Compound- Bogen VS Armbrust

  • Hallo,

    würde mich interessieren ob ihr eher zu Bogen oder Armbrust tendiert? Pros / Cons, Verwendungsmöglichkeit etc.

    Ich persönlich besitze beides, schieße aber deutlich lieber mit meinem Bogen. Jagdlich hat die Armbrust natürlich auch Vorteile.

    Danke & LG

    Dave

  • Also ich schau mir im Frühjahr jetzt das Recurve schiessen an. Hat aber nur den Logistischen Grund für mich ;-)
    Recurve ist 3 Teilig und lässt sich gut in Seitentaschen oder den Rucksack verstauen. Ich mag so gut es geht immer die Hände frei haben und auch keinen gebaumel abseits meines Rucksacks haben.
    Da ich ausserdem den Bogen mehr als Jagdinstrument als als Waffe ansehe braucht der ja nicht dauernd zusammen gebaut sein. Noch dazu lässt sich gefühlt leichter ein Pfeil basteln als ein Bolzen. (ist aber nur meine Subjective Sicht)

    Lg Wintics

  • Ein absolut nachvollziehbares Argument! Recurve Bögen sind Jagdlich gesehen auch ein guter Kompromiss, wenn man langfristig denkt, da sie weniger anfällig und nicht so wartungsintensiv sind. Allerdings würde ich bei der Bogenjagd nicht zum Recurve greifen, wenn ein passender Compoundbogen zur Verfügung steht, da die Performance einfach besser ist.

    Beim Thema "Waffe" bin ich ganz deiner Meinung. Bogen und Armbrust sind brauchbare Mittel für die "leise" Jagd, zur Selbstverteidigung wären sie nicht das Mittel meiner Wahl.

    Und last but not least, bei einem zugstarken Compound Bogen bzw. Armbrust, würde ich nur ungern einen selbstgebauten Pfeil / Bolzen abschießen. Da ist das Verletzungsrisiko bzw. der Materialschaden zu hoch.

  • Hmm..
    Ich denke mal für einen Familienprepper ist die Armbrust am besten geeignet, da der Umgang damit ohne zeitaufwendiges Üben für fast alle Familienmitglieder zu erlernen ist.
    Und da ich einen Langbogen habe fange ich mit Compound und Recurve wenig an, die jeweiligen Vorteile sind ja schon aufgezählt worden.
    Im Endeffekt zählt das womit ich auch umgehen kann bzw. trainiert habe.
    Aber zum Bogen greife ich eh erst wenn die Mun aufgebraucht ist...;-)

    Ruhig...Passiv...(Yoda)
    Jeder Plan hält nur bis zum ersten Feindkontakt...(H.v.Moltke)
    Es ist im Kriege alles sehr einfach, aber das Einfachste ist schwierig! (C.v.Clausewitz)

  • Zitat von Wolfman im Beitrag #4
    ...
    Aber zum Bogen greife ich eh erst wenn die Mun aufgebraucht ist...;-)


    Oder wenn´s ganz leise sein soll...

  • 22lr.
    Da is net vü um...;-)

    Ruhig...Passiv...(Yoda)
    Jeder Plan hält nur bis zum ersten Feindkontakt...(H.v.Moltke)
    Es ist im Kriege alles sehr einfach, aber das Einfachste ist schwierig! (C.v.Clausewitz)

  • Mal ein paar doofe Fragen von einem ohne Bogen / Armbrust :

    Der Bogen war früher eines der besten Jagd- oder Kriegsgeräte und auch weltweit verbreitet. Ob Mongolischer Reiter- oder Englischer Langbogen, jeder für seinen Anwendungsbereich sicherlich gut.

    Nun befinden wir uns aber in Europa. Jagen mit Bögen / Armbrüsten ist wohl nirgends erlaubt, kann man also nicht üben. Auch die Jagdparcours mit lebensechten Zielen sind "nur" Sport. Im RL hört oder riecht Euch das Wild, es bewegt sich, Äste. Zweige Gebüsch steht im Weg. Wer also später in der Krise ( die den totalen Zusammenbruch der Weltordnung voraussetzt ) damit jagen will, muss also jetzt schon sowohl Jäger als auch guter Bogenschütze sein und kann erst in der Krise beide Fähigkeiten verbinden. Auch das klappt wohl nicht auf Anhieb.

    Wenn man davon ausgeht dass auch Pfeile mal kaputt oder verloren gehen, keine Fabrik mehr da ist die produziert, muss man also auch drechseln können und die Federn und Spitzen herstellen können. Klar, man kann sich jetzt auf Vorrat 1000 Pfeile kaufen... aber wie lange halten die wenn ihr die nächsten 20 Jahre damit zum Essen für die 4 köpfige Familie jagen müsst ? Mal abgesehen davon dass in Eurem Wald noch 10 andere die gleiche Idee haben..

    Und wenn Ihr jetzt die Kohle für Pfeile, Ersatzspitzen, -gefieder und nicht zu vergessen Sehnen und Wachs und.. ausgebt, braucht das nicht extrem viel Platz ? Nehmt Ihr das in Eurem BOB mit ? Oder haben hier alle Bogenschützen nen SUV mit Anhänger oder schon eine ausgebautes Blockhaus mit Lagerraum im Wald ?

    Aufgrund der Ersatzteil- und Reparaturproblematik von Compoundsystemen, das kann man wohl kaum selbst reparieren wenn da mal was defekt ist, müssten es also meiner Meinung nach wenn schon die einfachsten Bögen / Armbrüste sein, was dann aber wiederum nicht allzu hilfreich bei Weit- oder Präzisionsschüssen ist. Oder sehe ich das Falsch ?

    Soweit mal zum Jagdgebrauch. der andere Verwendungszweck ist wohl erst relevant wenn die letzte Patrone verschossen ist. Ansonsten hätten wohl die Indianer gewonnen und die USA hätten heute einen Häuptling statt Donald.

    Klar, Hardy Krüger bei den Wildgänsen war Weltklasse, auch Rambo oder Darryl Dixon sehen auf dem Screen cool aus. Aber leider ist das kaum die Realität.

    Versteht mich nicht falsch, ich respektiere Leute die mit Pfeil und Bogen ( Armbrust / Bolzen ) umgehen können. Braucht auch viel Übung und Praxis und jeder ders kann kann etwas mehr als ich. Aber...
    Als Hobby ist das Pfeile oder Bolzen verschiessen ganz sicher eine schöne und gute Sache, macht bestimmt Spass, fördert Hand-Augen Koordination, Konzentration uvm. aber um Haus und Hof oder Familie damit zu ernähren oder zu verteidigen aus meiner Sicht schlichtweg unsinnig.

    LG JK

  • Was wann wie wo sein wird - oder auch nicht ... keine Ahnung was wirklich passieren wird. Aber lieber etwas üben/sich damit beschäftigen wenn man Zeit hat als wenn es dann eng wird. Ja ich habe eine Recurve Bogen, ja, ich habe eine Compund Armbrust, nein ich habe keine Idee was ich im Stressfall damit machen werde. Aber lieber jetzt üben als dann brauchen.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Naja JK, Du solltest nicht ganz so pessimistisch an das Thema rangehen:

    Bogenjagd und teilweise Armbrustjagd ist in Europa sehr wohl in einigen Ländern erlaubt - um nicht zu sagen wir sind in den wenigen Ländern in denen es noch (!) nicht erlaubt ist:
    http://dbjv.org/bogenjagd-europa/

    Immerhin haben die Menschen tausende Jahre mit Pfeil und Bogen ihre Familien ernährt - was natürlich auch viel Wild mit wenig Menschen voraussetzt.
    Zumindest haben die damals auch keine 1000 Pfeilschäfte auf Lager gehabt, haben damals auch nicht drechseln müssen (weil Pfeilschäfte eigentlich gehobelt und geschabt werden),
    irgendwie haben die sich damals sehr effektive Jagdspitzen aus Feuerstein gezaubert und Naturfedern verwendet man sogar Heute noch.

    Wer auf Compountsysteme setzt, muss eben in sehr teure Markenqualität investieren, da gibt´s dann alle Ersatzteile und die Einzelteile halten grundsätzlich besser / länger.

    Was verstehst Du unter Weit / Präzisionsschüsse?
    Reicht es mit der Armbrust 3 Schuss auf 100m in einen 8cm Kreis zu dübeln?
    Übliche Jagdentfernungen sind um die 20m (Bogen) - darin steckt das Problem, man muss erst mal auf 20m rankommen.

    Ein Jagdpfeil hat so zwischen 25-50g, eine .223 rem hat ca 11.2g.
    Die Patrone ist also wesentlich leichter, schießt weiter (mind. 200m Einsatz) und braucht weniger Platz - dafür ist die auch mal aus und wie "schnitzt" Du Dir die dann im Wald und Flur?
    Das Ding hat aber noch einen großen Nachteil: Lärm!
    Und jetzt stell Dir mal vor:
    Crash! Nichts geht mehr, keine Fabriken, keiner arbeitet, keine Fahrzeuge auf den Straßen, kein Fluglärm.
    Und dann geh in den Wald (sofern überhaupt noch Wild da ist) und brenn mit der .308 Win auf einen Hasen - Du bist gut und triffst, leider doch etwas tief, es war nicht der Kopf, dafür hat´s den halben Hasen zerfetzt.
    Der Schussknall ist Kilometerweit zu hören - jetzt schau dass Du aus dem Wald kommst, denn jeder der den Schuss gehört hat will das erlegte Tier - Du bist also nicht mehr lang alleine,
    und dann brauchst Du vielleicht wesentlich mehr Munition als Dir lieb ist...

    Es ist schon klar, ein Jagdgewehr ist eine super spezialisierte Waffe und nichts ist besser - aber die Bogenjagd, die uns seit tausenden von Jahren ernährt hat, für unsinnig zu erklären ist nicht richtig.

    Mein Schluss:
    Feuerwaffen für Verteidigung und notfalls zum Jagen, Bogen / Armbrust zum Jagen und notfalls zur Verteidigung.

  • Sehr schön umschrieben! Da gibts nicht mehr viel zu ergänzen.

    Grundproblematik beim Bogenjagen ist nicht die Präzision (wenn man es kann ;-) ), sondern die Pfeilgeschwindigkeit. Ich treffen in den meisten Fällen, auch mit meinem Compoundbogen bis 70m ins Kill (zumindest bei halbwegs wagerechten Schüssen, wenn die Entfernung bekannt ist) . Auch der schnellste Pfeil ist langsamer als der Schall, somit hört das Wild immer den Sehnenknall und duckt sich weg bevor der Pfeil im Ziel ist. Ist ja schön und gut wenn ich im statischen Zustand genau ins Ziel treffen würde aber das Ziel in der Zwischenzeit wo anders ist. Ergebnis wäre lange Nachsuchen bzw. kein Jagderfolg. Von weidmännisch Erlegen natürlich gaaaaaanz weit weg.

    Bei Interesse: http://www.austrianbowhunting.at/

    Eventuell gibts Mitte dieses Jahres einen I.B.E.P. (International Bowhunter Education Program) Bogenjagd Kurs in Graz. Falls es Interesse gibt, leite ich gerne die Infos weiter.

    p.s.: das Thema .22 lr finde ich auch hoch spannend. Ich glaube, dass es im Fall der Fälle ein sehr wichtiges Kaliber werden wird. Gedankenspiel, man stelle sich vor, bei unserem Wildbestand kommen viele Leute plötzlich auf die Idee sie hätten gern ein Rehlein am Teller. Schwup die wupp, das größte jagbare Wild ist dann ein Eichhörnchen, weill Niederwildbestand im Grazerbecken eher bescheiden.

  • Ja, die 22lr ist sehr unterschätzt, klar auf 100m lacht Dich das Reh aus, aber auf Kurzdistanzen kann schon mal einer das Lagerfeuer anwerfen...

    Die "Kleine" hat einige Vorteile:
    Um ein Vielfaches leiser als .223 und Freunde.
    Klein und leicht - wichtig für Lagerung und Transport
    Kostengünstig (500er Dose um ca 45.-)
    Kaum Rückstoß, dadurch ein schneller zweiter Schuss möglich
    meist sind die Waffen dazu sehr leicht und auch günstig

    Ich glaube sowieso, dass außer: Hasen, Eichhörnchen und Vögel kaum Wild vorhanden sein wird.
    Es gibt nicht so viel Wild wie alle glauben, und dann noch 260000 Menschen (Graz) die im Wald Futter jagen wollen - klar dass das wenige jagdbare Wild schnell abhaut.
    Und dann bleiben nur noch "Langschweine"...

  • Einige werden ja meinen Beitrag (Jagd (aus Prepper-Sicht)) schon gelesen haben. Bogenjagd ist eine interessante Variante der Jagd, sie funktioniert und sie ist - ein Anachronismus!

    Die Zeit, in denen die Menschen durch Jagd ihre Familien ernährt haben war eine, in der Europa noch wesentlich weniger dicht besiedelt waren. Im Neolithikum - der letzten Periode, wo bei uns noch Jäger und Sammler lebten - waren es gerade halb so viele Menschen wie Österreich aktuell Einwohner hat!
    Bis ins Mittelalter war Jagd noch ein Jedermannsrecht, wo (neben der Landwirtschaft) jeder Freie auch noch das Recht zur Jagd hatte. Als diese Zeit endete, waren es ca. so viele, wie heute in Deutschland leben - verteilt auf ganz Europa, wohlgemerkt - also von den britischen Inseln bis zum Ural, von Nordnorwegen bis Südspanien.
    Der Kontinent ist heute mindestens fünfmal so dicht besiedelt wie damals, zusätzlich haben wir einen enormen Flächenverbrauch durch Industriegebiete, Straßen, Eisenbahnen und andere Infrastrukturbauten bis hin zum enorm hohen Pro-Kopf-Flächenverbrauch bei Wohnungen durch Singlehaushalte.

    Die Gleichung "was damals ging, geht auch heute noch" geht leider nicht auf! Die Gegebenheiten sind einfach zu unterschiedlich.

    Wer mal versuchen will wie leicht die Bogenjagd ist, geht einfach mal mit einer Kamera "bewaffnet" in den nächsten Stadtpark und versucht dort, eine andere Beute zu fotografieren als Tauben. Denn so wildreich werden die umliegenden Felder und Wälder spätestens nach ein paar Monaten sein.

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer)

  • Zur ursprünglichen Frage:

    Ich habe zwei Compound-Bögen, keine Armbrust, aber schon öfter mit einer Compound-Armbrust eines Bekannten geschossen. Ich tendiere eindeutig zum Bogen, weil man sich einen Bogen (mit dem nötigen Wissen) auch selbst herstellen kann. Zugegeben, eine Armbrust kann man sich auch selbst bauen, aber mit mehr Aufwand und schlechterem Gesamtergebnis.
    Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit der Bogenjagd, zwar nur theoretisch, aber das ist schon mehr als die Meisten wissen. In den USA ist das ein großer Wirtschaftszweig und dort findet man auch eine Fülle an Informationen.
    Zu den Vor- und Nachteilen wurde eh schon einiges geschrieben, beim Bogen ist jedenfalls ein Vorteil, dass man das gesamte Equipment selbst herstellen kann, auch fertige Pfeile für die Jagd, mit dem entsprechenden Wissen ist das nur eine Übungssache, kein Hexenwerk. Es gibt auch in Österreich sehr viele Leute (und Vereine) die nur mit selbst hergetellten Bögen schießen und das nicht schlecht. Als Jagdwaffe ist sicherlich ein Compoundbogen haushoch überlegen, aber nicht wirklich ewig haltbar. Für meine zwei Jagdbögen brauche ich ja auch spezielle Carbonpfeile, Holzpfeile würde es mir vermutlich beim Loslassen der Sehne "zerlegen". Die muss man natürlich auf Lager haben, ist aber wie bei der Munition auch ein Verbrauchsmittel und gilt auch für eine Armbrust.
    Ich persönlich treffe nach fünf Jahren mit dem Bogen besser als mit einer Armbrust, da ich damit nicht übe. Für jemanden der noch nie mit einem Gewehr oder einer Armbrust geschossen hat ist die Jagd damit sicherlich nicht einfach, man sollte sich damit schon in besseren Zeiten beschäftigen und nicht warten, bis man es mal braucht.
    Wegen der Anzahl des Wildes mache ich mir eher weniger Sorgen und zwar ganz einfach, weil nicht so viele Leute wirklich auf die Jagd gehen werden (ok, versuchen werden es viele aber ohne Erfolg). Außerdem wird sich das Wild recht schnell auf die neue Situation (nämlich, dass es dann wohl ganzjährig zum Abschuss freigegeben ist) reagieren und nicht mehr so leicht wie jetzt zu haben sein.

  • Sehr schön umschrieben! Die notwendigen Fertigkeiten eines Bogenjägers haben sich angepasst, das Material ist "besser" geworden und der Wissensstand auch. Jeder der schon mal versucht hat, sich auf 30m an ein Wild heran zu pirschen, kennt die Erfolgschancen. In kleinräumigen und strukturierten Revieren ist die Pirsch mit dem Bogen sicherlich nicht unmöglich, aber schwierig. Daher ist die moderne Bogenjagd auf andere Varianten über gegangen:

    => Treestand am Wechsel, an Kirrungen oder für die Blattjagd.
    http://www.summitstands.com/

    => Tarnschirme in ähnlichen Situationen.
    http://www.wildnissport.de/jagd/produkte...ood-3-in-1.html

    => Die Volltarnung des Bogenjägers.
    http://bowhunter-msh.de/wp-content/uploa...eestandjagd.jpg


    Wie von Wiki bereits gesagt, absoluter Vorteil der Bogenjagd: "Leise Bejagung aller Wildarten möglich!" Könnte in manch einer Situation wichtig werden.

  • @ Wolfzeit: Da hast du sicherlich recht, der Laie wird nicht gleich mit Jagderfolg gekrönt werden aber die Gier des Menschen fürchte ich. Da wird der Jäger gleich mal mehr schießen als er selber benötigt und das Wildbret um horrende Summen tauschen oder verkaufen. Wie heißts so schön: Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

    Noch eine Frage von meiner Seite, wenns gestattet ist ;-) => Wie wird sich das Wild auf diese Situation einstellen?

  • Zitat von John Kelly im Beitrag #7
    Mal ein paar doofe Fragen von einem ohne Bogen / Armbrust :
    Wenn man davon ausgeht dass auch Pfeile mal kaputt oder verloren gehen, keine Fabrik mehr da ist die produziert, muss man also auch drechseln können und die Federn und Spitzen herstellen können.


    Drechseln wird wohl kaum einer einen Pfeil, die wurden früher auch aus möglichst geraden Ästen hergestellt. Spitzen wurden gegossen, dann geschliffen, eingeklebt und gebunden. Federn wurden von Hausgeflügel genommen und gespleißt und aufgebunden. Natürlich ist die Treffsicherheit bei "Naturpfeilen" eine andere als mit dem Carbonpfeil vom Händler. Aber früher gings ja auch ohne hochtechnisiertes Gedöns.



    Davon abgesehen, hat schon jemand an ein Blasrohr gedacht? Funktioniert, da die Pfeile sehr sehr klein sind, natürlich nur in Verbindung mit einer lähmenden Substanz auf der Spitze, wird aber heute noch von vielen indigenen Völkern die im Wald leben, als Jagdwaffe verwendet.

    "Das strategisch Gewünschte muss mit dem taktisch Möglichen übereinstimmen."
    Bernard Law Montgomery, 1. Viscount Montgomery of Alamein, KG, QCB, DSO, PC

  • Zitat
    Noch eine Frage von meiner Seite, wenns gestattet ist ;-) => Wie wird sich das Wild auf diese Situation einstellen?



    Da brauche ich nur bei mir in der Früh aus dem Fenster sehen. Da stehen jeden Tag bei mir drei bis fünf Rehe auf der Wiese beim Haus. Wenn ich vor die Türe gehe, stehen sie da, beobachten mich und äsen weiter. Denen bin ich ja sowas von egal, weil sie wissen, dass von mir keine Gefahr ausgeht. Beginnt aber die ganze Welt ringsum auf die Jagd zu gehen, werden sich die Tiere in "ruhigere" Gefielde begeben, bei uns heißt das weiter die Berge rauf wo es weniger bewohnt ist. Einen Tagesmarsch oder auch mehr um vielleicht ein Tier zu erlegen werden dann die wenigsten auf sich nehmen.
    In den USA sind die Tiere (Whitetail) extrem scheu, was es den Bogenjägern teilweise sehr schwer macht. Die "dummen" Tiere wurden alle schon rausgeschossen und die verbliebenen sind eben sehr vorsichtig. Das wäre bei uns sicher nicht anders. Ein Problem für den Wildbestand in der Kriese sind sicher nicht die Abschusszahlen sondern eher, was geschossen wird (und wann). Der Mensch ist leider so gierig und dumm, dass er wohl eher alles schießt, ohne Rücksicht auf die Reproduktion der Tiere, dass man dann nur noch in wirklich abgelegenen Gebieten auf Wildtiere treffen wird, dann aber in größerer Zahl. In den USA werden eigens für die Wildtiere Felder angebaut um sie auf den eigenen Grund zu locken, das wird dann wohl auch bei uns so laufen.

  • Wir haben die Wildökologie bereits vollkommen auf den Kopf gestellt.
    Das Zeigt auch schon deine Beschreibung, Rehe wissen beispielsweise, dass in Haus nähe keine Gefahr besteht. Im Wald wurde das Reh zum sehr scheuen, nachtaktiven / dämmerungsaktiven (Rehe sind grundsätzlich tagaktiv) Tier.
    Wir haben auch das Rotwild in höhere Lagen vertrieben, ursprünglich ein Bewohner von offenen Waldlandschaften der Eichen / Buchenstufe. Im Unterschied zum Rotwild ist das Reh ein Cervide des "Schlüpfertypus" und noch dazu ein Kulturfolger des Menschen. Als solcher bevorzugt es unterwuchsreiche Waldgebiete, Buschzonen und Buschrandzonen. Unsere strukturierten Feldreviere mit hohem Randlinienanteil kommen der Lebensweise des Rehwildes sehr entgegen. Allein aufgrund des Nahrungsbedarfes bin ich mir nicht so sicher ob sich Rehwild so einfach in höhere Lagen zurückziehen kann, sind ja schließlich Konzentratselektierer.
    Unterm Strich kommts aber aufs Gleiche, wenn die Tierchen bei uns nicht mehr vorhanden sind (wieso auch immer) wird der Weg zur Beute länger.