Praxistest Übernachtung mit GHB oder BOB

  • Hi!

    Mich würde interessieren wer von euch schon einen Praxistext mit seinem GHB oder BOB durchgeführt hat?

    Sofern ihr diese so ausgelegt habt, dass ihr damit 1-2 Übernachtungen überstehen könnt, macht es natürlich Sinn die Ausrüstung vorher zu testen bevor man im Ernstfall mit unzureichender Ausrüstung die Nacht verbringen muss.

    Wie sind eure Erfahrungen und welche Änderungen eurer Ausrüstung haben sie bewirkt?

  • Da mein BOB eigentlich mein Bushcraft Rucksack ist habe ich damit schon einige Nächte im Sommer draußen verbracht und "genossen", aber auch dazu gelernt.
    Ich schlafe in einer DD Hängematte unter einem Tarp, Hängematte unbedingt mit Moskitonetz wählen! Das war zukmindest meine Erfahrung....

    Ruhig...Passiv...(Yoda)
    Jeder Plan hält nur bis zum ersten Feindkontakt...(H.v.Moltke)
    Es ist im Kriege alles sehr einfach, aber das Einfachste ist schwierig! (C.v.Clausewitz)

  • Ich verwende grundsätzlich nur Ausrüstung die ich mindestens einmal getestet habe (ausgenommen Feuerzeuge), alles andere ist mir zu riskant. Und je mehr Erfahrung man mit der Ausrüstung hat desto besser. Für mich selber habe ich bei den letzten Tests eine verbesserte Montage meiner Hängematte ausprobiert bzw. das Ausfstellen meines Feldbettes mit Überzelt

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Was leider praktisch nicht möglich sein wird wäre eine BO Übernachtung mit der ganzen Familie. ..
    Da wird die Theorie reichen müssen und die Praxis, falls jemals nötig, hoffentlich annähernd treffen.

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  • Ja, allerdings ist die Ausrüstung nicht zu 100%ig identisch. z.B. nehme ich nicht meine Dokumente mit und auch nicht den Geigerzähler...

    Die Frage ist aber vor allem die, ob der bug out "zu Fuß in den Wald", den man so "testen" kann überhaupt ein realitisches Szenario wäre...

    Dazu kommen dann so "Spielereien" wie Licht- und Geräuschtarnung, Vor- und Nachhut in der Gruppe, Aufklärung, Funk, Wache in der Nacht, usw... Auch solche Touren werden gelegentlich mal organisiert und selbst da ist das schon anders als beim Camping, in der echten Krise wäre es nochmal dramatisch anders, z.B. wenn man mit Kontamination rechnen müsste, mit Straßensperren, Infizierten, was auch immer....

    Irgendwann kommt man dann schnell in Bereiche, da wirds schon ziemlich "phantastisch". Ich hab z.B. eine SK IV Schutzweste, die weigt schlappe 9kg. Die hatte ich noch nie auf einem längeren Fußmarsch an, das ist nicht wirklich sinnvoll testbar in der heutigen Zeit. Ob es so realitisch ist die 9kg noch extra zum BOB zu tragen und dazu dann ggf noch weitere Ausrüstung muss man ebenfalls hinterfragen.

    Vermutlich werde ich den BOB nie brauchen und falls doch werde ich wahrscheinlich damt in einem Fahrzeug sitzen und versuchen, damit in eine Unterkunft zu kommen (Freunde, Hotel, etc...). Trotzdem hab ich auch den Campingkram drin, ist halt ein Hobby und es macht ja auch Spaß und besser haben und nicht brauchen als umgekehrt...

  • Wenn ich den Titel wie er steht hernehme ohne nicht gefragte Verkomplizierungen möchte ich ihn mal stellvertretend für Don Pedro beantworten

    Er hatte gestern überhaupt kein Problem damit bei Temperaturen um die Null Grad im Freien nur mit seinem Rucksackinhalt zu übernachten.
    Mein Gefühl hat mir gesagt das er das auch noch etliche Tage lang hätte tun können.
    Vielleicht schildert er ja selbst seine Erfahrungen (waren aber natürlich nicht die ersten, halt nur die mit dem neuesten Equipment)

    LG Wolfgang
    PS
    So uns in den nächsten Monaten Schnee beschieden ist werden wir eine Neuauflage unter diesen Bedienungen hinlegen- vielleicht machen dieses mal dann ja mehr mit!

  • Zu erst ein Lagerfeuer (feuchtes Gestrüpp) mit Wattepad und Feuerstahl gemacht, dann die restliche Nacht (ca. 0 Grad) in der Hängematte unter einer Plane verbracht. Und das alles mit meiner normalen Ausrüstung. Es war bequem, ich hatte es warm, eigentlich war es total gemütlich. Ausprobiert habe ich eine neue Hängematte (Fallschirmseide, 2 m breit), eine Thermo Funktionsunterwäsche und den Defence 6 Schlafsack. Und das sind alles Sachen die ich immer in meinem BoB habe.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Zitat von Don Pedro im Beitrag #8
    Zu erst ein Lagerfeuer (feuchtes Gestrüpp) mit Wattepad und Feuerstahl gemacht, dann die restliche Nacht (ca. 0 Grad) in der Hängematte unter einer Plane verbracht. Und das alles mit meiner normalen Ausrüstung. Es war bequem, ich hatte es warm, eigentlich war es total gemütlich. Ausprobiert habe ich eine neue Hängematte (Fallschirmseide, 2 m breit), eine Thermo Funktionsunterwäsche und den Defence 6 Schlafsack. Und das sind alles Sachen die ich immer in meinem BoB habe.

    Demnach hast du keine Isoliermatte/Unterlage verwendet, was in dieser Hängematte aufgrund des Materials ja kaum möglich ist. Mit Isolierung wäre es mit diesem Schlafsack bei dieser Temperatur vor Hitze ja nicht auszuhalten gewesen sein, oder es stimmen die Angaben des Herstellers bei weiten nicht.


    LG


    Grauer Wolf

  • Eine Unterlegsmatte war in der Hängematte, ich hatte den Schlafsack aber nie komplett geschlossen.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Meine "Haupthängematte" ist eine https://www.amazon.de/Amazonas…BIPU?tag=httpswwwaustr-21, ein glatter Boden (kein Netz) und ein Moskitonetz so wie ein Gewicht bis 150 Kg waren meine Kriterien. Und mit der bin ich hauptsächlich unterwegs und kann sie uneingeschränkt empfehlen.
    Am WE habe ich eine https://www.amazon.de/gp/produ…TNU/?tag=httpswwwaustr-21 getestet. Die war vom Gewicht her noch leichter als die Amazonas, dafür hat sie kein Moskitonetz, ist aber 2 m breit. Durch die Fallschirmseide wirkt sie ziemlich fragil, hat mich aber locker ausgehalten. Da macht die Amazonas einen vertrauenserweckenderen Eindruck da der Boden merkbar massiver ist.

    Ergänzung: Bei der Amazonas ist keine Montage dabei, bei der Doppelmatte schon.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Zitat von Grauer Wolf im Beitrag #9

    Demnach hast du keine Isoliermatte/Unterlage verwendet, was in dieser Hängematte aufgrund des Materials ja kaum möglich ist. Mit Isolierung wäre es mit diesem Schlafsack bei dieser Temperatur vor Hitze ja nicht auszuhalten gewesen sein, oder es stimmen die Angaben des Herstellers bei weiten nicht.



    Normale Schlafsäcke werden mittels EN13537 getestet. davon mag man halten was man will, auf alle Fälle schafft es eine brauchbare Vergleichsbasis.



    Bei Expeidtionsschlafsäcken und Militärschlafsäcken hingegen dürfgen sich die Hersteller frei austoben und beleibige Zahlen nennen, das tut auch Carinthia.



    Die Extremtemperarur kann man so oder so vergessen, auch bei der EN13537. Das ist der reine Überlebensbereich, Frauen müssen da schon mit Schäden durch Erfrierungen rechnen.



    Der Hersteller gibt bei Defence 6 noch eine "Comfortlimit" Temperatur von -20°C an, was auch immer das sein soll.


    http://www.carinthia.eu/bags/en/shop/Out...ce+6/?card=1168

    Der Schlafsack wiegt knapp 3kg, so dass ich mal von vielleicht 1,8kg Kunstfasererfüllung ausgehe. Das hält so bis -15°C warm, für Männer mit vollem Bauch vielleicht bis -20°C, passt also zu den Herstellerangaben, dass hier die Grenze unter optimalen Bedingungen liegt.


    http://www.walkonthewildside.eu/Schlafsa...sack::5272.html

    Typischerweise sind Schlafsäcke so über einen Bereich von ca. 15-20°C herum angenehm, wenn er also etwas offen war kann ich mir das bei 0°C schon noch gut vorstellen. Man schaue sich mal an, unter welchen dicken Daunendecken manche Leute zuhause bei 10-15°C durchaus angenehm schlafen.



    Man darf den Lügenangaben vieler Anbieter zu den Carinthia Schlafsäcken mit -40°C oder was die sich da immer für Phantasiezahlen ausdenken keinen Glauben schenken. Einen echten Expeditionsschlafsack bis -40°C zu kaufen wäre für unsere Breiten auch vollkommener Blödsinn.



    MfG

  • Ich weiß nicht wo das Problem liegt. Extremtemperatur -39 Grad bedeutet das man in dem Schlafsack diese Temperatur überlebt. Und das halte ich für durchaus möglich. Es wird aber sicher keine angenehme oder bequeme Nacht.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.