• Vom Alpaka habe ich es frisch im Gedächtnis: 3-5 kg pro Tier. Aus der qualitativ minderwertigen Wolle wird Seife gemacht, vielleicht geht das auch bei Schafwolle?

  • Zitat von Makoto im Beitrag #21
    Aus der qualitativ minderwertigen Wolle wird Seife gemacht, vielleicht geht das auch bei Schafwolle?


    hui, das kenn ich jetzt noch nicht....


    wie läuft das, haste ne Ahnung? Das Fett irgendwie rauslösen und verwerten?



    Die Haare kannste ja eher nicht verseifen ;-)

  • Ob man das Wollöl vorher rauslöst oder "einfach" nach dem verseifen die Haare rausfischt, das kann ich mir auch nicht so recht vorstellen. Allerdings, wenns schon vorgeseifte Drahtwaschel gibt, wieso nicht Seife mit Haaren, das schrubbt sicher nicht schlecht.....

    Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken! (Karl Kraus)

  • Doch, die Vlieshaare werden in einer Lauge verflüssigt und verseift. Den genauen Vorgang weiß ich nicht, das Keratin im Haar ist aber wesentlicher Bestandteil. Die fertige Seife hat die Farbe des Fells 😁.

  • Ich sag mal so, kommt auf das Schaf an und wie oft geschoren wird. Manche scheren einmal im Jahr, die meisten zweimal. Da ist die Ausbeute natürlich dann unterschiedlich. Ein Ouessant (Mini-Schaf von der gleichnahmigen französischen Insel) gibt weniger Wolle als ein Merinowollschaf oder ein großes Milchschaf. Von einem Ouessant kriesgst maximal ein Kilogram an Rohvlies herunter. Normal sind bei Schafen 3-5 kg. Die Wollmenge ist auch unterschiedlich je nach Rasse.

    Bei Schafen hat man ja noch das Wollfett, das Lanolin drinnen, das macht auch einen Teil des Gewichtes aus, es gibt fettere und weniger fettere Wolle. Letztes Jahr hatte ich Blaues Texel, eine Fleischschafrasse. Das Vlies war riesig, kaum verschmutzt, wenig Fett, da konnte ich fast alles verarbeiten. Dann gibts wieder Vliese wo man 50% wegwirft oder als Dünger verwendet weils zu schmutzig, zu kurz, zuviel Nachschnitt drinnen ist. Ich habs jetzt noch nie effektiv nachgewogen weil ich da sehr großzügig aussortiere. Ich schätze mal dass nach dem Waschen, sortieren, pickern kardieren maximal 1,5 kg verarbeitbare Wolle übrig sind, eher etwas weniger.

    "Das strategisch Gewünschte muss mit dem taktisch Möglichen übereinstimmen."
    Bernard Law Montgomery, 1. Viscount Montgomery of Alamein, KG, QCB, DSO, PC

  • Wer braucht schon Neu-Welt-Kamelide. Ich mach hier mal werbung für das Waldschaf(Wikipedia).
    https://youtu.be/BCh4yz6iMgY zwecks aufbereiteter Info zum "fernsehen".
    https://www.bmnt.gv.at/Waldschaf
    http://www.arche-austria.at/Waldschaf
    Generhaltungsprojekt ArGe Waldschaf
    slowfoodwaldviertel/Waldschaf


    Zitat
    Es ist wetterunempfindlich, genügsam, robust, leichtfuttrig, hat unempfindliche Euter und Klauen und ist somit wenig anfällig gegenüber Krankheiten und Parasiten. Waldschafe haben ein ruhiges Gemüt und weiden in geschlossenen Gruppen.


    Zitat
    Sowohl Wolle, Fell als auch Fleisch des Waldschafes sind verwertbar. Die grobe und filzige Mischwolle[3] eignet sich im Gegensatz zu vielen heutigen Leistungsrassen besonders gut zum Handspinnen, Filzen sowie zur Herstellung von robustem und relativ leichtem Waldschaf-Tweed.


    Zitat von Fleisch
    Mittlerweile hat vor allem das Fleisch des Waldschafes zunehmend an Beliebtheit gewonnen. Es ist fein, fettarm und besonders zart und hat keinen unerwünschten, für Schaffleisch sonst typischen, Schafbeigeschmack.


    Zitat
    Das Waldschaf ist eine sehr genügsame und leichtfuttrige Rasse, die das Grundfutter bestens ausnutzen kann. Die Tiere sind auf die Raufutterverwertung spezialisiert, weshalb eine Aufzucht ohne Kraftfutter möglich und sinnvoll ist.


    Zitat
    Bei Widdern beträgt der jährliche Wollertrag ca. 3,5 Kilogramm, bei weiblichen Tieren etwa 3 Kilogramm.



    Zitat
    Die Waldschafe verfügen über eine Vielzahl von meist nicht oder nur schwer quantifizierbaren Leistungsmerkmalen, die es zu erhalten gilt. Dabei handelt es sich besonders um Qualitäten wie:
    * Anspruchslosigkeit und beste Grundfutterverwertung
    * Eignung zur Landschafts- und Biotoppflege
    * Asaisonalität
    * Leichtlammigkeit
    * sehr gute Muttereigenschaften (hohe Aufzuchtsrate)
    * hohe Lebensfruchtbarkeit
    * Fleischqualität
    * Geringe Anfälligkeit für Krankheiten und Parasiten
    * unempfindliche Klauen
    * unempfindliche Euter
    * Witterungsunempfindlichkeit
    * Pigmentierung der unbewollten Körperteile
    * hohe Wollqualität



    Zitat von Zuchtgeschichte
    Das Waldschaf ist eine bodenständige Rasse der Region Böhmerwald, Bayrischer Wald, Mühl- und Waldviertel und ist in seiner genetischen Grundlage direkt auf das Zaupelschaf zurückzuführen.
    Die Schafe dienten der Selbstversorgung mit Wolle und Fleisch und wurden an beinahe jedem Hof bis weit in die 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts in kleiner Zahl gehalten. Die Rasse wurde im herkömmlichen Sinn nie „durchgezüchtet“. Es gab weder Bewertungen bzw. Körungen, noch wurden die Waldschafe auf Ausstellungen oder andere öffentliche Veran-staltungen aufgetrieben. Daher rührt auch die große Variabilität im äußeren Erscheinungsbild der Tiere, welches regional variierte und zusätzlich dem jeweiligen Geschmack des einzelnen Halters (meist waren die Frauen für die Waldschafe zuständig) unterworfen war. Gleichwohl gab es über Jahrhunderte eine strenge Selektion nach Leistungen, die alle Waldschafe erbringen mussten.
    Dazu gehörten vor allem:
    1. eine extreme Anspruchslosigkeit beim Futter (die Waldschafe bekamen nur das, was bei der Haltung der anderen Nutztiere übrig blieb)
    2. Unempfindlichkeit gegen die rauen klimatischen Witterungsverhältnissen in der o.g. Region sowie gegen Krankheiten und Parasiten
    3. ein hohes Maß an Selbständigkeit (zumindest bei den Leittieren), da die Kleingruppen im Frühjahr und im Herbst (vor bzw. nach der Anbausaison für Getreide/Gemüse) solange es möglich war, zur Selbstversorgung morgens einfach in die Natur hinausgelassen wurden und abends zurück finden mussten.
  • Waldschaf ist sicher eine gute Rasse für Österreich, genauso wie die verschiedenen Berg- und Steinschafe. Nur musst du dir bewusst sein, dass die Wollfeinheit eben ob der Robustheit nicht unter 30 micron liegt. Auf der nackten Haut möchte ich das nicht haben. Es ist auch so dass man als Einzelner eher keinen Webstuhl und die Ausrüstung hat um Tweet zu weben, sondern eher Techniken wie z.B. Stricken anwendet.

    Alpakas werden übrigens nicht nur wegen der Wolle gerne gehalten sondern weil sie als Schwielensohler empfindliche Böden nicht schädigen und durch ihre Art zu weiden keine Pflanzen abreißen sondern eher knabbern.

    "Das strategisch Gewünschte muss mit dem taktisch Möglichen übereinstimmen."
    Bernard Law Montgomery, 1. Viscount Montgomery of Alamein, KG, QCB, DSO, PC