Preppen, wie man beginnt

  • Nun habt ihr es geschafft, und habt unser Forum gefunden. Vielleicht preppt ihr schon länger ohne zu wissen was das ist und wie es genannt wird. Vielleicht habt ihr auch noch gar keine Vorräte oder Vorbereitungen getroffen, vielleicht seid ihr auch schon sehr weit, habt eine Fluchtburg usw. Hier im Forum wird für alle Stufen des Preppens etwas geboten, und werden eure Fragen so gut wie möglich beantwortet, und als Teil des Forums werdet auch ihr hier Fragen nicht nur stellen sondern auch beantworten, werdet Tipps und Tricks mit einbringen aber auch mitnehmen. Das ist der Sinn so eines Forums, der Austausch von Wissen.

    Aber als Neuling, wie beginnt man jetzt zu preppen? Nun mit Geduld und stetig. Wenn ihr in das Forum kommt, werdet ihr vermutlich erst mal erschlagen von Ideen, Möglichkeiten und Notwendigkeiten des Preppens. Aber wo beginnen? Was soll man als erstes machen?

    Als erstes sollte man sich mal überlegen was für Krisen euch treffen können. Stromausfälle gibt es überall, aber Überschwemmungen sind in Wien wahrscheinlicher als irgendwo in den Alpen, in den Alpen muss man im Gegenzug mit Lawinen rechnen, Probleme die wir in Wien kaum haben werden. Überlegt euch also was euch treffen kann, und bereitet euch darauf vor, und zwar in kleinen Schritten.

    Ein guter Anfang ist mal sich unseren Spickzettel zu nehmen, und ihn auszufüllen und im Vorzimmer wo ihn alle in der Familie sehen können aufzuhängen. Als nächsten Schritt kann man jedem Familienmitglied zeigen wo man z.B. Gas und Wasser abdreht, usw.

    Dann legt man sich grundlegende Vorräte an, erst mal für zwei Wochen, das reicht um kleine Krisen zu überstehen. Die Vorräte sollten so beschaffen sein das sie lange haltbar sind, aber das sie auch schmecken, also am besten lagert man das ein was man eh öfters kocht, Nudeln, Reis, usw. Auch Trinkwasser in Flaschen sollte man einlagern. Wenn man einkauft, kauft man einfach etwas mehr ein, das geht nicht zu sehr ins Geld, und stockt die Vorräte auf.

    Als nächstes legt man sich eine vernünftige Taschenlampe, ein Batterieradio und passende Ersatzbatterien zu und platziert sie an einem Platz in der Wohnung der auch bei völliger Dunkelheit erreicht werden kann. Damit ist man schon besser ausgerüstet und vorbereitet als 90 Prozent der Bevölkerung.

    Jetzt kann man sich Gedanken machen über das Fluchtgepäck. Es muss nichts großartiges sein, man sollte griffbereit in der Wohnung und auch im Auto eine Tasche haben die das notwendigste enthält um ein paar Tage außerhalb der Wohnung zu überleben. Dazu gehört etwa Wäsche zum Wechseln, ein vernünftiges Messer, etwas zu Essen und sei es nur etwas Schokolade, Ausweis und Kopien von Mietverträgen und Versicherungsunterlagen, Hygieneartikel usw. Man muss immer damit rechnen das wenn man die Wohnung verlässt diese bei der Rückkehr nicht mehr betreten werden kann weil es zu einem Unglück kam. Auch kann es passieren, dass das Gebäude evakuiert wird, z.B. Nachts wegen eines Feuers oder ähnlichem. Deshalb die Fluchttasche. Sie sollte so beschaffen sein das man sie nimmt, und die Wohnung verlassen kann und dann ein paar Tage z.B. bei Verwandten oder im Hotel damit auskommt.

    Wenn ihr grundlegende Vorräte habt, etwas Ausrüstung, und ein griffbereites Fluchtgepäck, dann habt ihr bereits mehr Vorbereitungen getroffen als 95 - 99 Prozent der Bevölkerung, den Anfang habt ihr gemacht.

    Im Laufe der nächsten Monate und Jahre werdet ihr immer mehr Vorräte und Ausrüstung anschaffen. Dabei solltet ihr aber immer erst vergleichen, Berichte anderer Nutzer lesen, und darüber nachdenken ob das etwas ist was ihr braucht. Es hilft nichts wenn ihr viel Geld ausgebt ohne es richtig anzulegen. Und manches kann man sich billig selber machen bzw billiger bekommen wenn man nur den richtigen Zeitpunkt abwartet und Rabattaktionen nutzt.

    Fangt also in kleinen Schritten an, und macht immer weiter kleine Schritte, und schon bald habt ihr eine großes Stück der Vorbereitungen abgeschlossen. Wie ein Chinesischer Philosoph so schön sagte, der Mann der einen Berg versetzen will fängt irgendwann mit dem ersten Stein an. So funktioniert auch Preppen. Mit ein paar Vorräten und etwas Ausrüstung angefangen werdet ihr schon bald besser ausgerüstet sein als ihr euch am Anfang vorstellen konntet.

    Auch eure Fertigkeiten werden sich mit der Zeit steigern, zum einen weil ihr einfach mehr macht, zum anderen weil ihr einfach mehr übt wenn ihr die Notwendigkeit dafür erkennt. Und je mehr Fertigkeiten ihr habt und je mehr wissen ihr anhäuft, desto Weniger Ausrüstung werdet ihr brauchen. Früher dachte ich ich muss für draußen ein Zelt, einen Schlafsack, usw mitnehmen, heute weiß ich das es eine klein Plane und zur Not ein Regenponcho auch tut wenn man nur weiß wie.

    Je mehr ihr euch mit dem Preppen beschäftigt, je mehr werdet ihr zwar auch erkennen wo eure Defizite sind, aber ihr werdet ebenso erkennen wie weit ihr bereits fortgeschritten seit, und welche Fähigkeiten ihr vertiefen oder erlernen müsst. Eins ist sicher, man ist nie gut genug vorbereitet und hat nie genug Wissen und Fertigkeiten angehäuft, aber jeden Tag werdet ihr besser und besser werden. Es geht auch nicht darum der beste und ausdauerndste Prepper zu werden, sonder der euch bestmögliche. Wir lernen jeden Tag, im Beruf und erst recht als Prepper, und das ist gut so. Wer bereits glaubt alles zu können, wird in der Krise versagen wenn er an neue Probleme kommt. Wie es so schön heißt, Übung macht den Meister, deshalb gilt immer wieder das bereits bekannte üben und vertiefen, und neues dazulernen. parallel dazu die Ausrüstung weiter vervollständigen, und schon schlaft ihr besser wenn es doch mal zu einer Krise kommt, versprochen.

    Alles weitere wird sich dann mit der Zeit finden, und wenn ihr Fragen habt, Ideen oder bereits fertige Lösungen, immer her damit, denn wie schon anfangs gesagt, wir lernen von euch genauso wie ihr von uns.

    Und nun rann ans Werk [Blockierte Grafik: http://img.homepagemodules.de/smile.gif] und willkommen bei uns!

    Happy Prepping!

    Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe. (Sprichwort der Apachen)


    Es gibt viele Wege zum Ziel. (Sprichwort der Apachen)

  • danke an den cap fuer diesen beitrag, und bedenkt, reich ist nicht derjenige der viel hat sondern derjenige der wenig braucht.

    filisofische gruesse,
    BB

  • Der Captain hat das sehr schön erklärt, genau so muss es laufen. Klein anfangen und dann fortwährend darauf aufbauen.

    Einen weiteren wichtigen Schritt habt Ihr alle auch schon hinter Euch. Und auch das sollte ausgebaut werden ! Nämlich die Vernetzung!
    Ihr habt hier ein tolles Forum und Stammtische werden gebildet, gut so.

    Es liegt in der Natur der Sache das wir hier alle eher zurückhaltend sind und jeder für sich (und seine Familie) vorbereitet. Aber mal ehrlich, in einem größeren Scenario ist man alleine immer schlechter dran als in einer Gruppe gleichdenkender.

    Einer kann Schreinern der andere Funken, der dritte ist Waffenexperte usw.

    Überlegt Euch mal ob der Forenkamerad aus Kärnten nicht eine Anlaufstelle sein kann wenns in Wien grad brennt ?
    Ich bin im Moment dran meine verstecken Caches auszugraben und sie in allen 4 Himmelsrichtungen bei meinen unterdessen mehr als ein Jahr lang immer wieder getroffenen Kameraden unterzubringen. Und im Gegenzug natürlich auch deren Kisten bei mir einzulagern.

    Das hat für mich mehrere Vorteile :
    - Muss mich nicht mehr Sorgen obs nicht doch gefunden wird.
    - Erspart mir die Kontrollen
    - Beim austauschen / ersetzen hab ich wieder einen geselligen Abend mit dem Kollegen
    - Falls ich im WC nicht mehr dazu komme ist das Material nicht vergebens, sondern ein Freund kann davon profitieren !

    Darum, sich Fähigkeiten aneignen, gutes Gear kaufen, alles auch wichtig und richtig, aber schliesst Freundschaften, davon profitiert Ihr ein Leben lang !!

    Gruss
    Grimm

    Good logistics alone can’t win a war. Bad logistics alone can lose it.

  • Zitat von Grimm im Beitrag #3


    Es liegt in der Natur der Sache das wir hier alle eher zurückhaltend sind und jeder für sich (und seine Familie) vorbereitet. Aber mal ehrlich, in einem größeren Scenario ist man alleine immer schlechter dran als in einer Gruppe gleichdenkender.

    Einer kann Schreinern der andere Funken, der dritte ist Waffenexperte usw.

    Überlegt Euch mal ob der Forenkamerad aus Kärnten nicht eine Anlaufstelle sein kann wenns in Wien grad brennt ?



    Seh ich genauso.




    Zitat von Grimm im Beitrag #3

    Ich bin im Moment dran meine verstecken Caches auszugraben und sie in allen 4 Himmelsrichtungen bei meinen unterdessen mehr als ein Jahr lang immer wieder getroffenen Kameraden unterzubringen. Und im Gegenzug natürlich auch deren Kisten bei mir einzulagern.

    Das hat für mich mehrere Vorteile :
    - Muss mich nicht mehr Sorgen obs nicht doch gefunden wird.
    - Erspart mir die Kontrollen
    - Beim austauschen / ersetzen hab ich wieder einen geselligen Abend mit dem Kollegen
    - Falls ich im WC nicht mehr dazu komme ist das Material nicht vergebens, sondern ein Freund kann davon profitieren !

    Darum, sich Fähigkeiten aneignen, gutes Gear kaufen, alles auch wichtig und richtig, aber schliesst Freundschaften, davon profitiert Ihr ein Leben lang !!




    Tolle Idee bzw Gedanke!!

  • Voll ist es hier im Forum geworden.
    Viele Menschen haben zu uns gefunden. Die Beweggründe mögen unterschiedlich sein. Aber eines eint uns alle. Wir wollen, falls die Krise eingetroffen ist, wissen was zu tun ist.
    Wobei es hier eher zweitrangig ist ob es sich um eine grosse Krise handelt, oder um eine persönliche, nur mich betreffende, Krise.

    Einen ganz wichtigen Punkt will ich Euch dabei mitgeben. Hab diese Erfahrung vor kurzem selbst wieder machen müssen.
    Furcht und Zorn sind verdammt schlechte Ratgeber! Wenn Ihr aus den Medien diverse Nachrichten hört dann kann das schon mal vor kommen, man darf sich aber darin nicht verlieren!
    Ich muss daran selbst noch arbeiten, dass ich mich von meinen Emotionen nicht überrumpeln lasse. Man agiert Kopflos und fällt dabei in ein tiefes Loch.

    Was ist wenn die gesellschaftliche Ortnung zusammen bricht? Kann das bei mir auch passieren? Habe ein riesen Terrassen - Fenster, wenn da wer rein will braucht der nicht lange, usw.
    Wie gesagt es ist menschlich sich Sorgen zu machen. Dadurch wurden wir ja erst zu Prepper. Viele haben noch ihre rosarote Brille auf und wollen es nicht sehen.

    Als Prepper darf es aber nicht dabei bleiben.
    1) sich nicht unnötig verrückt machen lassen. Wer bei mir einbrechen will ist a) ziemlich verzweifelt, oder b) unglaublich dämlich. (Viele Augen, die ihn dabei beobachten könnten).
    Ausserdem lebe ich nicht in einem Ballungszentrum. Falls je Unruhen ausbrechen würden geschieht das erst weit weg von mir.

    2) Das Terrassen - Fenster:
    Es müssen Rollläden her! Sommer 2015 hatte es in der Sonne 52,4 Grad. Die grosse Scheibe heizt sich so dermasen auf das selbst meine Klimaanlage ins schwitzen kommt. Bei Rolläden passiert das dann nicht mehr. Wenn ich schlafen will ist es schön dunkel. Es schirmt vor Geräuschen ab und hält ungebetene Gäste fern. (Schutz vor hochschieben muss natürlich vorhanden sein)
    und selbst wenn sich jemand daran zu schaffen macht. . . Der würde so einen Lärm damit machen das die ganze Nachbarschaft wach wird. Ich natürlich auch, wäre somit über alle Berge und würde die Polizei rufen. . .

    Tja, mit preppen schläft man eben doch besser. . .

  • Hallo Community!
    Ich bin neu, kenne mich beim Thema Preppen gar nicht aus und frage mich ob es soetwas wie eine gute Zusammenstellung der wichtigsten Dinge die man zum Vorbeweitetsein braucht, als PDF oder WORD File gibt?

    Danke!

    LG
    Hans

  • Ja und Nein.

    Jeder bereitet sich auf andere Szenarien vor und deshalb variiert auch die Ausrüstung.

    Ich würde mich an deiner Stelle mal in Ruhe ins Forum einlesen. Mit der Zeit wirst du für dich selbst schon rausfinden was Sinn macht und was nicht.

  • Schreib einfach Deine Bedürfnisse auf, zB:
    Nahrung, Unterkunft, Schutz, Kommunikation, Familie,...

    Nun überleg Dir ein oder mehrere für Dich mögliche Szenarien und wie Du die einzelnen Bedürfnisse abdecken kannst.
    Optimal ist wenn alles "Ewig + 3 Tage" haltbar ist, kaum Geld kostet, nix wiegt und in eine Streichholzschachtel passt ...

    Die perfekte fertige Liste gibt´s nicht, denn:
    Der eine packt 5 Messer ein, der nächste 8 Taschenlampen, dann wieder einer ein 6 Personen Zelt oder ein Funkgerät mit Autobatterie,...
    Hat ja alles seine Berechtigung, nur: "Passt das für mich"?

  • Es kommt darauf an, welche Szenarien man erwartet, auf die man sich vorbereitet.

    Man legt sich eine Strategie zurecht.

    Manche Prepper wollen für alle möglichen Fälle gerüstet sein und planen, die eigene Wohnung zu verlassen, um einen besser geeigneten Platz aufzusuchen.

    Ich persönlich werde unser Haus nicht verlassen. Da kann ich die Vorräte gut lagern. Ausserdem erspare ich mir die Kosten für eine BOL.

    Man kann es erst nachher beurteilen, ob die eigene Strategie aufgegangen ist.

    Es ist so wie bei den Versicherungen. Man kann sich nicht gegen alle Fälle versichern lassen, das zehrt das gesamte Einkommen auf.

  • hallo Hans,

    die meisten Szenarien haben eins gemeinsam : wenn sie eintreten , treten gewisse Defizite ein, die die "Bedienung" meiner Grundbedürfnisse gefährden
    .
    Ich würde mir daher als Anfänger erstmal folgende Fragen stellen :

    Wieviel Wasser habe ich im Haus, wo bring ich Wasser her, wenns nicht mehr aus dem Hahn kommt ?

    Wielange kann ich mich mit meinen Vorräten ernähren, wenn die Läden zu sind ?

    Wie kann ich mich wärmen oder essen kochen, wenn die Heizung nicht mehr funktioniert ?

    Wie kann ohne Strom Licht haben, oder Infos aus dem Radio bekommen (falls er noch sendet) ?

    Wie kann ich mobil bleiben, weil ich weg/irgendwo hin will , und Tank leer und Tankstelle zu ist und Busse nicht mehr fahren ?

    Wie kann ich mich, meine Behausung gegen irgendwelche Lumpen schützen ?

    Wie kann ich mit irgendjemand weiter weg kommunizieren / in Verbindung bleiben ?

    Man muß jetzt beim Anfangen nicht alle Themen bearbeiten , vielleicht ist man ja schon für ein paar Punkte "vorbereitet", da man eh
    einen Holzherd hat und alle Fahrten eh nur mit seinem Bike erledigt.

    Also fang an mit einem kleinen Lebensmittelvorrat,
    mit ein paar Six-Packs Mineralwasser
    mit ein paar Kerzen,Teelichter, Zündhölzer und Feuerzeuge
    Taschenlampe und Transitorradio und einem Päckchen Batterien

    das weitere wird sich (hier) finden

    frieder

  • Hallo zusammen.

    Die letzten Wochen habe ich mich mehr oder weniger durch die Themen hier im Forum durchgegraben, und ich muss sagen es ist alles sehr interessant.
    Aaaber man muss gerade als Anfaenger schon aufpassen dass man den Ueberblick behaelt, und mit realistischen, kleinen Schritten beginnt.

    Ich habe mich selbst oft dabei ertappt eher die abenteuerlichen Szenarien durchzudenken, bzw die entsprechenden Threads zu lesen (zB ueber Fluchtfahrzeuge, div. Ausruestungen, Survival, ...).
    Schlussendlich habe ich mich dann aber doch wieder auf den Boden der Realitaet zurueckgebracht, und erstmal mit Kelleraufraeumen begonnen.

    Somit hab ich Platz und Ordnung fuer meine ersten Vorraete geschaffen.
    ... Und 2 bisslang unbenutzte Regale habe ich dafuer auch gefunden.
    (so schauts jetzt aus: siehe Foto)

    Jetzt geht es daran einen sinnvollen Vorrat aufzustocken....

    Danke euch Forenschreibern fuer die Ideen und Inputs die ich bis jetzt mitbekommen habe, und vielleicht hilft meine Erfahrung auch anderen Anfaengern damit nicht allzusehr, und allzuschnell uebers Ziel hinauszuschiessen.
    "Schen kamot" wie man bei uns sagt.

    lg,
    Stoffl

    [[File:IMG_20161116_061440758.jpg|none|auto]]

    Dateien

    „ ..., wenn man rechtzeitig d’rauf schaut, daß man’s hat, wenn man’s braucht.“


    – Josef Kirschner: Werbespots für Raiffeisen

  • Hi Stoffl,

    sehr guter Ansatz! Interssanterweise sind die "üblichen" Szenarien (3. Weltkrieg, Pandemie, ...) meist auch die unrealistischsten. Aber unser Gehirn neigt halt dazu, solchen Endzeitszenarien überproportional Aufmerksamkeit zu schenken.

    Die weitaus häufigsten Szenarien sind eher ganz trivial: Durch Streik, Überflutung oder sonstige Unbill wird der tägliche Nachschub oder Weg zum Supermarkt abgeschnitten, persönliches Unglück (finanziell oder körperlich), das Haus brennt ab, ...

    Daher ist der erste und wichtigste Schritt einmal: Inventur (was habe ich), dann langsam den Vorrat an Essen, Trinken, benötigte Medizin (inkl. Erste Hilfe) und Werkzeuge aufbauen, und erst wenn das alles erledigt ist kann man sich (sofern man will) mit exotischeren Probelmen beschäftigen.
    Einen Jahresvorrat an Lebensmitteln in wenigen Tagen aufzubauen bringt nicht viel - das bekommt man üblicherweise niemals rotiert. Daher eher pomale angehen: Schont das Portmonnaie ebenso wie das Gemüt ;-)

    LG,

    Bardo Thodol

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer)

  • Preppen... wie fängt man Sinnvoll an ?

    Wie es schon auf dem The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy steht : Don’t panic !
    Aus dem Buch lernen wir auch dass man im Hier und jetzt lebt & ein Handtuch zum EDC gehört...

    1. Lass Dich nicht von den vielen Informationen erschlagen, bleibe cool..
    - Lese Dich ruhig durchs Forum, hole Dir Anregungen und stelle Fragen.
    - Setzte Dich nicht selbst unter Druck.

    2. Erleichtere Dein Alltagsleben
    Bevor Du Dich um allfällige zukünftige Katastrophen kümmerst, regle Dein normales Leben.
    - Job - Weiterbildung die das Geschäft anbietet oder teilweise bezahlt ?
    - Krankenversicherung ok oder muss etwas verbessert werden ?
    - Haftpflicht- und Hausratversicherung genügend oder muss aufgestockt werden ?
    - Rentenplanung / Sparplan / Lebensversicherung
    - Bleibe / werde Fit / Medizinische check ups / Impfungen / Zahnarzt
    - Erweitert / verbessert Euer (Prepper) Kontaktnetz
    - Erstelle ein Alltagstaugliches EDC *

    * EDC Wenn Du im Alltag kein Messer brauchst, reicht auch ein kleines für den Schlüsselanghänger.mit Zahnstocher und Pinzette  Genauso mit Lampen usw. Es sollte klein und leicht sein damit es Dich nicht stört und Du es auch wirklich jeden Tag dabei haben willst

    3. Zuerst planen, dann kaufen,
    - Überdenke Deine Situation, lege fest ob Du Dich für BugIn oder BugOut vorbereiten willst.
    ( falls beides, fange mit dem wichtigsten für einen 4 Wöchigen BugIn an )
    - Erstelle ein Budget. Wieviel pro Monat kannst / willst Du ausgeben ? Halte Dich daran !
    - Setze Prioritäten und bleibe Zielgerichtet

    4. Basics zuerst.
    - Erstelle pro Thema Prioritätenlisten ( kann man jederzeit ändern oder erweitern )
    - Unterteile in Basics (Wichtiges) / Ergänzung ( Nützliches ) / Comfort ( Haben wollen )
    - Beschaffe zuerst von jedem Thema die Basics ( und womit Du umgehen kannst )
    - Ergänzungen ( xxx ) erst wenn Du die Basics von all Deinen Themen hast.
    - Comfort ( yyy ) wenn das andere erledigt ist.

    BEISPIEL 1 Die grösste Gefahr zu Hause ist statistisch gesehen ein Unfall ( wichtig bis xxx )
    HauptKategorie - Bug In
    Kategorie
    - Eigenschutz
    UnterKategorie
    - Hausapotheke
    Bedarf :
    Verbandsmaterial
    Desinfektionsmittel
    - Medikamente
    - Schmerzmittel
    - Wund- Brandsalben
    - xxx Extra Bandagen
    - Yyy komplettes OP Besteck

    - Dazu die nötigen Informationen beschaffen und einen Ablaufplan erstellen,
    - Notfallnummern kennen / bereithalten etc.
    - Wissen auffrischen / aneignen evtl. Kurse besuchen etc.

    BEISPIEL 2 Die grösste Gefahr zu Hause ist statistisch gesehen ein Brand
    HauptKategorie
    - Bug In
    Kategorie
    - Eigenschutz
    UnterKategorie
    - Brandschutz
    Bedarf :
    - Rauchmelder
    - Löschdecken
    - Feuerlöscher
    - Notbeleuchtung
    - Notfalltasche
    - Xxx BOB **
    - Yyy Halon Löschanlage

    ** BOB Im ersten Schritt ist Dein BOB nur eine Notfalltasche in der Du Unterwäsche / Klamotten für 3 Tage
    und den wichtigsten Kleinkram für Übernachtungen in bereits vorhandenen Taschen bereithältst. Falls Du zum Bsp. unvorhergesehen ins Spital musst etc. Wenn Du dann alle Deine Basics fertig hast kannst Du den nach Deinen Bedürfnissen erweitern.

    5. Regelmässig überprüfen
    - Nicht nur Ablaufdaten, sondern auch den Wissensstand ( üben )
    - Gibt es zu den einzelnen Themen neue Erkenntnisse ? besseres Material ? Brauche ich das wirklich ?

    Good logistics alone can’t win a war. Bad logistics alone can lose it.

  • Was auch ab- und an mal hilft um die eigene Vorbereitung zu prüfen: Spiele Dein Szenario an einem Wochenende mal durch. Wir machen das ab und zu und es hat schon viele Mängel aufgezeigt auf die ich in der Theorie nicht gekommen bin. Ausserdem, wenn man es ihnen richtig verkauft, ist das ein Heidenspass für die Kids. Besonders der "BugOut" ;) :D

  • Nachdem in letzter Zeit wieder einige Neuanmeldungen dabei waren, möchte ich hiermit diesen Thread wieder in den Vordergrund bringen. Hier ist schon sehr viel interessantes aufgeschrieben worden, das man sich gerade als Neuling durchlesen und darüber nachdenken sollte.

    Try to leave this world a little better than you found it. (Robert Baden-Powell)