetzt fast immer ein Bogenbauer aus Wiesen im Burgenland.
    Seine Bögen schauten nicht nur gut aus. Sie lagen auch gut in der Hand und waren gut zu bedienen.
    Er bietet glaube ich auch Kurse an.
    Habe aber leider keine Daten von ihm. Eventuell wissen die Veranstalter (Gemeinde Schwarzenbach) etwas näheres.

    bG
    Norbert

    Gut vorbereitet läuft alles besser

  • Danke für den Tipp, ich bin öfter in der Gegend (segeln😀), da finde ich ihn vielleicht.
    Ökonomische betrachtet hat Wolfzeit natürlich recht, mir liegt aber daran, es selbst zu können.
    Daher meine Strategie bei neuen Interessen: Den bestmöglichen Lehrer auftreiben und Zeit investieren und dann dranbleiben und den Tiefgang selbst erarbeiten ...

  • in Wien stehen Unmengen teilweise sehr mächtiger Eiben in Parks und tw auch auf öffentlichen Flächen Friedhöfen und natürlich auch in privaten Schrebergärten. Wenn man sich da durchfragt von MA28 oder MA42 bis MA49, dann sollte irgendwann mal ein radikaler Rückschnitt anfallen, k A wie flexibel eine der Magistratsabteilungen reagiert wenn so eine Anfrage eintrudelt. Oft hilft es mehr, den Vorarbeiter direkt an der Motorsäge anzusprechen. Ich glaube dass man auch frisches Holz verarbeiten kann, das sollte elastischer sein und auch einfacher beim herumschnitzen. Allerdings sollte auch die Toxizität der Eibe (im Volksmund Pferdetöter) beachtet werden, wenn zB Schleifstaub entsteht.

  • Kann ich nur bestätigen. Von meinem freund weiss ich: falls eibe...mundschutz! Augenschutz,... überhaupt schutz. Optimaler weise absaugung oder gut lüften. Mindestens aber pausen machen beim bearbeiten. Bin nicht pflanzenexperte aber wenn ich mich richtig erinner ist doch alles giftig ausser das rotefruchtfleisch runter lutschen (solang der kern nicht angeknabbert wird)

  • Yoo, Das rote Fruchtfleisch ist genießbar und auch ganz gut. In starken Jahren setzen die Eibenhecken Unmengen Früchte an. Der Kern selber schmeckt unglaublich bitter wenn man daran knabbert. Der würde auf der Darmpassage nicht viel schaden anrichten, es sei denn er landet im Blinddarm oder man kann einige Tage nicht kaxxxn, dann könnte so ein Experiment blöd ausgehen. Deshalb unbedingt den abgelutschten Eibenkern immer ausspucken.

  • Hallo Makoto,

    Kann dir nicht direkt eine bestimmte Person empfehlen.
    Aber wenn du nicht zu weit von Wels (OÖ) weg wohnst kann ich dir von 9.-10.Februar die Bogensportmesse empfehlen, wahren letztes Jahr viele Anbieter unteranderem auch einige die Holzbögen selber bauen.

  • Zitat von Hood im Beitrag #3
    Hallo @Makoto , ich selbst kann dir keine eigenen Erfahrungen weiter geben.
    Aber dennoch 2 Dinge.

    - Mein Arbeitskollege ist in einem Bogensportverein aktiv und hat mal so einen Kurs gemacht. Das war von einem Bogensportgeschäft in Wien aus organisiert. Allerdings war das scheinbar eine Geschichte nur für den Verein. Möglicherweise spazier doch einfach mal in so ein Geschäft rein und frag dort. Mehr als ein nein kann dir nicht passieren.
    - Ein Freund von mir ist gerade voll auf diesem "Trip". Er hat sich mittlerweile einen unglaublichen Wissenspool angeeignet. (Youtube-Videos, generell Internetforen etc,) und so weit ich weiß auch jetzt ein Buch gekauft. Wenn du also eine Spezialfrage hast, schreib mir einfach. Eventuell kann er weiter helfen. Er hat schon seine ersten Bögen aus Haselnuss selber gebaut. Hat sich auch schon eine Esche besorgt. Soll scheinbar eines der geeignetsten Hölzer (unserer Breitengrade) dafür sein.



    @Makoto

    das sind Impressionen von seinem ersten Bogen. Dachte es interessiert dich ev. Holz ist Haselnuss. Gefinished mit einem 600-er Schleifpapier. Ich habe ihn selbst noch nicht geschossen, aber er sagt nach seinen ersten Versuchen "trifft er auch was"


    [[File:IMG-20190202-WA0017.jpg|none|auto]][[File:IMG-20190202-WA0018.jpg|none|auto]][[File:IMG-20190202-WA0019.jpg|none|auto]][[File:IMG-20190202-WA0020.jpg|none|auto]][[File:IMG-20190202-WA0021.jpg|none|auto]][[File:IMG-20190202-WA0022.jpg|none|auto]]



    P.S. der nächste Bogen ist schon in Arbeit

  • Wunderschön, danke für die Bilder und deine Mühe!!!
    Hab schon durchgeboxt, dass der Kurs heuer mein Geburtstagsgeschenk wird 😁😁😁
    Wenn das Buch deines Freundes empfehlenswert ist, kannst du mir gelegentlich den Titel zukommen lassen, damit ich mich wenigstens theoretisch vorbereiten kann...

  • @Makoto Ein Kurs ist auf jeden Fall eine Variante mit dem Vorteil Fragen stellen zu können bei jemandem der weiß wie`s geht. Zumindest ein paar Fehler, die man im Selbststudium macht, werden dadurch vermieden denke ich.

    Das ist das Buch. Ist mit runden 25€ auch absolut leistbar.
    [[File:IMG-20190203-WA0002_resized.jpg|none|auto]]

    Viel Spass bei deinem Kurs!

  • @Makoto solltest du dich nicht schon für einen anderen Kurs entschieden haben - ich bin auf diesen Flyer gestoßen. LG
    [[File:Bogenkurs_1.jpg|none|auto]][[File:Bogenkurs_2.jpg|none|auto]]

  • Ich hab mir, sollte mich auch mal das fieber packen, schon vorsorglich einen brauchbaren haselnuss organisiert. Die enden mit wachs zugemacht, für schonenderes trocken hab ich mir sagen lassen. Wenn sie offen sind geht das scheinbar zu schnell...zumindest für bogenbau. Noch juckt es nicht jn den fingern. Aber wenn - das holz hab ich schon und kann jederzeit loslegen. Merke gerade, dass das in "du merkst, dass du ein prepper bist, wenn..." passen würd. ....du dir holz für bogenbau organisiert hast, obwohl du nicht bogenbau machen willst? :-)

  • Ich lass dich PN-mäßig wissen, wenn ich einen Termin fixiert habe und da noch ein freier Platz ist. Wer weiß, vielleicht packt's dich ja zufällig gerade da...