Hygiene im Krisenfall: 4. Notdurft und Toilette

  • Dies ist eine Ergänzung des Hauptartikels: Hygiene im Krisenfall.

    Was oben rein geht, geht irgendwann unten raus, sowohl in flüssiger als in fester Form. Anders ausgedrückt, man muss auch mal auf die Toilette. Sollte es einmalig sein, weil man weiterwandert, empfiehlt es sich ein kleines Loch zu machen, darin seine feste Notdurft zu verrichten und das Loch wieder zu schließen. Flüssige Notdurft kann man ja an den nächsten Baum stellen. Generell sollte man alle Körperausscheidungen die nicht so flüssig sind das sie versickern vergraben, nicht nur aus Hygienischen Gründen, sondern auch weil man nicht nächtens plötzlich reintreten.

    Wenn man längerfristig an einem Ort bleibt, muss man entweder eine Latrine anlegen, ausser man verfügt über ein Chemoklo. Urin sollte an einem dafür gekennzeichneten Busch abgelassen werden.

    Wie erstellt man eine Latrine? Nun eine Latrine ist technisch gesehen ein Loch im Boden, über das man einen Balken montiert auf den man sich setzen kann, und einen zweiten um sich daran abzustützen. Eine Wand oder Plane die als Sichtschutz verwendet wird erleichtert das ganze und macht es komfortabler in ruhe sein Geschäft zu erledigen.


    Quelle: Bin selber Urheber und Rechteinhaber / Exklusiv erstellt für www.austrian-preppers.net

    Wenn man sein Geschäft erledigt hat, streut man eine oder zwei Hände voll Erde darüber, das verringert die Geruchsbelästigung.

    Klopapier ist natürlich auch so eine Sache, solange man es hat ist es gut, wenn es aus geht, nun dann muss man sich Ersatz besorgen. Als Ersatz wird immer wieder Moos, Laub, oder ähnliches genannt.

    Was meiner Meinung nach auch sinnvoll ist, in der nähe der Latrine einen Wasserbehälter und Sand zu haben, um sich nach dem Geschäft die Hände reinigen zu können. Der Kübel muss täglich mit frischem Wasser aufgefüllt werden, und der verschmutzte Sand sollte auch gleich in die Latrine entsorgt werden. Sinn des ganzen ist es eventuelle Keime sofort wieder loszuwerden, sonst verteilt man sie und nimmt sie über die Nahrung zu sich, was zu scheren Erkrankungen wie Durchfall, oder ähnlichem führen kann.

    Hat irgendwer weitere Ideen? Vorschläge, Ideen, weiterführende Informationen sind wie immer Hochwillkommen!

    Grüsse Capt J Reynolds

    Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe. (Sprichwort der Apachen)


    Es gibt viele Wege zum Ziel. (Sprichwort der Apachen)

  • Ein sehr interessante Idee war eine Art Urinal (also für mehrere Leute und Stationär).
    Dafür verwendete man ein typisches Wasserrohr aus Plastik welches man als Urinal verwendete.
    Zuerst wird aber ein Graben ausgehoben der mit Schotter gefüllt wird (damit sich der Urin verteilt und langsam versickert damit sich kein kleiner Untergrundfluss bildet ;) )
    dann kommt das Rohr rein und wird wieder zugeschüttet.

    Ich habe hier zwei Field-Manuals ausgegraben.
    Das hier ist über allgemeine Feld-Hygiene. Die letzten Kapiteln bilden Pläne für sanitäre Bedürfnisse ab. Manche simpel, manche aufwendiger.
    Einschließlich Vorrichtungen fürs Händewaschen und (was auch nicht Blöd ist) "Beseitigung" alter Latrinen und deren Kenntzeichnung.
    http://armypubs.army.mil/doctrine/DR_pub...pdf/fm21_10.pdf

    Hier noch eines, welches ich nur poste da ab Seite 199 die selben Pläne wie im obigen Manual in einer ansprechenderen Größe abgebildet sind:
    http://ec.europa.eu/echo/files/evaluatio...0Sanitation.pdf

    Ein Buch welches wahrscheinlich ganz gut ist und ich mir umbedingt zulegen möchte ist von Kai Sackmann Outdoor-Hygiene mit den Inhalten (der Website entnommen)
    - Hygiene unterwegs
    - Hygiene in der Outdoor-Küche
    - Gesunder Wasserhaushalt
    - Die Notdurft
    - Nützliche Heilpflanzen
    - Mit erklärenden Bildern, Zeichnungen und Tabellen

    Wer Sacki noch nicht kennt, er hat einen Youtube Channel, der sich größtenteils mit Outdoor-Fertigkeiten und Gear-Reviews beschäftigt. Seit neuestem hat er den Channel um den Bereich Preppen, erweitert.
    Sehr zu empfehlen und sehr sympathischer Kerl. https://www.youtube.com/user/kaisackmann

    Ach ja, bevor ich's vergesse: Im Buch Survive the Economic Collapse gibt der Autor den Tipp, dass eine kranke Person am besten weiter weg von den Gesunden ihren Notdurft verbrechen und dafür eine extra Latrine ausgehoben werden sollte.

  • Sehr interessante Manuals, ich werde sie mir am Wochenende mal genauer ansehen.

    Das mit dem das Kranke ihre Notdurft separat entsorgen ist sehr vernünftig, sie könnten ja keime übertragen und so alle Anstecken.

    Das Buch von Kai Sackmann hört sich sehr Interessant an, da werde ich mich auch mal umsehen.

    Danke!

    Grüsse Capt J Reynolds

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  • Zitat von Edgemaster86 im Beitrag #21
    Als alternatives stilles Örtchen in Notzeiten habe ich mir diese Outdoor-Toilette besorgt und für die womöglich längere Lagerung dieses Mittelchen.



    Kann man das Mittel (flüssig?) direkt in die Plastiktüten der Outdoor-Toilette gießen? Habe mir die selbe Notfall-Toilette dort geholt und überlege seit dem, wie man das Prinzip optimieren könnte - siehe kleinen Pappdeckel... Jedoch dafür gedachten Tüten sind sehr gut, finde ich. Groß, geruchsicher, stark.

  • Die Chemie ist eigentlich für den Sammelbehälter einer Chemischen Toilette gedacht. Ich bin mir nicht sicher wie er sich mit dem Plastiksack verträgt. Mein Ansatz ist: 25 l Müllbeutel in Massen und nach einer Verwendung zusammenknoten.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Was ich die ganze Zeit überlege: Was macht man dann mit diesen selbstgebastelten Wundertüten?

    Wenn ich das brauche wird ja wahrscheinlich auch die Müllabfuhr nicht funktionieren.

    Also:
    Vor dem Haus in einem Faß verbrennen?
    In Schwergutsäcken für die Nachwelt aufbewahren?
    Irgendwo vergraben?

    [team] Wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen verarbeiten, werden wir irgendwann für die pflügen, die das nicht gemacht haben.

  • Wenn es keine Müllabfuhr mehr gibt? Das gleiche wie mit dem restlichen Müll. Je nach Region entweder vergraben oder verbrennen oder lagern. Wobei ich das "Papier WC" oder den "WC Kübel" eher im Wochenbereich sehe. Darüber hinaus ist eine Latrine unumgänglich.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Verbrennen ist auf Dauer wohl die einzig praktikable Lösung. Da sind die Plastiksäcke allerdings wieder weniger hilfreich (giftiger Qualm).

    Was noch zu bedenken ist, dass man wenn man auf Müllsäcke setzt, hierfür nicht jeden x-beliebigen Müllsack nehmen kann. Ich teste seit Jahren verschiedenste Müllsäcke fürs Katzenklo. Kein Müllsack war bis jetzt dicht genug, dass er nicht nach 1-2 Tagen zu stinken begonnen hätte. Von daher muss man diese sofort entsorgen, was sich in einer Krise vl. schwierig darstellt bei einem Bug-In.

    Also hier auf alle Fälle die Säcke vorher testen und erst dann einlagern.

  • Im Technischen Museum entdeckt.
    Vielleicht brauchen wir dieses System erst dann, wenn die Entwicklung abgeschlossen ist.
    Vielleicht aber können wir aus dieser Idee schon früher einen Nutzen ziehen.
    Infos durch die Bilder.[[File:Blue Diversion Toilet (1).JPG|none|auto]]
    [[File:Blue Diversion Toilet (2).JPG|none|auto]]
    [[File:Blue Diversion Toilet (3).JPG|none|auto]]
    [[File:Blue Diversion Toilet (4).JPG|none|auto]]

  • Für die Verrichtung der Notdurft im Falle des Zuhause bleibens, habe ich folgende Planung bzw. Vorkehrungen getroffen.

    1. Bei Wasserversorgungsausfall werden wir die normalen Toiletten so lange als möglich benutzen. Das Spülwasser wird mit Eimern der Zisterne entnommen und neben den Toiletten bereit gestellt.
    2. Für den Fall das die normalen Toiletten nicht mehr zu nutzen sind, haben wir Unmengen 25 ltr Abfalltüten eingelagert. Diese werden in einen 10 ltr Eimer eingelegt. Der Eimer wird dann in einer Behelfstoilette (ähnlich dem oben beschriebenen "Donnerbalken&quot auf dem Grundstück (z.B. in der Garage) benutzt. Nach dem "Geschäft" nutzt man die bereit gelegten Einmalhandschuhe und das Toilettenpapier und entsorgt das verknotete Päckchen in einem größeren Abfallsack. Diese werden dann irgendwann normal über den Abfall entsorgt, oder verbrannt.

    Tsrohinas

  • Ich hab' in Frankreich mal eine ganz witzige Toilette gesehen: Man verrichtet sein Geschäft auf ein Flüssigkeitsdurchlässiges Förderband, welches nach jeder Benutzung (zumindest wenn man feste Rückstände darauf hinterlassen hat) einfach weiterkurbelt.
    Die Kacke fällt in einen eigenen Behälter und wird dadurch getrennt vom Urin gesammelt. Somit kann man letzteres relativ einfach als Gülle auf's Feld aufbringen (u.a. weil auch kein Klopapier daran haftet), die Feststoffe werden vermutlich in einer geeigneten Anlage (Kläranlage?!?) aufbereitet.

    Im Prinzip könnte man so etwas ähnliches auch zu Hause improvisieren. Statt dem Förderband würde ich z.B. einfach eine leicht schräg gestellte Platte nehmen. Der Urin kann seitlich weglaufen, der am Brett anhaftende Rest wird mit einem Brett in den Sammelbehälter geschoben.

    Auch ganz nett finde ich die Komposttoilette (https://de.wikipedia.org/wiki/Komposttoilette).
    Wenn man irgendwoher Häckselgut bekommt auf jeden Fall eine der besten Alternativen!

    LG,

    Bardo Thodol

    There is no such thing as too much backup!

  • Ich habe mir überlegt, dass wir solange wie möglich unsere Toilette benützen, sparsam spülen und wenn das Wasser aus ist, werden wir unseren Pool leerschöpfen. Eine andere Alternative wäre, eine Ecke im Garten zweckentfremden.

    Grüße

    Sabjo

  • Danke für die vielen tollen Tipps! Ich spezialisier mich ja grade auf Notfallvorsorge in der Stadt, da ist das ganze nochmal schwieriger. Die Notdurft selbst kann man in Müllsäcke verrichten, die man in die Toilette unter die Brolle einhängt und anschließend gut verschnürt. Das größere Problem ist hier das Entsorgen. In vielen Wohnhausanlagen ist fergraben nicht so einfach, da es nur wenige Grünflächen gibt. Bersonders kritisch ist es auch in Szenarien, wo man nicht aus der WOhnung kann (Atomunfall, Unruhen, Plünderungen, Epidemie, ...). Habt Ihr da eine Idee, wohin mit den stinkenden (und auch aus Gesunheitssicht gefährlichen) Säcken?

  • Mit Diesel in einem Blechfass verbrennen.

    [team] Wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen verarbeiten, werden wir irgendwann für die pflügen, die das nicht gemacht haben.

  • Flüssiges würde ich weiter in die Toilette geben. Das mag zwar komisch riechen und auch Urinstein verursachen aber ist die effizienteste Lösung. Mit übrig gebliebenem Wasser (vom Kochen, Abwaschen oder Wäsche waschen) kann man ja ab und zu spülen. Festes in kleine Müllsäcke und dann luftdicht verschiessen und in einem großen Müllsack (extra stark) lagern. Und dann schauen was die restliche Umgebung macht. Vermutlich auf die Strasse werfen ... Das würde ich dann auch machen. Oder vor die Wohnungstür stellen, damit keiner auf die Idee kommt bei mir zu läuten.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Wenn die Kanalisation nicht mehr funktioniert wird die Toilette in der Wohnung/Haus zum Plumpsklo.
    Für das kleine/flüssige Geschäft werde ich dann eine Urinflasche einsetzen und deren Inhalt in einen Kanister sammeln.
    Über die festen Sachen (im Plastiksack in der Klomuschel) streue ich Kalk. Kalk wurde immer schon zum Desinfiszieren und Geruchsvermeidung in Ställen und Plumpsklos verwendet.
    Auch mit Sägespänen (so man diese vorher gesammelt hat) kann die Masse gebunden werden.

  • Zitat von Sabjo68 im Beitrag #13
    Ich habe mir überlegt, dass wir solange wie möglich unsere Toilette benützen, sparsam spülen und wenn das Wasser aus ist, werden wir unseren Pool leerschöpfen. Eine andere Alternative wäre, eine Ecke im Garten zweckentfremden.



    Pool ist gut, durch die darin enthaltene Chemie wird auch die Seuchengefahr verringert.

    "Das strategisch Gewünschte muss mit dem taktisch Möglichen übereinstimmen."
    Bernard Law Montgomery, 1. Viscount Montgomery of Alamein, KG, QCB, DSO, PC

  • Zitat von Grauer Wolf im Beitrag #17
    Wenn die Kanalisation nicht mehr funktioniert wird die Toilette in der Wohnung/Haus zum Plumpsklo.
    Für das kleine/flüssige Geschäft werde ich dann eine Urinflasche einsetzen und deren Inhalt in einen Kanister sammeln.
    Über die festen Sachen (im Plastiksack in der Klomuschel) streue ich Kalk. Kalk wurde immer schon zum Desinfiszieren und Geruchsvermeidung in Ställen und Plumpsklos verwendet.
    Auch mit Sägespänen (so man diese vorher gesammelt hat) kann die Masse gebunden werden.


    Ärgerlich dass mir das jetzt erst einfällt:

    Nimm ein Sackerl für dein Gackerl ..... werde gleich einmal Sackerl sammeln gehen bezw. mir gleichgroße kaufen. Wird funktionieren wenn ich flüssige und feste Stoffe getrennt sammle.

    [[File:Urinflaschen.JPG|none|auto]]

    Die Urinflasche haben wir auch ständig im Auto (Panne, Stau usw)

    [[File:Bidet Einsatz.JPG|none|auto]]

    Der WC-Einsatz wird auch die Angelegenheit erleichtern können.

    Beide Teile vonwww.moderne-hausfrau.at

  • An das Einfachste wird meist zuletzt gedacht. Natürlich ist das kleine, aber vor allem jedoch eher das große 'Geschäft' ein nicht zu unterschätzendes Problem in einem Krisenfall. Einerseits fehlt das Wasser bzw. wird anderweitig dringender benötigt und andererseits ist die Gefahr der Verstopfung speziell bei Standard-WCs enorm hoch. Was soll man in diesem Fall also tun? Dazu gibt es tausende Ideen und eine ist so schlecht wie die andere.

    Einfachste Lösung: Katzenkiste - Katzenstreu

    Zum Einen bindet es vortrefflich den doch sehr unangenehmen Geruch und zum Anderen bindet es sehr gut die Flüssigkeiten. Natürlich funktioniert das bei menschlichen Ausscheidungen nicht ganz so effizient und der Materialbedarf ist deutlich höher, aber allemal noch effizienter als irgendwelche Campingtoiletten mit 'Chemiebomben'. Auch der berüchtigte Donnerbalken ist nur zu empfehlen, wenn er erstens weit genug vom Lager entfernt ist und zweitens nach jeder Benützung zumindest mit Asche abgedeckt wird. In jedem Fall sollte man auf eine entsprechende Lüftung achten, da man sich sonst schnell selbst 'vergiften' kann.

    Meinungen und Kritiken dazu sind natürlich erwünscht.

    Bei aller Vorsicht sollte man am Ende des Tages noch ein lebenswertes Leben haben. Kein Bunker ist ein Lebenskonzept.
    In jungen Jahren will man noch allen gefallen - im Alter ist man froh, wenn man sich selbst im Spiegel noch erkennt.