Blackout- das Buch; eure Lehren daraus?

  • Ich habe am Wochenende in mehr oder weniger einem Kraftakt das Buch "Blackout" gelesen. Ich denke, Einige haben das Buch auch gelesen.

    Welche Lehren zieht ihr aus dem Buch bzw. was war wichtig für euch am Buch?

    Also meine Lehren daraus (ohne Wertung bzw. zeitliche Abfolge im Buch; einfach so wie mir die Sachen einfallen):

    1.) Nicht mit der Masse mitschwimmen. Ich denke da an die Massendemo von Frau Bollard, die sich da mit der Menge mittreiben hat lassen.
    2.) "Tarnen und täuschen": ich persönlich hätte das Auto auf dem Weg nach Ischgl nicht auf einen Autobahnrastplatz aufgetankt bzw. hätte ich den Kofferraum zugemacht. Ich wäre von der Autobahn runtergefahren, evt. in eine Seitengasse rein und hätte dann dort gedankt. Obs was gebracht hätte? Weiss ich nicht.
    3.) Für Brauchwasser sorgen. Mir fallen da in Wien gerade die Spielplätze ein. Dort gibt es oft noch Pumpbrunnen zum Gatschen für die Kleinen.
    4.) In Gruppen bewegen. Alleine ist am angreifbarer als in einer Gruppe.
    5.) "Flucht" nur in der Nacht. Das erspart lästige Fragen von Nachbarn.

    Um was ich mir keine Sorgen machen müsste, wären meine Vorräte und meine Techniksachen wie Radio (Weltempfänger, Taschenlampen, Dosimeter). Das wäre alles im ausreichendem Mass vorhanden.

    Vor Wucherern und Wegelagerern ist man natürlich nicht gefeiht.


    Tags: Buch, Bücher, Lektüre, Blackout, Stromausfall, Elsberg, Marc

  • Hallo,

    Also ob ich in der nacht oder unter tags abhaue ist bezüglich der nachbarn egal, ich glaube die würden das auch nachts mitbekommen in so einer situation. Es ist aber auch egal, vor fragen hätte ich keine angst, eher dass sie sich, wenn sie wissen das ich nicht mehr zuhause bin, selbst in meinem haus bedienen, da sie aber früher oder später sowiso mitbekommen dass man nicht mehr da ist, ist das auch egal. Ausserdem bin ich der festen überzeugung, dass es in so einer situation ausganssperren geben wird, ob man sich daran haltet ist dann eine andere frage. Die idee mit dem brauchwasser ist gut, funktioniert aber nur wo der natürliche wasserdruck reicht, pumpstationen funktionieren dann ja leider auch nicht, allerdings frage ich mich gerade ob diese brunnen vom grundwasser gespeist werden, den brunnen bei mir in der nähe leider nicht. In so einer situation ist es ganz praktisch, dass viele schwimmbecken zum überwintern nicht ausgelassen werden, natürlich nur fürs brauchwasser und nicht zum trinken.

  • Gehört zwar nicht zum Thema, aber das Buch würde sich gut als Film anbieten.

    Was ich mir noch überlegt habe: wenn es wirklich zum Börsencrash kommt, dann kann man sich ja schon vorher mit Zertifikaten gegen fallende Kurse absichern. Was auffallend im Buch war: von Gold war recht wenig die Rede. Maximal als Tauschobjekt gegen Bargeld (am Marktplatz in Den Haag als Frau Bollard auf der Suche nach Lebensmitteln war).

  • Ich bin jetzt gerade zu etwa 3/4 durch (wehe hier fängt einer an unmarkiert zu spoilern! ^^). Wegen der Geschichte auf dem Autobahnparkplatz die du angesprochen hast: Zu Beginn einer solchen Krise hätte ich keine Sorgen in der Öffentlichkeit, solbald das sich abzeichnet das dieser Zustand länger anhält und die Leute unruhig werden würde ich, wie du auch meintest, ein geschütztes Eckchen aufsuchen von der aus ich mein Umfeld überblicken kann bzw. falls vorhanden jmd. postieren der Wache hält. Man braucht nicht paranoid zu werden und jeden zu bedrohen der in Sichtweite kommt, aber es geht denke ich drum dem gegenüber keine Anreize zu geben. Gelegenheiten schaffen Diebe.
    So damit ich nicht verrate:

    Noch ein Beispiel:
    Manzano und Shannon flüchten mit dem Porsche aus Düsseldorf, auf der Suche nach Essen und Unterschlupf steuern sie die Karre auf einen einsamen Bauernhof und müssen ihn sich vom bewaffeneten Bewohner wegnehmen lassen um nicht erschossen zu werden. Hätte ich in Manzanos Haut gesteckt, hätte ich in sicherer Entfernung geparkt und wäre allein dort hingegangen (Wer erschiesst schon einen angeschossenen, humpelnden Mann Anfang vierzig, der nach Essen fragt?). Im schlimmsten Fall hätten sie ihn weggeschickt, mehr nicht. Für die Frau wär es hingegen alleine unsicher gewesen und was mit Auto passiert ist wissen wir ja.
    Direkt danach haben sie ja in einem Feldstadl übernachtet; am Morgen drauf waren sie durstig, da hätten sie den (im Buch erwähnten) Morgenreif von der Wiese mit einem nicht benutzten Kleidungsstück sammeln können. Besser wie nichts.

    Zitat von Lumpi
    Was auffallend im Buch war: von Gold war recht wenig die Rede. Maximal als Tauschobjekt gegen Bargeld (am Marktplatz in Den Haag als Frau Bollard auf der Suche nach Lebensmitteln war).


    Die Krise ist zu dem Zeitpunkt ja erst ein paar Tage alt und da nehmen die Leute lieber noch das vertraute Bargeld an, als irgendwelche (vorgeblichen) Goldobjekte, deren Echtheit sie meisten nicht zuverlässig prüfen können. Krise ist eben nicht gleich Krise, in manchen wird Gold wichtig sein, in anderen eine weniger bedeutende Rolle spielen.


    Zitat von Lumpi
    Was ich mir noch überlegt habe: wenn es wirklich zum Börsencrash kommt, dann kann man sich ja schon vorher mit Zertifikaten gegen fallende Kurse absichern.


    Das wird ganz darauf ankommen gegen welche Art von Börsencrash du dich absichern willst. Wenn man das 2007 gemacht hat, konnte man eine hübsche Rendite einstreichen. Bei Zertifikaten kommt allerdings noch das Problem dazu, dass sie je nach Art und Umstand wertlos verfallen können - das passiert einem bei Aktien nicht so schnell, sofern man in etablierte Konzerne investiert und nicht in irgendwelche Luftnummern.

    Jetzt les ich aber erstmal in Ruhe fertig, danach kann ich die Story nochmal in Ruhe Revue passieren lassen und dazu schreiben was mir noch einfällt.


    Gruß
    Exocet

  • Grundsätzlich war ich zu Anfangs schockiert, als einem vermittelt wird, wie einfach es zu sein scheint die Zivilisation von jetzt auf gleich in die Steinzeit zu schicken.
    Wie wenig die Leute darauf vorbereitet zu sein scheinen, dass der Stromausfall länger dauern kann als einige Stunden.

    Weiters wie lange es dauert, bis die Gesellschaft dazu übergeht zu plündern und nurmehr das Wohl des einzelnen zu zählen scheint.

    Aber zu viel sollte man nicht hierrüber diskutieren um nicht wirklich ungewollt zu spoilern.

    Für mich war es ein Grund- weshalb ich meine Bemühungen als Prepper ein wenig forciert habe, sofern es die finanziellen Mittel zulassen bzw. zugelassen haben.

  • Ich kenn das buch nicht, da es aber mehrere BlackOut Bücher gibt, nur zur Sicherheit ihr meint schon das von Marc Elsberg, oder?
    Werd mir das auch mal organisieren müssen.

  • Aber die 800 Seiten lesen sich recht schnell. Ich hatte das Buch in ca. 11 - 12 h Stunden gelesen. Gut, die letzten Seiten hätte man sich schenken können, aber was solls.

  • Habe das Buch fertig und stelle zufrieden fest, dass die Krise als eine systemische dargestellt wird und nicht a là Hollywood: Amerikaner deckt Verschwörung auf => tötet Nazi/Russen/Terroristen (in Zukunft dürfte es die Chinesen treffen) => rettet die Welt oder zumindest die USA. Stattdessen werden die grundsätzlichen Probleme von Vereinheitlichung / Vernetzung / Zentralisierung dargestellt was der Spannung in der Erzählung keinen Abbruch tut und - wichtiger noch - näher an der der Realität liegt.

    Was ebenfalls in guter Erinnnerung ist sind die Nebenschaulätze, die vom Autor detailliert dargestellt und werden. So endet z.B. der Nebenplot mit Ehefrau Bollard samt Kindern nicht etwa mit der Evakuierung auf den Guthof, sondern wird fortgeführt und zeigt, dass man in einer K-Situation nicht nur auf das eigene Versorgung achten muss, sondern auch das Verhalten seiner Mitmenschen bedenken muss - in diesem Fall, das der hungernden Stadtbewohner die den Hof überrennen. Ähnlich gilt für den "Umzug" der Bollards (senior) aufs Land zu den Doreuils, der im ersten Moment durchaus sinnvoll erscheint, aber auch nur solange man das benachbarte Atomkraftwerk ignoriert bzw. nicht als Gefahr erkennt (wahrscheinlich darum hat sich das Buch in Japan so gut verkauft, dort sind die Erinnerungen noch frisch).




    Gruß


    Exocet

  • Ja, die Nebenschauplätze sind schon gut gemacht. Aber nur mit den Nebenschauplätzen kann man auch die ganze Dramatik des Blackouts festhalten.

  • Ich habe mir leider nicht gemerkt, wie Geld abgehoben wurde. Bollard sagt ja seinen Eltern bzw. Schwiegereltern ungefähr um den dritten Tag herum, dass sie Geld abheben sollen. Die machen das am Bankschalter, ist das so richtig?

    Weil das würde meine Strategie ein wenig ändern.

  • Was ich mich erinnern kann, über den Bankschalter und auf einen max. Betrag pro Person beschränkt.
    Gleichzeitig gabs was ich mich erinnern kann, in Brüssel noch die Möglichkeit per Bankomat Geld abzuheben. Hab das Buch aber vor 2 Jahren gelesen oder so. Kurz nach der Veröffentlichung.

    Also nicht schlagen, wenn ich was verwechsle

  • Nein, kein Problem, ich schlage dich schon nicht. Bankomat macht ja wenig Sinn, weil die ja auch mit Strom versorgt sind. Und bis zu meiner Hausbank ist es nun doch etwas weiter.

  • (Inspektor) Bollard selbst ist sehr zeitig, am zweiten oder dritten Tag, zur Bank und hat quasi sein gesamtes Guthaben (~10.000 EUR) abgehoben.

    Gruß
    Exocet

  • OK, danke für die Aufklärung. Das bewirkt eine Änderung meiner Strategie mit der Versorgung von Bargeld.

  • Richtig - jedenfalls länger als in der Umgebung, hauptsächlich wegen der belgischen und europäischen Behörden die dort angesiedelt sind. Bollard war, durch seinen Kontakt zu Manzano, im Gegensatz zu anderen auch frühzeitig über die Ausmaße des Blackouts informiert, sodass er dem Schaltersturm bei den Banken und den Plünderungen zuvorkommen konnte.

    Gruß
    Exocet

  • Ich hab das Buch jetzt auch gelesen - konnte es von Terry ausleihen und habs jetzt auch gleich für mich bestellt.

    Von den Vorfällen die beschrieben werden bin ich nicht sonderlich überrascht, aber vom zeitlichem Ablauf - wie schnell die Bevölkerung unruhig wird und wie schnell Wucherpreise verlangt werden bzw sogar Fahrzeuge abgenommen werden.
    Aber auch dass selbst die Behörden keine dauerhaft funktionierenden Kommunikationsmittel haben, und wiedermal kommen dabei die Amateurfunker ins Gespräch.

    Strom aus wäre kein Problem für mich, aber ich hab wie viele andere das Problem mit dem Wasser für Toilette - dafür will ich nicht meine Trinkwasserreserven verwenden.
    Ok, ich wohne ländlich, kann also auch mal in den Wald hüpfen um dort "Tellermienen" zu verteilen... aber in dem Zeitraum müßte ich meine Frau / Wohnung alleine lassen - da ist die Gefahr groß dass die Bude ausgeräumt wird.
    Andererseits, wenn meine Frau zu Hause ist mach ich mir mehr Sorgen um die Eindringlinge als um sie...[Blockierte Grafik: http://img.homepagemodules.de/grin.gif]

    Also werd ich mir wohl ein Camping WC oder was ähnliches anschaffen müssen und das am Balkon plazieren.