Wasser aus Bächen/Flüsse aufbereiten

  • Hallo,

    mit dem Einlagern von Wasser, kann ich mich nicht so recht anfreunden. Nicht zuletzt wegen meinem begrenzen Platz zuhause.
    5Stk 20L Faltkanister stehen bei mir bereit, um im Falle eines Stromausfall aufgefüllt zu werden. Unsere Gemeinde verfügt über einen Wasserturm, deswegen sollte noch für eine begrenzte Zeit Wasser aus der Leitung kommen.
    Danach möchte ich mein Trinkwasser aus der Natur beziehen.

    Meine Ausrüstung zum Aufbereiten von Wasser besteht zurzeit aus einem Katadyn Combi Filter und Katadyn Micropur Forte. (beides noch nie benutzt)
    Jetzt stellt sich mir die Frage, aus welchen Bächen und Flüssen ich mit dieser Kombination Trinkwasser herstellen kann. (zusätzlich abkochen, wäre mir natürlich auch noch möglich)

    Bei einem Glas klarem Gebirgsbach hätte ich freilich keine Bedenken, doch die kommen in meiner Gegend leider nicht vor.
    In meiner Gegend, kommen diese typischen kleineren, durch den Wald verlaufenden, bräunlichen Bäche vor.

    z.B.:


    Denkt ihr, dass ich aus solchen Gewässern Trinkwasser mit meinen Möglichkeiten herstellen kann? Und wie siehts eigentlich mit größeren Flüssen, wie Inn, Salzach oder Isar aus?
    Gibt es grundsätzlich zu dem Thema Regeln/Richtlinien an die man sich halten kann? Oder liegt das ganze mehr im Ermessen von jedem Einzelnen?

    Danke im Voraus, für interessante und aufschlussreiche Antworten

  • Hallo Strelok!

    Grundsätzlich sagt die Farbe vom Wasser nichts über dessen Qualität aus. Denn auch in einem glaskaren Gebirgsbach kann einige Meter weiter oben ein totes Tier liegen. Dadurch wird die Farbe nicht beeinträchtigt, außer es blutet stark, jedoch leidet die Wasserqualität massiv darunter.

    Genau deswegen würde ich im Fall der Fälle auf einen mechanischen Filter in Verbindung mit chemischer Aufbereitung setzen, wie du es beschrieben hast. Dass du die Möglichkeit zum Abkochen vom Wasser hast ist nett. Ich gebe dir allerdings zu bedenken, dass du damit vielleicht Energie die du etwas später zum Kochen brauchen könntest, für das Wasser verwendest und dies bei ein wenig Einlagerung nicht notwendig wäre.

    Zum Thema "Faltkanister die beim Stromausfall aufgefüllt werden" stellt sich die Frage des "Wann wird befüllt?"

    Fängst du bei einem Stromausfall sofort an, deine Faltkanister aufzufüllen? Wartest du vielleicht eine halbe oder ganze Stunde,...? Was machst du, wenn du nicht zu Hause bist und bei deiner Ankunft im trauten Heim der Wasserstand in der Gemeinde bereits so niedrig ist, dass du deine Faltkanister nicht mehr füllen kannst?

    Aufgrund dieser Fragen bzw. Probleme würde ich, auch bei begrenztem Platz, Wasser einlagern. Ein paar PET oder Glasflaschen brauchen auch nicht unendlich viel Platz. Der Vorteil bei Glasflaschen in Kisten ist zudem, dass man diese Stapeln kann, wodurch bei mehreren Kisten nur die Grundfläche einer Kiste benötigt wird.

    lg
    12er_scout

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)

  • Mit einem Katadyn Filter inkl. Aktivkohle Filter bist du schon Mal gut gerüstet, mit den Micropur Forte Tabs dazu kannst du dir das Wasser aus fast jeder Quelle (Fluß, Bach, See) aufbereiten damit es trinkbar ist.
    Abkochen sollte danach nicht mehr notwendig sein.

    Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience.

  • Eine kombinierte Anwendung von Filter und Chemie (oder auch Filter und Abkochen - irgendwann geht die Chemie aus) ist schon einmal ein guter Ansatz.

    Gedanken über den Wasserbezug jedoch sind immens wichtig!
    Hier würde eine Gebietsaufklärung sicher nicht schlecht sein - fließt der Bach durch die Natur zu dir oder an / durch eine Stadt? Liegt irgendwo ein chemieerzeugender oder metallverarbeitender Betrieb neben dem Bach, der im Falle einer Katastrophe eventuell gefährliche Stoffe in das Wasser einbringt, die ein Filter nicht so ohne weiteres Schafft? De Fragen kann man wunderbar im Vorfeld abklären.

    Eventuell gibt es auch natürliche Quellen, ohne vorherige Oberflächenberührung? In der Regel sind diese mittlerweile allesamt kommerziell erschlossen (da kommt oft das berühmte Mineralwasser her *g*) jedoch gibts auch einige kleinere, die öffentlich und allgemein zugänglich sind. Wir haben 20m neben dem Haus ein kleines Bächlein, welches jedoch nur meine zweite Wahl wäre. Ca 120m Luftlinie im Wald rinnt eine eigene kleine Quelle schon seit hunderten von Jahren aus dem Felsen - die wird im Falle des Falles wohl einige hundert Menschen versorgen.

    viribus unitis - acta non verba

  • Im Hügelland gibt es immer kleinere Bäche, deren Lauf man zurückverfolgen kann. Wenn sie im Wald entspringen, ist das Wasser vom Verschmutzungsgrad eher unbedenklich. Die kleineren Bäche selber sind nicht einladend, dort münden die Drainagen der Bauern, dieses Wasser ist belastet. Manche Bauern haben einen "illegalen" Überlauf vom Hauskanal bis zum nächsten Bach, dort sieht man das an den Spuren - Graubraune Beläge am Bachrand vom Wasser aus der Waschmaschine. Die meisten Bauern leiten den Hauskanal in die "Odlgrube", von dort wird das Abwasser mit dem Güllefass auf die Felder aufgebracht. Bei dieser - erlaubten - Methode, ist der Einfluss auf den Bach gering.

    Der nächste größere Bach - eigentlich schon ein kleiner Fluss - wäre meine vorletzte Option zur Wasserentnahme im Notfall. Das Wasser ist ungefähr so trüb wie das Donauwasser. Somit wäre es optisch und chemisch aufbereitet als Trinkwasser mit Vorbehalt geeignet. Allerdings münden in diesen Fluss zumindest 2 Kläranlagen mit vielen tausend Einwohnern in mehreren Gemeinden.

  • Danke Leute, für die aufschlussreichen und informativen Antworten, aus denen ich schließe, dass meine Anschaffung dies bzgl. gar nicht so verkehrt war.
    Ich werde demnächst ein paar Liter zum testen, aus einem dieser Waldbächen aufbereiten.



    Zitat von 12er_scout im Beitrag #2


    Zum Thema "Faltkanister die beim Stromausfall aufgefüllt werden" stellt sich die Frage des "Wann wird befüllt?"




    Hmm ja, stimmt schon, das ist eine gute Frage...

    Wenn ich zum Zeitpunkt des Stromausfalls zuhause bin, würde ich nach 10 oder 15min anfangen. Falls der Strom kurz danach wieder fließt, ist ja nicht viel verloren und der Aufwand hält sich auch in Grenzen.

    Falls ich nicht zuhause bin... Ich werd mir doch überlegen Wasser einzulagern, zumindest für ein paar Tage.

  • @Viper : Ein Aktivkohlefilter hilft bei Chemie, wenn das Wasser nicht belastet ist dann ist es schade ihn zu verwenden da er nur eine sehr geringe Literleistung (so um die 250 Liter) hat. Sawyer Mini & Micropur Forte sind sehr ähnlich (außer Viren), da reicht eines der beiden Werkzeuge.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • @Don Pedro : Der Aktivkohlefilter ist nur für den Geschmack da. Hast du schon mal Wasser mit Micropur Forte Tabletten getrunken?
    Finde den Geschmack von dem Wasser nicht so gut, deswegen filtere ich es noch mit Aktivkohlepulver.

    Konkret sieht mein Sawyer Mini Filter so aus:
    Durch eine Campingdusche mit Schläuchen ist der Sawyer angeschlossen. Durch die Schwerkraft geht das von alleine.
    Durchflussrate 7min / 1l

    Da brauch ich dann keine teure Pumpe wie zb. Sawyer Pocket Filter kaufen.

    Für den Aktivkohlefilter ist es das gleiche Prinzip (natürlich mit einer anderen Campingdusche) mit dem Katadyn Aktivkohle Adapter
    Alternativ bin ich gerade am überlegen um mir selbst einen Aktivkohlefilter zu basteln.
    1. mit einem Filtergehäuse
    2. mit einem stinknormalem Kaffeefilter

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    Als Aktivkohle hätte ich dieses Produkt mal ins Auge geschlossen, kennt das jemand oder weiß jemand etwas besseres? https://www.amazon.de/Turbohef…=8-9&tag=httpswwwaustr-21


    In einigen Youtube Videos wird ja vom Katadyn Aktivkohlefilter auch erklärt, dass man den selber nachfüllen kann. Ist ja nix dabei.

  • Zitat von rand00m im Beitrag #10
    abkochen, anyone?


    Sofern die Energie dafür da ist immer super!

    "Big Bubbles - no Troubles" als Merksatz ins Hirn einspeichern - nur leicht wallendes Wasser reicht nicht.

    viribus unitis - acta non verba

  • Die längste Zeit habe ich schon Bauanleitungen für Drittweltlösungen Herumliegen. Slowsandfilter wäre meine erste Wahl, als Vor und Nachsorge in Pet Flaschen einige Tage dem Sonnenlicht aussetzen und weil ich fast nur Tee Kaffee oder Spritzer trinke ist meist Abkochen ohnehin meine übliche Vorgehensweise.

    Noch ein bisserl Text zur solaren Wasseraufbereitung.

    So eine Solar Destille wollte ich mir auch schon lange zulegen, dürfte aber schwer aufzutreiben sein?

    LG
    PP

    Schon seit 21.650 Tagen nichts bei Amazon gekauft.

  • Ich muss gestehen- beim wandern trinke ich das Gebirgsbachwasser seit ich klein bin einfach so- AT ist ja stolz drauf, dass bei uns beinahe jedes Gewässer Trinkwasserqualität hat.
    Die Bacherln im Flachland machen mir eher Sorgen- da rinnt bei jedem Regen das ganze Spritzmittel von den Feldern rein- das würde ich sicher filtern. --> Habe mir ebenfalls die Umgebung angesehen und würde möglichst beim Bachaustritt am Hügel im Waldgebiet das Wasser in Kanister füllen und daheim im Keller filtern.

  • @paperprepper : So eine Solar Destille kannst du dir aus einem Topf und einer Plastikplane/Nylonsack... selbst bauen. Die Ausbeute ist gar nicht so schlecht! Grab ein Loch, stell einen Topf hinein, der niedriger als der Rand des Loches ist. Rund um den Topf feuchtes Gras, Blätter, Gatsch,...., du kannst den Topf auch auf eine Pfanne oder Plastikplane gefüllt mit Brauchwasser stellen. Die Plastikplane legst du darüber, befestigt sie mit Steinen rundum und in die Mitte, genau über dem Auffangtopf, legst du ein Steinchen zum Beschweren. (Die Pläne darf den Topf nicht berühren) Das Kondenswasser rinnt dann in den Topf...

  • kommt starķ auf den wohnort an
    bayern habe das quellen Glück...

    auch in den Bergen von oben leichter wasserbezug

    aber einige pet wasser sind immer da..

    wenn ich weiter unten wäre wäre mein denkanstosss eine Garmin Lösung der hat quellen in der karte somit ware da auch plan B

  • Interessantes Thema. Da wir alle nicht im gleichen Ort wohnen, sieht das Wasseraufbereiten bei jedem anderst aus.

    Zuhause setze ich meinerseits auf:
    Kochen (extra 2 grosse Propangasflaschen eingebunkert) Total 6.
    Filtrieren : Vertraue ich der Marke Katadyn. Mit Dusche, 4 verschiedene Modelle.
    Chemie: Beütze ich Micropur Forte (Katadyn)
    Oder wenn ich genug schnell bin, habe ich noch 5 Bidon à 20Lt. zum Füllen bereit und 5 sind immer voll. Also Total 10.
    Mir wurde vor einiger Zeit von jemand empfohlen, nicht nur auf eine Methode zu setzen. Darum fahre ich 4 Gleisig.

    Ich muss sagen, dass ich Wasser aus der Flasche (gekauft) ziemlich wenig Zuhause habe.. Maximal 3 Sixpack. Dazu Cola, Fanta, Citro, Bier, Wein...

    GHB`s
    Chemie: Von Oasis
    Direkt: Live Straw

  • Die Überprüfung eines Brunnenwassers hat ergeben, dass dieses Nitrat belastet ist.
    Auszug aus Prüfbericht:
    Bei erhöhten Nitratgehalten besteht die Gefahr der Methämoglobinbildung bei Säuglingen, das Wasser ist daher für die Zubereitung von Babynahrung nicht geeignet.
    Daraus schließe ich, dass das Wasser im Bedarfsfall durchaus von Erwachsenen verwendet werden kann.
    Abkochen wird in diesem Fall ja keine Lösung sein?
    HG
    Grauer Wolf

  • Zitat von Grauer Wolf im Beitrag #18
    Daraus schließe ich, dass das Wasser im Bedarfsfall durchaus von Erwachsenen verwendet werden kann.
    Abkochen wird in diesem Fall ja keine Lösung sein?


    Das beschäftigt mich auch immer wieder, Abkochen denke ich nicht, aber Destillieren, oben in Beitrag 12 u 13 haben wir die Solardestille angedacht.

    Nitrat ist Pflanzennahrungsmittel und könnte in einer art Hydrokultur entfernt werden, ich stell mir da ein Becken (abgeschnittener IBC Tank, gefüllt mit groben Sand und bepflanzt mit Kräuter WasserMinze Brunnenkresse vor, wo langsam der Bedarf an Trinkwasser durchsickert, so in der Theorie halt.

    Der im Beitrag 12 genannte Slowsandfilter dürfte ebenfalls zur Nitratreduktion geeignet sein weil er mit Bakterienrasen Besiedelung arbeitet und diese Bakterien vermutlich ebenfalls Nitrat abbauen.

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