Käse haltbar machen

  • Hi,

    ich habe eine Frage in die Runde, hat schon jemand versucht Käse, Emmentaler, Gouda, oder anderen Mittel- bis Hartkäse haltbar zu machen?
    Ich habe Mal gesehen, dass ca. 1-2kg große Käsestücke in Wachs getaucht werden, und dann angeblich ungekühlt Monate lang haltbar sind.

    Zu meinen Erfahrungen kann ich nur etwas zur Haltbarkeit von Grana (g'fizelter Parmesan) sagen. Meine Schwägerin bringt alle uns 1-2 Jahre um die 10kg Grana mit, der ist in 1kg Stücken vakuum verpackt, und halt bei normaler Lagerung sicher 2 Jahre. In der Packung verliert der Käse zwar über die Zeit viel Fett, was aber einfach mit einer Küchenrolle entfernt werden kann. Ansonsten hat er immer noch eine gute Qualität und ist nur nachgereift.

    Gibt es Erfahrungen wie das mit eingewachsten Käse aussieht?

    Grüße
    Georg

    Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience.

  • Habs selber auch noch nie probiert, nur mal gesehen in irgendeiner USA Prepper Doku.

    Das Einzige, das man sich jederzeit nehmen darf, ohne danach sitzen zu müssen, ist Platz. (Heinz Erhardt)

  • Wäre mal interessant, wie Geheimratskäse da abschneidet. Der ist ja ab Werk schon mit einer Wachsschicht überzogen...

    Ist nur geschmacklich nicht so mein Fall.

    There is no such thing as too much backup!

  • Mit Salz kann man einen Hartkäse auch länger haltbar machen. So handhabte es mein Opa:
    Er hat immer frischer Hartkäse mit nassen Salz eingereiben und unten im Keller an einem Querbalken, in einem Netz aufgehängt. Am Anfang rieb er ihn jede Woche und nach 2-3 Monaten nur 1 mal im Monat ein. Mit der Zeit verlor er an Gewicht und wurde dunkler und dementsprechend härter. Der Geschmack wurde aber salziger und intensiver. Wenn ich bei ihm auf Besuch war, roch das ganze Haus nach dem Käse.. Himmlisch!
    Bei Weichkäse weiss ich es nicht ob es auch funktionieren würde. Ich denke aber schon. Schimmelpilz könnte da ein Problem werden, da ein Weichkäse mehr Feuchtigkeit enthält.

  • Ich kenne sowas ähnliches mit Salzlake. Da wird der ganze Käse (samt "Hülle") in eine Salz/Wasser Mischung (Salzlake) getaucht. Am Anfang öfter, dann immer seltener. So hat es mir meine Oma erzählt, früher am Bauernhof ... Details kenne ich leider nicht dazu.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Bei Conserva gibt es drei Sorten Käse in der Dose, 10 Jahre haltbar.
    Das ist zwar kein Weg des selbermachens, aber es zeigt zumindest das es möglich ist.

  • IN Salzlake lagern sollte eigentlich auch möglich sein, quasi "Käse im Glas"....

    "Die Demokratie ist nicht die beste Regierungsform, sie ist nur als einziges übriggeblieben!"

  • Ich habe ein Rezept, um Käse einzukochen und für Jahre haltbar zu machen:

    500g Gouda (jung oder mittelalt), 1000 ml haltbare Sahne, 100-120 g Schnelzsalz

    Käse klein hobeln mit dem Salz vermengen auf 60 Grad erwärmen - falls Fett herauskommt, mehr Salz dazu
    Die Sahne kommt nach und nach dazu. Am besten mit einem Mixer einrühren. Eine kleine Messerspitze Kurkuma sorgt für eine schöne Farbe.
    2 Std bei 80 Grad kochen (schon in Weckgläser im Wasserbad), dann verschliessen und bei 90 Grad 1/2 stunde einwecken.
    Auf keinen Fall 100 Grad, weil der Käse dann karamelisiert.
    Wer den Käse weicher mag, nimmt mehr Sahne.

    Bisher lieben alle meinen eingeweckten Käse. Ist saulecker und ewig haltbar

  • Was ist Schnellsalz? Irgendwein sepzielles Salz?
    Ich hab in Google geschaut aber nichts gefunden. Hab ich noch nie gehört.

  • Danke!
    Hab ich auch noch nie gehört, aber nachgeschaut:
    Schmelzsalze sind Calcium-, Kalium- und Natrium-Salze der Milchsäure, der Zitronensäure und der Phosphorsäure.

    Hat also eigentlich nichts mit normalem Salz zu tun. Wird eigentlich zu Herstellung von Schmelzkäse verwendet.

  • Ja Schmelzsalz. Ist aber obersalzig. Bloss nicht zu viel nehmen. Habe vor 3 Jahren reichlich eingekocht und teste jedes Jahr ein Glas. Funktioniert super

  • Wäre mal interessant, wie Geheimratskäse da abschneidet. Der ist ja ab Werk schon mit einer Wachsschicht überzogen...

    Ist nur geschmacklich nicht so mein Fall.

    Hat das inzwischen mal jemand ausprobiert?

    Wir haben nämlich gerade einen solchen Käse da. Und da dachte ich, das müsste man mal ausprobieren und bin dadurch hier auf diesen Faden gestoßen.


    Leider gehört der Käse nicht zum Standard-Sortiment in den hiesigen Läden, aber sollte es ihn noch mal geben, würde ich dann zuschlagen.

    Und wenn man ihn länger lagert, ist er geschmacklich dann vielleicht auch besser ;-)

  • Geheimratskäse: Die waren früher auch besser. Ein vor zwei Jahren "überlagerter" der neuen Generation war inne schon voll schimmel.

    Zum Avatar wäre nur zu sagen - lang ist's her

  • Ja, ich hab's mal probiert. Allerdings nicht mit dem Original, sondern mit der Kopie vom Hofer.

    Leider war das Resultat nicht wirklich überzeugend: Nach 6 Wochen war der Käse auch hinüber - so lange hätte auch ein normaler Käse gehalten.

    There is no such thing as too much backup!

  • Wie wär's mit "Käse selber machen" ? - wobei mir schon klar ist, dass das am besten (oder nur ?) mit Frischmilch geht.

    Ich hab' mal gegoogelt "Käse selber machen Haltbarmilch" und habe Käse-Startersets gefunden.

    https://www.amazon.de/Hobbyk%C…th=1&tag=httpswwwaustr-21

    Keine Ahnung, ob die was taugen und -vor allem- auch lange lagerfähig sind - aber vielleicht wär's einen Versuch wert.

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )

  • "Käse selber machen Haltbarmilch"

    ja aber da trink ich doch gleich die H-Milch. Jeden tag ein Packerl.


    Käse wird gemacht um tägliche Frischmilch "einlagern" zu können für schlechtere Zeiten.

    Mit dem Beginn der Domestizierung von zunächst vermutlich Ziegen, dann Schafen und zuletzt von Rindern und der sich ausbreitenden Weidewirtschaft in der Mittelsteinzeit, etwa zwischen dem 10. und 8. Jahrtausend v. Chr., standen dem Menschen erstmals größere Mengen an tierischer Milch zur Verfügung. Um diese größeren Mengen verderblicher Milch länger aufbewahren zu können, entwickelten die damaligen Menschen nach und nach die Kunst der Käseherstellung.


    Aus industriell hergestellter H-Milch, die an sich schon sehr lange haltbar ist, dann weniger gut haltbaren Käse herzustellen widerspricht sich doch irgendwie.


    • Aus Hobby-Sicht, JA klar macht Käse.
    • Aus Prepper-Sicht, hmm, ist das sinnvoll?
    • Aus Bauern-Sicht, JA klar, macht Käse.
    • Aus Autarkie-Selbstversorger-Sicht, JA klar, macht Käse.


    Für mich macht das Sinn, wenn ich auch täglich einen Überschuss an Frischmilch habe den ich prozessieren kann.

  • Als wir noch unsere Schafe hatten, haben wir auch Käse gemacht. Auch einen länger lagerbaren und den dann kalt geräuchert. Der hat gut ein halbes Jahr gehalten.

    Zum Avatar wäre nur zu sagen - lang ist's her

  • .......


    Für mich macht das Sinn, wenn ich auch täglich einen Überschuss an Frischmilch habe den ich prozessieren kann.

    Ich dachte - bevor die H-Milch SEHR weit über dem MHD ist, könnte man ja Käse draus machen, desgleichen Im Katastrophenfall. wenn plötzlich oder regelmäßig "zu viel" Frischmilch vorhanden ist.

    Es könnte ja nicht schaden, sich im Vorfeld ein bisschen mit der Materie vertraut zu machen.

    .... gibt das Leben dir eine Zitrone, mach' draus eine Limonade.

    (Als echter Prepper natürlich mit einer "handbetriebenen Zitronenpresse" )