Testen der Fähigkeiten

  • Zitat von Bardo Thodol im Beitrag #20
    ...viele andere Tierarten ...

    Du Glücklicher, was hast du noch alles im Revier herumstehen???



    Zum Thema Bushcraft und Biwakieren vor der Haustüre. Ich bin ja gerade ein bisserl verkühlt, aber es hat mich doch rausgelockt, ich wollte mir einen dieser Waldspielplätze anschauen und auf Biwak Möglichkeiten überprüfen. Die erste Straßenbahn die kam, war der 38er und so bin ich nach Grinzing, weiter mit dem Bus bis zur Höhenstraße, Station Krapfenwaldgasse. Dort soll ein Waldspielplatz und ein Grillplatz sein. Etwas Oberhalb des Krapfenwaldbades hab ich den Platz gefunden, jede Menge Jausentische ein Schaukelgerüst und ein Fußballtor auf einer sehr großen von Hecken und Buschwerk umstandenen Wiese, wegen des matschigen Bodens menschenleer. Beste Eignung für ein Biwakplatzerl. Die Grillvorrichtungen habe ich leider nicht gefunden.


    Untertags sind sehr viele Spaziergänger unterwegs deshalb erscheint mir der Biwakaufbau nur im Schutz der Dunkelheit möglich. Also bei Tageslicht einen geeigneten Platz suchen, eventuell noch einige Ausweichmöglichkeiten noch bei Tageslicht aussuchen. Dann gemütlich eine Runde Spazierengehen oder runter nach Grinzing ein bisserl Tanken, dann mit dem Bus zurück, auf den Jausengarnituren ein wenig ausruhen, die Ausrüstung bereitlegen und dann zügig das Biwak aufrichten. Am Morgen abbauen, Ausrüstung auslüften wenn das Wetter passt und gemütlich auf den Jausengarnituren frühstücken, die Tischplatten haben jede Menge Brandspuren, also könnte man auch vorsichtig mit Holz in einer Hobodose den Morgenkaffee kochen.

  • @paperprepper: Leider nichts mehr: Zu viele Störungen im Revier ;-)

    Nein, im Ernst: Ich bin jetzt nicht nur von Wild im Sinne des Jagdgesetzes ausgegangen (wobei, wenn's so weitergeht, gehören bald auch männliche Fasanen und Feldhasen zu den nicht mehr bejagten Wildarten; wir mussten in den letzten Jahren die Herbstjagden schon tlw. komplett aussetzen).
    Bei uns im Revier ist aufgrund von Arrondierungen, Zersiedelung und starkem Freizeitdruck (Kurort als Nachbarort, mittlerweile vier Gestüte, Rad- und Wanderwege durchs gesamte Gemeindegebiet) außer Reh und Ente sowieso kaum was los. Und natürlich jede Menge Raubwild und -zeug (insbesondere gefiedertes).
    Aber bei uns im Revier wird man auch als Bushcrafter nicht glücklich...

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer)

  • Gumo,

    stöbere gerade rum in diesen tollen Beitrag.

    Zum Jagen und Fischen möchte ich keine Stellungnahme abgeben, da es nat. ohne Papiere usw. verboten ist!


    Zum Zelt - in Österreich ist wildes Campieren verboten! Aber - und jetzt kommt es sofern das Zelt ein Zelt ist!


    Hä??


    Ein Zelt hat einen Boden - ohne diesen Boden ist es nur ein Unterstand der vor Regen schützt zbsp. und erlaubt.

    Die Industrie hat teilweise reagiert und herausnehmbare Böden hergestellt. Klettverschluss usw.


    Was aber nicht heißt das man überall seinen Unterstand aufstellen kann. ( EIGENTUM - GRUNDBESITZ )


    Ich suche noch nach einen Link und füge ihn dann ein.


    https://www.bergzeit.de/magazin/wildcampen-oesterreich/


    !EIN UNGEPLANTES NOTCAMPIEREN IST IN ÖSTERREICH ERLAUBT!

    Einmal editiert, zuletzt von Sniper () aus folgendem Grund: Link eingefügt

  • Hi,

    das ist meiner Recherche nach leider nicht ganz so einfach.
    lt. § 33. (3) Forstgesetz 1975
    ist nämlich schon das Lagern nicht erlaubt, nicht bloß das Zelten. Ich hab mich das "bushcraft"-bedingt länger schlau gemacht.

    Ein ungeplantes Notbiwak ist natürlich immer erlaubt, aber da muss man die Not auch nachvollziehen können. Über der Baumgrenze gibt es dann nochmal Regelungen.

    Es ist leider sehr schade dass es dem Naturliebenden so schwer gemacht wird der Natur nahe zu kommen.

    Lt. Forstgesetzt ist es zB auch verboten Totholz zu entwenden, wobei das erst ab einen Wert von 100€ gestraft wird. Was 100€ Totholz entspricht konnte ich aber noch nicht heraus finden.

    EDIT:
    Grundsätzlich gilt halt laut österreichischen Forstgesetzt:

    Zelten und Lagern nur mit schriftlichen Einverständnis des Grundbesitzers
    Entzünden und erhalten einer Feuerstelle nur mit schriftlichen Einverständnis des Grundbesitzers

    Ich hab mir dazu mal eine Vorlage gemacht falls jemand Interesse hat.

  • Dass es den Naturliebhabern so schwer gemacht wird, der Natur nahe zu kommen liegt an zwei Entwicklungen:

    - Es gibt immer weniger Natur

    - Es gibt immer mehr Naturliebhaber


    Dazu kommt, dass z.B. der Wald (der ja gemeinhin bei uns als "die Natur" wahrgenommen wird) nicht nur Nutzfunktion hat, sondern auch Schutz- Erholungs- und Wohlfahrtsfunktion hat und darüber hinaus der Lebensraum zahlreicher Pflanzen und Tiere ist.


    Derzeit ist Wald sowieso stark unter Druck (der "Brotbaum" der Waldwirtschaft - die Fichte - ist aufgrund des Klimawandels enorm unter Druck; dadurch entstehen große Mengen an Schadholz, aber auch an Aufforstungsflächen).

    Mittlerweile geben auch schon die ersten Forstwirte auf; ich rechne in den kommenden Monaten damit, dass zahlreiche Waldstücke unter den Hammer kommen. Und dass diese dann an große Forstbetriebe gehen, und diese dann "professionell gemanaged" werden - also auf maximalen Holzertrag hingetrimmt.


    Es wird also vermutlich nicht einfacher...

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer)

  • Mir ist völlig bewusst was der Wald darstellt, ich möchte ihn auch nicht zum Campingplatz umwidmen.

    Ich würde ihn (hiermit meine ich das Ökosystem mitsamt Bewohnern) auch nicht verletzen oder stören. Einfach nur von früh bis spät genießen.

    Inwiefern die Forstwirtschaft mit dem Thema kollidiert erkenne ich jetzt nicht.

    EDIT: Wenn die Bundesforste mit Regelwerk öffentlich wären, wie es zB in Amerika der Fall ist wäre ich sehr glücklich.

  • @ administrator,

    wenn die Wörter Partei und wählen in einem Beitrag vorkommen ist das ein Verstoß gegen Forumsregeln???

    Ganz egal wie seriös naheliegend vernünftig das Anliegen ist???


    Veränderungen Gesetzesänderungen, sind halt oft nur politisch herbeiführbar. Eventuell solltest du die Sinnhaftigkeit deines "Privatgesetzes" überdenken.


    PP

    Einmal editiert, zuletzt von paperprepper ()

  • Politik ist hier im Forum kein Thema, ohne wenn und aber.

  • Zitat

    Das Jedermannsrecht, in der Schweiz Jedermannszutrittsrecht, ist ein in den nordischen Ländern (ausgenommen Dänemark), Schottland und in der Schweiz gültiges Gewohnheitsrecht, welches allen Menschen bestimmte grundlegende Rechte bei der Nutzung der Wildnis und gewissen privaten Landeigentums zugesteht. Da das Jedermannsrecht unter bestimmten Voraussetzungen auch Aktivitäten wie Zelten und Feuermachen erlaubt, geht es deutlich über ein reines Betretungsrecht, wie es zum Beispiel in Deutschland besteht, hinaus.



    Meine Überlegung in dem von dir gelöschten Beitrages war es schnellstmöglich ein Jedermannsrecht zu initiieren, in den von den Bundesforsten die ca ein viertel der Österreichischen Wälder Seen und zugehörigen Immobilien für die Republik verwalten und dabei Gemeinwohlbestrebungen eher ausser Acht lassen.



    Das dürfte allerdings nur mit Gesetzesänderungen möglich sein. Wie Gesetzte zu ändern sind wage ich jetzt nicht auszuführen.


    Vor einigen Jahrzehnten wurde ja die Wegefreiheit im Forstgesetz für ALLE auch private Waldbesitzer verpflichtend per Gesetz erlassen. Es wäre jetzt hoch an der Zeit einmal erweiterte allgemeine Benutzungsrechte für Wälder die sich im Besitz des Staates also unser aller Besitz befinden, festzulegen.


    Vorbild sollte ein modernes Jedermannsrecht sein, auch wenn dafür polXXXXXX gearbeitet werden muss.


    LG

    PP

  • Ich stimme dir in großen Teilen zu.


    Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass ich das generelle Verbot und das Fernhalten des Menschen von der Natur für den schlechtest möglichen Weg halte.


    Aber wir hier haben keinen Einfluss auf die Gesetzgebung, deshalb ist es müßig darüber zu diskutieren. Diskutieren wir lieber über Dinge die unsere Vorbereitung betreffen und auf die wir direkten Einfluss haben. :)

  • ich kann aber natürlich auch die Waldbesitzer verstehen, die nicht wollen, dass irgendwelche halbromantische survival "experten" die mühsam nachgesetzten Bäumchen niedertrampeln, Müll hinterlassen und Äste an Bäumen für den Unterstand von lebenden Bäumen absäbeln und der Eigentümer des Waldes kann dann wieder nachforsten, Vorkehrungen gegen borkenkäfer treffen und Müll entsorgen...


    Wenn es halt zu viele schwarze Schafe gibt, wird es leider für alle schwierig.


    Besitzer von Grundstücken findest du im Internet im gis. Teilweise stehen sogar Telefonnummern dabei oder du kannst die Nummer im Herold herausfinden.


    Ja, du kennst diese Waldbesitzer nicht, aber kannst ja trotzdem mal fragen. Und sonst den nächsten und den nächsten...

  • Wenn man immer vom dümmsten Nutzer ausgeht kann man natürlich nicht argumentieren.

    Von deinem Szenario ausgehend könnten wir uns auch das Betreuungsrecht zu Erholungszwecken in die Haare schmieren dass es ja zum Glück sehr wohl gibt. Man muss ja nicht über die Nacht bleiben um den Wald zu zerstören.

    Was hindert die schwarzen Schafe daran jetzt eine Schneise der Verwüstung durch den Wald zu ziehen?


    Und ja natürlich soll man den Waldbesitzer Fragen, die oben erwähnte Vorlage habe ich nicht zum Spaß gemacht.

  • Leider muss man aber vom dümmsten Nutzer ausgehen, weil ein einziger solcher Idi*t mehr Schaden anrichten kann als 1.000 vernünftige Zeitgenossen.

    Und je mehr (legalen) Aktionsradius man gestattet, desto mehr blöde Ideen kommen diesen DANs (dümmste anzunehmenden Nutzer) in den Sinn.


    Das Betretungsrecht aus dem ForstG bietet mMn einen guten Kompromiss zwischen Nutzungsmöglichkeiten durch den Menschen und Erhalt der diversen Funktionen des Waldes (auch als Lebens- und Rückzugsraum der Wildtiere).

    Und glaube mir: Du kannst nicht im Wald sein, ohne letztere zu stören (auch wenn du es selbst gar nicht mitbekommst).


    Und es hindert dich ja auch niemand daran, dir einen Waldbesitzer zu suchen und mit ihm eine (ggf. entgeltliche) Abmachung zu treffen, was du im Wald darfst und was nicht.

    MEn sind die meisten Forstwirte halt angepi**t, wenn man ihren Wald (ja, es ist tatsächlich ihr Wald!) einfach gratis in allen Ausprägungen nutzen will und sie dann ggf. auch noch das Haftungsrisiko übernehmen müssen, wenn etwas passiert. Ein kleiner finanzieller Incentive könnte da ev. mithelfen: Er zeigt dem Waldbesitzer, dass du sein Eigentum respektierst und er gleichzeitig keinen Schaden von deinem Tun haben wird.

    Aber (wie man bei zahlreichen Mountainbiker-Diskussionen immer wieder sieht): Zahlen wollen ja die wenigsten. Weil mit dem eigenen Geld ist man ja tendentiell sparsam...

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer)

  • Wenn man von dem Nutzer ausgehen muss dürfte keiner Auto fahren oder eine Legalwaffe erlangen.

    Ist mir schon klar das ich durch meine Anwesenheit wahrgenommen würde. Eine unverhältnismäßige Störung würde ich das nicht nennen, und schon gar nicht in Relation zum Betretungsrecht welches mir Vater Staat zuspricht.

    Wie schon gesagt, ich halte mich an geltendes Recht, ich habe auch eine Nutzungserlaubnis eines Grundbesitzers für mein Hobby.

    Ich wäre auch bereit einen vernünftigen Betrag zu bezahlen, wie dieses Körberlgeld mich daran hindert die Natur zu verwüsten sehe ich nicht.

    Ich denke man bringt die Natur in die Köpfe wenn man die Köpfe in die Natur bringt...und nicht nur auf einen Wanderweg von A nach B während der Öffnungszeiten.

    Warum man mit dem Mountainbike durch den Wald flitzen muss erschließt sich mir auch nicht so recht.