Österreich auf Blackout nicht vorbereitet

  • Dass knapp die Hälfte der Österreicher "Nahrungsvorräte für 7 Tage" hat, glaub ich gern - allein schon die Tiefkühltruhen im Land bieten vermutlich ganz ohne "Prepper-Mentalität" genug für ca. eine Woche. Dass im Tiefwinter aber 3 Millionen Österreicher Wärmevorräte für Heizen und Kochen bei einem Blackout haben, kann ich mir nicht vorstellen - aber Zahlen weiß ich dazu keine, vielleicht gibts ja wirklich noch viele Häuser mit Holzofen und passenden Holzvorräten, oder auch Ölheizungen, die ja mittels Tank laufen (seltener auch bei Gas). Wasser ist ein Spezialthema: Nur wenige werden Trinkwasservorräte für 7 Tage (immerhin ca. 15-20 Liter pro Person) gebunkert haben, aber für viele am Land und in kleineren Städten sind vermutlich Brunnen oder Quellen in Reichweite, die zumindest in vielen denkbaren Krisensituationen inklusive Blackout nutzbar bleiben. Insofern glaub ich für Nahrung und Wasser die 7 Tage durchaus, bei Wärme bin ich etwas skeptischer.

  • Zitat von Tempos_fugit im Beitrag #12
    Und das die Kevenhühlerkasserne nicht ansatzweise die Resourcen hat um die Bevölkerung von nur Klagenfurt zu versorgen ist auch eine Tatsache. Nichtmal wenn sich die restlichen Kasernen Klagenfurts zusammen tun.


    Das ist auch nicht Aufgabe des ÖBH. Siehe dazu:

    Wehrgesetz 2001 §2 Aufgaben des Bundesheeres

    Für den "zivilen" Bereich ist/wäre ein "Zivilschutz" zuständig. Das ÖBH kann dazu eventuell Assistenz leisten.



    Ich vermute die tun sich schon schwer aus dem Stand die Garnisonen bei halber - voller Besetzung, vulgo Mobilmachung und Einbeorderung der Miliz/Reserve sich selbst autark zu versorgen.

  • Ich, als wir unser Haus umgebaut haben, habe ich auf ein Aggregat im Keller bestanden. Ich hab jetzt so um die 100l Benzin daheim, die ständig durchgewechselt werden. Lange kommt man damit nicht aus, aber es ist besser als nichts.

  • Da wir in einer Wohnung in Wien leben haben wir natürlich keine Notstromversorgung. Wir gehen den Weg, dass wir daheim auch ohne Strom heizen können (Kaminofen zusätzlich), Licht haben (viele Kerzen, Petroleum Laternen und Kurbellampen) und Kochen können (Gaskocher mit aktuell 36 Stück 227 Gramm Kartuschen).
    Im Notfall könnten wir auch auf dem Kaminofen Nahrung erwärmen.

    Wir versuchen uns einfach vom Strom so unabhängig wie möglich zu werden. Jede Art der Notstromversorgung, außer Photovoltaik und Windkraft, ist von Treibstoff abhängig, der irgendwann ausgehen könnte.

    Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience.

  • Wir haben ne Photovoltaik mit kleiner Wallbox ( Überschuss wird wieder ins System gespeist, größere Wallbox mit mehr Speicher in Planung ) sowie 2 Notstromaggregate ( 1x größer Diesel + 1x kleiner Benzin ).

    Die Aggregate werden alle paar Monate mal gestartet und laufen gelassen. Benzin hama rund 40 Liter in Rotation ( Rasenmäher, Trimmer und Rasentraktor ).
    Diesel nur rund 20 Liter. Dafür können wir notfalls aufs Heizöl ( Kapazität 4000 Liter ) zur Stromerzeugung zurückgreifen und mit Holz heizen.
    An schönen Sommertagen kann die Photovoltaik genug Saft liefern um das Haus zu versorgen. Fast die Hälfte unseres Jahresbedarfs liefert die PV.

    Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben.

  • Hallo Interceptor.

    Liefert deine Photovoltaik auch Strom, wenn das Stromnetz weg ist, kann also Inselbetrieb?
    Wenn nicht, dann ist sie bei einem Blackout ziemlich wertlos.
    Wenn ja, dann ist das eine super Sache, aber auch dementsprechend teurer.

  • Zitat von rand00m im Beitrag #22
    Zitat von Tempos_fugit im Beitrag #12
    Und das die Kevenhühlerkasserne nicht ansatzweise die Resourcen hat um die Bevölkerung von nur Klagenfurt zu versorgen ist auch eine Tatsache. Nichtmal wenn sich die restlichen Kasernen Klagenfurts zusammen tun.


    Das ist auch nicht Aufgabe des ÖBH. Siehe dazu: Wehrgesetz 2001 §2 Aufgaben des Bundesheeres
    Für den "zivilen" Bereich ist/wäre ein "Zivilschutz" zuständig. Das ÖBH kann dazu eventuell Assistenz leisten.

    Ich vermute die tun sich schon schwer aus dem Stand die Garnisonen bei halber - voller Besetzung, vulgo Mobilmachung und Einbeorderung der Miliz/Reserve sich selbst autark zu versorgen.


    Denke auch das sie mit der Selbstversorgung Probleme bekommen.



    Je nachdem wann die Mobilisierung erfolgt denke ich haben die Leute der Miliz vieleicht auch schon andere Sorgen.

  • Zitat von Wolfzeit im Beitrag #24
    Ich, als wir unser Haus umgebaut haben, habe ich auf ein Aggregat im Keller bestanden. Ich hab jetzt so um die 100l Benzin daheim, die ständig durchgewechselt werden. Lange kommt man damit nicht aus, aber es ist besser als nichts.


    Du musst das Teil ja nicht ständig durchlaufen lassen. Mein 2,0 kw Benziner braucht bei durchschnittlicher Belastung im Sparmodus ca. 0,5 l je Stunde. Mehr als 5 Stunden täglich würde ich das Aggregat nicht betreiben. In den 5 Stunden erreichen die Kühlgeräte wieder ihre Solltemperatur, die Akkus können geladen und Wasser aus der Zisterne ins Haus gepumpt werden und ein wenig TV (über Satellit) ist auch noch drin.



    Damit sollten deine 100 l Kraftstoff für etwa einen Monat reichen. Und vielleicht ist auch noch etwas im Tank des Autos?

  • Zitat von Kern im Beitrag #27
    Liefert deine Photovoltaik auch Strom, wenn das Stromnetz weg ist, kann also Inselbetrieb?
    Wenn nicht, dann ist sie bei einem Blackout ziemlich wertlos.
    Wenn ja, dann ist das eine super Sache, aber auch dementsprechend teurer.


    Laut meinem Vater ist sie dazu bedingt geeignet. Im Fall des Falles kann er wohl irgendwas umhängen, umschrauben ?


    Und das System mit einem unserer Generatoren quasi starten um dann ohne Strom von außen zu funktionieren.


    Wie das genau funktioniert weis ich auch nicht. Aber er wird schon wissen was er tut, hoffe ich zumindest.

    Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben.

  • Die Photovoltaik Anlagen die nicht dezidiert als Insellösungen konzipiert sind, also ich schätze mal die meisten die in Österreich auf den Dächern thronen können ohne Netzstrom nicht betrieben werden. Der Wechselrichter braucht nämlich Strom aus der Steckdose.

  • Ja schon, aber es ist nur ein kleiner Eingriff die PH Anlagen auch ohne Strom aus der Steckdose zu betreiben.
    Eine kleine USV die von der PH gespeist wird, und am Ausgang die PH mit Strom versorgt löst dieses Problem zumeist.

    Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with experience.

  • Zitat von georgum im Beitrag #32
    Ja schon, aber es ist nur ein kleiner Eingriff die PH Anlagen auch ohne Strom aus der Steckdose zu betreiben.
    Eine kleine USV die von der PH gespeist wird, und am Ausgang die PH mit Strom versorgt löst dieses Problem zumeist.

    Was verstehst du unter "klein"?

  • Zitat
    Schrödinger Backups: The condition of any backup is unknown until a restore is attempted



    Kombiniert mit Murphy's Law hast du wohl eine Anlage die Inselbetrieb nicht kann.

  • Das Problem ist ja, dass viele Photovoltaikanlagen Besitzer der festen Überzeugung sind, sie seien im Notfall Autark. Ich hab mal in unserem Dorf eine Prepper Info Veranstaltung gemacht, und alle waren felsenfest der Überzeugung, sie müssten sich nur vom allgemeinen Stromnetz klemmen und schon läuft der Sonnenstrom in ihre Wäschetrockner.

  • Zitat
    Laut meinem Vater ist sie dazu bedingt geeignet. Im Fall des Falles kann er wohl irgendwas umhängen, umschrauben ?
    Und das System mit einem unserer Generatoren quasi starten um dann ohne Strom von außen zu funktionieren.
    Wie das genau funktioniert weis ich auch nicht. Aber er wird schon wissen was er tut, hoffe ich zumindest.



    Ich bin mir sehr sicher, daß das so nicht funktioniert. zumindest nur so lange wie der Generator läuft. Dann ist die PH aber sinnlos.
    Ich hoffe die Generatoren sind Inverter und liefern eine Sinusspannung und keinen Sägezahn?

    Verlass dich lieber nicht darasuf, daß deine PH Strom liefert sollte es zu einem Stromausfall kommen.

  • @Defender 110 ich habe bisher verschiedene PH Anlagen erlebt. Bei manchen ist es ein simpler Umbau bei denen du die Stromversorgung der PH Anlage (aus dem Stromnetz) dann über eine USC führst und diese mit dem Strom der PH Anlage versorgen kannst.
    Damit brauchst du dann weder einen Generator, noch die Stromversorgung vom öffentlichen Netz.
    Es kommt aber meines Wissens auch darauif an wie die Anlage gebaut wurde.

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  • Ich werde da mal meinen Vater auf den Zahn fühlen wie er sich das so vorstellt wie das funktioniert.
    Das war bisher 100 % sein Gebiet und ich hab mich da nicht eingemischt. Mal sehen.....

    Besser jetzt kontrollieren bevor man es wirklich braucht.

    Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben.

  • Hi Georgum. Nur um Verwirrungen zu vermeiden. Darf ich nachfragen. Bei PH ist Photovoltaik gemeint? Und bei USC sprechen wir von einer Unterbrechungsfreien Stromversorgung? Ich komm bei Abkürzungen immer durcheinander. Ich denke nur, so einfach ist das nicht. Du hast einen heftigen Max Strom bei einer Photovoltaik. Kommt natürlich auf die Grösse an. Aber bei 3kw brauchst du schnell einmal ein paar Tausender nur für dne Wandler. Dann noch die Batterie für den Puffer. Man kann auch einen Leistungswiederstand einbauen, aber da wirds kompliziert.
    Ich glaube... mit schnell ist da nix. Aber ich lass mich gerne eines bessere belehren.

  • Ja PH ist die Photovoltaik, und USC ist ein Typo, ich meinte USV wie du richtig bemerkt hast.
    Bitte frage mich nicht nach genauen Details wie das zusammengehängt wurde, das wurde von einem Elektriker der darin bewanderter ist gemacht.
    Ich könnte versuchen von meinem Freund genauere Infos zu bekommen.

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