Sparguthaben und der kleine Anleger

  • Bezugnehmend auf diesen Artikel in der Presse:

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/int...=/home/index.do

    Wie man mit einer systemischen Bankenkrise, sprich default umgehen will.......... und in Italien ist man kurz davor.

    Aber egal wie, es wird immer eine Auswirkung auf die Gesellschaft geben, sprich den kleinen Mann oder den kleinen Sparer.

    Wer übrigens daran glaubt, dass die 100 k wirklich gedeckt sind, ist auch selbst schuld.

    Taken the red one.

  • Hallo SirDogder,

    könntest Du was zu dem Hintergund Deiner Aussage

    Wer übrigens daran glaubt, dass die 100 k wirklich gedeckt sind, ist auch selbst schuld.


    machen. Wäre für die allgemeine Diskussion hilfreich.

    frieder

  • Damit ist ziemlich sicher gemeint, dass die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 EUR pro Sparguthaben im Fall eines größeren Bankendefaults nicht vollständig greifen wird, weil sie nicht ausreichend von Eigenmitteln der jeweiligen Verbände (siehe https://www.einlagensicherung.at ) abgedeckt ist.

  • Ich kann in den Links jetzt keine Hinweise rauslesen, was die Sicherheit der Einlagensicherung betrifft.
    Das Problem in Italien besteht anscheinend darin, daß viele Kleinanleger Anleiher ihrer Banken besitzen .
    Und die fallen ähnlich wie zB Genossenschaftsanteile bei Raiffeisenbanken gerade nicht unter die
    schützenswerten Einlagen .

    frieder

  • Es ist so: Wenn eine kleine Bank kracht... ok, da hilft die Einlagensicherung weiter. Wenn eine große Bank kracht, gehts schon mal um mehrere Milliarden, da kracht die jeweilige Einlagensicherung ganz gehörig, sprich weil soviel Geld nicht vorhanden ist. Vermutlich muss die Einlagensicherung selbst Kredit aufnehmen, um die Einlagen zu sichern. Die Frage ist, wo der Kredit augenommen werden kann: Beim Staat, bei einer anderen Bank oder bei einer Schattenbank. Da es um sehr viel Kohle geht, muss ausreichend Sicherheit her, also fallen alle Banken und bankähnliche Institutionen aus. Bleibt der Staat - also die Steuerzahler, die aber selbst haften, nämlich für den Teil der pro Sparer 50 K übersteigt. Die Einlagensicherung haftet nämlich nur für die ersten 50 k.

    Facit: Bei einem Crash einer größeren Bank gibt es einen erheblichen Impact auf die Institution Staat betreffend Liquidation.

    Soweit so gut.... was ist wenn eine sogenannte systemrelevante Bank crasht? Und wenn das ist, dann werden immer andere Banken, sogar systemrelevante Bankverbund damit angegriffen.

    Dass die Regierung bei der letzten Krise groß verkündet hat, dass Bankguthaben bis 100 k gedeckt sind, war ein großer Bluff, es geht gar nicht. Wenn alle Bankguthaben zu sichern sind - und das kann nur der Staat, siehe oben - dann crasht auch der Staat. Das darf der allerdings nicht, also wird es nicht tun, nicht können und nicht dürfen.

    Bei einer systemrelevanten Bankenkrise gibts kein Geld zurück, das muss jeden klar sein. Ein wichter Grund, die Hypo Alpe Adria Bank möglichst nicht abzuwickeln, sondern filetieren, die bösen Geschwüre begraben, mit haircut - Maßnahmen durchkommen und die Sicherungsmaßnahmen, die eindeutig greifen müssten, nämlich die Garantien des Landes Kärnten gesetzlich rauszubekommen. Weil wenn die tatsächlich greifen, dann ist Kärnten pleite und muss die Seen verkaufen und was sonst noch da ist, inklusive Zukunftssicherungsfond.

    In der Einlagensicherung ist gar nix drinnen, die Banken zahlen ein und der Topf ist immer noch leer. Und jetzt wollen die Dragis dieser Welt ja auch die Einlagensicherungen dieser europäischen Welt zusammenlegen und dann haften WIR für die Griechen, die Italiener, die Franzosen - mit etwas was in Wahrheit gar nicht existiert. Doch existiert schon, aber nur wenn der Staat eingreift. Das heißt also: Wir, die Österreicher und die Deutschen haften für alle maroden Banken dieser Welt und das wird nicht funktionieren.

    Also wird aus meiner Sicht in einer systemischen Krise genau eines passieren: Der Einlagensicherungstopf geht ex, der Staat haftet gar nicht mehr und das Geld ist hin.

    Taken the red one.

  • Gottseidank brauche ich mir darüber keine Gedanken zu machen :-)

    Das bisschen Kohle das ich habe liegt nicht auf der Bank (abgesehen von der notwendigen Liquiditätsreserve)...

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer)

  • Meiner Einschätzung nach ist es gleichwertig, die sofort verfügbaren Geld-Reserven auf dem Girokonto zu belassen, oder zu Hause im Schrank aufzubewahren. Zu Hause kann es gestohlen werden.

    Vor 2 Jahren war die finanzielle Lage ebenso kritisch wie heute. Damals war ich über Internet im Kontakt mit einer Frau - selbst ernannte Expertin. Sie hat mir damals geraten, große Anteile des Vermögens in Form von Bargeld = Banknoten bereit zu halten.
    Ihr Ratschlag hätte nur dann etwas genützt, wenn das Bargeld - in diesem Fall der Euro - einen hohen Wert behält und ich auf mein Guthaben auf dem Girokonto nicht mehr rankomme, weil es wegen dem Bankenrun eine tägliche Beschränkung am Bankomaten gibt.
    Nach den Einschätzungen dieser Frau könnte man nach dem Höhepunkt der Krise um sein Bargeld Sachen von hohem Wert billig einkaufen (Immobilien). Diese Ansicht teile ich nicht.

    Meine Empfehlung: Jeder sollte sich einige Monatslöhne entweder auf dem Girokonto, oder auf dem Sparbuch, oder unter der Matratze bereit halten. Das ist der Notgroschen.

    Wenn jemand größere Reserven hat, wird er diese in anderer Form anlegen. Das ist aber nicht das Thema in diesem Strang.