Eibe, Taxus baccata, Taxaceae

  • Weil sich derzeit öfters besorgte Eltern bei mir melden:

    Die Heimische Eibe und auch ihre Verwandten die bei uns gedeihen (Taxus brevifolia, Taxus canadensis, Taxus cuspidata, Taxus x media) sind stark giftig. Und zwar alle Pflanzenteile mit Ausnahme des roten Samenmantels. Wer diesen Samenmantel ( süß, wohlschmeckend) essen möchte sollte bitte die Kerne keinesfalls zerkauen und ausspucken!
    Wer Eiben schneidet sollte Hautkontakt mit dem frischen Pflanzensaft vermeiden, also Handschuhe tragen und Kontaktstellen gründlich waschen.
    Eibe ist auch für Haustiere giftig!

    [team] Wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen verarbeiten, werden wir irgendwann für die pflügen, die das nicht gemacht haben.

  • Besten Dank für den Hinweis. Mir ist übrigens ein Fall bekannt, wo zwei Rassepferde krepiert sind, weil jemand Rasen -UND Eibenschnitt in eine Senke gekippt hat. Die Pferderl haben davon genascht und waren nicht zu retten.

  • Ich hab die Früchte probiert. Eine klebrig süße Angelegenheit. Ein bisschen was vom Spiel mit dem Tod. Das einfachste wird sein, das Fruchtfleisch, also den roten Samenmantel vorsichtig vom Kern zu lösen, Den Kern anschließend ausspucken und auf keinen fall zerkauen!!!!

    Ebenfalls stark giftig sind auch die Nadeln. Im gegensatz zum Fichtenspitzentee ist der vermeintlich wohltuende Trank eine eher ungesunde Angelegenheit.

  • Ja, überhaupt im Herbst und Winter, da ist das meiste Gift in den Nadeln.
    Aus der Eibe werden aber auch sehr wirksame Medikamente hergestellt.

    [team] Wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen verarbeiten, werden wir irgendwann für die pflügen, die das nicht gemacht haben.

  • Meine mittlerweile verstorbene Chemieprofessorin hat damals gerne gesagt: " Die Dosis macht das Gift"

    Sogar aus Schlangengift wird Medizin hergestellt. Was aus beispielsweise Schwarzschimmel gewonnen wird ist dann ein anderes Thema O.o.

    Bleiben wir bei der Eibe: soweit ich mich erinnern kann ist Eibe zwar allg. eine eher unbeliebte Pflanze (Selten einen richtigen Baum gesehen) heutzutage- aber eines der begehrtesten Hölzer für den Bogenbau.

  • Eiben werden ungefähr 15m hoch wachsen aber sehr langsam. In den Alpen gibt es noch alte Eibenbestände wo noch kein Bogenbauer sie gefunden hat.
    Eiben sind als Schnittgehölze sehr gefragt, aber weniger verbreitet weil sie teuer sind.

    [team] Wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen verarbeiten, werden wir irgendwann für die pflügen, die das nicht gemacht haben.

  • Ich hatte letztes Jahr eine Baustelle in der Nähe einer Siedlung, bei der ein Hausbesitzer statt den obligatorischen Thujen einen Sichtschutz aus Eiben gepflanzt hat.

  • Mmmhh ein Dickmaulrüsslerbuffet!
    Wird aber die schönste und schmalste Hecke, sofern man drauf schaut.

    [team] Wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen verarbeiten, werden wir irgendwann für die pflügen, die das nicht gemacht haben.

  • Ja, sehr sogar. Überhaupt wenn sie in Torfhaltiges Substrat gepflanzt wurden oder mit Rinde oder Hackschnitzel gemulcht.
    Das geht bis zum Totalverlust.

    [team] Wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen verarbeiten, werden wir irgendwann für die pflügen, die das nicht gemacht haben.

  • Eibe ist beliebt beim Dickmaulrüssler.
    Thuje kriegen dafür Miniermotten.

    [team] Wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen verarbeiten, werden wir irgendwann für die pflügen, die das nicht gemacht haben.

  • Bei uns in der relativen Nähe gibt es einen Eibenwald - den Paterzeller Eibenwald.
    Sehr schön dort!

    Dort habe ich von jemanden gelernt, dass man eben die Beeren ( ohne Kerne ) essen kann. Ich muss gestehen, mir schmecken sie total lecker!
    Nur anfänglich war es ein komisches Gefühl und der Kern wurde sehr bewusst ausgespuckt!
    Durch die Süße sind sie schon eine feine Sache, wenn man etwas müde von einer Wanderung ist, sie powern schon etwas hoch, so denn man genügend findet!
    Schade, dass diese Bäume nicht so häufig sind.

    LG, Survival